Wie können wir den Mietenwahnsinn stoppen.

Soziale Gerechtigkeit Politik von unten: Erfolgsmodell Mieterinitiative mit damit verbundenen Erfolgsfaktoren und Erfolgspotentialen. EDie nteignung von Deutsche Wohnen geht uns alle etwas an.
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Bereits im Gespräch von zwei durch eine angekündigte Mietpreiserhöhung betroffener Menschen kann eine Mieterinitiative entstehen. Allein ist es schwer, sich zu wehren; in größeren Gruppen zusammen, kann viel erreicht werden. Mieterinitiativen wie Bündnis Otto-Suhr-Siedlung und Umgebung, Kotti & Co oder Zwangsräumung verhindern haben es uns allen gezeigt, dass es sich zu währen lohnt. Gemeinsam entwickelte Ziele, Strategien und Maßnahmen führten zu nennenswerten Erfolgen. So konnten in der Vergangenheit beispielsweise Mietpreiserhöhungen begrenzt oder sozial verträgliche Sanierungen vereinbart werden. Eigentümer machten Zugeständnisse und verzichteten auf Profit, auch mancherorts nur anteilig. Politiker brachten erforderliche Lösungen wie zum Beispiel die Vereinbarung von Frau Lompscher mit landeseigenen Unternehmen von Berlin.

Gespräche mit der Politik

Als Einzelmenschen bekommen Mieter kaum Aufmerksamkeit von Politikern. Stimmenvon rund zwei Tausend potentiellen Wählerinnen und Wählern öffnen die Türen für Gespräche mit Politikerinnen und Politikern der Parteien: DIE LINKE, Bündnis 90/Die Gründen und SPD.

Öffentlichkeitsarbeit und der Kampf in Medien

Als Einzelmenschen finden Mieterinnen und Mieter in der Öffentlichkeit nur in Ausnahmefällen Aufmerksamkeit, wenn beispielsweise das Vorgehen des Vermieters ganz unmenschlich und skandalös ist. Initiativen, die die Interessen von mehreren Tausend Mieterinnen und Mietern vertreten, bewirken, dass auf Gewinnmaximierung fokussierten Immobilienriesen wie Deutsche Wohnen seit mehreren Jahren in negativen Schlagzeilen erscheinen. Einerseits schreckt das potentielle Einleger und Käufer in der Immobilienbranche, andererseits kann der Aktienkurs im Keller landen. Die Wirtschaft kennt Fälle wo der öffentliche Kampf von gar einzelnen Menschen in Medien und sozialen Netzwerken einige Unternehmen zu massiven Umsatzverlusten brachte oder gar um Bankrott führte. Zwar betraf es speziell nicht die Immobilienbranche… Noch nicht! Errungene und veröffentlichte Teilerfolge und Siege wie Verhinderung oder Einschränkung von Mietpreiserhöhung zeigen allen anderen Menschen, dass es sich zu kämpfen lohnt und beeinflussen gesammte Gesellschaft.

Regionale und Überregionale Vernetzungen

Einzelne Menschen können Initiativen beiträten oder neue gründen. Ganze Initiativen wachsen durch Bildung von Bündnissen und regionalen sowie überregionalen Vernetzungen weiter und erhöhen somit eigene Verhandlungsstärke gegenüber Politik, Presse und Immobilieneigentümern. Bündnisse und Vernetzungen machen Demonstrationen zahlreich und werden von der gesamten Gesellschaft besser gehört und ernst wahrgenommen. Der gesamte Wachstumsprozess wirkt stets zusätzlich als Werbung für neue Mieterinnen und Mieter, um einzelnen Einheiten beizutreten oder eigene Gruppen und Organisationen zu bilden.

Von Teilerfolgen zu großen Taten. Dieser Kampf geht uns alle was an!

Allein kann man etwas erreichen. Aber nur eine einzelne „Speerspitze“ kann die Schlacht gegen geldgeile Immobilienhaie nicht gewinnen. Gemeinsam können wir viel mehr bewegen und eine Wende in der Mietenpolitik erzwingen! Diese Wende erleben wir momentan, aber noch in all zu kleinen Fort-Schritten. „Politik von unten“ ist im Kommen und wird bundesweit für Veränderungen sorgen! Der nächste Schritt kann für signifikante Veränderungen herbeiführen!

Berlin schneidet im bundesweiten Vergleich beim Thema Wohnen ganz schlecht ab. Gemeinsam mit Hamburg haben Berliner, unter allen Bundesländern, am wenigsten Geld zum Leben, nach Abzug der Miete. Wir werden als Hauptstadt der Obdachlosen bezeichnet.

Wer ist denn daran schuld?

Deutsche Wohnen ist das führende Unternehmen im Berliner Immobilienmarkt und nutzt ihre marktbeherrschende Stellung aus. Deutsche Wohnen missachtet den Mietpreisspiegel und setzt Mietpreiserhöhungen durch, wo es möglich oder unmöglich ist. Deutsche Wohnen betreibt eine nur auf Profit orientierte Unternehmenspolitik, die die Soziale Marktwirtschaft Deutschlands nicht akzeptiert. Die Größe und Strategie sowie Maßnahmen von Deutsche Wohnen beeinflussen den gesamten Immobilienmarkt in Berlin, sodass das gesamte Mietpreisniveau der Hauptstadt viel zu schnell steigt. Jede Mieterin und jeder Mieter in der Hauptstadt ist direkt oder indirekt davon betroffen! Wir alle müssen handeln!

Was wollen wir dagegen unternehmen?

Bei der #Mietenwahnsinn Demo am 06.04.2019, ab 12:00 Uhr am Alexanderplatz in Berlin startet die Unterschriftensammlung beziehungsweise das Volksbegehren zur Enteignung von Deutsche Wohnen & Co. Das ist der Wendepunkt, den wir alle uns erkämpfen müssen! Eine Enteignung ist verfassungsrechtlich möglich.

Wie lange wollen wir auf Zugeständnisse der Bundespolitik noch warten? Wir müssen selber für unser Glück, das wohl unserer Familien und die Zunft unserer Kinder sorgen! Jede Unterschrift zählt!

10:52 20.03.2019
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Geschrieben von

Haikoderanwalt

Ich kämpfe für Menschenrechte und Gerechtigkeit
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