Va, pensiero

Lohengrinaten Oper und Krieg. (K)ein Zusammenhang?
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Ich schlage die neue Ausgabe der Zeitschrift "Theater heute" auf und sehe links eine Werbung für Integration in D. Dort wird der Artikel 5 GG zitiert, dass Kunst, Wissenschaft, Forschung und Lehre frei sind. (Wer schonmal an einer Uni war, kann da nur lachen, derzeit kämpfen einige Medien für die Freiheit von Herrn B. Lucke...)

Darunter darf eine mir unbekannte Schauspielerin und Moderatorin für D. werben: "Mein Deutschland. Ich lebe hier auf gutem Grund." Offensichtlich versteht die Frau nicht viel von Wissenschaft und Forschung, aber dafür vom Geld verdienen.

Der Grund auf dem sie steht: Ist der gut? Würde sie ein bisschen graben, würde sie einen erschlagenen Juden finden. Gräbe sie weiter einen ermordeten Revolutionär. Und wenn sie noch tiefer gräbt einen massakrierten Bauern usw. usf.

Aber so verdienen - durch Werbung - eben solche Zeitschriften ihr Geld. Dafür sind auch ein paar Gefälligkeiten drin: Z.B. gleich rechts daneben, schreibt Herr Wille nun auch noch über Handke und Serbien. Was er Staatstragendes schreibt, ist geschenkt, ein Kotau vor den Geldgebern. Worüber er nicht schreibt, ist das Grundgesetz, das auch in diesem Falle geschändet wurde, er schreibt auch nichts über die Lügen, die von deutscher Seite, folgenlos, verbreitet wurde (KZs, Hufeisenplan vom beinahe Grafen Scharping-Pilati...). Kultur steht hier Gewehr bei Fuß. Ein lange vergessener Zusammenhang.

Ich habe bei "nachtkritik.de" an diesen Zusammenhang erinnern wollen, nichts als ein kleiner Hinweis, auf Frau AKKs Kriegsvorbereitung* und der milliardenstarken Aufrüstung der Stuttgart Oper. Wo Geld für den Krieg und die Unterhaltung der herrschenden Klasse nötig ist, stellen es die grün-schwarzen Vasallen auch bereit. In der Wochenzeitung Kontext kam der kleine Hinweis, in Nachtkritik nicht.

Kriege, wie sie D. geführt hat (gegen Serbien), und führt und führen will und wird für den freien Fluss der Waren und des heimischen Profits, brauchen kulturellen Beistand. Den lieferte die große Oper (Wagner), den liefert der chauvinistische Fußball und die Kirchen. Alle direkt oder indirekt staatlich bestens alimentiert.

Man wird in Zukunft noch mehr darauf achten müssen, wo die Mobilmachung anläuft. Der Kampf um die Kultur hat schon lange begonnen.

* Siehe z.B.:
https://www.nachdenkseiten.de/?p=56209

Da es doch auch um die Oper (in Stuttgart) geht, hier ein Tipp, der einem hilft zu verstehen, was man sieht:

Noltze, Holger: Liebestod: Wagner Verdi Wir. Hoffmann und Campe 2013

15:46 09.11.2019
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