#Lanz, #Schwarzer und die #NSA

Empört Euch! - Auf dem ersten Blick verbindet diese Skandale gar nichts. Auf dem zweiten Blick ist es die Empörung über unsere Medienwelt, welche die Skandale miteinander verbindet!
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Wir leben in einem "freien" Land. Das glaubt zumindest unser Bundespastor. Der glaubt aber auch, dass die Stasi böser als die NSA war, weil sie ihre mühselig gesammelten Daten dilletantisch auf Papier, statt auf Servern, gespeichert haben.

In diesem Land darf man sagen, was man möchte! Man kann der Mehrheit nachplappern oder der Mehrheit widersprechen. Je nach Thema und Bühne der jeweiligen Meinungsäußerung beinhaltet diese Freiheit jedoch auch, dass man dann - anders aber ähnlich wie in der DDR - Schwierigkeiten bei der Wahl des Berufes bekommt. Personalchefs übernehmen hier die Tätigkeit der Stasi und sind auch nicht wirklich verpflichtet, innerhalb ihres undemokratischen Unternehmens die Meinungsfreiheit zu respektieren!

Nur eine unüberlegte politische Meinungsäußerung und die Türen vieler Firmen knallen erst einmal zu. Das schreiben zumindest unsere Medien. Fürsorglich. Natürlich nicht, um uns das Wort zu verbieten!

Viele Medienmacher machten sich über die Lanz-Petition lustig. Oder griffen sie direkt unter der Gürtellinie an, indem sie die Petition mit Nazi-Vergleiche diffamierten. Fast ausschließlich wurde dabei die Aussage des Protests - die Unzufriedenheit mit unseren gleichgeschalteten Medien - vollkommen ignoriert.

So ist es mit der Freiheit, wie sie der Neoliberalismus predigt. Die Arschlöcher bedienen sich am großzügigsten und gierigsten am Buffet der Freiheit. Für die restliche Menschheit bleiben nur noch Krümmel der Freiheit übrig.

So stand jetzt erst einmal die Diffamierung der Medienkritik in großen Lettern auf allen Online-Seiten und selbst Aktivisten griffen die Petition plötzlich als "unpolitisch" und "albern" an. Auch ein sehr typisches Phänomen im "freien Westen". Ein Protest wird erfolgreich, Medien verbreiten Halb-/Unwahrheiten und die APO beginnt sich gegenseitig zu misstrauen und zerstreitet sich.

Doch war die Lanz-Petition wirklich unpolitisch?

Ein ganz klares NEIN! Der durch Lanz losgetretene Protest und die dahinterstehende Medienkritik sind extrem politisch. Und alle Bewegungen könnten profitieren, wenn sie sich noch dazu gesellen würden.

Warum?

Weil es um Sendezeit geht. Um die Gäste und Themen der Talkshows. Und vor allem um die Deutungshoheit zu politischen Themen!

Oft bekam man zu hören, dass man sich lieber zum Thema Snowden empören sollte. Dem stimme ich zu! Ich empöre mich auch sehr über das Thema. Seitdem ersten Tag! Und ich empöre mich umso mehr, dass während eines solchen Skandals, unsere Medien und ihre Talkshows derart versagen!

Die Medien haben es sogar geschafft, die Kanzlerin im Amt zu halten, obwohl sie gemeinsam mit der FDP zur schlechtesten und unbeliebtesten Regierung aller Zeiten gehört hat. Unzählige Skandale und Rücktritte. Und dann noch die NSA-Veröffentlichungen wenige Monate vor der Bundestagswahl. Unfassbar, dass Merkel noch walten darf!

Ich empöre mich auch darüber, dass Jauch - sonntags um 21:45 Uhr - eine Stunde lang mit seinen Gästen über ein Interview gesprochen hat, obwohl das von wohl 6 Stunden auf eine halbe Stunde gekürzte NDR-Interview mit Snowden erst gegen 23 Uhr ausgestrahlt wurde. Schön spät. Und wie schon angemerkt ... erst nachdem Jauch mit seinen Gästen über das Interview gesprochen hat! So klären Medien auf, die scheinbar nicht wirklich aufklären wollen!

Hinzu kommen die mitunter unsäglichen Gäste dieser Talkshows. Beim Jauch saß da z.B. ein Ex-Botschafter der USA. Ein feister Mann, bei dem man sich sorgt, dass dem noch Reste der letzten Wurst aus dem Rachen geflogen kommen, während er langsam und schwerfällig seine Drohungen an die Deutschen röchelt. Nachdem Motto: Wenn sich deutsche Politiker jetzt gegen diese Spionage wehren wollen, werden die USA Deutschland in Europa isolieren!

Ja, so ist sie: unsere Freiheit! Unsere neoliberale Freiheit natürlich. Nicht die der Menschen!

Und als wäre das nicht schon schlimm genug ... setzen sie uns auch noch immer wieder die selben Gesichter in die Talkshows. INSM-Lobbyisten, Banker, Manager und sogar DFB-Funktionäre! Selbst ein Steuerhinterzieher wie Uli Hoeness durfte schon beim Jauch den Politikern Ratschläge geben. Worüber? Na, die fehlerhafte Steuerpolitik natürlich!

Womit wir bei Alice Schwarzer wären. Die neoliberale Zuchtmeisterin der Frauen. Eine vermeintliche Feministin, welche scheinbar nur ein Ziel hatte:

Die Frauen zu knechten!

Denn wer kein Geld verdienen und anhäufen möchte, ist eine dumme Frau und muss noch viel von Schwarzer lernen! Mensch! Frauen! ... warum werdet ihr nicht auch einfach asoziale Männer? So wie Alice! Frei nach dem Motto: Warum die Welt für Alle besser machen, wenn man auch mit Allen gemeinsam die Welt egoistischer machen kann?

Nicht einmal der Femismus hat es bislang in dieser freien (Medien)Welt geschafft eine Feministin landesweit berühmt zu machen, welche sich vom Diktat der Arbeit konstruktiv und intelligent distanziert!

Dabei müsste der Femismus zu unseren größten Lobbies gehören, wenn man bedenkt, dass über 50% der Bevölkerung weiblich ist! Aber bislang wurde diese Lobby nur von einer Steuerbetrügerin und konservativen Merkel-Gefolgin vertreten.

Ich hoffe ich konnte ein wenig erklären, warum die Lanz-Petition m.E. nach eine gelungene, politische Medienkritik war!

Empörung darf nicht miteinander konkurrieren. Empörung sollte sich bündeln, vernetzen und sollte sich auf das gemeinsame Ziel konzentrieren. Auch wenn die Themen auf dem ersten Blick gar nicht zusammenpassen. Die Gemeinsamkeit ist die Kritik am herrschenden System. Am Neoliberalismus! Und wie die Medien mit dieser Kritik und den Themen umgehen!

Viel Spaß beim diskutieren!

Hochachtungsvoll
Euer Harm

19:29 03.02.2014
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Geschrieben von

Harm

queer dissenting artist - twittert unter @HarmNeitzel
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Harm

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