Kommentare von Hans Springstein

Hans Springstein 21.12.2016 | 17:55

Nachtrag:

"US State Departement

Mark C. Toner
Deputy Spokesperson

Daily Press Briefing
Washington, DC
October 5, 2016

...

QUESTION: Did you see this report by experts that were working with the ISSG about the strike on the aid convoy? Their claim – the report is claiming that it was a well-prepared stage, refuting reports that it was an airstrike.

MR TONER: Yeah, Michael, I did see those reports, and we’ve been very clear laying out what we know occurred in that strike against a humanitarian convoy, and that any bogus reports to the contrary don’t refute that.

QUESTION: Have you received this report, analyzed it?

MR TONER: We’ve actually seen no signs of any kind of report like this. I have no idea where that came from. Again, what we have said has been based on our best intelligence estimates of what – assessments, rather, of what happened. And I just would strike down any kind of bogus reports to the contrary.

QUESTION: On – just one more on this, on Aleppo. Have you seen reports or are you aware of certain groups from either side preventing civilians from leaving the city or – the eastern part of the city?

MR TONER: By any groups – I have not.

QUESTION: Well, I mean either by the moderate rebels that you support, by Nusrah, by the government, by --

MR TONER: That are actually preventing Syrian – citizens, rather – civilians, rather, from leaving?

QUESTION: (Off-mike.)

MR TONER: I’ve not, no. ..."

Hans Springstein 21.12.2016 | 17:23

Genau deshalb ist die AfD samt ähnlicher Gruppierungen so wichtig und nützlich für die Herrschenden: Dass die in ihrem Auftrag handelnde Kanzlerdarstellerin den wählenden Menschen gar tatsächlich als TINA (There is no alternative) erscheint. Denn wer will schon angesichts der vermeintlichen (rechts)populistischen Bedrohung sich über tatsächliche Alternativen streiten anstatt die Demokratie zu verteidigen? Notfalls darf die Kohl-Nachfolgerin auch mit Frau Petry zusammen regieren. Und wenn sie es nicht tut, tut es ein anderer aus ihrer Partei.

Hans Springstein 21.12.2016 | 13:09

Das ist auf jeden Fall bedenkenswert, was Du schreibst. Und es erinnert mich daran, dass ich im Herbst dieses Jahres von Befürchtungen hörte, dass es hierzulande zu einem Anschlag kommen könnte, der gewissermaßen organisiert wurde, weil er mit seinen Folgen bestimmten Kreisen nutzen würde. Diese Befürchtung wurde in Folge zahlreicher Politiker"warnungen" vor einer Terrorgefahr hierzulande geäußert. Daran musste ich auch gestern wieder denken.

Die „terroristische Gefahr“ ist ein ideales Instrument um die Bevölkerung, aber auch Politiker und Regierungen zu manipulieren, stellte mal ein kluger Mensch fest. Die einstige „sowjetische Bedrohung“ habe sich zumindest geographisch festlegen lassen, sie kam von einer Himmelsrichtung her – vom Osten. Der Terrorismus, insbesondere der nun "islamistische", aber drohe überall, auf der Straße, im Supermarkt, im Kino, in der Diskothek. Der Mensch, der das sagte, war George Pumphrey, der das 2011 bei einem Vortrag in Heidelberg tat. Seine Worte zum Thema Terrorismus sind hier nachlesbar. Er zitierte darin auch Andeutungen des damaligen Oberbefehlshabers der NATO Alexander Haig in seinem Abschiedsbrief 1979 an den NATO-Generalssekretär Joseph Luns: “Wenn unsere Argumente, Überzeugungsarbeit und unser Einfluss auf die Medien keinen Erfolg haben, dann bleibt uns nichts Anderes übrig als die Zögernden in Europa aufzurütteln, in dem wir Land für Land eine Situation schaffen, die ihnen deutlich macht, wo ihre eigenen Interessen liegen. Dazu benötigen wir jene angemessenen und wirkungsvollen Aktionen sensitiver Natur, über die wir schon oft diskutiert haben (…).
Pumphrey verwies auf drei Arten des Terrorismus: "... 1. Terrorismus der Revolte – Dieser Terrorismus wird verübt von Gruppen mit unterschiedlicher Weltanschauung und politischen Zielen. Sie wollen die Herrschenden oder Teile der Bevölkerung einschüchtern und zu Zugeständnissen zwingen. Die Aktionen sind isoliert und meist eher symbolisch als politisch effektiv. Wichtig ist: Dieser Terrorismus wird verübt ohne Einfluss eines gegnerischen Staates. Wenn man den Begriff „Terrorismus“ hört, denkt man meist an diese Art des Terrorismus.
2. Von False Flag Terrorismus („Terrorismus unter falscher Flagge“) spricht man, wenn Geheimdienstagenten Gruppen infiltrieren und schließlich lenken, oder wenn Leute, die in ihrer Revolte zu Terrorismus neigen, von Agent provocateurs rekrutiert und verleitet werden, sich geheimdienstlich gelenkten terroristischen Gruppen anzuschließen. Die Bezeichnung „unter falscher Flagge“ geht darauf zurück, dass diejenigen, die von Geheimdiensten manipuliert sind, glauben, im Sinn ihrer eigenen Ziele zu handeln, während sie tatsächlich die Interessen des Gegners bedienen.
3. Die dritte Kategorie würde ich als Friendly Fire Terrorismus bezeichnen. Ein oder mehrere Geheimdienste organisieren ein Attentat gegen die eigene Seite und bezichtigen andere dafür – eine Gruppe, Organisation oder einen anderen Staat. Sie schaffen sich also eine „terroristische Gefahr“ und einen Kriegsgrund. ...
Um zu verstehen, um welche Kategorie es gehen könnte, sollten wir nicht automatisch die offizielle Verschwörungstheorie übernehmen, sondern uns auf jeden Fall fragen: Cui bono? ..."
Pumphrey zählt zum False Flag Terrorismus auch die sogenannten „Sting Operationen“.
Sein Vortrag hatte die Überschrift: "Nachdenken tabu?"

Wir sollten uns zumindest auch nach dem schrecklichen Ereignis vor zwei Tagen in Berlin das Nachdenken nicht selbst verbieten, auch wenn wir nur beobachten und abwarten können, was die "Sicherheitsbehörden" herausfinden.

Ja, und wer will das jetzt noch kritisieren: "Bundeswehr und Polizei üben gemeinsam für den Ernstfall"? Das wurde mit den mutmaßlichen und angeblichen Anschlägen der letzten Zeit begründet. Das gehört dazu: "Probe für den Ernstfall: Armee und Polizei üben für Terrorszenario im November"

Hans Springstein 20.12.2016 | 16:38

Interessant bleibt ja, dass der Angriff auf den Hilfskonvoi dem US-Angriff auf eine Stellung der syrischen Armee folgte, über den dann infolge des Angriffes auf den Konvoi kaum noch geredet wurde. Ergebnis war insgesamt, dass ein verabredetes gemeinsames Vorgehen Russlands und der USA in Folge dieser Ereignisse zunichte gemacht wurde, was selbst vom US-Aussenministerium eingestanden wurde. Welches Interesse sollte Russland daran gehabt haben, dass etwas nicht zustande kommt, was es selbst mit vorbereitete?

Aber wer fragt noch danach, wo doch klar ist: Der Russe ist schuld, sowieso an allem!

Manche fragen anscheinend doch danach, selbst auf einer Soros-unterstützten Website wie Opendemocrazy, auf der David Morrison am 17.10.16 schrieb: "... If you are trying to identify who is responsible for an act of this kind, it is common sense to ask whose interests are served by it. Russian interests were certainly not served by this act: as we will see, they have spent almost a year trying to persuade the US to (in John Kerry’s words) “work together to defeat Da’esh and Nusrah”. It is inconceivable that they would have deliberately committed this act which predictably scuppered the detailed proposals they had patiently negotiated with the US for this purpose. And the possibility that they did it by accident is vanishingly small.

It is also inconceivable that the Syrian government committed this act deliberately: it would be extremely unwise of them to wreck proposals dear to the heart of their most important ally, without whose military intervention they might have collapsed last autumn. Also, there was a possibility that, if the proposals were implemented and the US joined the fight against al-Nusra, the group’s military capacity would be severely damaged and the government’s military position would therefore be strengthened.

By removing the possibility of US military action against al-Nusra, the attack on the UN convoy served the interests of the armed opposition and it is therefore most likely that the perpetrators came from that quarter. ..."

Finde ich zumindest bemerkenswert.

Hans Springstein 20.12.2016 | 16:01

Durchaus möglich, dass der erwähnte Untersuchungsbericht nicht öffentlich gemacht wurde, weil nicht alle Teilnehmer der Gruppe damit einverstanden waren, wie in der zitierten Sputnik-Nachricht erwähnt wurde: "Eine diplomatische Quelle aus dem Umfeld der Internationalen Gruppe zur Unterstützung Syriens verriet, dass der Bericht in einer Sitzung von Zielgruppen präsentiert und US-Vertretern zur Verfügung gestellt worden sei, „die sich diese Schlussfolgerungen nicht gefallen ließen“. ..." Das ist an sich nichts Ungewöhnliches, wenn auch für all jene, die solche Meldungen gern nachprüfen möchten, bedauerlich. Dazu kommt, dass sich Russland immer wieder an diplomatische Absprachen, selbst wenn es ihm nutzen würde, diese zu missachten, so wie es andere tun.

Aber natürlich kann nicht sein, was nicht sein darf. Ich verstehe Sie schon.

Sicher ist, dass ich es auch nicht weiß oder belegen kann, wie das eben immer wieder so ist bei solchen Nachrichten. Gegen Gegenbeweise habe ich noch nie was einzuwenden gehabt.

Hans Springstein 20.12.2016 | 14:29

Inzwischen bin ich dem Autor des Beitrages dankbar, dass er sich nicht an die ihm von anderen verordnete Zurückhaltung hielt. So können jene selbsternannten Tugend- und Sonstwaswächter mal wieder zeigen wie diese ticken. Und andere können das nachlesen. Sicher wird manche und mancher wie ich angesichts dessen den Kopf schütteln. Wundern tue ich mich schon lang nicht mehr.

Ansonsten werde ich gespannt die Aufklärung des schrecklichen Ereignisses verfolgen.

Hans Springstein 20.12.2016 | 14:23

Götz Eisenberg zu "Das Automobil als Waffe

Manchmal wundere ich mich, wie vergesslich auch sogenannte Experten sind, die jetzt in Talkshows sitzend so tun, als sei die Amokfahrt von Nizza etwas Neues und eine teuflische Erfindung des IS. Wie ein Blick auf die bei weitem nicht vollständige Liste der Amok-Fahrten zeigt, ist das Automobil schon länger ein Instrument homizidaler und suizidaler Tendenzen. Es sterben in Deutschland jeden Monat im Straßenverkehr mehr Menschen als in einer veritablen mittelalterlichen Schlacht.

2009 ist beim Koninginnedaag in Apeldoorn ein junger Mann mit seinem PKW in die Menschenmenge gerast und hat dabei sechs Menschen getötet und ein Dutzend verletzt. Da sprach noch niemand vom Islam, sondern man sortierte das in die Rubrik Amok ein. Karst T., förderten die Ermittlungen nach der Tat zu Tage, sei verzweifelt gewesen, weil er kurz zuvor seine Arbeit und seine Wohnung verloren habe.
Am 1. August 2013 ist in Regensburg ein 46-jähriger Mann mit seinem Auto durch die Stadt gerast. Er durchbrach eine Baustellenabsperrung, fuhr in Höchstgeschwindigkeit durch eine Fußgängerzone, wobei er Passanten erfasste und verletzte, und krachte schließlich in die gläserne Eingangstür eines Waschsalons. Dabei erfasste der Wagen ein fünfjähriges Mädchen und ihre dreijährige Schwester. Das fünfjährige Mädchen starb, ihre jüngere Schwester wurde schwer verletzt. Die Motive des Mannes, der verletzt überlebte, sind unklar. Er soll in einer Klinik wegen psychischer Probleme behandelt worden sein.
Während der Fußballweltmeisterschaft 2006 durchbrach ein Mann mit seinem PKW die Absperrung um die Fanmeile am Brandenburger Tor, fuhr in die Menschenmenge und verletzte circa 20 Menschen. Ein Gericht erklärte ihn später für geisteskrank und wies ihn in die Psychiatrie ein. ..."

Hans Springstein 20.12.2016 | 14:08

"Festgenommener möglicherweise nicht der Täter", ja, nichts ist sicher, so kurz nach dem schrecklichen Ereignis. Dieses wird dadurch nicht erträglicher, zuallerst nicht für die Opfer und Hinterbliebenen.

Wenn es "nur" eine Amokfahrt oder ein Unfall war, mildert es zumindest die verschiedenen Folgen, die ein möglicher Anschlag mit sich bringen wird.

Es bleibt, was Götz Eisenberg am 11.8.16 in der jungen Welt schrieb: "Amok und Terror könnten zur Signatur des ­neoliberalen Zeitalters werden"

Hans Springstein 20.12.2016 | 12:15

Hallelujah, bleibt mir da nur zu sagen. Da schreibt einer seine Meinung zu einem schrecklichen Ereignis auf, weil es ihn bewegt, und schon kommen auf dieser Plattform lauter kluge Menschen daher und wollen im sagen bzw. schreiben, was er hätte tun sollen und was nicht. Das alles passiert auch noch auf einer Plattform, die als "Meinungsmedium" daher kommt. Was sind das alles für Blogwächter?

Natürlich ist es manchmal besser, "die Finger still zu halten". Aber das ist doch jeweils jedem und jeder selbst überlassen, das für sich zu entscheiden. Wenn jemand von einem Ereignis so bewegt ist, dass er etwas dazu schreiben muss, dann ist es doch die jeweils persönliche und evrständliche Entscheidung. Ihm bzw. ihr dann das "ruhige Schlafen" vorzuwerfen, na, was ist das denn für eine überhebliche und absurde Haltung bzw. Meinung?

Ich muss die Meinung bzw. Äußerung von Soloto ja nicht teilen, aber dass er sie aufschrieb, das ist doch seine Sache. Interessanter wäre ja mal wieder, sich zum Thema zu äußern. Da gibt es ja inzwischen anscheinend mehr Informationen.

Die Kanzlerdarstellerin Angela merkel soll sich ja inzwischen zu dem Ereignis geäußert haben. Ich habe noch nichts davon vernommen, nehme aber an, dass sie wahrscheinlich nicht gesagt hat, dass alle Bundeswehreinsätze im Ausland gestoppt worden sind und dass den USA die Nutzung bundesdeutschen Territroiums in Rammstein für den Drohnen-Krieg, der auch in Pakistan verheerende Folgen hat, untersagt worden ist. und so geht alles weiter, bis zum naächsten Anschlag samt folgender Politikerbetroffenheitsäußerungen und Terrorverurteilungen usw. usf.

Gibt es eigentlich irgendetwas Neues auf dieser Welt? Bleibt uns bzw. eher nur mir nur noch Zynismus und Sarkasmus?

Meine Trauer und mein Mitgefühl gilt den Hinterbliebenen der Toten und Verletzten von gestern abend wie sie auch schon bei all den anderen Anschlägen ebenso den Hinterbliebenen der Toten und Verletzten all der westlichen Kriege im Namen der "westlichen Werte" egal wo auf dieser Welt gilt. Entsetzt bleibt mir nur zu fragen, ob das mal aufhört ...

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