Henry Cekano

Pressefreiheit über alles ???
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RE: Dogmatische Dummheit | 01.09.2018 | 11:21

Dass alle(!) hinter dem Brüsseler Vorgehen gegenüber Griechenland stehenden Personen und Institutionen von - wie im Titel und im Text unterstellt - “dogmatischer Dummheit” befallen sind, ist höchst unwahrscheinlich. Und dass sie, wenn kollektive Dummheit als Ursache für die Vorgehensweisen ausscheidet, Griechenland bewusst(!) in den wirtschaftlichen und/oder politischen Ruin treiben wollten oder wollen, entbehrt ebenfalls jeder Plausibilität. Denn, was hätten sie (die Betreiber des Vorgehens) und die gesamte EU denn davon? - Es kann deshalb mindestens nicht ausgeschlossen werden, dass hier eher der Autor dieses Artikels mit seiner Beurteilung völlig falsch liegt. Nicht gerade von dogmatischer Dummheit besessen, aber mit nicht ganz ideologiefreier, rein wirtschaftstheoretischer Betrachtungsweise (Tunnelblick), kann er der komplexen Problemlage in Griechenland, bestehend aus Wirtschafts-, Fiskal-, Sozial-, Ordnungsaspekten, deren Wechselbeziehungen und dem dabei jeweils unterschiedlich mitspielenden politischen Einfluss, offenbar nicht gerecht werden und kommt deshalb geradezu zwangsläufig zu seinem “sehr speziellen” Urteil. - So sieht es jedenfalls aus.

RE: Lothar Biskys Rat | 17.08.2018 | 12:58

Die Frage: “ Koalition aus CDU und Linken auf Landesebene“, kann nicht mit ja oder nein, sondern eher mit “es kommt auf die Umstände an“ beantwortet werden. Das oft ideologisch festgefahrene Parteiverhalten und die Einteilungen nach Farben (rot, grün. gelb, blau, schwarz, braun) oder Richtungen (links, rechts, mitte) sind Relikte aus frühdemokratischen Zeiten, die sich heute zunehmend als hinderlich für die Lösung anstehender Probleme erweisen. Statt problemorientierte pragmatische Politik zu betreiben, erschöpfen sich die Parteien zu oft in kleinkariertem parteiegoistischem Gezänk ohne Ergebnis. - Ja, aber so ist eben Demokratie wird manch einer sagen. - Antwort: Ja, so macht sie sich aber auch selbst kaputt. - Die oft hoch komplexen Problemlagen im Land erfordern breit aufgestellte Lösungsansätze, die selektive Parteipolitik eben nicht bieten kann. Koalitionen, entsprechend den anstehenden Problemen (also eben - nicht - ich nach passenden Parteifarben) zusammengestellt, sind hier schlicht erforderlich. Und Koalitionen zwischen Linken und der CDU sind in diesem Zusammenhang durchaus kein Teufelszeug.

RE: Italiens deutsche Falle | 02.06.2018 | 12:38

Es entbehrt nicht einer gewissen Komik, wenn in einer Kritik an bestimmten Zuständen, den für die Zustände Verantwortlichen als ursächliches Verhaltensmuster - Besserwisserei - unterstellt wird; und wenn die Kritik dabei in ihren Ausführungen selbst in das kritisierte Muster - oft nur umgekehrt gepolt - verfällt. - Der Artikel ist ein anschauliches Beispiel für eine derartige Konstellation.

Zur Sache: Das bekannte Credo des Herrn Flassbeck “Über Schulden in die Prosperität” funktioniert leider nur unter bestimmten fiskal- wirtschafts- und ordnungspolitischen Bedingungen. Diese herzustellen, scheint in diesem Fall die vorrangige Aufgabe zu sein.

RE: Dann verpulvert mal schön | 18.03.2018 | 17:43

Ich frage mich, warum Sie sich so aufregen. Dass eine Regierung nicht bewertet werden kann, bevor sie ihre Arbeit aufgenommen hat, ist doch wohl einfach nur eine logische Feststellung. Wenn trotzdem eine Bewertung erfolgt, dann darf angenommen werden, dass die Bewerter ihre Fähigkeiten erheblich überschätzen oder dass ihnen die Ganze Richtung irgendwie nicht gefällt, und dass sie deshalb einfach ihren Frust abarbeiten wollen und dieses z. B. mit wahrsagerisch anmutenden Negativ-Prognosen bezüglich der zu erwartenden Regierungsarbeit tun. Sicher kann angeführt werden, dass vorliegende Erfahrungen es durchaus gestatten gewisse Befürchtungen zu äußern. Selbstverständlich! Es darf dann aber nicht verwundern, wenn diese dann auch entsprechend(!) aufgenommen werden. - Außerdem: Ich habe - offenbar im Gegensatz zu Ihnen - nicht die Hoffnung aufgegeben, dass auch Politiker/-innen dazu in der Lage sind, aus Fehlern der Vergangenheit zu lernen und/oder die zweifellos bestehenden Missstände zu erkennen um es in Zukunft besser zu machen.

RE: Dann verpulvert mal schön | 16.03.2018 | 14:10

Auch Frau Winkelmann ist nicht mit den Fähigkeiten ausgestattet, die es möglich machen, das zukünftige Verhalten der Bundesregierung vorauszusagen. Was da zu lesen ist, ist schlicht eine Extrapolation, in der das Verhalten der Regierung aus der letzten Legislaturperiode einfach in die Zukunft fortgeschrieben wird (weiter so). Das wird vorwiegend am Regierungspersonal festgemacht, dem mangelnde Sensibilität für die real existierenden Probleme vorgeworfen wird, und dem das eigentlich erforderliche Umdenken vermeintlich nicht zugetraut werden kann. So als wäre das ganze ein linearer Prozess, der sich ganz unabhängig von nicht abschätzbaren Einflussgrößen von innen und außen einfach fortsetzt. - Vielleicht sollte die neue Regierung erst mal arbeiten dürfen, und eben nicht schon im Voraus mit höchst fragwürdigen Negativ-Prophezeiungen bedacht werden.

RE: „Das ist eine politische Frage“ | 03.02.2018 | 16:40

Die Ausführungen von Frau Bartels enthalten sicher nicht sehr viel Neues. Sie sind aber, im Gegensatz zu vielen anderen Äußerungen zu diesem Thema, in einem vorbildlich sachlichen Ton verfasst und schon deshalb bemerkenswert. Auch der Vorschlag, zur Behebung des Missstandes mehr die Ursachen als die Symptome zu bekämpfen, z . B. durch eine stärkere Beteiligung der Arbeitnehmer an den Unternehmensgewinnen, kann sachlich nur befürwortet werden. Leider fehlt die Erklärung, wie das am besten bewerkstelligt werden könnte.

RE: Keine Zeit für Gerechtigkeit | 22.01.2018 | 15:52

Wie in den meisten Artikeln dieser Art fehlt leider eine Erklärung, auf welch praktikable Weise denn die angeprangerten Missstände problemlos beseitigt werden könnten. - Der Artikel vermittelt den Eindruck, als befänden sich auf Seiten der SPD nur lauter Versager und auf Seiten der CDU/CSU nur böswillige Verweigerer. So, als sei damit die vorliegende Problematik und deren Ursachen bereits ausreichend beschrieben. Es liegt also nicht etwa an der Komplexität der Materie und der damit zusammenhängenden schwierigen Abschätzbarkeit der Folgen von Veränderungen, sondern einfach an der Unfähigkeit der politischen Akteure. - Sehr geehrte Frau Baureithel: Wenn schon Polemik, dann aber bitte nicht ganz so schlicht!

RE: Im Zweifel ohne | 19.01.2018 | 16:58

Die ganze meist ideologisch überladene links- mitte- oder rechtspolitische Denkweise erweist sich nach allem Anschein zunehmend als obsolet. Sie sollte deshalb von einer an den jeweils anstehenden Problemen orientierten und an Problem-Vermeidungsstrategien arbeitenden pragmatischen(!) Politik abgelöst werden. - Das ist bei den bestehenden und teilweise verbissen verteidigten farbsymbolisierten Polit-Fronten ( rot, grün. gelb, schwarz o. ä.) ganz gewiss kein einfaches Unterfangen. Es sollte aber nun endlich mal angegangen werden, wenn das Land nicht von der vom technologischen Fortschritt getriebenen sozio-ökonomischen Eigendynamik (Stichwort: Digitalisierung), also an der im kleinkarierten farbpolitischen Gezänk verhafteten und damit sich weitgehend selbst paralysierenden Politik vorbei, in eine erheblich schwierigere Gesamtsituation geraten soll. - Macron und seine “En Marche!” in Frankreich können für eine neue - oder besser gesagt - zeitgemäße Art der Politik vielleicht(!) beispielgebend sein.

RE: Nicht mehr moderierbar | 03.12.2017 | 15:21

Es ist doch nicht verwunderlich, dass bei einem Wahlergebnis, wie es bei der letzten Bundestagswahl zustande kam, die Parteispitze - in diesem Fall Frau Merkel - auch in der eigenen Partei in die Kritik gerät. Das ist jedenfalls eher normal als ungewöhnlich. Ob es sachlich gerechtfertigt ist, spielt dabei leider meist eine untergeordnete Rolle. In solchen Situationen ist die Gelegenheit für aus welchen Gründen auch immer frustrierte Mitglieder besonders günstig, den vielleicht schon länger bestehenden Missmut - z. B. bezüglich der von Merkel eingeleiteten sogenannten Sozialdemokratisierung der Partei - nun endlich mal auch deutlich zum Ausdruck bringen zu können; und diese Gelegenheit wird eben auf verschieden “subtile” Weise genutzt. In einer Volkspartei, in der immer unterschiedliche Interessen und politische Ansichten unter einen Hut gebracht werden müssen, sind Auseinandersetzungen eigentlich nichts Besonderes, sondern eher fast alltägliches Geschäft. Meist dringt dieser Streit allerdings nicht nach außen, weil er vielleicht weniger lautstark stattfindet, oder weil er von den Medien nicht so begierig aufgegriffen und erfolgsträchtig verarbeitet wird, wie gerade jetzt. Daraus nun tiefe Zerstrittenheit, bevorstehende partei-interne Umwälzungen, damit verbundene Politik- und Regierungsunfähigkeit zu konstruieren oder gar einen Merkel-Abgesang zu komponieren, mag eine reizvolle Aufgabe für eifrige Beobachter und Geschehensdeuter sein. Dass sie damit näher an der Wirklichkeit liegen, als dabei behilflich zu sein, einen medial aufgeblasenen Ballon zu erzeugen, darf bezweifelt werden.

RE: Nicht mehr moderierbar | 02.12.2017 | 13:53

Der Artikel ist eine interessante Analyse, die allerdings - wie die meisten dieser Art - zu viele aus persönlichen oder übernommenen Beobachtungen erarbeitete Interpretationen enthält. Weil Interpretationen, auch wenn sie eine gewisse Plausibilität aufweisen, immer auch die Wahrscheinlichkeit des Irrtums in sich tragen, kann der Inhalt des Artikels wie folgt bewertet werden: So könnte es sein oder kommen. Es könnte aber auch nicht so sein oder kommen.