Hans Springstein
04.03.2016 | 09:47 65

Was Frauen und Männer unterschiedet

Frauen/Männer Fundstück(e) 39: Zwei interessante Fakten zu den Unterschieden zwischen Frauen und Männern in dieser Gesellschaft. Über die Gründe dafür wäre trefflich zu streiten

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied Hans Springstein

Unterschied 1: "... Die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen sind in Deutschland so groß wie in kaum einem anderen Land Europas.
Nach Daten des Bundesarbeitsministeriums liegt der Unterschied zwischen den durchschnittlichen Bruttoverdiensten von Männern und Frauen in Deutschland bei 21,6 Prozent, nur in Estland (28,3 Prozent) und Österreich (22,9 Prozent) ist der Verdienstabstand demnach größer. ...
Das geht aus einer Antwort der Regierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor, die unserer Redaktion vorliegt. ...
Zieht man bei der Lohnlücke Faktoren wie Branche, Hierarchie oder Teilzeitbeschäftigung ab, die Einfluss auf die Lohnhöhe haben, bleibt bei vergleichbaren Qualifikationen, Tätigkeiten und Berufserfahrungen ein Unterschied bei den Bruttoverdiensten in Deutschland von durchschnittlich sieben Prozent. Die Regierung beklagt, es gebe eine „zumeist mittelbare Benachteiligung“ bei den Einkommen von Frauen: Sie hätten weniger berufliche Chancen, Einkommensperspektiven sowie Förder- und Aufstiegsmöglichkeiten. Verantwortlich für die Lohnlücke seien auch Verhaltensmuster bei Beschäftigten und Arbeitgebern, die von gesellschaftlichen Rollenbildern geprägt seien. ...
" (WAZ, 2.3.16)

Unterschied 2: "Die Lebenserwartung in Deutschland steigt weiter an: Sie beträgt nach der auf die aktuellen Sterblichkeitsverhältnisse bezogenen Periodensterbetafel 2012/2014 für neugeborene Jungen 78 Jahre und 2 Monate, für neugeborene Mädchen 83 Jahre und 1 Monat. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, hat sich die Lebenserwartung Neugeborener in den letzten zehn Jahren damit bei den Jungen um 2 Jahre und 3 Monate, bei den Mädchen um 1 Jahr und 6 Monate im Vergleich zur Sterbetafel 2002/2004 erhöht.
Auch für ältere Menschen hat die Lebenserwartung weiter zugenommen. Nach der Sterbetafel 2012/2014 beläuft sich zum Beispiel die noch verbleibende Lebenserwartung – die sogenannte fernere Lebenserwartung – von 65-jährigen Männern mittlerweile auf 17 Jahre und 8 Monate. Für 65-jährige Frauen ergeben sich statistisch gesehen fast 21 weitere Lebensjahre. Das entspricht einem Anstieg um 1 Jahr und 5 Monate bei den Männern beziehungsweise 1 Jahr und 2 Monate bei den Frauen innerhalb von zehn Jahren. ..." (Statistisches Bundesamt, 4.3.16)

Was hat das miteinander zu tun? Was sagt uns das über unsere Gesellschaft und die in ihr wirkenden Grundverhältnisse zwischen Frauen und Männern? Ich bin ja wirklich gespannt, ob das jemannd und jefraud interessiert, auch was die genderdiskursierenden antimaskulinistischen Feministinnen dazu meinen.

Das gehört eigentlich in die Rubrik "Gesellschaft", die es hier leider nicht gibt, weil es ist Politik, Wirtschaft, Alltag zusammen. Ich packe es mal in "Politik", weil die Frage der Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Frauen und Männern auch eine politische ist.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare (65)

Hans Springstein 04.03.2016 | 14:51

Das ist auch interessant dazu: "Sowohl bei der durchschnittlichen Lebenserwartung wie auch bei extremer Langlebigkeit haben die Frauen die Nase vorn. Das dürfte nicht nur am Lebensstil, sondern auch an Genveränderungen liegen, behaupten australische Forscher im Fachblatt "Current Biology". Schuld dafür sind die Mütter - wenn die Rückschlüsse aus Untersuchungen an Fruchtfliegen richtig sind. Wie Damian Dowling von der Monash University mit Kollegen herausfand, vererben Fliegenmütter ihren Söhnen Genveränderungen, die für diese schädlich sind, für Weibchen aber nicht. ..." (Der Standard online, 2.8.12)

Die Mütter sind schuld ...

Hans Springstein 04.03.2016 | 15:18

Ich weiß nicht, ob Zänkischkeit zu längerem leben führt und Sensibilität und Friedfertigkeit zu lebensverkürzender Wehrlosigkeit oder so ..

Aber das ist doch auch interessant:
"Harte Drogen wirken auf Gehirne von Frauen anders
... Frauen, die harte Drogen wie Kokain, Amphetamine wie Speed oder Metaamphetamine wie Crystal Meth nehmen, tun dies in einem viel jüngeren Alter als Männer, nehmen die Drogen in kürzeren Abständen und in höheren Dosen und haben mehr Probleme als männliche Süchtige, wieder von dem Stoff loszukommen. ..." (Die Welt online, 16.7.15)

pleifel 04.03.2016 | 18:28

Frauen werden deshalb älter, weil sie genau wissen, wie hilflos der Mann wäre, stünde ihm keine "Lebenshilfe" zur Seite. :-)

Ansonsten müssten mal ein paar Fakten zur Kenntnis genommen werden, was die "Lohnlücke" betrifft. Wer lange im Berufsleben gearbeitet hat, weiß wie sich Lonhsteigerungen ergeben. Durchschnittsverdienste im Vergleich allein reichen jedenfalls nicht aus. Aber ob die errechneten realen 2 Prozent tatsächlich stimmig sind? Ich kann es zumindest nicht prüfen.

mymind 04.03.2016 | 19:35

Ich weiß nicht worauf Du hinauswillst. Mir ist es eigentlich ziemlich egal wer länger lebt ( ob M oder F), entscheidend ist doch eher, möglichst lange gesund & beweglich zu sein _ auch im Kopf. Mich graust die Vorstellung als jahrelanger Pflegefall zu enden, dann lieber früher sterben.

Zu den Statistiken: Was mir unlogisch erscheint, ist die Aussage, dass die Lebenserwartung im Durchschnitt weiter steigt. Wenn heute 65-jährige noch verbleibende 17 bzw. 21 Jahre Lebenserwartung i.D. erfahren dürfen, während Neugeborene 78 bzw. 83 Jahre, dann erschließt sich die Steigerung rein mathematisch nicht.

mymind 04.03.2016 | 19:37

Lieber Hans,

Mit Esther Vilars Texten | Aussagen als auch ihrer Art _ das hatten wir schon einmal _ konnte ich nie viel anfangen. Sie erschien mir immer wie ein Agent Provokateur, um die Feminismus-Bewegung zu diekreditieren | spalten. Dabei erzählte sie auch viel Unsinn, wie auch in dem von Dir verlinkten Interview. Sätze wie z.B.

>>unter diesen berufstätigen Frauen bin ich noch keiner begegnet, die bereit wäre, von ihrem Gehalt, wie das Männer immer tun, ihren Partner und ihre Kinder zu ernähren. Ein Leben lang. Da erwartet man noch immer vom Mann 100 Prozent und von Frauen fast nicht.<<

oder

>>Wir machen lieber andere für uns verantwortlich.<<

sind einfach nicht ernst zu nehmen. Es mag sein, dass in Vilars Umfeld Frauen so ticken, mit dem Rest der Welt hat das aber nichts zu tun.

Das legendäre Gespräch Schwarzer | Vilar fällt mir dazu ein

h.yuren 04.03.2016 | 20:25

dass die mütter an allem elend schuld sind, leuchtet ein, obschon mrs mörkel gar keine mutter ist...

kann mich an ältere statistiken erinnern, die vermeldeten, dass den jungs tatsächlich was ungutes in den genen liege, weil die ärmsten schon pränatal so belastet antreten, dass ihr anteil an tot- und frühgeburten denjenigen der mädchen deutlich übertrifft. und das gehe in dem stil die nächsten jahre so weiter und ende mit dem früheren tod im alter.

ich habe die statistischen angaben nur gelesen, nicht gemacht, darum kann ich sie auch nicht gefälscht haben.

mymind 04.03.2016 | 20:39

dass die mütter an allem elend schuld sind, leuchtet ein,...

Ja sicher _ wer die Verantwortung trägt, kann auch Fehler machen...

...obschon mrs mörkel gar keine mutter ist...

insofern kann sie gar keine Schuld tragen ;-)

dass den jungs tatsächlich was ungutes in den genen liege, weil die ärmsten schon pränatal so belastet antreten, dass ihr anteil an tot- und frühgeburten denjenigen der mädchen deutlich übertrifft.

Vielleicht ist da tatsächlich etwas dran. Eine Freundin von mir ist als Frühchen im 7. Monat zur Welt gekommen, während ihr Zwillingsbruder nicht überlebt hat.

Hans Springstein 04.03.2016 | 20:40

Nö, bitte nicht der Hinweis auf diese "Gespräch", in dem Schwarzer Vilar vorwarf, "Faschistin" zu sein und behauptete, alle Statistiken über die längere Lebensdauer von Frauen stimmten nicht und es sei genau umgekehrt, weil Frauen nun wegen der Doppelbelastung durch Familie und Beruf eher stürben ...

Aus meiner Sicht macht Vilar auf Vieles zu Recht aufmerksam, was aus verschiedenen Gründen und Interessen verschwiegen, verdreht und bekämpft wird. Sie hat später selbst eingestanden, das sie in der Auseinandersetzung mit dem "Feminismus" (die Anführungszeichen sind von mir) manches bewusst zugespitzt hat. Das ist ein legitimes Mittel in der Diskussion, im Gegensatz z.B. zur "Faschismus"-Keule, die ja auch immer mal wieder gern auf dieser Plattform geschwungen wird

Lilies & Blue 04.03.2016 | 20:48

Was soll dieser Mist? "antimaskuline" Feministinnen? Und all die abwertenden Kommentare? Sowas hat in einem Diskussions Forum nix zu suchen, dazu könnt ihr euch 'ne Aryan-Brotherhood für Misogynisten gründen!

Die biologisch unterschiedliche Lebenserwartung ist lange bekannt. EINE halbe These dazu, die ich mal las: Großmütter (mütterlicherseits) sichern das Überleben der Enkel - während männliche Homo Sapiens jenseits der zeugungsfähigen Lebensphase eigentlich nur noch Kalorien verbraucht und jüngeren Männern im Weg steht.. nicht schön, wa?

Erschreckend ist daher, daß die weibliche Lebenserwartung in manchen Zeiten/Regionen unter die der Männer sinkt - wegen der traditionellen Kultur, in der Mädchen benachteiligt sind, und die von Frauen UND Männern immer weiter propagiert wird.. brr..Menschen sind schon übel..

(Daß in Deutschland Frauen weniger Geld verdienen - wundert mich nicht. Unter der Oberfläche ist DE ziemlich reaktionär und konservativ.)

Hans Springstein 04.03.2016 | 20:54

Und ganz ehrlich: Du machst etwas, was Du bei anderen zu recht kritisierst, in dem Du Einzelstellen rauszitierst, ohne den Zusammenhang.

Dazu gehört u.a. auch das aus dem Interview mit Vilar: "Ich habe nie dafür gekämpft, dass die Frauen an den Herd zurückkehren. Ich wollte Arbeitszeitmodelle einführen, die es beiden Geschlechtern erlauben, zu arbeiten und Zeit zum Leben zu haben. Kürzere Arbeitszeiten, aber Arbeit für alle: Das wäre für beide Seiten das Beste. Nur dass die Männer, die darauf dressiert worden sind, zu arbeiten, das nicht sehen. Für die ist es eine Katastrophe. Aber dann müssen sie sich eben umgewöhnen. ...

ZEITmagazin: Sie gehen davon aus, dass die Arbeit ein Fluch ist, Kinder aber ein Vergnügen sind, während die Gesellschaft in der Arbeit den Quell der Sinnstiftung sieht.

Vilar: Na, Sie haben einen herrlichen Beruf, aber möchten Sie da draußen als Busfahrer jeden Tag dieselbe Linie sechsmal am Tag fahren? 80 Prozent der Arbeiten sind nicht angenehm. Und da habe ich Mitgefühl der Frauen für die andere Seite vermisst. ..."

Vilar hat sich nachlesbar in ihren Büchern immer für tatsächliche Gleichberechtigung beider Geschlechter ausgesprochen, auch davon, dass das herkömmliche Rollenverhältnis beide fesselt und beide davon befreit werden müssen. Sie hat eben bloß nicht die Frauen nur als Opfer desselben gesehen und beschrieben. Das kann der Grund für die Wut auch der "Feministinnen" gegen sie sein. Aber was sie sagt und schreibt, bzw. schrieb ist ebenso quer zu dem gewohnten, in das wir uns zum Teil aus verschiedenen Gründen eingerichtet haben.

Und das mit der Frau, die den Mann nicht allein ernähren will, da ist mir prompt kürzlich in der Verwandtschaft ein Beispiel dazu über den Weg gelaufen, also ein Mann, dessen besserverdienende Frau sich von ihm trennte, weil sie ihm vorwarf, er nutze sie aus.

h.yuren 04.03.2016 | 21:00

Vielleicht ist da tatsächlich etwas dran. Eine Freundin von mir ist als Frühchen im 7. Monat zur Welt gekommen, während ihr Zwillingsbruder nicht überlebt hat.

wenn ich meintete, dass danix dran wäre, hätte ichs doch nicht hier gebracht...

und du glaubst doch nicht im ernst, dass solch ein einzelfall für oder gegen die these angeführt werden darf..

nun muss ich allerdings gestehen, dass ich bloß zitiert, nicht aber selbst untersucht habe.

Hans Springstein 04.03.2016 | 21:03

Bitte wenn schon dann richtig zitieren: antimaskulinistischen Feministinnen hatte ich geschrieben. Den Maskulinismus hab nicht ich erfunden und von dem Wort kaum Gebracuh gebacht, dafür um so mehr eben jene, die sich wahrscheinlich als Feministinnen verstehen, egal ob weiblich oder männlich.

Auch Ihre weiteren Bemerkungen und Beschimpfungen liefern genau das, womit ich gerechnet habe. Ich nenne das "Pawlowscher Reflex": Vor dem genau Hingucken gleich zubeißen. Getroffene Hunde bellen eben nicht nur ...

Dazu kommen Sie noch biologistisch ... Genau so stelle ich mir das vor, das ist genau der Fortschritt, den solche wie Sie allen androhen ...

Hallelujah, preiset den Herrn! fällt mir dazu nur noch ein

Hans Springstein 04.03.2016 | 21:31

Sollten Frauen tatsächlich so zänkisch sein, so verbissen, eben so mit Pawlowschen reflexen ausgestattet? ich will es nicht glauben udn hoffe, dass höchstens eine Minderheit von ihnen so ist.

Ich hatte heute ein Erlebnis, das mich das schon mal denken ließ: Nach Feierabend war ich noch einkaufen. Nach dem ich den Einkauf in meiner Umhängetasche und einer ökologisch korrekten Papiertragetasche verstaute hatte, wollte ich den Supermarkt verlassen. Doch das ging nicht so einfach: Ein Junge samt Hund, den ich wie auch seine Mutter schon aus dem Augenwinkel links neben mir bemerkt hatte, lief mir prompt von links in den Weg. Ich konnte nicht weiter nach links ausweichen, da da Hund und leine im Weg war. Auch nicht nach rechts, das verhinderte der Packtisch. Ich hatte nur die Wahl zwischen Kind umrennen und vielleicht mit meinem Gewicht beim Sturz erdrücken, mindestens verletzen, oder einfach beiseite schieben und am Weiterindenweglaufen hindern. Letzteres tat ich und alle kamen unverletzt davon. Vorm Supermarkt, beim Fahrrad entriegeln, ahnte ich, dass die Mutter sich nochmal meldet. Das tat sie prompt, nachdem sie den Supermarkt ebenfalls verlassen hatte, und drohte mir ganz ernst, ich solle nicht nochmal ihr Kind anfassen. ich versprach ihr, dass ich es beim nächsten Mal, wenn es mir wieder in den Weg läuft, wieder beiseite schiebe. Worauf sie etwas sagte, was ich nicht recht hörte. Meine Aufforderung, mir nciht blöd zu kommen, beantwortete Sie mit "Halten Sie den Mund!" Aber nicht deshalb sagte ich nichts mehr, sondern um allen um uns herum Unschönes zu ersparen. Auch weil ich eigentlich ganz friedlich bin, eben ein Mann ... Als ich dann nach Hause fuhr, fiel mir ein, was ich vielleicht falsch gemacht hatte: Ich hatte mich nicht bei ihr entschuldigt, dass ich vielleicht übersehen hatte, dass ihr Kind vielleicht blind ist udn so nicht sehen konnte, dass es mir direkt in den Weg läuft. das könnte ja theoretisch der Fall sein, auch wenn Ihr Sohn, ja, es war ein Junge, so gar nicht blind wirkte, nur ein bisschen rücksichtslos in seinem Bewegungsdrang ...

Ich glaube, das hier ist der richtige Ort und Anlass, um auf dieses kleine Beispiel für das hinzuweisen, was in dieser Welt schief läuft, auch zwischen den Geschlechtern ... Und wenn es im "Kleinen" schon schief läuft, wie sollte es im "Großen" besser funktionieren? Je älter ich werde, desto mehr schwindet mein früherer Glaube an die vernunft. Aber Glaube ist sowieso so 'ne Sache, der ich schon immer skeptisch gegenüber stehe ... Vielleicht ist das mein Problem.

mymind 04.03.2016 | 21:34

Dazu gehört u.a. auch das aus dem Interview mit Vilar: "Ich habe nie dafür gekämpft, dass die Frauen an den Herd zurückkehren. Ich wollte Arbeitszeitmodelle einführen, die es beiden Geschlechtern erlauben, zu arbeiten und Zeit zum Leben zu haben.

Sorry, das habe ich von EV das 1. Mal in diesem Interview gelesen. Oder hast Du davon gehört, dass sie sich in den 70er Jahren oder danach so engagiert dafür eingesetzt hat? Das wäre ja toll, sind aber leider nur Phrasendrescherei einer überschätzen Frau!

80 Prozent der Arbeiten sind nicht angenehm. Und da habe ich Mitgefühl der Frauen für die andere Seite vermisst. ..."

80 Prozent der Arbeiten der Frauen sind vermutlich genauso wenig angenehm. Frauen könnten fragen: Wo bleibt das Mitgefühl der Männer?

Ehrlich gesagt ist mir diese Schiene zu dämlich. Es gibt Männer wie Frauen, die ihre gestressten Partner verstehen & welche, die es nicht tun. Letzteres hat vermutlich andere Ursachen, die im Kern der Beziehung zu suchen sind. Daraus so pauschale Urteile zu fällen & dann auch noch mit hohen, nicht veritablen Prozentsätzen zu jonglieren, zeigt mir ein weiteres Mal, dass ich mit meiner Einschätzung bzgl. Vilar vor 20 Jahren nicht falsch lag.

Die Erfahrung Deines Verwandten ist nicht schön, doch weißt Du was der tatsächliche Trennungsgrund war?

mymind 04.03.2016 | 21:49

Nein ich ziehe das nicht in Zweifel, nur gibt es in anderen Ehen| Beziehungen andere Trennungsgründe als diese. So wie es andere Ehen| Beziehungen gibt, in denen die Frau mehr verdient als der Mann, was zu keinen weiteren Problemen diesbezüglich führt, erst recht nicht zur Trennung.

Ich wehre mich deswegen so sehr gegen derartige Unterstellungen, da sie meinem & nicht nur meinem Selbstverständnis von Miteinander nicht entsprechen. I.Ü. wäre eine europaweite Studie über dieses Thema interessant.

thinktankgirl 05.03.2016 | 07:56

Mit diesen Färbung sehe ich Vilar. Was ist an Schwarzer reaktionär & konservativ _ mal abgesehen von ihrer unsäglichen Unterstützung für Merkel. Oder anders gefragt: was ist an Vilar nicht reaktionär oder nicht konservativ?

Genau!

Die Vilar ist/hat sich doch in den 70er Jahren als Gegenfigur zur Schwarzer aufgebaut (worden), um die feministischen Forderungen zu unterlaufen.

Interessant, daß sie wieder dem selben Zweck dient.

thinktankgirl 05.03.2016 | 08:22

Mit ihrem Buch Der dressierte Mann wurde sie 1971 als Schriftstellerin durch ihren Auftritt in der Eurovisionssendung Wünsch Dir was bekannt. In diesem Buch formulierte sie die provokante These, dass nicht – wie von der damals aufkommenden Frauenbewegung postuliert – die Frau durch den Mann unterdrückt werde, sondern umgekehrt der Mann durch die Frau.[2] Mit dem Buch löste sie große Kontroversen aus und war teilweise heftigen Anfeindungen, körperlichen Angriffen – sie wurde auf der Toilette der Münchner Staatsbibliothek von vier jungen Frauen zusammengeschlagen – bis hin zu Morddrohungen ausgesetzt. Nach ihrer eigenen Aussage war dies der Grund für ihre fluchtartige Emigration aus Deutschland.[3]

Im Jahre 1975 lieferte sie sich ein Fernsehduell mit Alice Schwarzer,[4] die als Vertreterin der Frauenbewegung zu dieser Zeit bekannt wurde. Der Spiegel nannte Vilar in seinem Bericht über die Sendung „modisch-populäre Manneshelferin im Geschlechterkampf“. Nach der Ausstrahlung wurde die Sendung kontrovers diskutiert.[5] Die Meinungen darüber, wer als dominierend aus diesem Fernsehduell hervorging, waren geteilt.[6]

In ihrem Buch Das Ende der Dressur (1977) richtete Vilar sich ausführlich gegen die angeblicheMeinungsführerschaft von Lesben, denen sie vorwarf, heterosexuelle Frauen zu verführen, die „normalerweise für ihre ausgefallenen Wünsche absolut unzugänglich wären“. Um dies zu können, würden sie die feministische Bewegung nutzen, die quasi nur aus Lesben und „männlichen Feministinnen“ bestünde.

https://de.wikipedia.org/wiki/Esther_Vilar

Wenn Sie es für klug halten, die feministische Bewegung als lesbische Rektrutierungsorganisation zu sehen ...

Hans Springstein 05.03.2016 | 14:01

Ich empfehle Dir mal das Vorwort von Vilar zur Neuausgabe von "Der dressierte Mann", "Das polygame Geschlecht" und "Das Ende der Dressur" in einem Band aus dem Jahr 1987. Da äußert sie sich auch rückblickend. Finde ich sehr interessant. Kannste hier beim dtv-Verlag als PDF-Datei lesen.

Ich finde an ihrem Beispiel auch interessant, wie mit Meinungen umgegangen wird, die nicht zum Mainstream, den es auch auf der alternativen Seite gibt, gehören, die sich nicht in einen solchen einpassen wollen. Aber dafür gibt's ja viele Beispiele gerade auf der Seite, die sich links, fortschrittlich, feministisch oder was auch immer nennt und meint und behauptet, den Kapitalismus oder das System oder was auch immer, auf jeden Fall die herrschenden Kräfte und ihre Herrschaft, bekämpfen zu wollen. Wehe dem und der, die da mal widersprechen. Es ist auch eines der beispiele, wo mir dann manches Mal der bürgerliche Liberalismus mit seinem Maß an Gelassenheit auch gegenüber anderen Meinungen und Positionen lieber ist als jene, die sich als fortschrittlich sehen und geben und nur spiegelverkehrt reaktionär sind. Das ist ja auch auf dieser Plattform immer mal wieder in Reinkultur zu erleben.

thinktankgirl 05.03.2016 | 14:45

Da äußert sie sich auch rückblickend. Finde ich sehr interessant. Kannste hier beim dtv-Verlag als PDF-Datei lesen:

Was ist der Mann? Der Mann ist ein Mensch, der arbeitet. Mit dieser Arbeit ernährt er sich selbst, seine Frau und die Kinder seiner Frau. Eine Frau dagegen ist ein Mensch, der nicht (oder nur vorübergehend) arbeitet. Die meiste Zeit ihres Lebens er-nährt sie weder sich selbst noch ihre Kinder, geschweige denn ihren Mann.

Die Entdeckung des Jahres:

Esther Vilar als Stammutter der Maskulinisten!

miauxx 08.03.2016 | 18:52

Ich denke, diese Daten genügen nicht, um zumindest Korrelationen zwischen materiellem Einkommen und Lebenserwartung festzustellen. Um mehr ableiten zu können, müssten die verschiedenen sozialen und wirtschaftlichen Gruppen (Geschlechter als "soziale Konstruktion" einmal ausgenommen) zunächst in sich und dann gegeneinander verglichen werden.