Frühling in den Amtsstuben

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Endlich wieder in Gummischlappen über den Markt laufen, will eh nur Brötchen und eine Zeitung kaufen. Erstaunlich, wieviele Backwaren-Läden es im Zentrum Halles gibt. Zeitungsläden auch, aber kaum einer hat den "Freitag". Der sei aus dem Sortiment genommen worden, antwortet eine Verkäuferin: "Hat eh niemand mehr gekauft." Hilfsbereit gibt sie mir einen Tipp: die Ulrich-Medienwelt habe den "Freitag" noch. (Soviel Werbung sei erlaubt.) Tatsächlich liegt er dort ganz unten im Zeitungsregal, eine echte "Bückeware". Oben prangt die "Welt", verkündet, dass die FDP eine Mega-Zustimmung in Umfragen hätte und fordert "mehr Sanktionen für Findige". Auch Ausländerfeindliches ist dort zu lesen. Zu Hause blättere ich im "Freitag": Elmar Altvater, frauenpolitischer Comicstrip und zwei Seiten über Tiger Woods. Wie altbacken ist das denn? Ungetröstet mache ich mich daran, alte Rechnungen zu kopieren. Denn die ARGE hat mir einen Brief geschrieben:

Sie reichten die Abschließenden Angaben zum Einkommen aus Selbständigkeit für den Zeitraum 08/2009 bis 01/2010 ein. Bitte übersenden Sie bis zum 01.03.2010 die Nachweise zu den von Ihnen angegebenen Einnahmen (z. B. Verträge, geschriebene Rechnungen in Verbindung mit dem Nachweis des Zahlungseinganges an Hand des Kontoauszuges) und den Nachweisen über die Ausgaben (z. B. Quittungen, Telefonrechnungen mit ersichtlicher Trennung zwischen privaten Telefonaten und Telefonaten auf Grund Ihrer nebenberuflichen Selbständigkeit usw.) ... Sollten Sie bis zum o.g. Termin nicht antworten bzw. die angeforderten Unterlagen nicht einreichen, werde ich die Geldleistung bis zur Nachholung der Mitwirkung ganz entziehen.

So geht Sozialprosa für "Findige"!

12:53 20.02.2010
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Geschrieben von

hadie

Was die Arbeitnehmer jetzt brauchen, ist ein Rettungsschirm für die Portemonnaies. (Frank Bsirske)
hadie