heinthüer

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RE: Mann im Beiwagen | 29.04.2016 | 14:40

Pardon: Muss natürlich "prätentiös" heißen.

RE: Mann im Beiwagen | 29.04.2016 | 14:37

"Mehr Fülberth im Freitag wäre schön." -

Ja, das wäre schön.

Wieder mal eine grundsolide und gut geschriebene Analyse, die sich deutlich abhebt vom prätenziösen Freitag-Sprech.

RE: Frau Dr. Seltsams Lachen | 03.02.2016 | 15:28

Frauke Petry, weil sie eine Frau ist, als das freundliche Gesicht der AfD zu bezeichnen, halte ich für ziemlichen Quark.

Sobald Petry spricht, ist sie nicht freundlich und verbindlich, sie wütet und tobt. In Talkshows überzieht sie ihre liberalen Widersacher regelmäßig mit alarmistischem Redeschwall. Das halten diejenigen für eine endlich sich frei machende radikale politische Leidenschaft, die die parlamentarische Demokratie und ihre diskursive, gemäßigte Kommunikation für arrogant, dekorativ und verlogen halten. Für schwul und geschwätzig halt und genderverseucht.

Petrys Kalkül besteht darin, mit den möglichst schärfsten Worten und Gesten das rassistische Erregungspotential der "besorgten Bürger" zu mobilisieren.

Das völkische Pathos, die große Geste, mit der man den deutschnationalen Notstand anklagt, dieser Irrsinn wird kaum gestoppt werden können durch den Versuch eines rationalen Diskurses, der an die Überzeugungsmacht der Fakten und der Logik glaubt.

RE: Salut Akif und Höcke | 03.02.2016 | 14:25

"Finkielkraut ist letztlich ein unerschütterlicher Republikaner, ein Kritiker des linken und des rechten Antisemitismus, des linken und des rechten Populismus, ein darüber Verzweifelnder ... "

Ich denke auch, dass man es sich mit Finkielkraut nicht zu einfach machen sollte.

Sein 2013 erschienenes, bislang nicht ins Deutsche übersetzte Buch „L’identité malheureuse“ überführt ihn keineswegs der Sympathie mit der neuen Rechten in Frankreich. Wenn ich es richtig verstehe, so geht es Finkielkraut in diesem Buch vor allen Dingen darum, den extrem autoritären Islamismus anzugreifen und die Schwächen der linksliberalen Toleranz demgegenüber zu benennen.

Finkielkraut sagte daher auch in einem Interview in "Die Zeit" vom 26.11.2015:

"Der 'islamische Staat' hat uns den Krieg erklärt. Das nicht anzuerkennen wäre ein Eingeständnis von Schwäche, die uns in den Untergang führen würde. (....) Er führt gegen uns einen Krieg, der alle Kriegsgesetze missachtet, um uns in den totalen Terror zu stürzen. Wir müssen ihn schwächen und besiegen, weil wir sonst nicht mehr in Sicherheit leben können. Die Lage in Europa ist beunruhigend. Das eigentlich Wünschenswerte, die Integration des Islams in die europäische Zivilisation, wird immer schwieriger. Unter dem Druck der wachsenden Einwanderung nimmt die Islamisierung ganzer Stadtviertel zu. Das gilt auch für Deutschland. Die Deutschen halten den tatsächlichen Feind immer noch für den Anderen, dem sie Buße schulden. Das Aufwachen aus dieser Art von Weltfremdheit wird für die Deutschen ein extrem schmerzhafter Schock sein. (...) Europa ist eine Zivilisation. An uns liegt es heute nicht mehr, sie in die Welt zu tragen. Aber wir müssen sie schützen, weitergeben, verteidigen."

RE: Deutschland auf dem Weg nach rechts? | 27.01.2016 | 21:04

Und nach dem olympischen Kodex: Dabei sein ist alles.

RE: Deutschland auf dem Weg nach rechts? | 27.01.2016 | 16:05

Da trauen sich endlich die drei rot-grünen Pragmatiker Dreyer, Kretschmann und Kraft mitten im Wahlkampf, mal etwas gegen den Mainstream zu schwimmen und sich einer TV-Sendung mit der rechtspopulistischen bis halbfaschistischen AfD zu verweigern. Aber was ist das schon gegen das Präsenzstreben linker Intelligenz?

RE: Deutschland erwacht | 15.01.2016 | 00:19

"Gut, dass Sie gegenhalten, Jakob Augstein. So viele, die das tun, musste ich feststellen, gibt es gar nicht. Das bestürzt mich."

Kurz vor der Heiligsprechung eine Zwischenfrage: Ist Ihnen klar, dass sie das im Ernst an einem Abend schreiben, an dem Jakob Augstein in den "Tagesthemen" zu den drei deutschen Promis gehört, die um ein Statement zur Flüchtlingsdiskussion gebeten werden, und an dem der ganz und gar nicht linke Dieter Nuhr vor einem Millionenpublikum klar und unter großem Beifall gegen die Hetze des braunen Mobs nach Köln polemisiert?

Eigentlich eine ziemlich klare Lage.

RE: Deutschland erwacht | 14.01.2016 | 21:00

"Ansagen wie 'die Täter: Deutsche. Die Opfer: Migranten' sind großer Quark (...), denn diese journalistische Sichtweise widerspricht dem Konzept der Grundrechte..."

So ist es - und es ist zu befürchten, dass diese Bestimmung des Täter- und Opferstatus' nach Herkunft durchaus rassistisch ist im antirassistischen Wortschwall. Als Täter kann nur der weiße Mann, nicht aber der schwarze in Frage kommen.

RE: Deutschland erwacht | 14.01.2016 | 18:28

Sehr viel Text mit vielen Selbstverständlichkeiten über den latenten und offenen Rassismus in Deutschland, der wirklich sehr gefährlich für die deutsche Demokratie, aber nun wirklich nicht neu ist.

Was ihm allerdings fehlt, diesem Text, ist die Beschäftigung mit den Vorfällen der Kölner Silvesternacht. Sie erreichten eine neue Dimension von Gewalt gegen Frauen.

»Ich beschäftige mich beruflich schon seit mehr als 20 Jahren sehr intensiv mit dem Thema Gewalt gegen Frauen und Mädchen und so etwas habe ich noch nie erlebt«, sagte eine langjährige Mitarbeiterin des Kölner »Notrufs für vergewaltigte Frauen« dem Kölner Stadtanzeiger.

Bislang war in Deutschland das Phänomen der Gruppenvergewaltigung bekannt, aber kein Vorfall, bei dem derart viele Frauen innerhalb kürzester Zeit Opfer von Angriffen wurden.

Warum eigentlich scheint dies einem sich kritisch gebenden Artikel nicht der Rede und Analyse wert?

RE: Farewell Spaceboy | 11.01.2016 | 18:04

Am Sonntag, dem 10. Januar, zwei Tage nach seinem 69. Geburtstag, erlag David Robert Jones einer zuvor nicht öffentlich gemachten Krebserkrankung.

An diesem Tag hörte ich mir - ahnungslos wie alle - sein neues Album "Blackstar" an und bin seither hingerissen von diesem großen Alterswerk, mit dem sich Bowie nun verabschiedet.

In dem Blackstar-Stück „Lazarus“ lautet die erste Zeile: „Look up here, I’m in heaven“. Hat er das tatsächlich geplant? Inszenierung bis zum Schluss? Ausschließen kann man es nicht.

David Bowie hat mich seit fast 40 Jahren nicht wieder los gelassen.

In den späten 70ern und frühen 80ern schwirrte in Berlin die Luft zwischen Punk und Wave. Unvergesslich. David Bowie sang "Heroes" und Iggy Pop "Passenger". Mehr ging nicht.