hammerfakt
16.04.2017 | 22:41 16

glückwunsch-tebrik! wie ich bereits in einem

älteren beitrag festgestellt habe: die türkischen bürger*innen können demokratie. darüber hinaus können nur die türkischen wahlberechtigten entschiedenen demokratischen widerstand

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied hammerfakt

leisten, wenn sie am abstimmungstag mit nein ihre stimme erheben, so mein standpunkt hier die nein-kampagnen.

und das haben sie heute in der türkei trotz der massiven staatlichen repressalien auf bewundernswerte weise auch gemacht.

tebrik den nein wähler*innen- und weiterhin viel mut und stärke im kampf um die demokratie.

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aktualisierung (10.00 uhr): über die angeblich nicht integrierten türkischen mitbürger*innen im zusammenhang mit dem referendum:

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Kommentare (16)

weinsztein 17.04.2017 | 04:55

Ich sehe das ähnlich wie Sie.

Einiges spricht auch für Betrug mit gefälschten Stimmzetteln. Der wird sich juristisch nur schwer nachweisen lassen, weil Erdogan einen großen Teil des Justizwesens an der Kandare hat.

Nach einem womöglich vom Präsidentenpalast inszenierten Militärputsch lässt sich leicht ein Referendum gewinnen, wenn vorher kritische Zeitungen verboten, Fernsehanstalten abgeschaltet und Politiker der Opposition ins Gefängnis geworfen werden.

Erdogan hat in seiner Siegesrede am Sonntagabend, umjubelt von Tausenden seiner Anhänger, eine Volksabstimmung zur Todesstrafe angekündigt.

Ich fürchte, das war auch an die Menschen in der Türkei adressiert, die Erdogans Kurs kritisch sehr kritisch beurteilen.

hammerfakt 17.04.2017 | 17:06

ausgezeichneter artikel hier "Erdogans vergifteter Sieg" gegen die spaltung und ausgrenzung von deutschtürken, die angeblich den boden des gg verlassen haben (siehe hier die undifferenzierte "analyse" von hasnain kazim Das merkwürdige Wahlverhalten der Deutschtürken)

obwohl "nur" 13% der deutschtürken mit ja gestimmt haben, stellt dennoch gerrit wustmann zu recht die frage: "Warum haben bei einer so wichtigen und umstrittenen Wahl weniger als die Hälfte der Menschen abgestimmt? Wie kommt es dazu, dass Menschen, die in freien und demokratischen Rechtsstaaten leben und tagtäglich von diesen profitieren, mit ihrer Stimme eine Diktatur in ihrem Heimatland etablieren?"

darauf gibt canan topçu nachdenkenswerte anworten:

"Antworten finde ich ebenfalls in der Sozialpsychologie – und zwar in den Theorien, die den Diaspora-Nationalismus auf kollektive, nicht bearbeitete Gewalterfahrungen und auf die kollektive Verdrängung von Demütigungen zurückführen."

pleifel 17.04.2017 | 17:19

Sorry, diese statistische Beschönigung von Ruprecht Polenz ist Unsinn, denn er kann den Prozentsatz nicht auf alle hier lebenden Türken ausweiten, also auch auf die, die nicht wahlberechtigt sind. Korrekt sind also 30 Prozent auf die potenziellen Wähler bezogen.

Aber gut, der Mann ist von der CDU und "Aufhübschung" gehört wohl zur normalen argumentativen Untermauerung. Denn neu wäre mir von der CDU/CSU nach der Wahl zu hören, wir gering denn der prozentuale Anteil der Stimmen von den potentiellen Wählern ist, geschweige denn von der Gesamtbevölkerung.

hammerfakt 18.04.2017 | 21:29

Jochen Oltmer glaubt, dass die Debatten über Auftrittsverbote für türkische Politiker sowie über den Doppelpass und das angeschlagene deutsch-türkische Verhältnis eher für die Mobilisierung der Ja-Stimmer gesorgt habe. „Viele wollten in dieser aufgeheizten Atmosphäre wohl ein Signal setzen. Insofern hat Erdogans Strategie, Europa als Gegner der Türkei aufzubauen, durchaus verfangen“, glaubt der Migrationsforscher

https://www.welt.de/politik/deutschland/article163806854/Was-AKP-Anhaenger-und-AfD-Waehler-gemeinsam-haben.html

hammerfakt 19.04.2017 | 19:00

"Es ist abstrus, wenn Özdemir und andere nun aufgrund des Referendums die einhundertste Integrationsdebatte anstoßen wollen. Dahinter steckt vor allem eines: Es soll ablenken von einer Politik, die Erdogan weiter Waffen liefert und die Türkei als Brückenkopf nutzt für ihre Kriege im Nahen Osten und als Wachposten gegenüber den Menschen, die vor diesen Kriegen fliehen."

https://www.marx21.de/die-tuerkei-nach-dem-verfassungsreferendum-wer-stoppt-erdogan/