Henry Cekano

Pressefreiheit über alles ???
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RE: Die Wahl unseres Lebens | 25.09.2021 | 13:58

Auf dem Titelblatt der 38. Ausgabe ist u.a. zu lesen: Die nächste Bundesregierung kann den Klimakollaps noch verhindern, - Frage: Was soll man von einer Redaktion halten, die solchen Unsinn nicht bemerkt oder vielleicht sogar mitträgt? - Unsinn,, weil eigentlich klar sein müsste, dass die Bundesregierung keine Weltregierung mit weltweiter Weisungs- und Handlungsbefugnis ist. Sie kann deshalb ihren Beitrag zur Verhinderung eines Klimakollaps leisten, aber sie kann ihn nicht, z. B. per Kabinetsbeschluss, verhindern.

RE: Einmal Corona und zurück | 11.05.2020 | 14:28

Der Artikel ist eine gute, weil umfassende Beschreibung des Ist-Zustandes. Erfreulicher Weise weitestgehend ohne Polemik und ohne Schuldzuweisungen in irgendwelche Richtungen. Trotzdem - oder gerade dadurch - wird deutlich, in welch schwieriger, weil hoch komplexer Situation wir uns derzeit befinden. Sicherheitsbedürfnisse einerseits und Freiheitsrechte sowie soziale, betriebs- und volkswirtschaftliche Interessen andererseits, müssen irgendwie in eine dem Allgemeinwohl dienende Balance gebracht werden. Von den besonders im Vordergrund stehenden Personen der beteiligten oder betroffenen Fach- Sach- oder Entscheidungsgebiete wird erwartet, dass sie sich präzise äußern, also zuverlässige Informationen liefern und richtige, mindestens aber nachvollziehbare Entscheidungen im Sinne des allgemeinen Wohlergehens treffen. - Aber: Alle wissen eigentlich zu wenig. - Sowohl fachspezifisch (das Virus und sein Ausbreitungsverhalten betreffend), wie auch überfachlich (Einschätzung der sozioökonomischen Nebenwirkungen der z. B. von Epidemiologen empfohlenen Verhaltensbeschränkungen). Die eigentlich und dringend erforderliche interdisziplinäre Zusammenarbeit funktioniert nur holpernd. Beispiel: die Aussagekraft der in kurzen Abständen immer wieder veröffentlichten statistischen Darstellungen in Säulen-, Tortendiagrammen, Verlaufskurven oder Kennzahlen ist häufig deshalb fragwürdig, weil nicht sichergestellt ist, dass bereits bei der Datenerfassung vor Ort, keine methodischen Fehler gemacht werden. Aufgrund begrenzter Testkapazitäten oder weil die Erfassung nicht von Statistik-Fachleuten, sondern von Personen aus anderen Fachbereichen (z. B. von Medizinern) unbewusst nicht sachkorrekt vorgenommen werden. Die Aussagekraft der Ergebnisse ist deshalb nicht völlig irrelevant. Sie ist aber mit einer meist nicht definierten Ungenauigkeit behaftet und darf (oder muss) deshalb mit Skepsis betrachtet werden. - Dazu kommen viele, in den Medien erscheinende “fachkundige” Interpretationen und Kommentare, deren “erhellende” Wirkung für das große Publikum hier aus Höflichkeitsgründen nicht näher betrachtet werden soll.

Dass das Land aus medizinisch-epidemiologischen Sicherheitsgründen nicht vollständig zum Stillstand gebracht und nicht auf Dauer in einem solchen Zustand gehalten werden kann, ist wohl allen klar. Es müssen(!) also Lockerungsmaßnahmen ergriffen werden. Deren Auswirkungen sind aber nur teilweise bis gar nicht voraussehbar. Das Ganze kann also nur in kleinen Schritten und mit einem sehr gut funktionierenden Monitoring geschehen. Mit einem Beobachtungssystem also, das es gestattet, die Auswirkungen der Lockerungen laufend und so früh wie möglich zu erkennen, um flexibel und schnell auf diese reagieren zu können (weitere Lockerungen oder Rücknahme der Lockerungen oder die Einführung anderer Formen der Lockerungen). - Man kann nur hoffen, dass im vielstimmigen Chor der Lockerungsdrängler mindestens dafür ein breiter und vor allem haltbarer Konsens gefunden werden kann.

RE: Bizarre Blüten | 01.05.2020 | 12:24

Aus dem bisherigen Handeln der Bundes- und Landesregierungen ist nicht erkennbar, dass diese nicht wissen, dass übertriebene Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung (totale Medizin) zu sozialen und wirtschaftlichen Verwüstungen schlimmster Art führen können; und dass die Bekämpfungsmaßnahmen deshalb entsprechend der jeweiligen Gesamtlage laufend angepasst werden müssen. - J. Augstein rennt da wortreich aber irgendwie realitätsblind offene Türen ein. - Kritik um der Kritik willen?

RE: Volksgemeinschaftsmoral, bitte | 19.04.2020 | 14:04

Ja; ich gebe ihnen Recht: Die Umwandlung von unter landes- oder kommunalpolitischer Kontrolle stehenden Krankenhäusern in privatwirtschaftlich geführte Einrichtungen, hat in diesen mindestens zum Teil zu Kosten-Nutzen-Betrachtungen geführt, deren Folgen Sie weitestgehend zutreffend beschrieben haben. Das ist übrigens immer so, wenn in Institutionen, gleich welcher Art, die Betriebswirtschaftler, also nicht(!) die die Bestimmung des Unternehmens tragenden Fachleute (in diesem Fall das medizinische Personal) dominant das letzte Wort haben. Und gerade weil es fast immer so ist, hätte man die Umwandlung von Krankenhäusern in, wie manche sagen, “Profitmaschinen“, in weiser Voraussicht vielleicht verhindern können. - Allerdings: Nicht alle privatwirtschaftlich geführten Krankenhäuser haben sich zum Nachteil ihrer Patienten zu reinen Gewinn-Erwirtschaftungsunternehmen entwickelt. Manche funktionieren sogar deutlich besser als die Krankenhäuser früherer Art, in denen sich, nicht zuletzt wegen des fehlenden Effizienzdrucks, ein gewisser Schlendrian eingeschlichen hatte. - Also: Vorsicht mit Pauschalurteilen!

Zum Katastrophen-Management: Dass in verschiedenen Bundesländern geringfügig unterschiedliche Maßnahmen zur Vermeidung der Ausbreitung des Corona-Virus festgelegt wurden, hat weniger mit mangelnder Koordination oder pathologischer Profilsucht der Regierenden zu tun, sondern ist vielmehr auf unterschiedliche Infektionslagen in den einzelnen Ländern zurückzuführen. Moderat flexibles Handeln ist in solchen Fällen doch eher zu begrüßen als zu betadeln. - Dass das Corona-Virus zunächst verharmlost und später zusammen mit den Medien der Untergang der Menschheit an die Wand gemalt wurde, ist mir nicht aufgefallen. - Woher haben Sie Ihre Informationen?

RE: Volksgemeinschaftsmoral, bitte | 18.04.2020 | 19:03

Im Artikel wird fehlende politische und journalistische Kritik beklagt. Zahnlose Opositionsparteien und regierungsfreundlicher Mainstream-Journalismus beherrschen, so der Tenor des Artikels, das Bild.

Dabei wird übersehen, dass Kritik immer dann angebracht ist, wenn eine gefährliche Situation dadurch entstanden ist, dass an verantwortlicher Stelle nachweislich bewusst oder leichtfertig falsch gehandelt wurde. Nachweislich, weil geraume Zeit vor dem Eintreten einer gefährlichen Situation bereits genügend Anzeichen für eine Fehlentwicklung und entsprechend deutliche Hinweise darauf existierten.

Dass eine Corona-Pandemie über uns hereinbrechen könnte, wurde von Experten zwar nicht ausgeschlossen, aber für eher unwahrscheinlich gehalten. - Und können denn Regierungen oder andere zuständige Stellen für alle möglichen, aber nicht sehr wahrscheinlichen Gefahren Vorkehrungen schaffen und laufend bereithalten, ohne dabei in eine Überabsicherung zu verfallen? Mit entsprechendem Aufwand und mit sich aus diesem ergebenden Einschränkungen im gesellschaftlichen Zusammenleben? - Die Antwort auf diese Fragen kann nur - Nein - heißen. Einfach, weil die Vorhersehbarkeit komplexer Geschehensverläufe begrenzt ist; und weil es schon deshalb, aber auch generell ganz ohne Risiko eben nicht geht. Und mit wohlfeiler Begleitkritik oder Kritik im Nachhinein (das haben wir schon immer gesagt) müssen wir im Falle des Eintretens von Katastrophen oder ähnlichen Problemlagen dann eben leben. - Wichtig ist, dass bei eingetretenen Katastrophen das Katastrophen-Management funktioniert. Und diesbezüglich kann der Regierung zumindest im Großen Ganzen kein Vorwurf gemacht werden. Dass auch dabei Fehler auftreten, ist zumindest nicht ungewöhnlich. Und die Kritik daran ist natürlich nicht verboten. Sie wirkt in solchen Situationen allerdings eher wie Kritik um der Kritik willen (ideologisch motiviert) oder wie unangebrachter Kritik-Eifer (Effekthascherei). - Vielleicht ist dieses ein Grund dafür, dass sich die politische Opposition und ein Großteil der Medien mit kritischen Äußerungen derzeit weise(!) zurückhalten, um sich eben nicht in die vorgenannten Kategorien zu begeben.

RE: Was darf man heute noch sagen? | 14.09.2019 | 12:18

Mit den Idioten ist so eine Sache: Vielen kommt es gar nicht in den Sinn, dass sie selbst Idioten sein könnten. Ja, einige halten sich sogar für “ausgewählt” größere Aufgaben zu übernehmen.

RE: „Sie nehmen sich viel zu wichtig“ | 25.08.2019 | 11:12

Polit-Talks dieser Art haben sicher einer gewissen Unterhaltungswert. Den oft bestehenden eigenen journalistischen Anspruch, Informationen zur Aufhellung des jeweils zur Diskussion stehenden Themas zu liefern, erfüllen sie allerdings nur selten.

Alles, was die Teilnehmer dort äußern, wird meist mit bewundernswerter Eloquenz vorgetragen und wirkt deshalb besonders sachkundig und wirklichkeitsnah. Tatsächlich ist es aber ein buntes Gemisch aus Fakten, Meinungen, Behauptungen, Leerformeln und nicht zuletzt auch Selbstdarstellungsbemühungen. - Das Publikum hat in der Regel keinen Einblick in das Zustandekommen der Grundlagen für die Äußerungen der Diskutanten*innen. Es kann die Äußerungen bezüglich ihres Informationswertes also nicht oder nur ungefähr einschätzen. Mit anderen Worten: Das Publikum wird vor die Aufgabe gestellt, ein Mosaik aus einer Menge verschieden deutbarer Mosaiksteine zusammenzusetzen und erhält am Ende nicht das erhoffte klare, sondern ein eher verwirrendes Bild.

Trotzdem ist das Ganze nicht in jedem Fall vollständig wertlos, denn es bleibt ja der oben bereits genannte Unterhaltungswert. Allerdings: Wenn die Veranstaltungen unter einer Moderation laufen, deren besonderer Ehrgeiz offenbar darin besteht, sich mit Zwischenfragen oder überflüssigen Anmerkungen möglichst oft selbst einzubringen und damit jede aufkommende Diskussion, also den direkten Austausch von Argumenten und Gegenargumenten (nicht mit durcheinander Gerede zu verwechseln) zu stören, dann nervt das. Dann nimmt neben dem Informationswert auch der Unterhaltungswert Schaden. - Was dann noch bleibt, ist aufwendig hergestellte Zeitverschwendung.

RE: Im Kampf mit uns selbst | 24.08.2019 | 13:52

Fast alles, was in diesem Artikel beschrieben ist, kann nur unterstrichen werden. Es sollte allerdings nicht so getan werden als wäre Meinungsmache (im Artikel modisch “Nudging” genannt) eine Form der Informationsgestaltung, die im Bereich der sogenannten vierten Gewalt herkömmlicher Prägung (Zeitungen Rundfunk, Fernsehen) nicht stattfindet oder niemals stattgefunden hat. Zeitungen mit politischer Grundausrichtung und Journalisten*innen mit ausgeprägtem Sendungsbewusstsein und der Vorstellung eine Art Meinungsführerschaft übernehmen zu müssen, hat es schon immer gegeben und wird es wohl auch immer geben. Und mindestens Abonnenten oder Stammkunden von Informationsanbietern mit politischer oder weltanschaulicher Grundausrichtung, erhalten laufend der Grundausrichtung entsprechende Informationen, und werden damit natürlich in ihrer Meinungsbildung auch entsprechend beeinflusst. Meist latent in einem schleichenden Prozess, aber nicht selten (weil auf Arglosigkeit stoßend) leider auch erstaunlich schnell.

RE: „Es geht nur noch um Geld“ | 17.08.2019 | 10:09

Wenn ein Kerngeschehen (z. B. eine Sport-Veranstaltung) in die Hände von smarten Kommerzialisierungsfachleuten gerät, dann verliert es seine spezifische Attraktivität. Einfach, weil es von den Kommerzialisierungsmaßnamen oft überlagert und nicht selten sogar geformt oder verformt wird. Es fungiert dann zwar immer noch als zugkräftiger Namensgeber, wird aber zunehmend zum Teil eines kommerziellen Gesamtereignisses. Das führt im Publikum zu Irritationen und in der Folge zu Missmut. Man möchte das Kerngeschehen erleben und dabei eben nicht(!) von mehr oder weniger aufdringlichem Kommerz-Beiwerk behelligt werden. Die in der Bevölkerung rapide abnehmende Begeisterung für die Ausführung von kommerzialisierten Sport-Großveranstaltungen (Olympiaden/Weltmeisterschaften) ist ein untrügliches Zeichen für die Tatsächlichkeit der beschriebenen Zusammenhänge. - Weil nicht erwartet werden kann, dass den oben bereits genanten Kommerzialisierungsfachleuten selbst ein Licht aufgeht, kann nur gehofft werden, dass das Publikum dem Treiben ein Ende oder mindestens Grenzen setzt. Zum Beispiel, in dem es sich spürbar von solchen Veranstaltungen abwendet.

RE: So zerstören sie sich selbst | 01.06.2019 | 11:34

Wenn You-Tuber, wie in diesem Fall REZO, ein solchen Hype, sowohl in den Medien wie folgend auch in Teilen der Öffentlichkeit auslösen können, dann kann es um die Medien-Kompetenz (Einschätzungs- und Einordnungsfähigkeit beim Konsum und der Verarbeitung von in den Medien kursierenden Informations- und Meinungsangeboten) nicht besonders gut bestellt sein. - Wie oben bereits angedeutet: In großen Teilen des Publikums, aber sehr viel überraschender offenbar auch in weiten Bereichen der klassischen Medien. - Verlieren denn langsam alle die Übersicht?