RE: Wladimir Putin hat sich verrechnet | 03.03.2022 | 13:50

Interessanter artikel, dessen vorahnungen sich erst noch erweisen müssen...

Hier nur zwei nicht unwesentliche korrekturen:

a- "Bezahl- und Bankenkommunikationssystem SWIFT" - nein, SWIFT ist eben kein bezahlsystem! Es dient lediglich der standardisierten kommunikation zwischen den banken.

b - zz. sind keineswegs alle russischen banken aus SWIFT ausgeschlossen - warum wohl? Weil sowohl die USA als auch die EU weiterhin öl und gas aus russland beziehen und das bezahlen müssen. Dafür brauchen sie aber banken, die über SWIFT kommunizieren - aber es gäbe allerdings auch (teurere und zeitverzögernde) alternativen (briefpost, telex, e-mail etc.).

RE: „Deutschland hat das Schuldenmachen dem Ausland überlassen“ | 02.03.2022 | 10:03

Die rate des profits ist bekanntlich immer zu niedrig, solange nicht alle verfügbaren - legale wie illegale, wirtschaftliche wie politische - faktoren ihrer erhöhung ausgeschöpft wurden.

Deshalb wird es wohl ein frommer wunsch bleiben, die konkurrenz der kapitale auf eine bestimmte form - hier: konkurrenz durch innovationen/produktivitätssteigerung - festlegen zu wollen.

RE: Der Schießpulvergeruch der Unausweichlichkeit | 28.02.2022 | 16:09

Sehr richtig. Soweit hätten Putin & Co. nicht gehen dürfen!

Aber die "...europäische Friedensordnung, in der Grenzen nicht gewaltsam verschoben werden..." hat die NATO bereits am 24. März 1999 aufgekündigt. 78 tage bombartement Serbiens haben genügend opfer und schäden hervorgebracht, um die EU-kolonie Kosovo zu gründen. Etwa zur selben zeit trat ein gewisser Putin an die spitze der russischen regierung...

Und was wurde darus "gelernt"? Nichts. Wenn krieg in Europa für die NATO möglich ist, dann müssen sich alle überall bedroht fühlen - das war die botschaft, die ein gewisser Putin wohl verstanden hat.

Der wertewesten hat offenbar nichts verstanden. Statt der einsicht, dass es auch andere gesellschaftsentwürfe und (leider) auch machtinteressen gibt, wird auf konfrontation gesetzt - hochrüstung macht nichts sicherer, sie verschwendet nur ressourcen und opfert menschenleben. Für was eigentlich...?

RE: Gewagter Schachzug | 22.02.2022 | 09:58

So, so: "Die 'massivsten Sanktionen', mit denen die USA und die EU seit Wochen drohen, kann es schwerlich für eine politische Entscheidung geben..."

Das bleibt abzuwarten. Denn diese "massiven Sanktionen" sollte es nach dem willen einiger NATO-scharfmacher ja bereits "präventiv" bereits vor einer russischen "invasion" in der Ukraine geben. Dieser umstand hat den Kremel wohl in seiner auffassung bestärkt, dass es ganz egal ist, wie Russland handelt - sanktioniert wird es so oder so, mit oder ohne "invasion", weil es den USA nicht um die Ukraine geht, sondern um die massive zerrüttung der wirtschaftlichen und politischen beziehungen zwischen EU und Russland.

RE: Die Absage ist ein Verrat am Leser | 20.02.2022 | 11:09

So, so: "die Leipziger Buchmesse [ist] 'nicht zukunftstauglich'".

Dass zwei grosse buchmessen in d-land zuviel sind, das pfeifen die spatzen schon länger von den dächern. Es war also nur eine frage der zeit und des WIE, dass eine von zwei buchmessen "abgeschossen" wird.

Und jetzt ist es - wahrscheinlich - passiert, mit hilfe einer begründungsmelange von corona und unwirtschaftlichkeit (für die grossen verlage, ohne die allerdings nichts zu gehen scheint). Mal sehen, wielange sich das sterben der Leipziger Buchmesse noch hinzieht, aber dass sie stirbt, ist nunmehr wohl gewiss.

RE: Russisches Militär in Timbuktu | 20.02.2022 | 10:49

Wie so oft, auch hier trügt der schein. Das beginnt bereits mit: "Ein Staat, der 2013 von internationalen – vorwiegend französischen – Militärmissionen Unterstützung im Kampf gegen islamistische Dschihadisten erbeten hatte."

Dieses "erbitten" erfolgte bekanntlich auf drängen der franz. regierung, die mit ihrem militär übrigens seit der kolonialzeit dauerhaft in Mali präsent ist. Was folgte nach dem der "bitte" gönnerhaft stattgegeben wurde, ist das übliche: unter der berufung auf den kampf gegen den islamismus und für den "import" der westlichen wahl-demokratie wird die nationale regierung aus faktisch allen relevanten entscheidungsprozessen ausgeschlossen und die "demokratie-importeure" schalten und walten nach eigenem belieben.

Dazu gehört regelmässig auch die organisation eines "demokratisch-politischen chaos". Denn unter diesen bedingungen lassen sich rohstofferkundung und die unkontrollierte ausfuhr von nationalen reichtümern (Mali ist der drittgrösste gold-produzent Afrikas) am einfachsten bewerkstelligen.

Das chaos ist also teil der operativen strategie, die faktisch ins ewige verlängert wird. Befriedung und demokratisierung sind lediglich lippenbekenntnisse und gut für sonntagsreden.

Ob das mit russischen söldnern nun prinzipiell anders wird, steht allerdings zu bezweifeln...

RE: Wie die Werbung den Sport zerstört hat | 18.02.2022 | 17:55

Zustimmung!

Aber die werbeabhängigkeit reicht doch inzwischen weit über den sport hinaus. Kein schulfest und selbst forschung und lehre an universitäten können heute noch ohne sponsoring auskommen - selbst das mensaessen nicht.

Mensch betrachte nur die unzahl von lehrstühlen, die heute schon von der industrie bezahlt/gefördert werden, insbesondere in den naturwissenschaften - von der drittmittelabhängigkeit allerorten ganz zu schweigen.

Werbung im sport ist doch nur der aller oberste teil der spitze des eisbergs...

RE: Beim Pokern verzockt | 17.02.2022 | 16:48

Gute frage: "Wie europäisch will Deutschland sein?"

Aber sie geht haarscharf am eigentlichen problem vorbei. Die viel drängendere frage müsste lauten: Wie wollen die regierenden in d-land aus ihrer verfehlten pandemiepolitik rauskommen, ohne rechenschaft ablegen und ggf. zurücktreten zu müssen?

So lange der ausnahmezustand irgendwie fortbesteht, sind fragen nach schuld und versagen systemisch blockiert. Deshalb muss es weiteregehen mit den "massnahmen" - und wenn es nur noch masken und abstand sind.

Sonst kämen nämlich hochnotpeinliche fragen auf die tagesordnung, wie: Warum hat das RKI mit seinen "prognosen" total versagt? Warum gibt es keine kohortenstudien und detailanalysen in d-land? Warum hat sich niemand für offensichtliche lügen (von Merkel bis Lauterbauch) entschuldigt? Was soll mit einem verfassungsgericht geschehen, das offensichtlich die verfassung dem von "oben" behaupteten notstand opfert? Wie will ein offensichtlicher spalter und scharfmacher wie BuPrä "Uhu" Steinmeier seine ausfälle ohne gesichtsverlust entschuldigen? Wer übernimmt die politsiche verantwortung für die hetzjagd auf ungeimpfte?

Diesen fragen kann die politik nur entkommen, wenn - glücklicherweise - die nächste mutation des C-virus , und die übernächste rechtzeitig auftauchen...

RE: „Bitcoin ist der rebellische Sohn des Neoliberalismus“ | 16.02.2022 | 12:47

Wenn's um geld als zahlungsmittel geht, nutz "golddeckung" oder ähnliches nichts. Denn im täglichen geldgebrauch ist die entgegennahme von geld im austausch gegen eine waren nichts anderes als das (geglaubte) versprechen, dieses geld jederzeit selbst wieder in eine ware verwandeln zu können (die mensch ggf. essen kann).

Wenn es ums überleben geht, also um die erlangung und den konsum von lebensmitteln, ist selbst gold am ende nutzlos, weil menschen es nicht essen können. Stabiles geld gibt es in kapitalistischen geldwirtschaften (wie der unsrigen) nur, wenn produktion stattfindet und die warenzirkulation funktioniert - das wissen unsere grosseltern noch gut aus der zeit unmittelbar nach dem zweiten weltkrieg, wo güter gegen güter, aber nicht gegen geld, getauscht wurden.

RE: Unterwegs im Gegenwind | 16.02.2022 | 12:32

So, so, nach der autorin Frau Maier geht es also darum: "..., Klimapolitik als Vorteilsprojekt für alle zu verkaufen."

Das ist verräterisch konsequent formuliert. Denn klimapolitik wird nie wirklich ein vorteilsprojekt für alle werden können. Deshalb kommt es ja darauf an diese als ein solches "zu verkaufen"!

Wenn es gut läuft, wird es ein vorteilsprojekt für die mehrheit. Das kann aber nur gelingen, wenn jenes super reiche eine prozent, auf das ca. 10 bis 15 prozent aller klimaschädigungen und ressourcenverschwendung (inkl. kurzzeitraumfahrtprojekte für millonär*innen mit 20 minuten aufenthalt in der schwerelosigkeit) entfallen, deutliche nachteile aufgebürdet bekommt.

Wahrscheinlich läuft es aber genau andersherum - draufzahlen werden, die, die sich die Lemkesche klimapolitik andrehen lassen.