Helmut Beckmann

Nachdenklicher Schweiger, lebenserfahren (kokette Umschreibung fuer alter Sack). Letzteres ist kein eigener Verdienst, das gibt es gratis. Im Kapitalismus gross geworden.
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RE: Mut zur Alternative | 12.05.2010 | 03:41

Ich akzeptiere Überläufer als Mittel zur Herstellung von Mehrheiten nicht. Das ist Etikettenschwindel und Betrug am Wähler und schadet dem ohnehin nicht hohen Ansehen der Politik weiter. Damit ist uns genauso wenig gedient wie der Ablehnung der Euro-Hilfen für Griechenland, so ungerecht wie das auch empfunden wird.

RE: Mut zur Alternative | 12.05.2010 | 03:32

Leider bewegt sich dieser Kommentar zur NRW-Wahl auf dem gleichen flachen Niveau wie die Berichterstattung in den Medien. Wer in diesem Land gewonnen oder verloren hat, bestimmt sich nach relativen Veränderungen, nicht nach Inhalten. Wer das schlechteste Ergebnis der SPD seit 50 Jahren als sensationelles Comeback bezeichnet, muss - mit Verlaub gesagt - nicht alle Tassen im Schrank haben. Rüttgers hat es vergeigt, und vielleicht auch die Umstände, aber Frau Kraft hat nichts bewegt. So wie auch der Absturz der SPD überhaupt nichts mit ihrem Profil und ihren politischen Zielsetzungen zu tun hatte, sondern tief in persönlichen parteiinternen Auseinandersetzungen wurzelte.

RE: Best of Nothing | 24.12.2009 | 14:44

Es ist die Vergänglichkeit, die uns zum Bewahren treibt, weil wir sie nur ungern akzeptieren.
Ich hatte auch mal einen Anfall in die Richtung und habe mir die Schlager besorgt, die in den 50er Jahren aus dem Radio in der Küche klangen. Die Zeit holt man sich damit nicht zurück, eher ein wenig Wehmut. Der Mensch braucht seine festen Bezüge zur Vergangenheit, weil er sonst im stetigen und immer schnelleren Wechsel untergeht. (Das gilt insbesondere auch für ehem. DDR-Bürger :-))
So eine Best-of-DVD zum Tod ist nur was für Atheisten :-)

Liebe Grüße
Helmut

RE: Das Literaturcafe - ein Erfahrungsbericht | 24.11.2009 | 20:02

Schade, dass man nicht nachlesen kann, was der Ursprung dieses Beitrags ist. Geht es um Erfahrungsaustausch, Unterschiede, oder haben sich hier nur zwei zufällig getroffen, die mal im Forum des Literaturcafés verkehrt haben?
Als Gemeinsamkeit von Literaturforum und Freitag-Community sehe ich die Selbstdarstellung. Diese ist in einem Literaturforum weitaus ausgeprägter als in einer Blog-Community; hier geht es um Meinungen, Sachverhalte und Informationen, in einem Literaturforum um Bewertung: Du schreibst schlecht. Das verletzte Selbstwertgefühl reagiert verschnupft bis aggressiv. Die Kränkungen, von denen Magda schrieb, sind aber weniger die Kritiken, sondern die nachfolgenden Verunglimpfungen. Aus dieser - durch der Anonymität der Nutzer noch geförderten - Aggressionskultur heraus entstanden durch bewusste Provokationen regelrechte Forenkriege. Später erkrankte das LC-Forum an einem Virus: Die Zahl der Spaßvögel nahm ständig zu, darunter auch durchaus intelligente ›Scherzkekse‹. Durch das veränderte Gruppenklima blieben schließlich auch die ungemein spannenden Diskussionen über politische und gesellschaftliche Vorgänge aus (zu denen Magda gerne auch mal kontroverse Beiträge lieferte). Durch ein technisches Versagen der Foren-Software blieb es Wolfgang Tischer erspart, seinem Forum aktive Sterbehilfe zu leisten.

Das von Magda verlinkte Forum ist nur äußerlich mit dem Forum des Literaturcafés vergleichbar. In dem verlinkten Forum bedarf es m.W. nach der Registrierung des Nutzers einer Freischaltung durch die Administration, die auch Streitfälle unterbindet. Im Literaturcafé-Forum gab es nur einen einzigen Bereich mit Freischaltung (Textwerkstatt), ansonsten ungeschützten Verkehr mit sporadischen Eingriffen von oben, wenn es wieder einmal auszuufern drohte.

Soweit meine Anmerkungen und Ergänzungen.
Mit herzlichem Gruß

RE: Dem Kapitalismus laufen die Gläubigen davon | 24.11.2009 | 00:39

In der Tat, eine sehr gute Bestandsaufnahme. Und eine kluge Schlussfolgerung:

"Fazit all dieser Angaben: Regulierung ja, Umverteilung ja, Staatseigentum an den Produktionsmitteln ja, aber mit Vorbehalten. Das „gemischte Wirtschaftssystem“ hat weltweit mehr Freunde als der „reine“ Kapitalismus. Eine Mehrheit weiß oder ahnt, dass der Kapitalismus bisher nur überlebt hat, weil er nie Kapitalismus an sich war."

Den reinen Kapitalismus hat wohl noch niemand erlebt. Stets hat die Politik regulierend eingegriffen, um die Arbeitnehmer sozial abzusichern. Wer wollte das verteufeln? Gegen den massiven globalen Lohnwettbewerb gibt es allerdings kein Mittel. Der Webfehler des Systems liegt ganz allein im Ungleichgewicht von Kapital und Arbeit, dieses aufzulösen ist die eigentliche Herausforderung an die Gesellschaft.