Aufstieg vor dem Fall

Pakt mit dem... Stuttgarter Zeitung und Süddeutsche Zeitung
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Herr Özdemir von der Grünen hat es geschafft. Endlich auf Augenhöhe; das, wovon viele Parlamentslinke träumen, bisher aber nur Sozialdemokraten geschafft haben (Schröder, Gabriel), die Außenseiter der bürgerlichen Gesellschaft sind keine mehr, sie sind angekommen in der Mitte der Gesellschaft. Genau genommen natürlich nicht in der Mitte, wer will da schon hin, nein, nach Oben, ganz nach Oben, endlich mit den großen Leuten vis-à-vis. Lange haben sie dafür Politik gemacht, endlich Gehör bei den wichtigen Leuten finden, den "Entscheidern" die Entscheidung einreden, überhaupt mitreden, mitgestalten.

Die Stuttgarter Zeitung, das Blatt für die elektropanzerfahrenden Grünen, hat den schwäbischen Jungen promoviert. Er darf sich ein Bild mit Ola Källenius teilen. Wer den nicht kennt, das ist der Daimler Chef. Das ist ja nun kein Selfie, das den Fan mit dem gnädigen Star zeigt, nein, die StZ hat hier montiert, was ihrer Meinung nach zusammen gehört. Denn, was ist das Elektroauto anderes - ja einerseits ein großer Mist und sicher kein Klimaretter - als ein neuer Exportschlager der heimischen Automobilindustrie (nach dem Filter/Katalysator), die diese neue Masche beinahe verschlafen hätte.

Der Daimler Ober-Manager drückt beim "Wandel zur Elektromobilität" aufs Gas - Pardon, veraltete Metapher -, also aufs Tempo, und der Grüne Cem findet das gut und bietet der Industrie einen Pakt an. Ich vermute einen verkaufsfördernden. Pakt ist gut, wer hier wen packt, gehört natürlich nicht hierher. Die Grünen werden von der großen Industrie umarmt bzw. besser: umgekehrt, einschließlich Rüstungsindustrie, da arbeitet Herr Habeck daran, während Frau Bearbock sich um die andere high-tech Industrie kümmert.

Wir dürfen also gewiss sein, dass die beiden stärksten zu Wahl stehenden Parteien für ein Weiter-so-und-Vorwärts stehen. Die Massenmedien haben ja in jüngster Zeit gelernt, wie man die Massen vor sich her treibt. Nachdem sie mit dem Horrormodus so großen Erfolg hatten, wird jetzt der Vielfalt und Bunt und Gut-und-schön-und-Zukunft Modus aktiviert.*



In der Süddeutsche Zeitung, selbe Eigentümer, ähnliche Lieblinge, gibt es eine Frau, früher war das ein netter Mann, für Gesundheit und tatsächlich ist vieles schlimmer geworden: Christina Berndt, die im Corona Hinterland für Verwüstungen zuständig ist. "Wer sich gegen die Impfung entscheidet, entscheidet sich für die Infektion." Ganz wunderbar, Hirnschaden und Impfglück finde ich, die Dame, die uns klar macht, dass es keine Impf-Spätschäden gibt, weil der Begriff schon falsch ist... Und es auch noch nie gab... So ganz auf der Höhe scheint mit die Gute nicht zu sein, kann man doch bei Clemens Arvay anderes lesen. Aber darum geht es nicht. Es geht um die gute Stimmung und die Herde muss zur Impfung getrieben werden, auf dass auch die SZ-Eigentümer von den Gewinnen der big pharma profitieren, durch Aktien, Anzeigen und viele andere schöne Möglichkeiten.- Nun gehören alle bürgerlichen Zeitungen irgendwelchen reichen Leuten, das ist so im Kapitalismus, aber wie die ihre Wähler für dumm verkaufen, mit jeder ihrer Corona-Statistiken, Renten-Panikmache, Russland und China-Hetze usw., das ist schon überraschend und wirft kein gutes Licht auf die Leute, die das freiwillig lesen und glauben


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* Was ich gerade lese: Thomas Bernhard: Die Ursache. Eine Andeutung. Salzburg und Wien 2002

Ich bin zwar erst auf S. 10, aber, liebe Literaten, warum nicht Stuttgart statt Salzburg?! Weniger Gründe für einen Selbstmord kann ich nicht sehen, statt dessen ebenso "ein undurchdringliches Menschengestrüpp aus Gemeinheit und Niedertracht", ein "moralischer Morast", ein Hauen und Stechen um die besten Plätze auf der Schloßplatztreppe.



18:04 21.06.2021
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