"We are Borg. Resistance is futile. You will be assimilated."

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In den letzten Tagen haben sehr viele aufgeregte Frauen noch viel aufgeregter eine Frauenquote für die Piratenpartei gefordert. Eine Forderung die ich zu diesem Zeitpunkt nun wirklich lächerlich und realitätsfern empfinde. Und das wissen diese Frauen auch, sofern sie nicht von einem anderen Planeten kommen. Man kann sich richtig vorstellen, wie die Parteifreundinnen von Frau Künast die Schmach vom Berliner Wahlsonntag bewältigen, indem sie diese neue, frische Partei niederschreiben. Diese Partei, die so alles ist, was die Grünen einst mal waren. Aber auch vermeintliche Feministinnen hauen in die Tasten, weil sie eine lautstarke Horde von Machos erkennen wollen und merken gar nicht, dass sie selbst schon längst zu diesen Machos geworden sind.

Jede Frau die eine Frauenquote zu diesem Zeitpunkt fordert, bitte ich zuerst einmal wahlweise auf eine Fantasy-Rollenspiel-, Star Trek- , Comic- oder Games-Convention zu gehen und dort vorzuschlagen, dass man eine Frauenquote einführen sollte. Wenn die armen Nerds & Geeks nicht alle komplett eingeschüchtert vor Angst erstarren und anfangen ratlos sich untereinander Nachrichten über ihre Messenger zu schicken, würde man diesen aggressiven Feministinnen sicher schnell erklären, dass man mehr als glücklich über jede einzelne Frau ist, die sich in diese sympathische und fantasievolle Aussenseiterwelt verirrt.

Oder man stelle sich nur vor, wie Alice Schwarzer sich einem blassen, schwächlichen, pickligen, sensiblen 16 jährigen Nerd entgegenstellt und ihn anblafft, ob er keine Frauen mögen würde oder aus welchem anderen Grund er noch keine Freundin hat. Gerade Alice Schwarzer, die sich laut eigener Aussage den Männern oftmals näher fühlt als den Frauen. Das glaube ich ihr übrigens aufs Wort. Ich dachte mir sowas schon. Mir geht es als homosexueller Mann eher andersherum. Weswegen ich den maskulinen Feminismus der Frau Schwarzer auch so gar nicht nachvollziehen kann. Geht es denn nur darum, dass Frauen auch das Recht haben sollten, wie ein männlicher Platzhirsch aufzutreten?

Ich glaube die Mehrzahl der Nerds würden problemslos eine Frau zu ihrer "Königin" benennen, weil Hierarchien egal sind. Wäre doch nur ein wertloser Titel. Die Königin wäre eh Teil des Kollektivs, wie jedes andere Mitglied auch. Eine Bienen-Königin hat ja auch kein previligierteres Leben als die anderen Bienen. Sie hat nur eine andere Aufgabe, als der Rest der Bienen und wurde zufällig vom Menschen mit dem albernen Titel "Königin" bedacht.

Letztendlich ist doch viel entscheidender, welches Level ein Mensch in bestimmten Fähigkeiten erreicht hat. Und wie diese Fähigkeiten dem großen Ganzen nützlich sein können. Man muss sich dafür nur die Highscoreliste eines Online-Games vorstellen. Alles Pseudonyme. Zum Teil noch nicht einmal einem Geschlecht zuordbar. Und ganz oben steht der Mensch (die Menschin), welcher in diesem Spiel am fähigsten ist. Und den Spielern ist es gänzlich egal, ob nun eine Frau oder ein Mann hinter diesem Pseudonym steckt.

Diese Debatte zeigt mir wieder nur einmal, wie "männlich" einige Feministinnen selbst argieren. Schade. Denn mir fehlen eigentlich die vermeintlich "weiblichen" Eigenschaften in der Politik. Empathie und Mitgefühl. Aber welche Spitzenfrau in der deutschen Politik hat bzw. zeigt diese Fähigkeiten denn noch? Quote hin oder her! Renate Künast und Frau Schwarzers Busenfreundin Angela Merkel sicher nicht!

18:10 07.10.2011
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Geschrieben von

Harm

queer dissenting artist - twittert unter @HarmNeitzel
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Harm

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