Hanno Böck
31.05.2013 | 09:44 28

Broder und die Klimadebatte

Medientagebuch Im Zweifel für den Zweifel: Beim Thema Erderwärmung werden Laienmeinungen gerne für wissenschaftliche Fakten genommen. "Manufactroversy" nennt man so eine Debatte

Broder und die Klimadebatte

Foto: Adrian Dennis / AFP

Das Vorgehen des Umweltbundesamtes erinnere an die Reichskulturkammer von Joseph Goebbels, und Deutschland befinde sich auf dem Weg in eine zweite DDR, schreibt Henryk Broder in der Welt. Auf Twitter legt der Chefredakteur der Wirtschaftswoche, Roland Tichy, nach: „Umweltbundesamt in Reichsklimakammer umbenennen“.

Grund für die Aufregung: Das Umweltbundesamt hat eine Broschüre zur Klimaforschung herausgebracht. Die Behörde kritisiert darin einige Journalisten dafür, dass sie den Forschungsstand falsch wiedergeben. Namentlich erwähnt werden etwa der ZDF-Filmemacher Günther Ederer und Michael Miersch, Ressortleiter für Forschung und Technik beim Focus.

Ederer, Miersch und andere sogenannte „Klimaskeptiker“ behaupten wahlweise, dass der Mensch keinen Einfluss auf das Weltklima habe, dass es überhaupt keine Klimaerwärmung gäbe oder zumindest, dass der Einfluss des Menschen auf das Klima vernachlässigbar sei. Vertreten werden diese Thesen vorwiegend von fachfremden Wissenschaftlern, von Laien mit Privattheorien und nicht selten von Journalisten. Dabei scheuen die „Klimaskeptiker“ nicht, einander widersprechende Theorien zu vertreten, denn übrig bleiben soll am Ende nur eins: der Zweifel, die Idee, dass alles irgendwie unklar ist.

Eine wissenschaftliche Debatte findet praktisch nicht statt. Wissenschaftler haben für derartige „Kontroversen“ inzwischen ein eigenes Wort kreiert: eine Manufactroversy, eine konstruierte Kontroverse. Ob Klimawandel, Evolutionstheorie oder die Gefahren des Passivrauchens: In Medienberichten wird gerne die „andere Seite“ beleuchtet. Was dabei oft zu kurz kommt: Bei der anderen Seite handelt es sich in den genannten Fällen um Laienmeinungen, die von der Wissenschaft nicht ernst genommen werden.

Das bedeutet nicht, dass es keine Unklarheiten und keinen weiteren Forschungsbedarf gibt. Und diese werden ausgeschlachtet, um den Eindruck des Zweifels aufrechtzuerhalten. Dazu gehört etwa das Zitieren von einzelnen Studien, die aus dem Rahmen fallen.

Vergangene Woche veröffentlichten Forscher in der Fachzeitschrift Nature Geoscience eine Studie zur Klimasensitivität. Damit bezeichnet wird die voraussichtliche Temperaturänderung bei einer Verdopplung der Kohlendioxidkonzentration in der Erdatmosphäre. Die Neuberechnungen lagen im unteren Bereich dessen, was in früheren Studien prognostiziert wurde. Zahlreiche Schlagzeilen der Form „Erde erwärmt sich nicht so schnell wie befürchtet“ waren die Folge.

„Es gibt über 20 Studien zur Frage der Klimasensitivität, die alle zu leicht unterschiedlichen Ergebnissen kommen“, erklärt Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) gegenüber dem Freitag. „Die neuen Zahlen sind fast identisch mit unseren eigenen Berechnungen, die wir bereits 2006 publiziert haben.“

Spiegel Online entfernte einen Artikel zum Thema einen Tag später, entschuldigte sich für die missverständliche Darstellung und ersetzte den Text durch eine korrigierte Version. Ob der Artikel freiwillig berichtigt wurde oder ob hier die Reichsklimakammer am Werk war, lesen wir vielleicht in einer der nächsten Kolumnen von Henryk Broder.

Hanno Böck ist freier Journalist und schreibt regelmäßig über den Klimawandel

Kommentare (28)

spoekenkieker 31.05.2013 | 12:43

Nach Aussagen der Klimaexperten, die dem Umweltbundesamt genehm sind, müsste Deutschland bereits der Versteppung anheim gefallen sein.

Man schaue sich dazu mal die Wetterberichte zu diesem Frühjahr an. . Global Warming findet woanders statt, bloss wo - in welcher Galaxie?

Auch Herr Latif hat längst einen Rückzieher gemacht - Lernfähigkeit gehört zum richtigen Wissenschaftler.

Das Wetter gehorcht einfach nicht dem Klima in den Modellrechnungen, also werden die Skeptiker diffamiert - die sind schuld.

Roflcopter 31.05.2013 | 13:18

Wen interessiert das, ob 2100 das Meer 3 m höher ist und Südeuropa zur Sahara gehört? Wem will man mit diesem Szenario bange machen?

Mich ängstigt das in etwa genauso wie der Umstand, dass unsere Sonne irgendwann zur Supernova wird und von der Erde dann nur noch eine geröstete Steinkugel übrig bleibt, also gar nicht.

Nun werden bestimmt welche meinen "Aber unsere Kinder, denkt doch an die Kinder, das können wir denen nicht antun". Na und?
Alle Generationen haben den nachfolgenden Generationen irgendwelche üblen Sauereien hinterlassen. Ich zum Beispiel muss immer noch unter Nachwirkungen der Hitlerzeit leiden, das war denen damals völlig egal was das für langfristige Auswirkungen hat.

Ausserdem: Selbst wenn 2100 das Meer 3 m höher ist, ist es ja nicht so dass das Wasser schlagartig plötzlich 3 m höher ist und alle, die grade drinstehen, elend ertrinken.
Das läuft dann halt so ab, dass etliche Häuser in Wassernähe abgerissen oder aufgegeben werden - und woanders wieder aufgebaut werden.

Und die Sahara, die kommt auch nicht von heut auf morgen in Form eines tödlichen Sandsturms der alle Südeuropäer erstickt. Da gibt's dann halt Völkerwanderungen - das vom Eis befreite Grönland bietet locker Platz für 200 Millionen Menschen.

Wo also ist da die Katastrophe, wo der Buhmann namens Klimakatastrophe, vor dem wir ganz viel Angst haben müssen? Haben wir nicht ganz andere, dringendere Probleme? Z.B. einen freidrehenden faschistoiden Kapitalismus, der uns wesentlich früher als 2100 mit ziemlicher Sicherheit schwerste Kriege präsentieren wird. Da wird's mehr Tote geben als bei fünf Klimakatrophen auf einmal. Was wird dagegen unternommen.

Man stelle sich dazu ein brennendes Haus vor, dessen Eigentümer genötigt wird als nächstes unbedingt eine Brandschutzversicherung abzuschliessen ... anstatt das Feuer zu löschen.

Es wird womöglich heftige Klimaveränderungen geben bis 2100, eine Katastrophe ist aber weit und breit nicht in Sicht!

Wem also nutzt das Geschrei? Wer heult da rum dass ihm bzw. seiner Sippschaft was verloren gehen könnte?

Den Landbesitzern natürlich. Den Bonzen. Den Wohlhabenden, Denen die mich und meinesgleichen gnadenlos ausbeuten. Und deren Geheule und Panikmache, dass aber in 2100 ... und das wird ganz schlimm ... und da müssen wir aber jetzt was machen ...

Denen kann ich nur sagen: Es juckt mich nicht! Ich find das toll! Dass Eure Grundstücke absaufen oder versanden. Die Völkerwanderungen die Sicherheit Eurer ergaunerten, von uns gestohlenen Vermögen gefährden.

Klimakatastrophe, das ist für mich Klassenkampf, mit der Natur auf meiner Seite. Also nur her damit, bloss schade dass ich das nicht mehr miterlebe, Euer Ferne-Zukunft-schlimmer-Buhmann-Kataströphchen.

Sizwe 31.05.2013 | 14:01

Was die langfristigen Entwicklungen des Erdklimas anlangt mögen Sie Recht behalten. Die kurzfritigen Auswirkungen der Umweltverseuchung durch Industrieanlagen, Kohle- und Atomkraftwerke oder den weltweit zunehmenden Kfz-Verkehr sind jedoch jetzt schon spürbar - Atemwegs- und andere Erkrankungen, beispielsweise, oder die Vernichtung von Flora und Fauna usw. Darunter leidet die überwiegende Mehrheit, jene Menschen also, die es sich nicht leisten können, gleichsam in der gesunden Bergwelt eines Alpenlandes (zum Beispiel) ihre Luxushütte zu bauen. Denen "da oben" dürfte es ebenso egal sein, was ihr "rauchender Schornstein" sonst noch so anrichtet, Hauptsache er bringt Profit.

Ansonsten sehe ich's auch so, wie in Ihrem Gleichnis mit dem brennenden Haus. (Mag der Löschzug den Kapitalismus gleich mit wegspülen :-))

BumbleBee 31.05.2013 | 14:33

Die Reproduktion neoliberal-kapitalistischer Verwertungsinteressen, die vordergründig durch solche oder ähnliche , scheinbar argumentative, Meinungsäußerungen attackiert werden sollen, schaffen es dann aber doch irgendwie nicht, diesen zu entkommen. Sehr eindimensionaler gedanklicher Zirkelschluss... Leider!

Am beängstigsten ist dabei für mich die radikalste Ausprägung des indidualistischen Egoismus', die im Gewand einer augenscheinlich "links gemeinten" Einstellung daherkommt: "Unsere Väter" hätten sich im Nationalsozialismus auch nicht um uns als nachfolgende Generationen geschert. Warum also sollten wir es anders machen? Lasst uns mithin egoistisch sein!? -> Nein, vielen Dank, da bin ich raus! :)

Nach überblickshafter Beschäftigung mit dem Thema Klimaveränderung bzw. Klimawandel (also wissenschaftliche Basis, Befürworter und Gegner von Theorien und Modellen dazu) bildete ich mir meine eigene Meinung dazu: Lasst uns gemeinsam anpacken und ehrlich und ernsthaft darauf hin arbeiten, dass wir als menschliche Gesellschaft eine Zukunft haben! Überall auf der Erde. Ökonomie und Soziales gehen dabei Hand in Hand denke ich, sollten also in gegenseitiger Verknüpfung und im Idealfall strategisch gedacht werden.

Peter Christian Nowak 31.05.2013 | 17:19

Man kann darüber verschiedener Meinung sein, durch was ein Klima sich ändert.

Ich habe meine Zweifel, ob allein der ansteigende Co2-Gehalt ursächlich dafür ist.

Die zunehmende Versauerung der Ozeane, die einen zerstörenden Einfluss auf das Kalkgerüst von Korallen haben, spräche allerdings dafür.

Andererseits müssen auch kritische (von Klimaforschern) Einwände zur Diskussion stehen dürfen.

Ich selbst habe mir mal die real time Videobilder von Meteosat vor etwa 10 Tagen angesehen. Erstaunlich: da war ein Wolkenfeld durchgängig von Nord-Kanada über den Nordantlantik, an der Südspitze Grönlands vorbei, Mittelatlantik (Golfstrom) in die Biscaya hinein, Westfrankreich, weiter bis tief nach Osteuropa hinein. So ein geschlossenes Wolkenbild habe ich noch nie gesehen.

Man könnte denken, dass diese massiv homogene Wolkendecke tatsächlich mit der Erwärmung von Ozean und der Schmelze am Norpolarkreis zu tun hat.

Wenn dann noch einige "Zutaten" dazukommen, wie abweichender Jetstream, der nach Süden abdriftet und einige Faktoren der Wettermaschine mehr, dann kann ich mir die Kühlphase der letzten Monate schon erklären.

Klima und Wetter sind eben nicht das gleiche. Die Unsicherheiten, die Wetter bestimmend sind, will man durch eine Vielzahl von Rechenmodellen an super schnellen Rechnern durchschaubar machen. Bis jetzt gelingt das nur für wenige Tage im Voraus.

Wie viel schwieriger ist es dann, die Entwicklung des Klimas für eine längerfristige Zukunft vorherzusagen?

Allein die Co2-Entwicklung, glaube ich, kann eigentlich alleinige Ursache nicht sein. Vielleicht spielt da eine ganze Palette von Faktoren noch eine zusätzliche Rolle, wie die Sonnenaktivität z.B.

Dass sich aber Wetterextreme häufen, deutet zunächst mal auf eine grundsätzliche Veränderung hin, gleichwohl die Ursachen vielfältiger Art sein können.

Herrn Broder sollte man nicht allzu ernst nehmen. Zyniker und Sarkastiker haben in der Wissenschaft noch nie eine Rolle gespielt.

Und in der Gesellschaft sollten sie dies erst recht nicht! So jemandem gibt man dann erst recht eine Plattform seinen Sermon abzulassen. Das kann kein vernünftiger Mensch wollen!

Columbus 31.05.2013 | 19:19

Sehr gute beobachtet, Hanno Böck und absolut berechtigt aufgespießt.

Einzig die Freistellung der Wissenschaftler, die man manches Mal nicht ernst nehmen kann, die sich selbst manches Mal nicht ernst nehmen, ist etwas zu einförmig geraten.

Gerade der Nature-Geoscience Artikel des Teams um Otto aus Oxford endet in seinem Fazit nämlich in einer besonders freischwebenden, sprachlichen Form der Formulierung einer Möglichkeit.

Für einen Wissenschaftsjournalisten könnte auch anregend sein, sich einmal mit den vielen pseudowissenschaftlichen Thesen zur Kultur und Kulturschaffenden auseinander zu setzen. Da geht gerade eine Welle der Suche nach den "Völkischen" unter unseren Kulturikonen durchs Land. Wobei ich mich frage, ob die cleveren Schreiber viel über die tatsächlich verachtenswerte, völkische Ideologie wissen.

So muss Joseph Beuys, der sich nun wirklich überall während seiner altiven Zeit als Künstler als Internationalist und Integrist verstand, ebenso den Vorwurf gefallen lassen ein 100% Völkischer zu sein, wie seine geistige Bezugsquelle Rudolf Steiner nun ein ausgemachter Völkischer ist. Und Deutschlands kleinster Großverleger, Jakob Augstein bekommt ´nen ganz anderen Mühlstein um den Hals gehängt, der weltweit so wirkt, wie das dümmste Schülermobbing lokal.

Von Broder und Tichy, die wie Miersch zu den wenigen, dafür aber bekanntesten Schaumschlägern der Republik gehören, hört man nicht zum ersten Mal solche vermarktbare "Manufactroversy". - Diese Leute sind allerdings wirklich geschäftstüchtig bis unter die letzte Haarwurzel, Figaros für den Talk der Republik..

Beste Grüße und weiter

Christoph Leusch

Tollschock 01.06.2013 | 10:30

Wie immer! Es wird eine Katastrophe kreiert und im Fahrwasser dieser wird die neoliberale "Elite" wieder gewinnbringende Ziele definieren. Die Autorin Naomi Klein hat das sehr gut in ihrem Buch "Die Schockstrategie" erklärt und an Beispielen aufgezeigt wie diese Gewinnler zu Werke gehen.

Es ist gar nicht absehbar was wirklich passiert durch die Freisetzung der ganzen fossilen Brennstoffe. Ein Großteil dieser gab es zu einer Zeit als Säugetiere noch gar nicht auf dem Plan vorgesehen waren. Folglich können zu der Zeit ganz andere Bedingungen (also atmosphärische) geherrscht haben. Die müssen für uns nicht unbedingt gut sein. Es ist doch ganz egal welche Katastrophe mal wieder Anlass zur Installation der neoliberalen Bereicherungsmaschinerie genutzt wird. Ob Irakkrieg oder 092001, ob der Tsunami auf Srilanka (die Fischer wurden dort für Hotelbau verdrängt) ob New Orleans ( das öffentl. Schulsystem wurde demontiert! und privatisiert), alle diese Katastrophen wurden genutzt um angloamerikanische Firmen zu bevorteilen. Die Klimakatastrophe wird gehegt und gepflegt um zu gewährleisten das sie auch eintrifft. Denn auch daraus werden wieder Gewinnler ihre Vorteile ziehen. Das hauen und stechen um die Wasserversorgung hat schon längst begonnen. Es werden sehr große Summen investiert um ja in einer guten Position zu sein, wenn der Markt endlich aufgeteilt und privatisiert ist. Bei der Energie spitzt sich das alles schon ein wenig zu. Die Politik ist diesen neoliberalen bzw. neokonservativen hilflos ausgeliefert weil nicht nur deren Fleisch schwach ist. Ohne moralische Stärke und geraden Rücken werden alle Positionen und Errungenschaften des Allgemeinwohls der jeweilig am meisten fütternden Hand geopfert. Diese Journalisten stellen sehr viele Forschungen die nicht immer in Abhängigkeit erstellt wurden in Mißkredit. Nur weil evtl. einige Prognosen nicht ganz zutreffen bzw. noch nicht zutreffen. Dieses gefähliche halbwissen erzeugt Sicherheit die es nicht gibt. Hier wird Unbekümmertheit suggeriert wo sie unangebracht ist und Schrecken verbreitet wo es gerade passt. Denn die gleichen Journalisten sind es auch die mit Effekthascherei Dinge in Szene setzen um zum einen die Seiten zu füllen und zum anderen die Auflagenzahlen zu erhöhen. Dieser Journalismus ist wie auch immer geartet äußerst subjektiv und nicht immer vernunftbedingt schon aus dem wirtschaftlichen Druck heraus. Eine Verharmlosung der extremer werdenden Klimabedingungen leistet der Doktrin des Katastrophenkapitalismus Vorschub. Wir brauchen nicht hysterisch werden aber wir sollten schon schauen das wir auf diesem Planeten zu Hause sind und nur dieser unsere Lebensgrundlage ist. Schade nur das selbst die Grünen das aus Parteiproporz und anseren irrationalenm Gründen heraus häufig mißachten. Selbst diese Regierung kann sich nicht davon freisprechen. Auch der ehemalige Kanzler Schröder provitierte von einer kleinen Katastrophe. Daraufhin installierte er die ganzen tollen neuen errungenschaften der heutigen Gesellschaft. Die darauf folgende große Koalition versorgte die stolpernden Banken und die schwarz-gelbe Koalition erfand die Energierevolution inkl. der Wende (auch wieder aufgrund einer Katastrophe) mit allem PiPaPo und daran stossen sich zigtausende Unternehmen gesund und vor allem die Energiekonzerne. Alle sollten sich mal fragen warum es immer wieder die gleichen sind die da gewinnen und warum wir nicht in der Lage sind ganz rational damit umzugehen. Es kommt einer Gehirnwäsche gleich was da täglich den Menschen verkündet wird. Nur Gutes wird dort verlautbart. Das Gute kommt aber nicht an, nein es verdunstet bevor es auch nur in Reichweite gerät. Ganz geschickt werden Konzerninteressen bedient und mit dem Geld der Bürger bezahlt. Altersheime sind ein sehr gutes Beispiel für die Privatisierung. Mittlerweile kann sich ein Normalverdiener schon ausrechnen das er das später nicht allein bezahlen kann. Das liegt nicht daran das er nicht fleissig war. Nein es liegt einzig und allein daran das diese Unternehmen in einem Umfang Geld daran verdienen der nicht mit der Bezahlung des Personals zu rechtfertigen ist. Wir haben in den letzten 30 Jahren unsere Errungenschaften geopfert und der Preis dafür ist der das wir ausgenommen werden wie die Weihnachtsgänse. Die Politik hat den Ausverkauf eingeleutet und uns der neoliberalen Diktatur des Marktes geopfert wohl wissend das sie selbst davon verschont bleibt solang sie unter sich bleibt.

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Ehemaliger Nutzer 01.06.2013 | 13:49

Nach einem kurzen Blick in die Broschüre des Umweltbundesamtes, frage ich mich, für wen genau diese Broschüre gedacht ist. Anstelle einfacher und klarer Aussagen, muss man sich durch einen Wust an umständlichen Aussagen und wissenschaftlicher Begriffsbestimmungen hindurchwühlen. An öffentlichen Telefonzellen war vor Jahrzehnten ein Aufkleber angebracht: Fasse dich kurz! Das ist ein gutes Motto für Schreiber von Artikeln und Broschüren. Denn der Leser muss nicht die Arbeit machen, die sich die Autoren auf Kosten der Leser gespart haben. Schwerwiegender aber ist, dass die Autoren der Broschüre nicht einfach schreiben, dass es aus ihrer Sicht einen Klimawandel gibt, und dann die Gründe dafür anführen. Sie behaupten den Klimawandel als unverrückbare Tatsache. Das ruft immer den Widerspruch von Streithähnen hervor.

Ernstchen 01.06.2013 | 15:23

Den Landbesitzern natürlich. Den Bonzen. Den Wohlhabenden, Denen die mich und meinesgleichen gnadenlos ausbeuten.

Versetzen Sie sich mal kurz in die Lage der Natur, der Tier- und Pflanzenwelt. (Ja, gähnen Sie ruhig kurz, die braucht ja kein Mensch, gell?) Aus deren Sicht sind die Menschen genau das: Diejenigen, die Natur, Tier- und Pflanzenwelt gnadenlos ausbeuten. Die einen Scheißdreck geben auf die Bedürfnisse der anderen. Es geht nicht um die Bewohner von Holland. Oder sonstigen Küsten. Oder "Sahara-Italien". Das sind alles Menschen, klar können die notfalls woanders hin. Es geht um das gesamte Ökosystem! Warum sind so viele Menschen so verdammt arrogant?! Das macht mich traurig und wütend. Immer wieder.

Roflcopter 01.06.2013 | 17:18

@Ernstchen

Ach hören Sie doch auf mit Ihrem scheinheiligen Getue wegen des Ökosystems. Pflanzen- und Tierarten sind ständig am Aussterben und Neuentstehen, unabhängig davon ob es Menschen gibt oder nicht.
Da Pflanzen CO2 atmen würde der Fauna (und damit indirekt der Flora) die sog. Klimakatastrophe weitaus mehr nützen als schaden. Und wenn wegen der sog. Klimakatastrophe der Kapitalismus mal so richtig Schaden nehmen würde (wie auch immer) dann könnte sich die Natur mal eine zeitlang von uns erholen.

Sie benutzen die Tier-und Pflanzenwelt nur als bequeme Ausrede um von Ihrer persönlichen Verantwortung abzulenken. Wenn ich Sie mir mal als typischen Freitag-Leser vorstelle, dann fahren Sie ein Auto, fliegen mindestens einmal im Jahr in Urlaub, essen Fleisch, haben recht neue Kleider, ein iDings, neue Unterhaltungsgeräte mit eingebauter Obsoleszens, konsumieren gerne und finden den Kapitalismus eigentlich ganz ok (all das trifft übrigens auf mich nicht zu wenn ich hier mal einen ökologischen Schwanzvergleich anbringen darf).

Sie finden es ganz toll sich als Klimyhysteriker zu echauffieren, sind aber selbst nicht wirklich bereit signifikante Änderungen an Ihrem Lebensstandard hinzunehmen, belassen es bei symbolischen Aktionen.
Sollen doch andere was gegen die sog. Klimakatastrophe unternehmen, aber bloss nichts an Ihrem Leben ändern. Würden Sie sich wirklich ernst nehmen, dann müssten Sie ein knallharter Anti-Kapitalist sein. Sind Sie aber nicht, genausowenig wie Ihre opportunistischen Freunde von den Grünen.

Ernstchen 01.06.2013 | 18:37

Ach hören Sie doch auf mit Ihrem scheinheiligen Getue wegen des Ökosystems. Pflanzen- und Tierarten sind ständig am Aussterben und Neuentstehen, unabhängig davon ob es Menschen gibt oder nicht.

Menschen sind auch ständig am Sterben und Neugeboren werden. Macht es Ihnen was aus wenn man Ihre Heimatstadt dem Erdboden gleichmacht? Ist doch egal, es wird gestorben und geboren, egal ob durch Mord und Totschlag oder nicht. Tut mir leid dass ich so polemisch werde. Natürlich sterben Arten auch aus ohne den Einfluss des Menschen, das ist doch völlig klar. Aber das sind schleichende Prozesse der Evolution. Oder mal höhere Gewalt (Meteorit, Vulkanausbruch etc.). Aber was der Mensch macht, sowohl per Jagd, Abholzung, Luft- und Wasserverschmutzung, Gentechnik und Atomkraft, das sind plötzliche Veränderungen im Ökokreislauf. (Sorry dass ich schon wieder öko sage, ich habe schon verstanden dass der Mensch Ihnen viel wichtiger ist als "der Rest Natur".) Das hat mit den üblichen Veränderungen der Erdgeschichte nichts gemein, das ist faktisch systematische Fremdeinwirkung und wir können nicht davon ausgehen dass die Erde das alles wegsteckt. Wir können es hoffen. Aber wir können auch etwas dafür tun, etwas besser miteinander umzugehen. Die Menschen miteinander und die Menschen mit der Natur. Es spricht nichts dagegen außer hedonistischer Egoismen und kapitalistischer Wachstums- und Ausbeutungsprozessen.

Wenn ich Sie mir mal als typischen Freitag-Leser vorstelle, dann fahren Sie ein Auto, fliegen mindestens einmal im Jahr in Urlaub, essen Fleisch, haben recht neue Kleider, ein iDings, neue Unterhaltungsgeräte mit eingebauter Obsoleszens, konsumieren gerne und finden den Kapitalismus eigentlich ganz ok.

Wow, ein "ökologischer Schwanzvergleich", ich bin entzückt. Es geht Sie an sich überhaupt nichts an wie ich mein Leben führe, denn auch Menschen die fehlerhaft sind können für ein besseres Verhalten eintreten. Und ich bin sicherlich fehlerhaft, Ihrem aufbrausenden Gestus und Ihrer "soll doch alles draufgehen"-Philosophie nach vermute ich sind Sie das auch. Dass ich weder ein Auto habe, noch ein iDings, noch viele Klamotten besitze und das letzte mal im Sommer 1997 mit dem Flugzeug geflogen bin, tut nicht so viel zur Sache wie Sie denken.

Mein Ansatz der Kritik zu Ihrem obenstehenden Kommentar war dass Sie etwas als das absolute Böse anprangern (den Kapitalismus, vertreten von den Bonzen), weil es sich nicht um die Belange anderer schert, weil es keine Solidarität zeigt. Ich bin da einigermaßen bei Ihnen. Aber wenn Sie im gleichen Atemzug sich nicht um den Planeten oder die Zukunft Ihrer eigenen Kinder scheren, was macht Sie dann zum Gralshüter dessen was wichtig ist?

Nun werden bestimmt welche meinen "Aber unsere Kinder, denkt doch an die Kinder, das können wir denen nicht antun". Na und?
Alle Generationen haben den nachfolgenden Generationen irgendwelche üblen Sauereien hinterlassen. Ich zum Beispiel muss immer noch unter Nachwirkungen der Hitlerzeit leiden, das war denen damals völlig egal was das für langfristige Auswirkungen hat.

Und Sie wollen es daher machen wie Ihre Vorgängergeneration? Mit genau welcher Begründung? "Die haben uns auch nen Sauhaufen hinterlassen, also mach ich auch einen für meine nachfolgenden Generationen"? Finden Sie das wirklich okay? Meinen Sie das wirklich so?

Columbus 02.06.2013 | 02:03

Das behaupten aber, außer den Polemikern, nicht einmal mehr die sehr skeptischen Oxforder, deren eigenständige Kalküle den möglicherweise vorhandenen zeitlichen Spielraum bis zur berühmten +2° -Marke gerade einmal um 10-15 Jahre verschoben ansetzen.

Wasserdampf und Wolkenbildung, ebenso wie der wohl größere CO-2 -Sink in den Ozeanen, mit der Folge der Versauerung, sind in den IPCC-Modellen längst eingerechnet und Svensmark sehr einsam in seiner Argumentation. Gleiches gilt für die in Rhythmen sich ändernden Strahlungseinflüsse der Sonne, die nicht unerheblich sind, aber nur einen geringen Prozentsatz der Variabilität des Klimas in den letzten 100 Jahren erklären können. Es geht bei der Temperatur und bei der Co-2 Produktion derzeit stetig aufwärts. Bei der Temperatur geringfügig langsamer als im letzten Jahrzehnt.

Beste Grüße

Christoph Leusch

gelse 02.06.2013 | 11:16

>>Anstelle einfacher und klarer Aussagen, muss man sich durch einen Wust an umständlichen Aussagen und wissenschaftlicher Begriffsbestimmungen hindurchwühlen.
[---]
Schwerwiegender aber ist, dass die Autoren der Broschüre nicht einfach schreiben, dass es aus ihrer Sicht einen Klimawandel gibt, und dann die Gründe dafür anführen.<<
Die Gründe sind Expertensache.
Als Normaluntertan musst Du nur wissen, dass Du einen Elektro-PKW kaufen sollst. Dass den Kredit die Bank regelt. Und dass Benutzer öffentlicher Verkehrsmittel den Elektro-PKW mitsubventionieren müssen.

Das Begreifen der Natur unseres Lebensumfeldes hängt übrigens eher von der Art des Denkens ab als von der Menge des Detailwissens. Das zeigen ja auch die Diskussionen in der FC.

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Ehemaliger Nutzer 02.06.2013 | 20:24

“Ederer, Miersch und andere sogenannte „Klimaskeptiker“ behaupten wahlweise, dass der Mensch keinen Einfluss auf das Weltklima habe, dass es überhaupt keine Klimaerwärmung gäbe oder zumindest, dass der Einfluss des Menschen auf das Klima vernachlässigbar sei. Vertreten werden diese Thesen vorwiegend von fachfremden Wissenschaftlern, von Laien mit Privattheorien und nicht selten von Journalisten. Dabei scheuen die „Klimaskeptiker“ nicht, einander widersprechende Theorien zu vertreten, denn übrig bleiben soll am Ende nur eins: der Zweifel, die Idee, dass alles irgendwie unklar ist.

Eine wissenschaftliche Debatte findet praktisch nicht statt. ”

Man kann die Dunkelheit und das, was Nicht ist, suchen, oder man kann das Licht suchen und das, was IST. Das Letztere riet schon Parmenides und Wittgenstein riet „Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.“.

Das Problem des lauten und schreibenden Pöbels ist, dass er den Unterschied nicht kennt zwischen Meinungsfreiheit und philosophischem Argument. Die Meinung ist immer persönliches Eigentum, das philosophische Argument ist der Wahrheit verpflichtet.

Da es nur eine Ordnung der Natur geben kann, weil sich zwei Ordnungen der Natur notwendig widersprechen würden, kann es in der Wissenschaft nur darum gehen, das, was wahr ist, zu suchen.

Eine wissenschaftliche Debatte findet nicht statt, weil sich die science community korrumpierbar gemacht hat; Wissenschaft ist aber eine höchst intime Angelegenheit, sie ist nicht veräußerbar.

Es gibt praktisch keine Wissenschaft mehr, weil es praktisch keine Menschen mehr gibt, die sie und ihre Methode betreiben. Wissenschaft verlangt die Erkenntnisse der Philosophie, Theologie, Astronomie, Astrologie, Metaphysik, Geometrie, Strukturen, Physik.

Warum ist etwas als wahr zu erkennen? Weil Broder das sagt?

So wie es heute praktisch keine kommunizierende Wissenschaft mehr gibt, gibt es auch keine alternativen Ideen aus der Wissenschaft, weil das Peer-Kartell das nicht will. Basta.

Nicht nur die Heere der konditionierten Denker des Bekannten weisen das Ihnen nicht Bekannte zurück wie zu Zeiten von Galilei, auch die bekannten Autoritäten nach Sir Newton lassen Ungläubige nicht in ihre Elfenbeintürme, oft gepowert durch die Attacke gegen die Person.

Wahrheit ist einfach.

s. https://www.freitag.de/autoren/volker-doormann/gezeiten-auf-der-sonne-steuern-das-erdklima

Es wird wieder tief in der Versenkung unter dem Broder Endlager verschwinden, wie es die Evolution zeigt. Der Feind ist immer der Andere. Dass Du der Feind bist schließt die Evolution aus.


V.

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Ehemaliger Nutzer 06.06.2013 | 10:38

Frage von einem Laien: Kann mir bitte jemand erklären, wie der Anteil von 0,039% CO2 an der Gesamtatmosphäre von Menschen derart manipuliert werden kann, dass ein menschverursachter Klimawandel eingeleitet wird?

Meiner Ansicht nach ist es schwer nachvollziehbar, dass Wissenschaftler nicht auch die Meinungen von Nichtwissenschaftlern berücksichtigen, und sei es nur zur Inspiration.

In anderen wissenschaftlichen Bereichen, z.B. Physik, erlebe ich das zudem auch ganz anders. Aber anders als beim Klima, geht es da auch nicht so sehr ums Big Business. Den so oder so: Am Klimawandel verdienen sich viele dumm und dusselig. Die EE stehen ganz am Ende der Liste ...

P.S.: Herr Broder hat eine befremdliche Auffasung von Journalismus.