Eine allseits vertraute Folie

SONDERWEG-THEORIEN AUS OSTDEUTSCHER SICHT Noch ist nicht endgültig absehbar, in welche Richtung sich der nationale Habitus des wiedervereinigten Deutschlands entwickelt
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Die These vom deutschen Sonderweg entstand seinerzeit in Frankreich und Großbritannien mit der Debatte um die deutsche Kriegsschuld im Ersten Weltkrieg und verschärfte sich, als der deutsche Nationalismus mit der Hitler-Diktatur in Rassenwahn und Völker mord abgestürzt war. Unter den Historikern, die den Weg der Deutschen in diesen Abgrund als einen verhängnisvollen Sonderweg der Abkoppe lung von der westeuropäischen und nordamerikanischen Demokratie-Entwicklung nach zeichneten, waren zunächst vor al lem deutsche Emigranten: Fritz Stern, Hajo Holborn, Hans Rosenberg und Eckart Kehr.

War die Theorie des deutschen Sonderweges in der Bundesrepublik weniger teleolo gisch als in der DDR?

Doch nicht nur bürgerliche, am nordatlantischen »Nor malweg«