RE: Homöopathie und Ich I - Vorspiel | 13.02.2012 | 22:24

"da nach der Relativitätstheorie keine Information schneller übertragen werden kann, als die Lichtgeschwindigkeit vorgibt.
Experimente mit Lichtstrahlen (LASER) haben jedoch in der Zwischenzeit ergeben, dass eine solche Informationsübertragung sehr wohl existiert."

Da wird keine Information übertragen (jedenfalls nicht schneller als das Licht im Vakuum).

RE: Postgender? Damit sind die Piraten von gestern | 28.01.2012 | 05:45

Hier wird derselbe Fehler gemacht, der mich auch bei den Gründen ständig aufregt: Es wird nicht zwischen einer Partei und dem Rest der Gesellschaft unterschieden. Daraus, dass Frauen in der gesellschaftlichen Praxis noch merklich benachteiligt werden (jedenfalls im Ergebnis), kann man nicht folgern, dass das auch innerhalb einer Partei so ist.

Man wird auch mit noch so viel Gerede nicht darum herumkommen, dass sich irgendwann mal eine Frau entscheiden muss, irgendwas zu tun. Also zu kandidieren oder auch nur mal etwas zu sagen (auf den durchquotierten Parteitagen der Grünen klappt ja nicht mal letzteres; es ist erbärmlich). Es ist nicht sachgerecht, da von Unterdrückung zu sprechen. Und wenn "die Frauen" keine Lust haben, bei den Piraten mitzumachen, dann ist das zunächst mal die Schuld, genau, der Frauen.

Es ist nicht so, dass man zwingend Frauen braucht, um frauenförderliche Politik zu machen. Bei den Piraten könnte keine einzige Frau aktiv sein, und dennoch könnten sie sich am stärksten für den Abbau praktischer Benachteiligungen einsetzen. Umgekehrt kann auch eine Partei mit hohem Frauenanteil dabei versagen.

Es ist deshalb wichtig, beide Aspekte getrennt zu betrachten. Entweder machen die Piraten gute Frauenpolitik, dann ist es völlig egal, wie ihr interner Frauenanteil ist, oder sie machen schlechte Frauenpolitik, dann muss man nach den Gründen dafür fragen bzw. sie dafür kritisieren. Aber nur auf den Frauenanteil zu schauen und daraus die Andeutung zu basteln, die Frauenpolitik der Piraten könne nur schlecht sein, ist eine Unverschämtheit. Aber solche Unverschämtheiten gehören offenbar in einer bestimmten Ecke einfach dazu.

RE: Viel Kohle für wenig CO2 | 11.11.2011 | 18:33

Die Bezugsgröße ist falsch, weil die Dauer des Investitionszeitraums nichts mit der Dauer der Einsparung zu tun hat. Auch wenn im Folgejahr gar nichts mehr investiert wird, wird ja immer noch gespart. Sie investieren in einem Jahr, haben aber 50 Jahre lang etwas davon. Sie müssen also die Investition ins Verhältnis zur Einsparung über die gesamte Lebensdauer setzen.

Es ist völlig unerheblich, BIS ZU welchem Wert die Amortisationsdauer reicht. Für die Frage, ob energetische Sanierung (grundsätzlich) sinnvoll ist, sind der Minimalwert und (für den Umfang) der Durchschnitt relevant, und zwar pro Maßnahmekategorie. Wanddämmung wird dadurch keinen Deut schlechter, dass die Amortisationsdauer einer Fenstersanierung etwa das Dreifache beträgt. Wenn Sie sich auf "offizielle Rechnungen" beziehen, dann verlinken Sie die doch hier. Bei alten Gebäuden sind auch weniger als zehn Jahre nicht ungewöhnlich (natürlich nur bei den rentabelsten Maßnahmen). 18 Jahre halte ich nicht für kurz.

Für die CO₂-Vermeidungskosten müssen Sie vor allem die sowieso anfallenden Baumaßnahmen aus den Gesamtkosten herausrechnen (Fassadendämmung erhöht außerdem die Lebensdauer der Bausubstanz). Wo kommen denn diese 87 Milliarden her, was umfasst diese Zahl alles?

Man muss auch mal hinterfragen, was "Vermeidungskosten" sein sollen. Da kann man sich nicht einfach auf die Investitionssumme beschränken und ignorieren, ob man dabei draufzahlt (EEG), weil dasselbe anders, teurer erzeugt wird, oder spart, weil man weniger Ressourcen benötigt. Photovoltaik rechnet sich nie. Die Mehrkosten gegenüber klassischer Stromerzeugung (die Subvention) kann man da als Vermeidungskosten ansehen, weil es sich dabei auch langfristig um Kosten handelt. Bei rentablen, risikolosen Investitionen spielt die Höhe keine große Rolle. Je mehr man investiert, desto mehr Geld hat man am Ende. Eine Verwechselung liegt insofern vor, als Sie ignorieren, dass in dem einen Fall eine Subvention vorliegt (die den größten Teil der Investition ausmacht), in dem anderen aber nicht.

Beim Heizen bin ich tatsächlich auf eine missverständliche Darstellung hereingefallen.

RE: Viel Kohle für wenig CO2 | 11.11.2011 | 02:51

Der Artikel ist unglaublich schlecht. Auf das Matheversagen wurde bereits hingewiesen. Aber selbst wenn man es mit dem Rechnen und Denken nicht so hat: Es weiß doch inzwischen jedes Kind, dass sich energetische Sanierung sogar bei Marktpreisen innerhalb weniger Jahre amortisiert (in deutlich kürzerer Zeit als der vom EEG garantierten Zeitspanne festgelegter Vergütung), während die erneuerbaren Energien trotz Befreiung von den Kosten des Netzmanagements noch lange nicht mit den Marktpreisen für Strom mithalten können. Mal locker Investiton mit Subvention verwechselt, herzlichen Glückwunsch. Die Hälfte des deutschen CO₂-Ausstoßes geht aufs Heizen zurück, nur ein Viertel auf den Strom.

Natürlich rentiert sich nicht jede Sanierung im gleichen Maß (im Gegensatz zur EEG-Subvention), das gilt sowohl für die unterschiedlichen Gebäude als auch die unterschiedlichen Sanierungsmöglichkeiten. Abwegig, alles über einen Kamm zu scheren. Die Maßnahmen, die den Hauptteil der Einsparungen liefern (Dach- und Wanddämmung) amortisieren sich in etwa zehn Jahren. Je mehr man macht, desto weniger rentabel wird das Ergebnis.

Hinzu kommt – Matheversagen, die zweite – dass die Ersparnis mit den Heizpreisen steigt. Bei (zurückhaltend kalkulierten) 6% sind aus 2500 EUR heute in zehn Jahren 4477 EUR, in 20 Jahren sogar 8017 EUR geworden. Oooops. Die KfW-Sanierungskredite sind fünf Jahre tilgungsfrei, danach zehn Jahre lang mit einem Prozent verzinst.