Hans Springstein
02.02.2015 | 22:47 95

Obama bestätigt US-geführten Putsch in Kiew

Ukraine US-Präsident Barack Obama hat in einem TV-Interview bestätigt, dass der Staatsstreich in Kiew ein „US-Deal“ war.

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied Hans Springstein

Der russische Präsident Wladimir Putin sei von den Ereignissen in der Ukraine Ende 2013 und Anfang 2014 überrascht worden, „nachdem wir einen Deal zur Machtübergabe ausgehandelt hatten.“ Das sagte US-Präsident Barack Obama am 1.2.15. im Gespräch mit Fareed Zakaria von CNN: „… Mr. Putin made this decision around Crimea and Ukraine - not because of some grand strategy, but essentially because he was caught off-balance by the protests in the Maidan and Yanukovych then fleeing after we had brokered a deal to transition power in Ukraine …” (deutsch bei RT deutsch)

Der US-Präsident bestätigt damit, worauf nicht nur ich hinwies in den Texten vom 26.2.14 über den „Staatsstreich als Strafe für Nein-Sager“ und vom 1.3.14 über die „5 Milliarden Dollar für den Staatsstreich“. Insbesondere US-Autoren hatten immer wieder darauf aufmerksam gemacht, dass die USA eine aktive Rolle beim Regimewechsel in Kiew spielten. Stephen Cohen hatte in der US-Zeitschrift The Nation am 11. Februar darauf hingewiesen, dass die mediale Aufregung um Victoria Nulands telefonische EU-Beleidigung nur ablenkte. Wichtiger sei gewesen, dass die US-Diplomaten planten, eine neue anti-russische Regierung in der Ukraine zu installieren und den gewählten Präsidenten „zu verdrängen oder zu neutralisieren“. Das bedeute einen Staatsstreich, warnte Cohen, bevor es dazu kam. William Blum hatte bereits im April 2014 in Folge 127 seines Anti-Empire Reports vom „rechtsgerichteten Putsch in der Ukraine, offen unterstützt von den Vereinigten Staaten“ geschrieben und in der Folge immer wieder darauf hingewiesen.

Der US-Journalist Robert Parry hat ebenfalls mehrmals darauf aufmerksam gemacht, jüngst erst wieder in einem Beitrag vom 6.1.15 im Onlinemagazin consortiumnews.com. Er verweist u.a. auch auf die Äußerungen von George Friedman vom privaten US-Nachrichtendienst Stratfor gegenüber der russischen Zeitung Kommersant vom Dezember 2014. Friedman hatte dabei vom „unverhülltesten Staatsstreich in der Geschichtegesprochen, mit dem die US-Regierung u.a. Russland angesichts dessen politischer Aktivitäten beim Krieg in Syrien in die Schranken weisen wollte. Davon war bei Stratfor bereits im Herbst 2013 zu lesen, wie Reinhard Lauterbach u.a. am 17.12.13 in der Tageszeitung junge Welt schrieb: "Der amerikanische Informationsdienst Stratfor ist dafür bekannt, gelegentlich Klartext zu sprechen. Vor einigen Tagen verbreitete das der realpolitischen Fraktion des Militärs und der Geheimdienste nahestehende Portal eine Analyse der aktuellen Entwicklungen in der Ukraine. »Die Ukraine liegt tief im Herzen Rußlands; wenn sie aus dem russischen Einflußbereich herausgenommen würde, wäre das europäische Rußland nicht mehr zu verteidigen«, hieß es darin kurz und bündig. Das amerikanische Engagement zugunsten der prowestlichen Demonstranten in Kiew brachten die Autoren ebenso lakonisch auf den Punkt: Die innenpolitische Unruhe in Kiew sei aus US-Sicht die ideale Gelegenheit, Rußland zu hindern, aus seinen weltpolitischen Erfolgen in Sachen Syrien und Iran weiteres Kapital zu schlagen, und Moskau zu zwingen, seine Kräfte in seiner näheren Umgebung zu verausgaben."

Nun wurde also das Offensichtliche, das aber auch hierzulande, u.a. zuletzt von Jochen Bittner in Die Zeit oder von Konrad Schuller in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, immer wieder bestritten wurde, ausgerechnet von US-Präsident Obama bestätigt. Es wird kein seltener oder überraschender Moment der Offenheit gewesen sein, der ihn dazu brachte. Es dürfte eher ein Ausdruck der anhaltenden Überheblichkeit der Herrschenden in den USA und der in ihrem Auftrag Regierenden gegenüber dem Rest der Welt sein, die sie weiter ungestraft glauben lässt, sie können sich alles erlauben.

Das gilt auch für die Haltung der US-Politik gegenüber der EU, die ja ihr eigenes Spiel in Kiew versuchte zu spielen, allen voran Deutschland. Zur Erinnerung: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier durfte in Kiew im Februar miterleben, „dass die Geschichte über das Abkommen teilweise hinweggegangen ist“ (FAZ, 23.2.14), das er zuvor am 21.2.14 mit seinen französischen und polnischen Kollegen sowie Präsident Wiktor Janukowitsch und dessen Gegnern vom Maidan-Platz für einen friedlichen Machtwechsel ausgehandelt hatte. Auch damit bestätigte sich Nulands Bemerkung gegenüber US-Botschaft Geoffrey R. Pyatt Fuck the EU“, mit der sie zeigte, was sie von den europäischen Einmischungsversuchen hielt. Die US-Position zeichne sich dagegen „vor allem durch Ungeduld aus“, stellte die Neue Zürcher Zeitung am 8. Februar fest: „Das State Department dringt mit aller Kraft darauf, die Restauration der Verhältnisse vor der orangen Revolution durch Präsident Wiktor Janukowitsch und dessen Mentor im Moskauer Kreml zurückzudrängen, und zweifelt daran, dass die EU in der Lage ist, zu diesem Zweck genügend Härte zu zeigen.“ Die Schweizer Zeitung ging noch weiter: Nulands Bemerkung widerlege „die in Washington gern gemachte Behauptung, die Zukunft der Ukraine liege alleine in den Händen des ukrainischen Volks“. Obama bestätigte ein weiteres Mal, was davon zu halten ist, wenn er und andere führende Vertreter des Westens von Demokratie, Rechtsstaat und Menschenrechten reden, die verteidigt werden müssten. Sie selbst halten das Allerwenigste davon.

Interessant an Obamas Äußerungen ist zum anderen, dass er damit allen Behauptungen widerspricht, dass Putin schon lange die Ukraine erobern und gar die Sowjetunion wieder errichten will und dass die Krim dazu der erste Schritt war, was die medialen Lakaien der westlichen Politiker nachplapperten und plappern. Die russische Führung reagierte nur und die westlichen Regimewechsler wussten genau, welche Reaktionen aus Moskau folgen werden.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare (95)

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Ehemaliger Nutzer 02.02.2015 | 22:56

Ja, unfassbar! Vor allem diese Selbstüberschätzung:

Es dürfte eher ein Ausdruck der anhaltenden Überheblichkeit der Herrschenden in den USA und der in ihrem Auftrag Regierenden gegenüber dem Rest der Welt sein, die sie weiter ungestraft glauben lässt, sie können sich alles erlauben.

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Ehemaliger Nutzer 02.02.2015 | 23:13

Die Falken der Neocons (im PNAC um Robert Kagan, seine Ehefrau Victoria Nuland, John McCain) & des interventionistischen Flügels der Demokraten (um den Brzézinski-Clan) haben noch nie verborgen, welche geopolitischen Planspiele zu spielen. Aber in der transatlantischen Presse in Deutschland landet davon nur das, was sich mehrheitlich der deutschen Bevölkerung verkaufen lässt.

Auch für dieses Zitat wird gelten, was mit anderen Äußerungen auch betrieben wurde: Wer den Scharfmachern im US-Establishment glaubt, dass sie meinen, was sie sagen, nur weil real beobachtbare Ereignisse so aussehen, als sei das vorab Gesagte die Blaupause für das, was geschieht, ist halt ein "Verschwörungstheoretiker".

Wir leben in Orwellschen Zeiten.

mymind 02.02.2015 | 23:44

Es dürfte eher ein Ausdruck der anhaltenden Überheblichkeit der Herrschenden in den USA und der in ihrem Auftrag Regierenden gegenüber dem Rest der Welt sein, die sie weiter ungestraft glauben lässt, sie können sich alles erlauben.

Auch, doch nicht nur. Die psychologischen Berater wurden hier involviert. Die Aussagen Obamas implizieren auch die Botschaft über eine mangelnde Voraussicht Putins & somit auch seine Unfähigkeit, auf die Geschehnisse nicht rechtzeitig gegengesteuert zu haben.

mymind 02.02.2015 | 23:45

Die ÖR-Affchen ignorieren die Aussagen Obamas konsequent, wiederholen stattdessen unverfroren die immergleichen Unwahrheiten:

>>Es sei in der Tat Zeit für die Einsicht, dass Putin nicht von seiner Aggressionspolitik ablässt, kommentiert Marcus Pindur.

Die USA und die NATO müssten der Ukraine stärker unter die Arme greifen, und dies auch mit defensiven, panzerbrechenden Waffen: Das ist die Essenz eines Berichtes zweier Forschungseinrichtungen in Washington DC. Es handelt sich dabei um die Thinktanks Brookings Institution, Mitte links, und Atlantic Council, Mitte rechts. Dass dieser politische Schulterschluss gesucht wird, deutet darauf hin, dass es den Autoren darauf ankommt, möglichst große politische Wirkung zu erzielen. Ebenso die Liste der Autoren, allesamt ausgewiesene Experten aus dem sicherheitspolitischen und militärischen Bereich….Jetzt ist es jedoch Zeit für die Einsicht, dass Putin nicht von seiner Aggressionspolitik ablässt. DieUSA und auch die NATO-Verbündeten sollten darauf reagieren. Und das heißt auch, der Ukraine begrenzte, defensive Militärhilfe zu leisten.<<

Die Kriegstreiber outen sich auch immer offener….

Kosmo 03.02.2015 | 02:12

"Zur Erinnerung: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier durfte in Kiew im Februar miterleben, „dass die Geschichte über das Abkommen teilweise hinweggegangen ist“ (FAZ, 23.2.14), das er zuvor am 21.2.14 mit seinen französischen und polnischen Kollegen sowie Präsident Wiktor Janukowitsch und dessen Gegnern vom Maidan-Platz für einen friedlichen Machtwechsel ausgehandelt hatte".

ein Machtwechsel? War das nicht

a) vorgezogene Präsidentenwahlen

b) eine Rückkehr zur Verfassung von 2004

c) die Bildung eines Übergangskabinetts mit Beteiligung der Opposition

vereinbart? Eine Beteiligung der Oposition in eines Übergangskabinet mit der Verfassung von 2004 ist kein Machwechsel, meine Meinung nach.

Also, es war auch keine von USA unterschriebene Vermittlung.

Es geht, meine Meinung nach, in der Richtung "F... EU", diesmal persönlich von US-Präsident Barack Obama gesprochen, kurz vor Beginn der 51. Münchner Sicherheitskonferenz. Und obwohl geht USA nicht gern allein in die große kriegerische Affäre, wird für die Verbündeten gezeigt, wo es lang geht.

Waffen-Söldnerlieferungen, können auch andere übernehmen unter dem Deckmantel "die erforderlichen Verhandlungen und diplomatischen Bemühungen".

MJ20 03.02.2015 | 10:14

Und der Herr Ischinger erst, vom baldigen Ischinger-Tribunal - der Münchner Konferenz. In bester Eduard-Schnitzler-Manier posaunte er Ähnliches wie Pindur hinaus, wenn nicht Schlimmeres. Zur Bemerkung des Interviewers (war es tatsächlich der Herr Kleber, der aufmuckte?), damit liege er doch ziemlich konträr zur Kanzlerin, kam fast nur ein Schulterzucken. Ischinger, der Nebenkanzler!

Wenn ich mich recht erinnere, vollführten früher die Indianer Kriegstänze in der Nacht for dem Kreisreiten um das Blaurock-Fort. Ob wir in München ähnliches erwarten dürfen?

karamasoff 03.02.2015 | 11:23

Das wichtigste Detail dieses Interviews wird völlig ignoriert

"not because of some grand strategy"

will heissen: der bullshit, der uns seit Monaten über eine grosse russische Expansionspolitik als Aggression verkauft wird, eine grand strategy in diesem Sinne, ist genau das, nämlich bullshit, um Repressionen, Panikmache und willige Unterwerfung in eigene, in diesem Falle neugroßdeutsche, Pläne in der direkten Nachfolge von Goebbels Vision eines Europas unter der Fuchtel der überlegenen deutschen Herrlickheit zu verkaufen: die grand strategy deutschnationalister Neoliberaler. Und genauso geriert sich auch der Blätterwald seit Monaten, indem es herbstlichst rot-grün-braun rauscht.

Im weiteren Teil des Interviews, kommt Obama aber pflichtbewusst wieder zurück auf das Thema Krim-Annexion. Was nicht verwundert ist es doch nachwievor das einzige verbliebene Kernargument, um die Förderung und Implementierung einer rechtsextremen völkischen Regierung seitens der EU und der USA im Nachhinein zu rechtfertigen.

Magda 03.02.2015 | 11:27

Komisch, Ischinger hat bei einem Panorama-Beitrag Die Fehler des Westens u.a. folgendes gesagt:

"Mir ist dieses Gefühl, vorgeführt worden zu sein, das wahrscheinlich in den Köpfen vieler meiner damaligen russischen Kollegen, vieler russischer Politiker auch heute dominiert, mir ist das sehr wohl bewusst."

Und er meinte zum NATO-Russland-Rat, der zwischendurch auch mal eine Rolle spielte.

"Ich gebe jetzt selbstkritisch zu, dass wir im Westen auch nicht wussten, wie wir aus diesem NATO-Russland-Rat, der damals geschaffen wurde, etwas Sinnvolleres bauen konnten. Die russischen Erwartungen waren zu groß, unsere Möglichkeiten waren zu klein. Wir wollten und wir konnten Russland nicht ein Veto einräumen über Entscheidungen der NATO.

Auch eher nachdenklich der Ischinger.

Hans Springstein 03.02.2015 | 11:30

Ja, das ist richtig und sehe ich nicht anders. Obama äußerte sich ja ausführlicher zu Russland und Putin, sagte u.a., der russische Präsident habe keine langfristige Strategie. Er gibt sich alle Mühe, seinen russischen Amtskollegen kleiner zu machen als er ist.

Das erinnert mich auch wieder an das, was ich ebenfalls u.a. am 1.3.14 schrieb:
"Als ich im Herbst folgende Schlagzeilen las:

"Putin durchkreuzt Obamas Syrien-Mission"

"Putin spielt Katz und Maus mit Obama"

war mir klar, dass die westlichen Kriegstreiber das nicht tatenlos hinnehmen werden, egal, ob Obama Putin heimlich dankbar war, dass er den offenen Krieg gegen Syrien durchkreuzte. Ich war mir sicher, dass der Westen bzw. die daran interessierten Kreise im Westen die nächste Chancen ergreifen werden, um zu versuchen, Russland in die Schranken zu weisen und Putin mit Problemen vor der eigenen Haustür zu beschäftigen. Allein die Aussicht, dass Russland auch nur ansatzweise befürchten könnte, den Zugang zum Schwarzen Meer über die Krim verlieren zu können, weil in Kiew eine russlandfeindliche Regierung den Zugang sperrt, und die zu erwartende russische Reaktion, sich das nicht gefallen lassen zu wollen, und so wieder mal zu zeigen, wie gefährlich der russische Bär und Putin sind, ja, da muss doch den Kriegstreibern und Regimewechslern in den westlichen Regierungen gewissermaßen einer abgegangen sein, wie es so schön heißt ...

Und endlich gehen die Schlagzeilen wieder andersrum: "Obama droht Putin""

Es ist schon interessant, wenn auch wenig überraschend, welche immense Rolle Psychospiele in der Politik spielen.

Hans Springstein 03.02.2015 | 11:45

Das sehe ich auch so, dass die Frage ist, was genau Obama meinte mit "brokered". Wie es genau mit dem treffenden deutschen Wort zu übersetzen ist, macht es dann noch schwieriger. Ich gebe zu, das mich das auch ebschäftigt.

Fakt ist aber, dass die USA zumindest nicht offiziell an den Gesprächen von Steinmeier und Co. mit Janukowitsch und seinen Gegnern beteiligt waren, die zu der Vereinbarung am 21.2.14 führten, die dann beiseite geschoben wurde und dazu führte, dass der US-Favorit Arsenij Jazenjuk Chef der ilegitimen neuen Regierung in Kiew wurde usw.

In einem ersten Kommentar hatte ich darauf hingewiesen, dass Obama zwar offen, aber immer noch diplomatisch gebremst über die US-Rolle beim Staatsstreich in Kiew spricht, was nicht verwunderlich ist. Die Rolle der CIA beim Staatsstreich im Iran 1953 wurde auch erst 60 Jahre später offiziell und offen eingestanden.

Interessant wäre allerdings ein Beleg für die Behauptung: "Bei den USA kann man - das ist aber nichts Neues - feststellen, dass die die Hände im Spiel hatten. Das haben die ja auch nie bestritten." Ich bekomme nämlich tatsächlich auch nicht alles mit und bin dankbar für jeden Hinweis auf Übersehenes.

Peter Uhlemann 03.02.2015 | 11:49

Die Aussagen Obamas implizieren auch die Botschaft über eine mangelnde Voraussicht Putins & somit auch seine Unfähigkeit, auf die Geschehnisse nicht rechtzeitig gegengesteuert zu haben.

Ja, da war er wohl noch zu gutgläubig, der Putin. Aber ich glaube, das passiert ihm nicht noch einmal, er scheint mir durchaus lernfähig zu sein. Er weiß jetzt, dass er vom Westen nichts gutes erwarten kann.

MJ20 03.02.2015 | 12:01

"not because of some grand strategy"

Denke, da hat der Herr - aus vorauseilendem Gehorsam? - eine klassische Freud'sche Fehlleistung abgeliefert. Nein, nicht dass er die bspw. im dFC immer wieder frech unterschobenen "Unterstellungen" abtun wollte. Da wollte er doch nur seine herzallerliebsten Falken im Lande darüber informieren, dass es nicht auf deren Mist gewachsen gewesen sein muß. Das Interview fand schließlich bei CNN statt und nicht im ARD-Kriegswinter-Studio!

MJ20 03.02.2015 | 12:27

Nachdenklich, kann sein. Beide Zitate können m.E. auch gegenteilig ausgelegt werden, sind zumindest nicht eindeutig. Das Gefühl, vorgeführt worden zu sein, ortet Ischinger nicht bei sich. Er ist sich bewußt, dass in den Köpfen der Genannten wohl dieses Gefühl präsent war bzw. ist. Und so "selbstkritisch" ist es nun auch wieder nicht, wenn vom NATO-Russland-Rat von Anfang an wenig "Sinnvolles" erwartet wurde. Das angesprochene, unmögliche VETO sagt doch alles. Wie heißt es so schön "Ich kann nicht, heißt ich will nicht". Mit solch einer Herangehensweise - dem Gegenüber von vornherein seine mögliche Maximalforderung um die Ohren zu hauen - braucht es keine Verhandlungen, keinen "runden Tisch".

Stine 03.02.2015 | 12:30

Zur Rolle der Vermittlung der USA beim Putsch:

1. Hinter der Bühne wird es eine Vermittlung und Zuteilung der Rollen gegeben haben. Jaz ist ja nicht ohne die US Unterstützung "berufen" worden, wie wir wissen.

2. Es war zunächst der USA affine polnische Außenminister (vermutlich mit Abstimmung der USA), der zwischen Janukowitsch und den Wortführern der Aufständischen vermitteln wollte, als die Situation "reif", d.h. maximal eskaliert war. Das konnten die Deutschen und Franzosen nicht zulassen und hängten sich dran.

3. Im Jahr 2013 fanden z. B. sogenannte Tech Camps durch die US Botschaft zur Förderung der Zivilgesellschaft statt.

http://ukraine.usembassy.gov/events/techcamp-2013-kyiv.html

wwalkie 03.02.2015 | 13:38

Der Adressat des Interviews ist die amerikanische Öffentlichkeit. Obama muss gleichzeitig stark und verantwortungsvoll erscheinen. So sind auch die Interviewfragen angelegt.

Dass hinter Putins Entscheidung der Angliederung der Krim und der mittlerweilen zweifelsfreien Einmischung in der Ukraine eben keine "grand strategy" stand, ist offensichtlich. Er ist halt überrascht worden by the protests in the Maidan and Yanukovych then fleeing. after we (wohl der Westen und Russland) had brokered a deal to transition power in Ukraine, womit, so Obamas Ansicht, der russische Präsident nach diesem "Deal" wohl nicht mehr gerechnet hatte. Die Passage ist recht eindeutig kein "Geständnis", zumal Obama im folgenden auf die in der Tat improvisiert wirkende Ukrainepolitik nach Putins Überraschung eingeht. Dass auch die westlichen Entscheider angesichts ihrer Widersprüche "improvisieren", macht die Sache nicht leichter. Gerade im "Wurschteln" liegt eine Gefahr.

Zu erwähnen ist aber auch folgende an die amerikanische Bevölkerung und die Falken adressierte Passage: there are limits in terms of what we would do militarily. Er setzt weiter auf diplomatischen Druck. I don't think that it would be very wise to see a actual military conflict between the United States and Russia.

Da eine militärische Option nicht gegeben sei (die Ukraine ist kein NATO-Mitglied, der Antrag ist ja auch erst einmal vom Tisch), werden die USA als Druckmittel die NATO-Grenzstaaten verstärken, and making very clear that that cannot be crossed because we would have to take military action to protect our allies. Obama weiß natürlich, dass Putin sich hüten wird, dies zu "crossen".

Also: kein Grund zur Panik. Obama gibt nicht zu, was ohnehin jeder weiß. Putin sowieso nicht. Das ist vielleicht angesichts der Situation, auch "vernünftig", so bizarr dies klingen mag.

Der Dritte Weltkrieg aber steht nicht bevor. Die Lage ist schon schlimm genug.

MJ20 03.02.2015 | 13:55

Obama ist doch in einer verhältnismäßig recht angenehmen Lage. Wenige Monate vor dem nächsten Wahlkampf muß er keine allzu großen Klimmzüge diesbezüglich mehr machen. Er muß darauf achten, dass er keine Fehlpässe produziert, die bei den reps landen. Da sind "Griffe in Fettnäpfchen" zu meiden, die nur Wahlkampffutter umgesetzt werden. Er darf aber auch keine Entwicklungen anstoßen, bei denen das Einfahren vom Heu in den Schober (so wie einst bei Carter) nach dem Wahltermin liegt. Und bei allem muß er darauf achten, dass er mit Hillary's Ansinnen nicht in Konflikt gerät, die braucht ja auch Futter, um vor der Wahl die hungrige amerikanische Seele zu nähren. Nicht einfach, das Ganze.

Magda 03.02.2015 | 16:04

Stimmt, im Wurschteln liegt die Gefahr. Und - langsam fürchte ich mich auch vor einer Erweiterung der Krise. Sowas "wurschtelt" sich eben dann auf einmal. ...Politiker sind auch manchmal schlichtweg überfordert.

Ich habe in altem Kram gefunden, dass es im Sommer Geheimgespräche gegeben haben soll zwischen Putin und Merkel. Die wollten ein Abkommen Frieden gegen Gas. Sie habens zwar dementiert, aber es wirkte schon sehr glaubhaft.

http://www.independent.co.uk/news/world/europe/land-for-gas-secret-german-deal-could-end-ukraine-crisis-9638764.html

Hier ist das Dementi

http://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1307421

Dann kam der MH 17 Absturz, dann kam neuer Krach. Wie auch immer, es gab wohl ernste Besorgnisse damals über deutsche Alleingänge. Vielleicht gelingt es Merkel aber, Putin nochmal in Verhandlungen zu bringen. Obwohl: Die Rede nach Brisbane war von tiefem Groll und Enttäuschung bestimmt.

Hans Springstein 03.02.2015 | 17:32

Die österreichische Zeitung Der Standard bringt am 3.2.15 Folgendes zum Thema:

"Fast ein Jahr nach dem Sturz des ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch bricht Ex-Regierungschef Mykola (Nikolaj) Asarow sein Schweigen zu den blutigen Maidan-Protesten. Der in Russland im Exil lebende 67-Jährige schildert in seinem Buch "Ukraina na pereputje" (Ukraine am Kreuzweg) seine Sicht auf den Machtwechsel in der Ex-Sowjetrepublik.

Die Moskauer Zeitung "Komsomolskaja Prawda" veröffentlichte am Dienstag im Voraus Auszüge aus dem Buch. Darin wirft Asarow den USA vor, sich bereits zu seiner Amtszeit massiv in die inneren Belange der Ukraine eingemischt und letztlich auch den Umsturz im Februar 2014 gesteuert zu haben.

Instruktionen aus der US-Botschaft

Die Anführer der damaligen Proteste auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew hätten sich ihre Instruktionen direkt aus der US-Botschaft abgeholt, schreibt Asarow. Der Politiker wurde im Jänner vor einem Jahr von Janukowitsch entlassen, nachdem es auf dem Maidan die ersten beiden Toten gegeben hatte. Bis heute sei nicht geklärt, wer die Männer erschossen habe - als "sakrale Opfer" für eine Revolution.

In seiner Schilderung einzelner Phasen der Maidan-Proteste wirft Asarow den Organisatoren des Umsturzes zudem vor, Scharfschützen eingesetzt zu haben, die gezielt auf Demonstranten und Polizisten geschossen hätten, um die Lage eskalieren zu lassen. Die Morde habe die neue, von der EU und den USA unterstützte Führung bis heute nicht aufgeklärt. ...

Dem ebenfalls nach Russland geflüchteten Ex-Präsidenten Janukowitsch wirft Asarow politische Schwäche und Unentschlossenheit vor, die der Westen ausgenutzt habe, um ihn zu stürzen. Der damalige Staatschef habe sich am Ende direkten Drohungen von US-Vizepräsident Joe Biden sowie den Forderungen der Opposition und des Westens gebeugt. Die USA hätten ihn damals auch selbst aufgefordert, den Platz freizumachen für den heutigen Regierungschef Arseni Jazenjuk, schreibt Asarow. ..."

uhtelligent 03.02.2015 | 18:08

"Typisch rt - viel Lärm um nichts"...

Ich sehe es anders.

Die neuesten Obamas Aussagen sind für mich eine Bestätigung dafür, dass ich, seit einem Jahr, fast immer das Richtige vermutet habe. Der unerträgliche Gedanke für mich war der folgende.

Was eine unfreundliche, mehr noch, eine provokative, freche und verantwortungslose Politik gegen Russland im Auftrag der Falken aus der Übersee dem deutschen Staat selbst ein großen Schaden anrichten kann, wird in der nächsten Monaten und Jahren noch deutlicher, als es wir heute sich vorstellen können. Ich bin schon heute überzeugt, das unsere Politiker, ob sie grün, schwarz oder rot sind, dem deutschen Volk ein Bärendienst geleistet haben und damit die Interessen Deutschland nicht nur verletzt, sondern verraten haben.

In der russischer Duma haben einige Abgeordneten eine Rache für Deutschland ausgedacht. Es ist nur der alternativlosen deutschen Politik zu verdanken, wenn die Russen wieder mal zu unseren Feinden gemacht wurden. Dieselben Russen, die noch vor einem Jahr einen großen Respekt für alles Deutsches gehabt haben, drehen sich von uns ab. Das Vertrauen in Westen und in der ersten Reihe gerade in Deutschland ist schwer beschädigt. Sollen wir sich darüber freuen, oder ist es, eher nur traurig?

Die Geschichte war für die Politiker niemals ein beliebtes Fach gewesen!

mymind 03.02.2015 | 23:17

Politiker sind auch manchmal schlichtweg überfordert.

Manchmal? Um den Job reiße ich mich nun wahrlich nicht, doch wer sich dafür entscheidet, sollte die Fähigkeit mitbringen, insbesondere in Konfliktsituationen nachhaltig & weitsichtig denken zu können & entsprechend handeln. Es ist zwar nachvollziehbar, dass diese Generation, die im Frieden aufgewachsen ist, angesichts der Überschlagung der Ereignisse seit einem Jahr ´überfordert´ ist. Doch sie hätte vor ihren unsinnigen, konflikt- als auch kriegsfördernden Maßnahmen, die ältere Parteigeneration, die noch am Leben ist, konsultieren können, wie Konfrontation geht ohne gleich Krieg entstehen zu lassen. Insofern sind die nicht nur überfordert sondern schlichtweg überheblich.

Ich habe keine Ahnung ob die angebliche Merkel-/ Putin-Connection tatsächlich stattfand. Wenn ja, dann ist es schon ein merkwürdiger Zufall, dass der MH17-Abschuss in dieser Zeitschiene stattfindet. Merkwürdig auch die Erhöhung der Sanktionen ohne eindeutige Erkenntnis der dafür Verantwortlichen, Gesetz den Fall, dass die Separatisten als Verursacher bekannt sind & nur uns Eumeln die Wahrheit verschwiegen wird. Die nächste Sanktionsstufe folgten im September & die danach im November _ kurz nach dem Minsker Ankommen, bevor es noch umgesetzt werden konnte. Alles natürlich notwendige Maßnahmen, um den Druck zu erhöhen, das Abkommen zu erfüllen.

Sind diese Schritte nun pragmatisch, lösungsorientiert oder überheblich? Die Brisbane-Performance wurde zu einer weiteren Farce dieser außer Rand & Band geratenen Politfiguren. Aus welchen Gründen ausgerechnet Merkel auf dieser unsäglichen Show eine Rede hielt, die von tiefem Groll und Enttäuschung bestimmt war, ist mir schleierhaft.

Magda 04.02.2015 | 10:39

Merkel auf dieser unsäglichen Show eine Rede hielt, die von tiefem Groll und Enttäuschung bestimmt war, ist mir schleierhaft.

Mir nicht ganz. Wenn ich mich nicht irre, war vorher dieses ergebnislose Vier-Stunden-Gespräch. Dann kam die "wilde Rede" und dann wurde Steinmeier aktiv. Ich weiß nicht mehr, wo die sich getroffen haben. Es ist schwer mit Putin, weil der ja in vielem zurecht empört und sauer ist. Aber, auch er spielt Katz und Maus und das ist eben frustrierend, wenn nichts voran geht.

Ich bin sehr gespannt, wie das Treffen in Washington ausgeht. Zum Fenster 'raus wird sie wieder feste Entschlossenheit bekunden und weiteren Druck androhen usw. usw. Aber, was macht sie außerhalb der Pflichtübungen? Vor den USA haben alle westeuropäischen Ländern Furcht. Das wurde kürzlich deutlich als es um Snowden ging. Nicht nur Deutschland, alle sind geängstigt. Das hätte ich nie so gedacht, aber ist so. Und denen muss man - hin und wieder - Zucker streun', sonst kriegt man nix gebacken. Aus meiner Sicht ist da immer weniger "transatlantische Vasallentreue", sondern furchtsames Gehorchen. Und dazwischen muss man durch, wie es aussieht. Und da sehe ich Merkel im "Kippstatus".

MJ20 04.02.2015 | 12:10

Spätestens seit dem Irrflug des Präsidenten aus Südamerika war doch zu erkennen, den Herrschaften geht - aus unerfindlichen Gründen (?) - gehörig die Muffe.

Ich bin sehr gespannt, wie das Treffen in Washington ausgeht...Aus meiner Sicht ist da immer weniger "transatlantische Vasallentreue", sondern furchtsames Gehorchen. Und dazwischen muss man durch, wie es aussieht. Und da sehe ich Merkel im "Kippstatus".

Die Frage ist: wohin wird denn gekippt? Diente der Aufenthalt wieder einmal nur zum Aufspielen des nächsten Update, wird es außer einer neuen Brisbane-Rede vielleicht, wenig Gekipptes zu berichten geben. Es sei denn der Toleranzfaktor für abweichendes Verhalten wurde neu eingepegelt: auf Null. Wir werden es sicherlich erfahren.

Wie schätzt denn Magda Frau Merkel so ein? Lässt sie sich auch weiterhin alles gefallen für ein paar Streicheleinheiten oder hat sie irgendwann einmal die Faxen dicke?

Magda 04.02.2015 | 12:37

Hui, hui, wo ist meine Merkelkugel? Kristall her und guck...

Ich denke mal, sie hat die Faxen dicke. Aber, ich bin ja gutwillig. Aber, wenn sie die Faxen dicke hat, dann wird sie es nicht öffentlich sagen. Politik ist nun mal wie ein Eisberg, das meiste liegt unter Wasser.

Jedenfalls sehe ich in ihr keine willfährige Vollstreckerin. Das sah früher anders aus. Und noch ist sie ja nicht in Washington.

Columbus 04.02.2015 | 12:59

Ja, es ist shon eine Crux. Unsere Kanzlerin befolgt das persönliche Erfolgsrezept Nr. 1 in der medialen Politik, mit guten Gefühlen und sicherer Konstanz, aber möglichst nicht mit kontroversen Sachverhalten, in Verbindung gebracht zu werden.

Für den Bürgerkrieg in der Ukraine hat sie sich erfreulich klar positioniert. Keine Waffen an den Staat, der derzeit gegen einen Teil seiner Staatsbürger, die das nimmermehr oder eben nur noch in einer ganz anderen Form sein wollen, kämpft.

Aber die EU- Finanzhilfen und die Umweg Ausstattung über andere EU- und NATO- Staaten, ermöglicht es trotzdem, einerseits vor dem deutschen Pulikum gewohnt souverän zu sein und andererseits der Ukraine Aufrüstung und Mobilmachung zu erlauben. - Geschicktes Spiel, auf mehreren Ebenen.

Stichwort: Richtlinienkompetenz der Kanzlerin?

II

Auf EU oder NATO Ebene nutzt die Bundesregierung, damit die Kanzlerin, ihr politisches Gewicht.

Sie wissen ja auch, dass z.B. in den Fragen der inneren Sicherheit, die Bundesregierung derzeit mit anderen großen EU-Staaten an einem neuen, allumfassenden Kontrollmechanismus für sämtliche Reisebewegungen in und aus der EU arbeitet (Vorbild USA!).

Sie wissen doch, dass Angela Merkel aus den Skandalen der Dienste hierzulande, die Richtlinie und Weisung ableitete, diese staatlichen Insitutionen weiter zu stärken und sie gegen Einblicke der Öffentlichkeit und Whistleblower besser abzusichern. In diese Richtung agieren ihre dafür zuständigen Fachminister.

Beste Grüße

Christoph Leusch

MJ20 04.02.2015 | 13:32

Und sie hätte mindestens ein gutes Argument. Würde den Herrn darauf hinweisen, dass das letzte Mal, als solch ein "Saustall" unter einem demokratischen Präsidenten angerichtet worden, der mitten auf dem Strom übernehmende Rep (tricky Dick) seinen Vorsätze zwar anfänglich richtig gut nachkommen konnte (Bombardierungen des Schurkenstaates ohne Ende). Das Ende der Ausmistung des Augias-Stalles ging dann aber alsbald in die andere Richtung und man mußte sich per Hubschrauber vom Dach des selben abholen lassen.

Ob er denn ein solches déja-vu riskieren wolle? Die Frage aller Fragen!

Magda 04.02.2015 | 13:35

Aber die EU- Finanzhilfen und die Umweg Ausstattung über andere EU- und NATO- Staaten, ermöglicht es trotzdem, einerseits vor dem deutschen Pulikum gewohnt souverän zu sein und andererseits der Ukraine Aufrüstung und Mobilmachung zu erlauben. - Geschicktes Spiel, auf mehreren Ebenen.

Tja, wenn es so ist, dann hat sie gute Vorbilder. Schröder war so einer. Davon abgesehen: Sehr souverän wirkt Merkel im Moment nicht gerade. Alle diagnostizieren Machtschrumpfung.

Sie wissen ja auch, dass z.B. in den Fragen der inneren Sicherheit, die Bundesregierung derzeit mit anderen großen EU-Staaten an einem neuen, allumfassenden Kontrollmechanismus für sämtliche Reisebewegungen in und aus der EU arbeitet (Vorbild USA!).

Das ist Mist. Sie glaubt nicht an Kristallkugeln.

Sie wissen doch, dass Angela Merkel aus den Skandalen der Dienste hierzulande, die Richtlinie und Weisung ableitete, diese staatlichen Insitutionen weiter zu stärken und sie gegen Einblicke der Öffentlichkeit und Whistleblower besser abzusichern. In diese Richtung agieren ihre dafür zuständigen Fachminister.

Hui, da ist sie, die in Teil I vermisste Richtlinienkompetenz. :-) Schlecht verwendet, diese Kompetenz. Achja, sie hört nicht auf mich.

Grundbemerkung: Ich glaube aber trotz allem noch immer - naiv wie ich bin - dass sie keinen Krieg mit der Ukraine will und auch keine Waffen. Und dass die Art, wie sie versucht, da drum rum zu eiern, auch was von politischer Kunst hat. Gut siehts nicht aus.

Columbus 04.02.2015 | 14:15

Das sind wir gemeinsam "naiv" und für meinen Teil bin ich es sogar mit gutem Gewissen. Dass Angela Merkel keinen Krieg und keine Kriegsverwicklung will, das glaube ich so fest wie Sie. Auch die Vizeregierung will keinen Krieg und keine Teilhabe an einem Bürgerkrieg. - Die USA kennen längst das Prinzip: wie behalten uns alle Optionen vor, wir verraten dazu aber auch nur so viel, wie nötig. Jeder weiß ja, wozu wir fähig sind.

Leider. leider, entschuldigt aber der feste Wille nicht, was die konkrete Handlungen begünstigen!

Tausende sind schon im Donbas(s) gestorben, weil die EU und vor allem aber die NATO, der von diesen beiden Organsiationen mitinthronisierten ukrainischen Regierung ständig Doppelsignale und Doppelbestätigungen schickt.

Tausende werden noch sterben, weil es aus reinen Gesichtswahrungsgründen erst ein Ende geben wird, wenn die Erschöpfung entlang der Grausamkeiten eingetreten ist.

Ob dann ein prorussischer Ukrainer jemals noch anerkanntes und versöhntes Mitglied und gleichberechtigter Bürger der ukrainischen Gesellschaft sein kann, wage ich zu bezweifeln.

Unsere Politiker arbeiten an ihren Profilen, leider nicht an den Problemen.

Machtschrumpfung bei Merkel. Ja, das sieht derzeit so aus, ist aber für mich eher ein Nebenaspekt. Denn mir zählt doch mehr, wozu eine PolitikerIn denn überhaupt die Macht erhält und hält. Das Um- zu, es ist bei Schröder- Fischer und bei den diversen Merkel- Regierungen, allzu sehr eben ein Wursteln und ein Selbsterhalt, zu viel Spaß an der eigenen Regierungstätigkleit, wenn auch bei Merkel ein erfolgreiches und dauerhaftes Prinzip.

Sie teilt dieses Glück mit ihrem politischen Ziehvater, mit dem sie nicht viel gemein hat: Helmut Kohl.

Am Ende steht da nämlich, ähnlich wie beim Altkanzler Schmidt, nur, sie war eine erfolgreiche Macherin. Das ist allerdings "marktwirtschaftskonform" und sicher persönlich befriedigend, aber hinterlässt sehr viele negative Spuren in der Gesellschaft, die sich zunehmend individualistisch auf Optimierungspfade begibt. Das kostet und wird noch viel mehr kosten. Das wird die Gesellschaft tief spalten.

Nur das Beste

Christoph Leusch

Magda 04.02.2015 | 14:37

Ja, also viel Optimismus ist nicht angebracht, fasse ich mal zusammen. Und dass viele Opfer zu beklagen sind, ist etwas, das jetzt keinen Scherz verträgt.

Aber, das ist mal ein schöner Satz.

Unsere Politiker arbeiten an ihren Profilen, leider nicht an den Problemen.

Ansonsten - stimmt, die Freude am Regieren, am Macht verwalten (weniger ausüben) ist da. Aber, ich denke: Merkel ist auch so gestrickt: Wenn die sieht, das nichts mehr geht, dann legt die die Figuren hin. Auch da weiß ich nicht, ob ich richtig liege.

Und insgesamt: Was kann Politik in diesen postdemokratisch-wirren Zeiten überhaupt noch bewirken.

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Ehemaliger Nutzer 04.02.2015 | 18:00

Ja, genau so ist das, lieber Hans Springsten,

"And since Mr. Putin made this decision around Crimea and Ukraine - not because of some grand strategy, but essentially because he was caught off-balance by the protests in the Maidan and Yanukovych then fleeing after we had brokered a deal to transition power in Ukraine - since that time, this improvisation that he's been doing has getting - has gotten him deeper and deeper into a situation that is a violation of international law, that violates the integrity, territorial integrity and sovereignty of Ukraine, has isolated Russia diplomatically, has made Europe wary of doing business with Russia, has allowed the imposition of sanctions that are crippling Russia's economy at a time when their oil revenues are dropping."

Diese Kernaussage legt all das offen, was Wahrheitspolitiker, zumeist grün und Harms, und Wahrheitsmedien seit Monaten vehement abstreiten und zu vertuschen suchen ...

anatole france 04.02.2015 | 18:03

@magda: Ich glaube auch, das Merkel keinen Krieg in Europa will. Aber er ist da, in der Ukraine, und die liegt rein geografisch in Europa.

Und Merkel hat, als sie Bundeskanzlerin wurde, das "Kanzlerabkommen" unterzeichnet.

Und komme mir bitte keiner, das sei "Verschwörungstheorie"!

Aber ich frag mich ab und zu (und meine Frau fragt sich das noch viel öfter): wie nimmt Frau Merkel die Bilder vo Donezk und Lugansk oder Debalzewo auf. Ich meine die Bilder von Kindern in Kellern, die Bilder von alten Menschen, die Bilder von Frauen und Männern, die dank des ukrainischen Beschusses ihre Kinder oder Eltern verlosen haben?

Wie nimmt Frau Merkel die verlogenen Aussagen des Kriegspräsidenten Poroschenko auf?

Wie nimmt es Frau Merkel wahr, dass ein ukrainischer Jude (Kolomijskij) faschistische Batallione ( mit Hakenkreuz und SS-Ruhnen) finanziert?

Liebe Magda, wie soll ein normaler Bürger diese Frau verstehen?

Hans Springstein 04.02.2015 | 20:16

Ich sag doch, Sie verstehen es nicht, wahrscheinlich weil Sie unter einem schlechten Bildungssystem oder dessen schlechten Vertretern leiden mussten, können deshalb anscheinend auch nicht lesen, sonst hätten Sie vielleicht bemerkt, dass bekanntermaßen die US-Regierung an der von Steinmeier und seinen französischen und polnischen Kollegen und unter russischer Beteiligung ausgehandelten Vereinbarung vom 21.2.14 zwischen Präsident Janukowitsch und dessen Gegnern für eine Übergangsregierung und Neuwahlen nicht beteiligt war. Deshalb können Sie auch nicht all die US-amerikanischen Autoren lesen, die darauf hinweisen, dass der Staatsstreich in Kiew eben ein US-geführter war und Obama eben von einem "Deal zum Machtübergang" sprach, den Steinmeier bekanntermaßen nicht unterschrieben hatte, wenn Sie sich mal die Vereinbarung vom 21.2.14 anschauen.

Wo da russische Propaganda drin steckt, das wissen nur Sie bzw. sehen nur Sie. Eben weiol Sie das sehen wollen und nichts anderes sehen können. Aber wie gesagt, ich weiß ja, dass Sie nichts dafür können, weshalb Sie mir ja auch leidtun.

janto ban 04.02.2015 | 21:24

|| Ich sag doch, Sie verstehen es nicht, wahrscheinlich weil Sie unter einem schlechten Bildungssystem oder dessen schlechten Vertretern leiden mussten, können deshalb anscheinend auch nicht lesen, sonst hätten Sie vielleicht bemerkt, dass ... ||

Hauptsache, Sie bilden sich mit Ihrer Super-Bildung nicht ein, dass das hier zu einer Unterhaltung zwischen Ihnen und mir ausartet. Denn das wird es garantiert nicht, Herr Alleswisser.

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Ehemaliger Nutzer 05.02.2015 | 00:14

Na ja, Englisch können Sie aber ganz gut, oder?

'The aide said that guys like me were "in what we call the reality-based community," which he defined as people who "believe that solutions emerge from your judicious study of discernible reality." ... "That's not the way the world really works anymore," he continued. "We're an empire now, and when we act, we create our own reality. And while you're studying that reality—judiciously, as you will—we'll act again, creating other new realities, which you can study too, and that's how things will sort out. We're history's actors…and you, all of you, will be left to just study what we do."'

http://www.nytimes.com/20...

Am Samstag gibt es anlässlichlichder Münchner "Sicherheits"konferenz (und insbesondere der Anwesenheit des Herrn Poroschenko dort) eine Demo: 11 Uhr am Stachus. (Für mich leider zu weit weg).

Eine Gegen-Demo regierungstreuer Ukrainer zur moralischen Unterstützung Herrn Poroschenkos ist in deren Nähe ebenfalls anberaumt.

Ansonsten ist es einfach nur gruselig wie dreist die Kriegstreiberei vorandobbert und -harmst, während gleichzeitig jedes Argument und zerschellte Narrativ eisern ignoriert wird...Das hat schon was Zombiehaftes: Man könnte fast auf die Idee kommen, die entsprechenden Protagonisten seien Sprechpuppen mit hängegebliebener Sprachdiskette...

Dersu Usala 05.02.2015 | 11:21

all das offen - was ist denn das?

"after we had brokered a deal" - das besagt, dass die USA beim Abkommen vom 21.02. mitgewirkt haben, das lass ich gelten. Gähn.

"after we had brokered a deal" - das lässt auch andere Interpretationen zu, die alles umfassen, was diese und jene gesagt haben.

Diese Kernaussage läßt all das offen wollten Sie wohl sagen.

Sanpodon sagt: Eine furchtbar plausible Zusammenfassung, Hans Springstein ... Stimmt. Plausibel, alternativ, gegen den Strom. Durchaus wertvoll. Plausibel, aber nicht zwangsläufig richtig.

Hans Springstein 05.02.2015 | 11:54

Es ist ja lustig: Nun soll der von Obama erwähnte "Deal" bedeuten, dass die USA eben im Hintergrund, im Geheimen an der Vereinbarung vom 21.2.14 mitgearbeitet haben, weil das ja offen nicht geschah, auch keinerlei US-Unterschrift unter der Vereinbarung zu finden ist. Die Obama-Gläubigen oder wie auch immer sie zu nennen sind, lassen sich dabei auch nicht von US-Autoren oder einer Zeitung wie der Neuen Zürcher Zeitung, bei der nur Anteile haben darf, wer der Schweizer FDP angehört oder sich zur „freisinnig-demokratischen Gesinnung“ bekennt, beirren, weil die ja wahrscheinlich im Hintergrund vom Kreml finanziert werden ...

Ja, jene, die nicht wahrhaben wollen, was nicht in ihr selbstgezimmertes Bild passt, das sie brauchen, weil sie sonst anscheinend den Zustand der Welt nicht ertragen können, biegen sich alles so zurecht, dass es scheinbar doch passt. "Was nicht passt, wird passend gemacht ...", ist ja ein altes Prinzip. Diese Methode werfen sie dann aber anderen vor.

Mopperkopp, wenn es nicht traurig wäre, wäre es zum Lachen ...

Ich musste Dir das mal schreiben, weil ich mit solchen Sichtweisenvertretern nicht direkt kommunizieren möchte und auch nicht mehr kann. Das ist mir echt zu mühsam.

MJ20 05.02.2015 | 13:24

Solcherlei "Anfragen" schließe ich mich an, allerdings sollte das die "Angesprochene" selbst beantworten.

... wie nimmt Frau Merkel die Bilder vo Donezk und Lugansk oder Debalzewo auf. Ich meine die Bilder von Kindern in Kellern, die Bilder von alten Menschen, die Bilder von Frauen und Männern, die dank des ukrainischen Beschusses ihre Kinder oder Eltern verlosen haben?

Wenn die "Bilder" von Kiew oder Lwiv - tief im Westen - stammen würden, würde die "Aufnahme der Bilder" bei Frau Merkel sicherlich anders ausfallen. So ist es nur tiefes Schweigen. Es ist zum Fremdschämen. Als ich vor ein paar Tagen den aberhundertsten Film zu 9/11 ansehen und den vielen, vielen "entsetzten" Aussagen von US-Bürgern zu den Vorkommnissen in NY lauschen "durfte" - obwohl man bspw. aus Phenix/Arizona oder aus Portland/Oregon stammte - stellte ich mir still die Frage, ob wohl die 5000 Opfer aus dem Donbass in ähnlicher Weise bedauert werden zumindest nicht ähnliche Aufmerksamkeit verdient hätten? Nix da. Stattdessen werden Mittel und Werkzeuge bereitgestellt, damit die Zahl sich noch weiter erhöhen wird.

Wie nimmt es Frau Merkel wahr, dass ein ukrainischer Jude (Kolomijskij) faschistische Batallione ( mit Hakenkreuz und SS-Ruhnen) finanziert?

Hier darf ich die Frage ergänzen, wie es Frau Merkel verargumentieren kann - vor sich und ihrem (angeblichen) Gott - zu fordern, dass Putin seine schützende Hand von den als Terroristen verunglimpften Terror-Opfern abziehen soll, wo doch die gleichen Anti-Terror-Kämpfer bestimmt nicht als Blauhelme auftreten würden, wenn ihnen niemand mehr den Weg versperren würde.

Ob der Sponsor Kolomijski Jude ist oder Mongole oder Pole oder was auch immer, spielt keine Rolle. Erstaunlich ist vielmehr, dass von Echauffement über den Auftritt 2.0 dieser Hirnamputierten weder von einem Bibi Netanjahu, einem Herrn Broder oder irgendeinem anderen Antisemiten-Jäger nichts zu vermelden oder auch nur ein Pieps zu hören ist. Da kommt bei den Herrschaften wohl der übliche Ablass-Spruch zur Anwendung: da müssen wir durch, auch wenn es noch so schlimm sein sollte!

Hallo Frau Merkel? Hallo??? Wie wär's mit einer Stellungnahme? Mit oder ohne Raute!

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Ehemaliger Nutzer 05.02.2015 | 14:16

Vergessen Sie Frau Merkel mitsamt ihrer potentiellen Stellungnahmen: Es gibt bisher KEIN Beispiel dafür, daß sie sich in irgendeiner Hinsicht jemals "her master´s voice" entgegengestellt hätte und wenn, dann nur andeutungsweise und kurzfristig: Nach dem nächsten Rapport (bzw. "Sitz", Leckerli plus Kopftätschel, "hol,bring, apport!" "braves Mädchen") in Washington war bisher IMMER jede vorher angedeutete Aufmüpfigkeit hinfort und "die Frage in gegenseitigem Einvernehmen gelöst".

"Wir" liefern keine letalen Waffen, weil das ja gar nicht NÖTIG ist: Die durchgeleiteten Panzer, gepanzerten Fahrzeuge, Raketenwerfer und was Herr Poroschenko (und Herr Jazenjuk) sonst noch gerne hätten, um "die westlichen Werte zu retten", GEHÖREN Deutschland ja auch nicht...

Währenddessen wird, wenn man diversen YT-Videos und russischen Medien (die bei solchen Themen im Nachhinein bisher - leider - fast immer richtig lagen) glauben darf, schon ein gemeinsames polnisch-litauisch-ukrainisches Bataillon (oder eine Brigade?) unter NATO-Kommandatur aufgebaut...Dazu kommt noch die (natürlich schon vom Namen her "rein defensive") NATO-"Speerspitze" mit Basis in Münster...

Nein, DIE GUTEN TM würden NIEMALS einen Krieg weiter eskalieren. Es sind immer nur die bösen, gefährlichen Russen, die Kriege anfangen, das wußte ja schließlich schon der Opa (und diese Erkenntnis wird jetzt ja auch von Herrn Jazenjuk und der polnischen Regierung verbreitet).

Wer daran zweifelt, kann ja nur "verwirrt", "propanda-vernebelt", "krank" oder "von Moskau bezahlt" sein. Logisch, oder?

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Ehemaliger Nutzer 05.02.2015 | 14:30

Zur Erinnerung:

"H.R.5859 - Ukraine Freedom Support Act of 2014
12/18/2014 Became Public Law No: 113-272.
"...
SEC. 6. INCREASED MILITARY ASSISTANCE FOR THE GOVERNMENT OF UKRAINE.
(a) In General.--The President is authorized to provide defense
articles, defense services, and training to the Government of Ukraine
for the purpose of countering offensive weapons and reestablishing the
sovereignty and territorial integrity of Ukraine, including anti-tank
and anti-armor weapons, crew weapons and ammunition, counter-artillery
radars to identify and target artillery batteries, fire control, range
finder, and optical and guidance and control equipment, tactical troop-
operated surveillance drones, and secure command and communications
equipment, pursuant to the provisions of the Arms Export Control Act
(22 U.S.C. 2751 et seq.), the Foreign Assistance Act of 1961 (22 U.S.C.
2151 et seq.), and other relevant provisions of law.
..."

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Ehemaliger Nutzer 05.02.2015 | 15:30

Die Frage, die sich daraus ergibt ist, wie weit würden/werden viele gehen? Einen Krieg gegen Russland befürworten, letztlich nur, weil man einen Putsch von Faschisten und Rechtextremisten nicht als das bezeichnen wollte, was er war?

So kann aus einem eindeutigen Verstoß gegen alle bisherigen Konventionen - in einem überschaubaren und noch korrigierbaren Rahmen - ein großer Krieg erwachsen.

Wir hatten all das schon - eine gewisse Unbelehrbarkeit scheint Teil des autoritären Charakters der entsprechenden Persönlichkeit zu sein ...

hbinsack 08.02.2015 | 14:02

Rede ist an das russische Volk gerichtet

Dass die Obama-Rede sich in erster Linie an das amerikanische Volk richte, ist möglich, aber nicht sehr wahrscheinlich. Mal abgesehen davon, dass das Gros des amerikanischen Volkes keine solche Rechtfertigung braucht, um ihren Präsidenten wohin auch immer zu folgen, glaube ich, dass sie sich an das russische Volk wendet. Es dürfte den ansonsten ignoranten US-Amerikanern nicht entgangen sein, dass Putin nur eines fürchtet: Gesichtsverlust.

So zielt diese Rede eben genau auf diesen Gesichtsverlust ab. Putin soll vor seinem Volk als vorgeführt erscheinen. Als jemand, der entgegen seinen Auftritten, die Lage nicht unter Kontrolle hat. Dass es die USA sind, die das Geschehen beherrschen.

Ob das nun stimmt oder nicht, ich vermute, es ist einiges wahr daran, ist das natürlich ein gefährliches Spiel. Denn Putin wird darauf reagieren müssen. Und so weiter, und so fort.

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Ehemaliger Nutzer 08.02.2015 | 20:46

M. E. ist das Quatsch: Vladimir Putin hat (alleine schon) im letzten Jahr SO viele Beleidigungen und Unterstellungen diszipliniert und "kalt lächelnd" weggesteckt wie sonst niemand im letzten Jahrzehnt.

Und die neuesten Umfragen bestätigten m. W. immer noch (trotz spürbarer Sanktionsfolgen) eine Zustimmung der Bevölkerung von weit über 80%.

Von daher wird er "darauf" ganz bestimmt nicht "reagieren müssen". Nur auf die Aufrüstung Kiews und das WIRD er auch (aus nachvollziehbaren Verteidigungsgründen).

hbinsack 09.02.2015 | 13:24

Nicht Beleidigung – Abwertung!

Da hier nicht die Rede von expliziten „Beleidigungen und Unterstellungen" war, welche in der Tat einfach wegzustecken sind, sondern von einer impliziten Abwertung (im Sinne von pejorativ) eines Putins strategischer Befähigung, können Sie das nicht einfach als "Quatsch" abtun. Ob diese psychologische Kriegsführung Erfolg haben wird, steht natürlich auf einem anderen Tablett. Ich behaupte lediglich: sie zielt darauf ab. Die seitens Putin offen zur Schau getragene Eitelkeit, lässt mich allerdings daran zweifeln, ob er das einfach so „wegsteckt“.

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Ehemaliger Nutzer 09.02.2015 | 13:37

Ich maße mir nicht an. mir unbekannte Personen aus der Ferne nach Anschein zu beurteilen, sondern richte mich nach ihren erkennbaren Handlungen.

Und jemand, der schon diverse Hitler-Vergleiche (welche größere Beleidigung könnte es geben?) mit erkennbarer Gelassenheit ertragen hat, wird sich m. E. kaum dadurch aus der Ruhe bringen lassen, daß man ihm mindere Strategiefähigkeit unterstellt.

Bislang war seine "Eitelkeit" offensichtlich nicht groß genug, um sich zu unüberlegten Handlungen provozieren zu lassen. - Hoffen wir, in unser aller Interesse, daß das auch zukünftig so bleibt.

Ich möchte NICHT wissen, wie z. B. ein Herr McCain in solchen Situationen reagiert hätte/reagieren würde...

Mahdi 21.02.2015 | 14:23

Der Wahnsinn nimmt eh kein Ende mehr, jetzt erzählt Wesley Clark auf CNN mit Verbündeten ISIS aufgebaut zu haben, und zu finanzieren https://www.jungewelt.de/2015/02-20/036.php Video: https://www.youtube.com/watch?v=QHLqaSZPe98

IS hat ja jetzt gedroht, Europa mit 500.000 Flüchtlingen zu überschwemmen, wenigstens dürfen die dummen Menschen dies aus ihren Medien erfahren, also den Plan der dahinter steckt, den es sogar in Buchform gibt, und eine Blaubause darstellt, was da gerade passiert: https://www.youtube.com/watch?v=uHE3uVDpPSA&feature=youtu.be&t=1h30m4s

Globalismus über alles, es ist krank was das Kapital anrichten kann, und keiner bekommt es mit, obwohl offensichtlich.

Wie Bertolt Brecht schon verlauten ließ:

„Unsichtbar wird der Wahnsinn, wenn er genügend große Ausmaße angenommen hat.“