Ramelow & Köbele

Offenheit und Wahrheit Vorwärts im Karussell
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Wer sagt, dass sich Geschichte nicht wiederholt, natürlich nicht gleich, da sich doch auch die Umstände geändert haben, auch nicht immer in der Folge Tragödie dann Farce, oder vielleicht doch?

1. Die DKP, die auf dem Weg ist, wie die MLPD eine familien(un-)freundliche Sekte zu werden, hat einen Vorsitzenden, der, wie seine Vorgänger, ein besonderes Verhältnis zu Lenins Maßstab eines Kommunisten hat, nämlich deren Pflicht, ihre Fehler offen zu kritisieren. - Ein Blick in die jüngere Vergangenheit lehrt, dass es damit nicht weit her war. Und jetzt?

In der Jungen Welt war ein Interview mit P. Köbele (11.8.), wo es eine wunderbare Stelle gibt:

"Außerdem lässt sich auch feststellen, dass die Kommunisten die einzige Kraft sind, die in diesen hundert Jahren immer auf der richtigen Seite gestanden haben. Das gilt für die KPD, die SED, die SEW und die DKP.

[Frage] Fehler haben Kommunistinnen und Kommunisten keine gemacht?

Natürlich haben wir auch Fehler gemacht, aber eben Fehler im Rahmen des prinzipiell Richtigen."

Realsatire in schönster Form: Immer auf der richtigen Seite, die da war, wo sie standen(!), und im Rahmen des prinzipiell(!) Richtigen!

Sicher ist, von dieser Partei wird keine Gefahr (mehr) für diese Gesellschaft ausgehen, sollte das überhaupt jemals anders gewesen sein.

2. Im Neuen Deutschland machen sich schon die sogen. Linken-Politiker Sorgen um die nächsten Wahlen und deren mögliche Ergebnisse.

Bodo Ramelow, der "Linke"-Ministerpräsident will ideologische Scheuklappen ablegen und Offenheit demonstrieren, auf dass sie auch mit der CDU koalieren können - im gemeinsamen Interesse, das freilich nicht unseres ist.

Der Obere war prinzipiell immer im Rechten, der untere kann sich keine Gelegenheit entgehen lassen, diese hinter sich zu lassen.

Warum Wahlagitation machen, stöhnte Rosa Luxemburg vor langer Zeit, wenn, frei nach ihr, dann solche Ramelows und Köbeles den Sozialismus zum Hohn machen. Aber davon ist zumindest bei der Linken ohnehin nicht mehr die Rede.

Tipp:

Thomas Melle: Die Welt im Rücken (2016)

17:16 16.08.2018
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