Hardy Prothmann

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RE: Berlin: Prenzlauer Berg als hyperlokale Enklave | 26.12.2010 | 14:10

Guten Tag!

Ihre Antwort bestätigt meinen Eindruck - erstens durch die krakeelerische Art und zweitens durch die leider falschen Aussagen und Anspielungen.

Ich habe nicht behauptet, dass irgendjemand "doof" ist. Das empfinden Sie vielleicht über sich selbst, Herr Kampmann.

Ich bin unabhängig - auch im Gemeinderat - und bekenne mich seit langem zum subjektiven Journalismus.

Es gibt auch nicht fünf Beiträge über mich selbst - in den Texten kommen jede Menge andere Personen vor.

1) Es handelt sich nicht um einen objektiven "Bericht", sondern um einen subjektiven Kommentar. Sie übernehmen dabei gerne ein "sich daneben benehmen" als faktisch gegeben an. Das behaupten in der Tat CDU und FDP und Sie schließen sich ungeprüft dieser Behauptung an und tun so, als wüssten Sie, wovon Sie schreiben: "wieder einmal".
Nicht der Missbilligungsantrag ist ein "Akt gegen das Grundgesetz", sondern die Ablehnung meines Antrags, dass der Gemeinderat jegliche Form der Sanktionierung von Artikel 5 zurückweist - Sie müssen schon genauer lesen, Herr Kampmann.

Heine und Büchner sind keine Märtyrer und ich habe auch nicht vor, einer zu werden, weil das mein Ableben voraussetzen würde.

Auch ist Ihre Behauptung falsch, ich würde die Grenzen der Meinungsfreiheit nur dann erkennen, wenn man es mir mit gleicher Münze heimzahlte. Auch das ist nirgendwo im Text zu belegen und zeigt leider nur ihre ganz enorme analytische Schwäche.

2) Die von einem CDU-Mitglied geforderte Unterlassungserklärung ist ein juristischer Vorgang. Ich erspare Ihnen die Erläuterung der Zusammenhänge, weil ich davon ausgehe, dass das zu kompliziert ist für Sie.

3) Meine Frau berichtet eben nicht "ganz objektiv" wie Sie schreiben. Im zweiten Absatz schreibt sie:
"Und um es gleich vorweg zu nehmen, ich bin mit Hardy Prothmann verheiratet und folglich “befangen”. Ich darf aber trotzdem meine eigene Meinung haben."

4) Leider reichen weder ihre analytischen noch journalistischen Fähigkeiten im Ansatz aus, um erkennen zu können, dass ein "Missbilligungsantrag" ganz sicher das "Top-Thema" für eine kleine Gemeinde wie Heddesheim ist.

5) Sie halten mich für einen "kleinen, bockigen Achtklässler". Ich halte Sie nach wie vor für einen Krakeeler ohne jeden journalistischen Verstand.

Sie haben sich ausreichend präsentiert, um mir eine Meinungsbildung über Sie zu ermöglichen.

Und Sie haben ganz sicher Verständnis dafür, dass ich Ihnen keine Individualbetreuung anbieten kann. Im Branchenbuch finden Sie ausreichend Adressen, die professionelle Hilfe anbieten.

Beste Grüße
Hardy Prothmann

RE: Die FAZ, Sarrazin und Lügen zu Weihnachten | 26.12.2010 | 13:33

Guten Tag!

Auch Herr Schirrmacher lässt sich viele "Hintertürchen" offen - deswegen erkennt er das auch bei Herrn Sarrazin.

Ein Beispiel: Was Sie lesen und was Herr Schirrmacher schreibt, ist nicht ganz deckungsgleich:
"Und auch das ist eine der Hintertüren, die Sarrazin sich offenlässt: ein Buch, das faktisch für eine eugenische Demographie plädiert, hätte den Begriff verhandeln und im Sachregister aufnehmen müssen, statt ihn verschämt als Adjektiv im Strom der Gedanken untergehen zu lassen."

Herr Schirrmacher wirft Herrn Sarazzin beim besten Willen keine "Eugenik" vor, sondern "Verschämtheit". Herr Schirrmacher fordert geradezu die Behandlung des Begriffs.

Die Überschrift allein erklärt sicher niemals den kompletten Text - und im Text wird "fataler Irrweg" keineswegs auf Sarrazin bezogen, sondern auf die Gesellschaft insgesamt:
"Und dieses Beispiel ist auch die Antwort an Sarrazin. Er hat recht in vielem. Aber seine Antwort ist so radikal, dass sie vor muslimischen Milieus nicht haltmachen wird. Sie betrifft alle, das sollten seine Anhänger wissen. Es ist ein Symptom, dass eine demographisch verwundete Gesellschaft ihren Ausweg in der Biologie sucht. Es ist ein fataler Irrweg."

Meiner Auffassung nach, ist Herr Schirrmacher sehr zufrieden mit den "Hauptargumenten" (Er hat recht in vielem) - warnt aber vor dem "Ausweg in die Biologie" als "fatalem Irrweg".

Weil er weiß, wie menschenverachtend der ist.

Lesen Sie es wie eine Korrektur: Schirrmacher sagt, stimmt, stimmt, recht hat er und hier und da sollte er nochmals korrigieren, weil man sich sonst von ihm abwendet.

Das Ergebnis der Korrekturen ist im Text vom 24. Dezember 2010 zu lesen. Kein Wort über "biologische Zusammenhänge". Lektion gelernt. Sarrazin ist auf dem rechten Wege.

Beste Grüße
Hardy Prothmann

RE: Die FAZ, Sarrazin und Lügen zu Weihnachten | 25.12.2010 | 22:38

Guten Tag!

Ich halte diese Passagen nicht für die "entscheidenden", wenn man sie im Zusammenhang mit der Betonung der "positiven" Sichtweise auf Sarrazin durch Schirrmacher betrachtet.

Ich verstehe den Artikel anders als Sie, C.K. - ich halte ihn nicht für ein "schweres Geschütz" gegen Sarrazin, sondern sehe eher eine Unterstützung, Sarrazin gesellschaftsfähig für eine Art elitenkonservativer Kreise zu machen.

Genau in diesem Zusammenhang sehe ich auch den aktuellen Artikel von Sarrazin in der FAZ.
Schirrmacher ist nicht so dumm, irgendwelche blöden "Gen-Debatten" zu führen, die auf der "biologistischen" Schiene laufen.
Er ist aber sehr interessiert daran, diese Debatte auf der "sozialen" Ebene zu führen. Heißt: Intelligenz vererbt sich durch Eliten, zu denen er sich zweifellos zählt und dieses gilt es zu fördern.

Der Rest ist degeneriert, schreibt Schirrmacher.

Wenn die Position Herrn Schirrmachers in dem mdr-Interview ehrlich wäre, dann wäre dieser Text von Herrn Sarrazin nicht in der FAZ erschienen, ob am 24. Dezember oder zu einem anderen Datum.

So gesehen versteht man, warum nun dieser Artikel erschienen ist.

Beste Grüße
Hardy Prothmann

RE: Die FAZ, Sarrazin und Lügen zu Weihnachten | 25.12.2010 | 19:19

Guten Tag!

Dass die FAZ diesen leider sehr schwachen und selbstgefälligen Text abdruckt, hängt sich mit der Faszination des intellektuellen Schauders zusammen, den Männer wie Herrn Schirrmacher befällt.

Auch er changiert gerne um die Sarrazinschen Thesen herum.
Zwei zufällig ausgewählte Texte zeigen das bei gründlichem Lesen sehr genau.

Herr Schirrmacher schreibt am 31. August 2010 einen langen Text, der sich sehr gefällig mit Herrn Sarrazin zeigt - auch wenn immer wieder Einsprengsel förmlicher Distanz zu finden sind:
"Thilo Sarrazin ist der Ghostwriter einer verängstigten Gesellschaft. Aber er verschweigt die Pointe seines Thrillers. Seine Thesen laufen auf eine vollständige Neudefinition unseres Begriffs von Kultur hinaus und erschöpfen sich nicht in muslimischen Milieus."

Herr Schirrmacher stützt die Thesen Sarrazins, als sei der ein Prophet:
"Zunächst: Dieses Buch hat nicht Thilo Sarrazin verfasst. Es wurde von einer Politik geschrieben, die seit Generationen nicht mehr in Generationen denkt, sondern in Monaten. Sarrazin ist lediglich der Ghostwriter der Gespenster, die uns jetzt heimsuchen."

Was Herr Schirrmacher wirklich denkt und was auch ihn umtreibt, ist schön mit diesem Satz belegt:
"Sarrazin beschreibt den demographischen Zustand des Landes klinisch als das, was man früher „Degeneration“ nannte."

Herr Schirrmacher folgt dieser Demagogie auf vermeintlich intellektuellem Niveau und ist sich nicht zu schade, krude und gefährliche Diskussionen neu aufleben zu lassen. Vordergründig scheint er sie abzulehnen, solche Sätze lassen daran aber erheblich Zweifel:
"Es hat sich gezeigt, dass Bildung und der Glaube an die eigene Kultur die Integration dieser Gruppen nach 1965 viel mehr beschleunigte als jede Form eugenischer Politik."
bit.ly/aBkq2D

Mit gleichem Datum erscheint ein Interview beim mdr mit Herrn Schirrmacher, das sich in der "Essenz" ganz anders liest, hier ist eher eine ablehnende Haltung vordergründig erkennbar - für die politisch korrekte Dokumenation:
www.mdr.de/nachrichten/7620944.html

Andererseits behauptet Herr Schirrmacher, dass diese Debatte geführt werden muss.

Das glaube ich auch: Es ist interessant zu erfahren, wer in der Debatte welche Haltung einnimmt.

Am 04. September habe ich mir dazu in diesem Text meine Gedanken gemacht:
"Der Fall Sarrazin: Das Dilemma kann gar nicht groß genug ausfallen"
prothmann.posterous.com/27342072

Beste Grüße
Hardy Prothmann

RE: Berlin: Prenzlauer Berg als hyperlokale Enklave | 25.12.2010 | 16:22

Guten Tag!

Herr Kampmann, leider belegt Ihr Kommentar meinen Eindruck, dass Sie eher ein Krakeeler denn ein Journalist sind.

So bleibt jedem von uns seine Masche - mal schauen, was jeweils draus wird. ;-)

Gruß
Hardy Prothmann

RE: Berlin: Prenzlauer Berg als hyperlokale Enklave | 22.12.2010 | 15:39

Guten Tag!

Ich habe zum Start des heddesheimblogs einen eindeutigen Vorteil gegenüber den Prenzlauerberg-Nachrichten gehabt: Ich kannte den Namen des Bürgermeisters.

Ansonsten wusste ich Anfang 2009 über den Ort, in dem ich lebe, nur sehr wenig.

Das hat sich geändert, seit ich über diesen Ort berichte. Und genauso ging es mir mit Ladenburg, Hirschberg und nun Weinheim, wo ich ebenfalls lokale Blogs betreibe.

Der große Vorteil für einen wie mich, der von außen kommt: Alles ist neu, es gibt keine Seilschaften, in denen ich mich verheddern könnte, aber jede Menge tolle Themen.

Deswegen finde ich jedes Blog, dass entsteht, um lokaljournalistisch zu arbeiten, erstmal grundsätzlich gut.

Was ich nicht verstehe, wie man so einen langen Aufreger-Riemen schreiben kann, wo doch gerade mal 17 Artikel auf PBN erschienen sind und das Angebot drei Wochen am Start ist.

Was ich verstehe, sind Vorwürfe wie "Zugezogener" (bei uns heißt das noigeplaggd). Hier kommen die Vorwürfe allerdings von verbohrten Dörflern, die Angst um ihre kleine Ortsmafia haben.

Wahrscheinlich gibt es das aber auch in Berlin und seinen Bezirken.

Und wenn es tatsächlich so wäre, dass dieses neue Blog nur eine gewisse Klientel bedient, die sich dafür interessiert, dann ist das doch in Ordnung, noch mehr, wenn sich diese Arbeit finanzieren lässt.

Oder schreiben Sie demnächst einen bitterbösen Artikel über die Märklin-Zeitung für Eisenbahner? Weil hier nur Eisenbahn-Freunde bedient werden und keine anderen Milieus?

Ich wünsche den PBN und allen Blogs überall einen erfolgreichen Start und einen langen Atem - den braucht man gegen viele Widerstände, wie dieser Artikel belegt.

Beste Grüße
Hardy Prothmann

RE: Unser täglich Brot | 07.09.2010 | 20:29

Guten Tag!

Die Finanzierungsfrage ist sehr einfach zu lösen und wird sich auch lösen.

Einen zweiten Werbemarkt neben dem ersten aufzubauen, funktioniert für die Zeitungen nicht. Deswegen machen sie es nicht.

Ein neuer Werbemarkt funktioniert aber für die lokalen, regionalen Internetangebote.

Die haben aber noch nicht die Markt-Verbreitungsrelevanz von Print. Zur Zeit sind die Werbekunden noch zögerlich, weil sie Print kennen und online noch nicht.

Sobald sie aber online kennen, werden sie schon aus Kostengründen für Print verloren sein.

Das dauert noch seine Zeit, sobald mir aber jemand ausreichend Geld in die Hand gibt, um ein Vertriebsnetz und ein entsprechendes Marketing aufzubauen, geht das ratzfatz.

Beste Grüße
Hardy Prothmann

RE: Unser täglich Brot | 07.09.2010 | 18:35

Guten Tag!

Haltung ist ein Begriff, den jeder selbst mit Leben füllt.

Haltung im Journalismus bedeutet für mich und meine Mitarbeiter, dass wir unsere Leserinnen ernst nehmen und unseren Job unabhängig, überparteilich und ohne Ansehen der Person machen.
Unser Aufgabe ist nicht, es Politikern, Amtsinhabern, Funktionären und anderen recht zu machen, sondern die Öffentlichkeit umfassend, zutreffend und nachvollziehbar zu informieren.

Beste Grüße
Hardy Prothmann

RE: Unser täglich Brot | 05.09.2010 | 16:29

Guten Tag!

Gibt es zu diesen hehren Ansprüchen auch ein paar Beispiele?

Und was, wenn sich Blogs genau auf diese Stärken besinnen - ohne eine Zeitung beliefern zu wollen?

Beste Grüße
Hardy Prothmann

RE: Unser täglich Brot | 05.09.2010 | 16:15

Guten Tag!

Ich habe mich vor einem Jahr entschieden, unter die Blogger zu gehen und damit mein Geld als Journalist zu verdienen, dass ich vorher fast 20 Jahre lang bei "klassischen" Medien verdient habe.

Das ist nicht einfach, weil dieser Werbemarkt erst aufgebaut werden muss, aber es geht.

Zur Zeit arbeite ich so viel wie noch nie - verdiene aber auch so wenig wie noch nie.

Auch das hat mit Haltung zu tun, die der geschätzte Kollege Lilienthal beschreibt. Ich bin bereit, den Gürtel ganz eng zu schnallen, weil ich an den Journalistenberuf und seine enorm wichtige Rolle für die Demokratie glaube.

Ein anderer Teil meiner Haltung ist, dass ich meine LeserInnen ernst nehme und das umsetze, was "matthias" in seinem Kommentar schreibt.

All die strukturellen Probleme der Zeitungslandschaft sind zutreffend beschrieben - ich habe dafür im vergangenen Jahr den polemischen Begriff Bratwurstjournalismus erfunden.

Es gibt noch eine Beobachtung, die hier fehlt: Die Rezeptionshaltung der Menschen. Das in vielen Teilen Deutschlands immer schlechter werdende Produkt "Lokaljournalismus" hat dazu geführt, dass sich die Menschen daran gewöhnt haben.

Es ist nicht nur so, dass Zeitungen sich zur PR-Organen der Wirtschaft und Politik gemacht haben und nicht nur oberflächlich berichten und noch fataler, gar nicht berichten - viele Menschen haben sich damit abgefunden. Sie wollen nicht informiert werden, sondern verlangen geradezu den Bratwurstjournalismus, bei dem sich alle gegenseitig loben, alles gut und erfolgreich ist und eitel Sonnenschein eines gnädigen Wettergottes herrscht.

Der Entmündigung der Bürger ist deren Einverständnis dazu gefolgt.

Wie in anderen Kommentaren hier beschrieben, erfordert es eine unglaubliche Mühe und Anstrengung, diese Lethargie wieder in ein aktives Interesse zu verändern.

Meine Hoffnung ist es, dies zu erreichen. Das tun auch andere Blogger überall in Deutschland. Ihnen gilt meine Anerkennung und Hochachtung, weil ich selbst erlebe, mit welch unglaublicher Energie die "herrschenden Klassen" diese Bewegung zu stoppen versuchen.

Einen schönen Tag wünscht
Hardy Prothmann