Die Stunde der Wahrheit (Film)

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Ich verstehe gar nicht, warum noch niemand auf diesen neuen Film aufmerksam gemacht hat: Die Stunde der Wahrheit von Philipp Leinemann. (Oder habe ich etwas übersehen?)

Ich habe ihn gestern gesehen und war sehr angetan. Er läuft in zwei Kinos in Stuttgart, ich war im EM, in einem ziemlich kleinen Saal. Das lässt leider nichts Gutes vermuten, was den Publikumsgeschmack angeht.

Hier ist eine interessante Filmkritik:

https://www.kontextwochenzeitung.de/kultur/423/unsere-terroristen-5895.html

Im Kino saßen auf die 4 Reihen verteilt zwei Paare und 3-4 Einzelne, mit maximalem Abstand in ihrer Reihe. Man sah den Leuten nicht an, ob sie für oder gegen den BND sind. Vielleicht hat der aber auch einen Beobachter entsannt, weil sie wissen wollen, wer solche Film anschaut? Wir wissen es nicht.

Der Film bietet beste Unterhaltung, und das ist nun nicht ironisch gemeint. Freilich könnte man noch das eine oder andere dazu bemerken: Positiv: Die, wie ich vermute, häufigste Form der Korruption ist die in der Rente, die in dem Film auch eine Rolle spielt: Die Politiker werden hinterher für ihre "guten" Taten belohnt. Dafür gibt es viele Beispiele, übrigens können diese guten Taten ganz verschieden aussehen, wofür z.B. die Karrieren früherer Juso-Vorsitzender sprechen. (Leider überschätzt man diese immer wieder, was ich nicht verstehe, höchstens als Beispiel, wie man aus der Geschichte nichts lernt.)

Negativ: Es machen heute keine Menschen mehr, wo auch immer, Karriere, und schon gar nicht im BKA, Verfassungsschutz, LKA und wie diese "Dienste" alle heißen, die einer gesellschaftlichen Vernunft zugänglich wären - anders geschrieben, denen man die Hände schütteln möchte.

Aber der Film, obwohl er das auch auf romantische Weise thematisiert (früher...), braucht ja einen Protagonisten, der ins Zweifeln gerät.

Für die Europawahl habe ich meine unmaßgebliche Stimme abgegeben: Die Partei, alle anderen kann ich nicht ernst nehmen.

13:09 11.05.2019
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