Bundesliga: Kommerz gegen Bayern-Übermacht

50+1 wird fallen müssen Wie man wieder zu einer spannenden Fußball-Bundesliga mit 4-5 potentiellen Titelkandidaten kommen könnte.
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Die letzte Gelegenheit auf einen Sturz der Bayern-Herrschaft gab es im Jahre 2011. Damals quälten sich die Bayern erst kurz vor Saisonende an Hannover 96 (!) vorbei, um als dritter doch noch in die europäische Champions League (CL) zu kommen. Damals hätte eine Saison ohne CL schon einen derben Einschnitt bedeutet, doch heute, mit fast unendlichen Ressourcen und Sponsorengeldern, wäre selbst das kein Problem.

Heute besteht der Ligairrsinn darin, dass Traditionsvereine der Bundesliga wie Stuttgart, Hamburg oder Frankfurt in einem Wettbewerb gegen Bayern München stehen ohne die kleinste Siegeschance. In der Formel 1 würden sie mit einem Smart antreten. Selbst ehemalige Konkurrenten wie der BvB werden im direkten Duell mit 5:1 überrannt.

Bayern München wird, wenn denen nicht der Himmel auf den Kopf fällt, in den nächsten 10 Jahren den Titel gewinnen. Wahrscheinlich werden sie in dieser Saison die Schale schon zu Weihnachten am Marienplatz präsentieren. Nachdem nun auch die VW-Geldströme zu Gunsten des VfL Wolfsburg schmaler werden, wird vermutlich auf längere Sicht nur noch Red Bull Leipzig finanziell einigermaßen mithalten können.

Das wird sich nur dann ändern können, wenn die 50+1-Regel in der Liga fällt und - nach englischem und französischem Vorbild - heimische wie ausländische Investoren die Eigentümerschaft an Vereinen erwerben können. Erste Kandidaten wären dann Großclubs wie Borussia Dortmund, Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach, weil natürlich kein Scheich oder Oligarch sein Wochenende in den Stadien von Bremen oder Mainz verbringen will.

Hätte England das momentane deutsche System, gäbe es vermutlich eine bayern-ähnliche Dominanz von Manchester United. Es gäbe jedenfalls keine Spitzenstellung von Man City oder Chelsea, die ohne Eigentümer nur Mittelfeldclubs wären, und auch keine ernsthafte Konkurrenz durch die großen Traditionsclubs Arsenal London und FC Liverpool.

Am Ende werden übrigens die Bayern vermutlich die leidenschaftlichsten Verfechter von 50+1 sein. Neben den vielen Fans natürlich, die am Vereinsrecht hängen.

22:13 06.10.2015
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Geschrieben von

heinthüer

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