Holger Elias

Journalist
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RE: Kein Lob des Status quo | 20.08.2015 | 13:30

Lieber Herr Hoff, natürlich muss über die Kulturlandschaft nachgedacht werden, aber vor allem über deren Erhalt. Thüringen hat in den vergangenen 25 Jahren in seiner Theaterpolitik keinen guten Weg beschritten: Es ging nicht wirklich darum, die vielfältige Landschaft zu erhalten und Kultur als Bildungsauftrag zu verstehen, sondern letztlich immer um Haushaltsfragen. So wurde in den vergangenen Jahrzehnten oftmals die Sense angesetzt und kräftig beschnitten. Die Landeshauptstadt verfügt inzwischen nicht einmal mehr über ein eigenes Schauspiel, Nordhausen macht aus Bruchstücken noch das Beste und der Meininger Intendant kittet mit Kraft und Leidenschaft die Zwangsehe mit Eisenach. Wäre es seinerzeit gelungen, die Widerstände politisch erfolgreich zu bekämpfen, dann hätte Rudolstadt allenfalls nur noch eine Bauruine und Gera mit seinem künstlichen Anhängsel Altenburg längst kein Vollsparten-Theater mehr. Es ist zweifelhaft, ob wirklich die Schließung von Sparten fiskalisch sinnvoll ist: Rudolstadt bespielt Nordhausen, Gera hat es mit Altenburg und Meiningen mit Eisenach zu tun – wer kann mir erklären, wo finanzieller Nutzen bei solchem Aufwand zu finden sein soll? Und wer redet vom Verlust von Qualität und Identität?