Bleibt in der Familie

Werbekritik Zwei Promis sind besser als einer, glauben Werbestrategen – und inszenieren gern Familienbetriebe. So funktioniert auch die Werbung von George Clooneys Freundin

Giotto. Das reimt sich doch, nur so ein bisschen, auf „Giorgio“. Oder George? Und diese sinnliche Italienerin, die hat man irgendwo schon mal gesehen, es war wohl neulich in der Bunten. Frisch frisiert und lässig lächelnd schaut sie in die Kamera, zwischen den Fingern hält sie eine kleine Kugel. „Ich habe alles probiert“, gesteht sie auf Italienisch mit deutschen Untertiteln: „Caffé mit Paolo (man sieht einen Typen in schwarzer Lederjacke neben ihr im Café in Rom), Caffé mit Francesco (der Bubi trägt Dreitagebart) und Caffé mit Giacomo (er lacht, ihr Blick ist mitleidig). Wirklich perfekt ist Caffé nur mit Giotto“, fasst sie ihre Tests zusammen. Wer kann schon mit Ferrero mithalten?


Die Testwütige heißt Elisabetta Canalis, war erst Model, wurde dann die Freundin von George Clooney – und ist nun begehrter denn je. Gerade erst hat sie sich für die Tierschutzorganisation Peta ausgezogen. Jetzt also Süßes. Für Giotto habe man sie engagiert, weil sie für die „typisch italienische Art, das Leben mit Leichtigkeit zu genießen, steht“, sagt die Agentur. Und wohl, weil es so gut zur Nespresso-Werbung Clooneys passt.

In der Werbung kommen Fami­lienbetriebe an: Die Klitschkos werben für McFit und Milchschnitte, das Ehepaar Becker für Praktiker, Steffi und André Agassi mit Sohn für eine US-Ver­sicherung. Auch Simone Thomalla und Rudi Assauer waren ein Dreamteam. Sie räkelte sich im Veltins-Clip lasziv im Bett, er trank erstmal Bier. Die beiden funktionieren aber auch als mahnendes Beispiel. Mit dem Ende der Beziehung kann auch der Wert auf dem Werbemarkt rapide sinken.

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