Hendrik Haßel
Ausgabe 0417 | 08.02.2017 | 06:00 10

Der Schlachtplan

„Wiesenhof“ Im Wald neben der Schlachtfabrik stand Thomas Nitzsche eines Tages vor einem Teich aus Blut. 120.000 Hühner sterben hier täglich. Es sollen noch mehr werden

Der Schlachtplan

Thomas Nitzsche wohnt in direkter Nachbarschaft zur Schlachtfabrik

Foto: Hendrik Hassel

Irgendwann hatte Thomas Nitzsche die Nase voll. Er wollte dem Gestank auf den Grund gehen. Seit über einem Jahr roch es beißend nach abgestandener Kloake, wie er sagt, aus Richtung der Schlachtfabrik. „Man konnte teilweise noch nicht mal die Wäsche im Freien aufhängen, so sehr stank es.“ Nitzsche folgte dem Geruch in ein kleines Waldstück neben seiner Wohnanlage in Niederlehme, einem Ortsteil von Königs Wusterhausen in Brandenburg.

Kurz vor der Schlachtanlage fand er zwischen den Bäumen im Wald die teichgroßen Pfützen aus blutrotem Schlachtwasser. „Ich war schockiert, dass vorgeklärtes Wasser noch so aussehen kann“, sagt Nitzsche rückblickend. Drei Lecks in aus der Schlachtfabrik kommenden Rohren waren die Ursache der Havarie. Über einen Zeitraum von mindestens einem Jahr lief aus den Rohren das blutige Wasser.

Im Wasserschutzgebiet

Das war im Frühjahr 2012. Durch eine Anzeige von Thomas Nitzsche wurde das Umweltamt aktiv, die defekten Rohre wurden ausgetauscht. 300 Quadratmeter Boden wurden abgetragen und durch unbelastete Erde ersetzt. Was Nitzsche da noch nicht wusste: Der Blutteich befand sich teils in einem Wasserschutzgebiet. Bis heute sind die Umweltfolgen nicht endgültig geklärt. Die zuständige Wasserbehörde erklärte: „Das durchgeführte Grundwassermonitoring zeigte eine Beeinflussung des Grundwassers durch eine erhöhte Nährstoffzufuhr.“ Allerdings stellte die Behörde klar, dass dies nicht in einem „bedenklichen Maße“ geschehen sei. Für den grünen Abgeordneten des Brandenburger Landtags Benjamin Raschke sind noch Fragen offen. Viele für Schlachtwasser typische Belastungen wie Antibiotika, Salmonellen, aber auch antibiotikaresistente Keime und Desinfektionsmittel seien bei der Grundwasseruntersuchung nicht berücksichtigt worden. Raschke bereitet gerade eine kleine Anfrage im Landtag vor.

Die Schlachtfabrik gehört zum PHW-Konzern, der für seine Marke Wiesenhof bekannt ist – für viele Verbraucher der Inbegriff tierquälerischer Massentierhaltung. In fast regelmäßigen Abständen gehen Bilder von Wiesenhofs leidenden Tieren durch die Medien. Kranke und verletzte Hühner, Puten und Enten haben der Marke zu trauriger Berühmtheit verholfen.

Das Thema der Havarie von damals ist jetzt wieder brisant geworden, denn für Wiesenhof sind die bisher 40 Millionen Tiere, die in der Schlachtfabrik jährlich getötet werden, nicht genug. Wiesenhof will die Schlachtkapazität des Standortes in Königs Wusterhausen erhöhen. Von bisher 120.000 soll die Produktion auf 160.000 Tiere pro Tag aufgestockt werden. In Spitzenzeiten wie zur Grillsaison im Sommer sollen täglich sogar bis zu 240.000 Tiere angeliefert, getötet und zerlegt werden – das Doppelte der aktuellen Zahlen.

Doch die Erweiterung der Schlachtfabrik könnte nur die Spitze des Eisberges sein: Reinhild Benning von Germanwatch hat berechnet, dass durch die Erweiterung bis zu 187 neue Mastanlagen in der Region entstehen könnten: „In der industriellen Tierhaltung werden in einer gewöhnlichen Mastanlage 40.000 Masthühner gehalten. Anhand der Schlachtzahlen kann man so errechnen, wie viel Tiermaterial Wiesenhof täglich benötigt.“

Wachsen für den Export

Wiesenhof weist die Zahlen der potenziell entstehenden Mastanlagen zurück, verweist auf die ausgeschöpften Kapazitäten anderer Standorte aufgrund von Großbränden in den Schlachtfabriken im niedersächsischen Lohne und in Bogen in Bayern.

Unklar ist jedoch, was passiert, wenn die beiden ausgefallenen Schlachtfabriken wieder in Betrieb sind; sie sollen wiederaufgebaut und in Betrieb genommen werden. Der Standort in Lohne plant nach Wiederaufnahme sogar noch mehr Tiere zu schlachten als vor dem Brand. „Wenn sie überall neu aufbauen wollen, zieht das Argument der ausgeschöpften Kapazitäten nicht“, sagt Reinhild Benning.

Wiesenhof: eine Chronik

2010: Mit Undercoveraufnahmen zeigt Peta, wie Elterntiere in einem Hühnerzuchtbetrieb in Niedersachsen brutal in Transportboxen geworfen werden.

2011: In der ARD-Doku Das System Wiesenhof sind Bilder von Arbeitern zu sehen, die beim Verladen von Hühnern nach den Tieren treten.

2012: Videos von Peta dokumentieren Enten, die so überzüchtet sind, dass sie ihr eigenes Körpergewicht nicht mehr tragen können, wofür die Mastbetreiber später zu Geldbußen verurteilt werden.

2013: Soko Tierschutz wirft Betreibern einer Mastanlage und Wiesenhof vor, dass die Hühner durch Überzüchtung so verkrüppelt sind, dass sie weder Wasser noch Futter erreichen können.

2014: Spiegel Online veröffentlicht vor Weihnachten Bilder von Animal Equality, die einen Arbeiter zeigen, der schwache Enten per Mistgabel erschlägt

2016: Soko Tierschutz deckt auf, wie schwache Entenküken für Wiesenhof geschreddert werden.

Laut Berechnungen von Germanwatch hat die PHW-Gruppe bei Geflügelfleisch schon jetzt eine Marktdominanz von 47 Prozent. Mehr als ein Fünftel der geschlachteten Tiere sind für das Ausland bestimmt. Die Nachfrage nach Geflügelfleisch ist in Deutschland mehr als gedeckt, hierzulande wird ein Drittel mehr Geflügel produziert als gegessen. Wiesenhofs Wachstum ist für den Export bestimmt.

„Ich finde es enorm wichtig, an der Produktion anzusetzen“, sagt Sandra Franz vom Bündnis Tierfabriken-Widerstand. Die Gruppe initiierte Protest in Königs Wusterhausen. „Auch wenn immer mehr Menschen weniger Fleisch essen, werden immer mehr Tiere geschlachtet“, sagt Franz.

Tierfabriken-Widerstand machte die Erweiterungspläne Wiesenhofs publik. Sie informierten die Lokalpresse, organisierten Infoveranstaltungen und einen Aktionstag in Königs Wusterhausen. Jetzt gibt es eine Bürgerinitiative, die in der Stadt gegen Wiesenhofs Pläne aktiv geworden ist.Viele Großstädter lehnen die industrialisierte Massentierhaltung ab. Doch verhindert wird sie von engagierten Bürgern auf dem Land. Die Geschichte des Widerstandes gegen industrielle Tierproduktion ist eine ermutigende.

Eckehard Niemann von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft hat errechnet, dass seit 2009 in Deutschland 500 Mastanlagen durch Bürgerinitiativen verhindert wurden. „Tierhalter und Fleischkonzerne haben immer mehr mit dem Widerstand vor Ort zu kämpfen“, ist Sandra Franz von Tierfabriken-Widerstand sicher. „Die wissen, dass sie eine Mastanlage nicht mehr so einfach wie noch vor zehn Jahren bauen können.“

500 Mastanlagen haben Bürgerinitiativen seit 2009 verhindert, die auf dem Bild von 2012 in Niedersachsen nicht

Foto: Theodor Barth/Laif

Wie es mit der Schlachtfabrik in Königs Wusterhausen weitergehen wird, ist noch unklar. Wegen eines Formfehlers müssen die entsprechenden Akten erst noch einmal länger öffentlich in der Stadt ausliegen. Gewonnen ist damit für die Gegner der Erweiterung erstmal nur Zeit. Mit einer Entscheidung über die Genehmigung der erhöhten Schlachtkapazitäten ist frühestens im April zu rechnen. Dann können klageberechtigte Umweltverbände und betroffene Anwohner wie Thomas Nitzsche immer noch gegen die Entscheidung klagen. Entschieden ist noch nichts.

Vier Jahre nach seiner Entdeckung im Wald steht Nitzsche wieder an der Stelle, wo das Schlachtwasser in den Wald lief. Bäume wachsen dort heute kaum noch. Dafür ist das Gelände von einem Zaun umgeben. An kleinen Pflanzen hängen Fetzen von Absperrband, dort, wo das blutige Wasser einst ausgelaufen ist. Ein Schild warnt: „Firmengrundstück – Unbefugten ist das Betreten verboten – Eltern haften für ihre Kinder.“ Der Ort, wo das Schlachtwasser stand, ist immer noch klar zu erkennen.

Nicht weit entfernt von der Schlachtfabrik in Königs Wusterhausen steht eine Mastanlage, die an Wiesenhof liefert. Künstliche Belüftungsanlagen und hohe Silos sind von außen zu sehen. Dass hier Tiere leben, ist von außen durch nichts zu erkennen. Der „Wiesenhof“ ist eine Halle aus Metall und ohne Tageslicht.

Hendrik Haßel war Mitgründer der deutschen Sektion der Organisation Animal Equality und arbeitet heute als freier Journalist

Dieser Beitrag erschien in Ausgabe 04/17.

Kommentare (10)

gelse 08.02.2017 | 10:33

>>Mehr als ein Fünftel der geschlachteten Tiere sind für das Ausland bestimmt. Die Nachfrage nach Geflügelfleisch ist in Deutschland mehr als gedeckt, hierzulande wird ein Drittel mehr Geflügel produziert als gegessen. Wiesenhofs Wachstum ist für den Export bestimmt.<<
Im Klartext nennt man das Überproduktion.
Und das wirft ein paar Fragen auf:

- Könnte der Exportüberschuss der der BRD auf ein eher verträgliches Mass heruntergeschraubt werden, wenn Nahrungsmittel nur noch für den Binnenmarkt produziert würden. (Exportiert wird ja nicht nur Fleisch.)

-Könnte dadurch die Folterhaltung von Tieren vermieden werden werden?

-Wie weit könnte damit die Nahrungsqualität verbessert werden?

Und last but not least:
-Könnten Landflächen in der "3. Welt", die für Futtermittelerzeugung reserviert sind, wieder für deren Nahrungsmittelerzeugung frei werden?

Sylvi Ageh 09.02.2017 | 09:34

Und da wundern wir uns, woher die Seuchen kommen (Vogelgrippe). Inzwischen wurden seit Ausbruch vor 3 Monaten mehr als eine Million Tiere sinnlos "vorbeugend" getötet. Macht ja nichts: die Geflügelindustrie wird ja vom Steuerzahler entschädigt und kann blitzschnell nachproduzieren. Als Ursache wird seit zig Jahren auf die bösen Wildvögel gezeigt. Ein Skandal, wie wir mit Lebewesen umgehen. Und Tiere, die bisher artgerecht im Freiland gehalten wurden, müssen durch die bisher nutzlose Stallpflicht mitleiden. Zum Schutze der Geflügelindustrie.

Zeit, dass die wirklichen Ursachen aufgedeckt werden.

MGrie 09.02.2017 | 10:36

Stichwort Überproduktion. Ist nicht die alljährlich zelebrierte "Geflügelpest" nichts weiter als ein weiterer Einnahmezweig dieser Geflügelindustrie? Experten - UNABHÄNGIGE - versuchen schon sehr lange, klarzumachen, dass diese Viren nirgendwo so unglaublich gute Lebens- und Entwicklungsbedingungen haben, wie in den Intensivhaltungsanlagen. Und, dass sie aus diesen HERAUS kommen und nicht durch "Wildvögel" hineingetragen werden. Dieser Vorfall zeigt ja nur eine Möglichkeit von vielen. Der Mist wird als guter Dünger verkauft. Und selbst, wenn er vorher noch eine Biogasanlage durchlaufen hat, sind die Rückstände, die dann auf den Äckern ausgebracht werden, NICHT steril. Bereits die Transportfahrzeuge verteilen Staub und "sonstwas" in der Umgegend. In den Misthaufen, die jedesmal nach einer Ausstallung anfallen, sind auch tote Tiere zu sehen. Natürlich werden die auch von Aasfressern gefunden, die sich da infizieren können. Und die Scharen von Gänsen und Schwänen, die im Winter auf unseren Feldern zu sehen sind, fressen nicht nur am Raps, sie können auch alles andere aufnehmen, was dort vorhanden ist. Es ist doch sehr auffällig, dass ganz besonders NACH Weihnachten viele Bestände mit schlachtreifen Tieren plötzlich befallen waren. Und trotzdem ist nirgendwo DESwegen eine Hungersnot ausgebrochen. Es ist alles so unendlich durchsichtig, die Betroffenen Rasse- und Hobbygeflügelhalter, aber auch kritische Konsumenten haben das längst durchschaut. Gegen die geballte Macht der Lobbyisten haben sie jedoch wenig Chancen. Nehmen wir das Beispiel der Freiland-Eier: in sehr vielen Regionen herrscht seit Mitte November Stallpflicht. Trotzdem durften die Produzenten ihre Eier 3 Monate lang unter diesem Label weiter vermarkten. Baden-Württemberg kam dann auf die "geniale" Idee, die Stallpflicht für ein paar Nachtstunden für beendet zu erklären und am nächsten Tag erneut auszurufen. Dem hat der Bund jedoch gestern ein Ende gesetzt. Das war dann wohl doch zu offensichtlich. Es heisst ja immer, Gesetze gälten für alle gleich. So müssen private Geflügelhalter dieselben Biosicherheitsauflagen einhalten wie die Geflügelindustrie. Sie dürfen ihre Ställe - die oft nur kleine Schlafställe sind - nur in Schutzanzügen betreten, u.s.w.. Wenn es dann jedoch um die Vermarktung geht, dürfen kleinere Halter ihre Eier zwar selbst essen, aber nicht an ihre Kunden verkaufen, die im hofeigenen Laden welche kaufen wollen. Wohlgemerkt: die Hühner sind GESUND! Die Eier müssen als Sondermüll kostenpflichtig entsorgt werden, es gibt aber keine Entschädigung, weil die Tiere ja nicht an der Seuche gestorben sind.... Aber der Großbetrieb nebenan bekommt eine Sondergenehmigung, "weil er ja eine Packstation hat" und darf seine Eier in den Handel bringen. Private Geflügelhalter müssen ihre Tiere - staatlich verordnet - quälerischen Haltungsbedingungen unterwerfen, was ganz besonders - aber nicht nur - für Wassergeflügel tötlich sein kann. Selbst das "Ausbruchsgeschehen" darf hinterfragt werden. Wenn es SOOO furchtbar wäre, müssten einerseits massenhaft tote Vögel vom Himmel fallen. Andererseits müssten dann aber auch die sonstigen Verbreitungswege untersucht und ggf. unterbunden werden. Das geschieht jedoch nicht. Richtig "lustig" wurde es, als Eintagsküken aus einem Sperrgebiet an den nächsten Betrieb weitergegeben werden sollten. EIGENTLICH wäre das verboten gewesen. Da kam man aber auf die glorreiche Idee, dass die Eier ja - von ihren Elterntieren - ausserhalb des Sperrgebietes "produziert" wurden, zum Ausbrüten in die dort noch nicht als "gesperrt" deklarierte Anlage verbracht wurden und deshalb nun auch weitertransportiert werden konnten. Private Tierhalter hingegen laufen Gefahr, dass ihre gesunden Tiere "vorsorglich" getötet werden, wenn es in ihrer Nähe auch nur den VERDACHT einer Infektion gibt. Dabei sind diese Tiere oft sehr viel robuster als die, die unter sterilen Bedingungen für ein sehr kurzes Mast-Leben gezüchtet wurden und selbst diese Zeit nur unter Medikamenten-Einsatz überleben. Diese ganzen Geschehnisse verwundern eigentlich nicht, wenn man weiß, dass das bundesweite Referenzlabor, das FLI auf der Insel Riems in Vorpommern, sehr eng (Förderverein) mit der Fleisch- und Pharma-Industrie verbunden ist. Das wissen jedoch nur wenige Eingeweihte und Interessierte, die Mainstream-Medien recherchieren und berichten nicht darüber. Maria Griepentrog - im Aktionsbündnis VogelFrei -

Kimi Johnson 10.02.2017 | 08:26

ich bin immer wieder entsetzt. Und auch von Promis die für Wiesenhof Werbung machen. Gehts noch?

Wäre ich "Regierung" wären augenöffnende, tägliche Berichte, an der Tagesordnung. Bilder die schocken, nur so , massiv.

Der normale Bürger weiß immer noch nicht was abgeht, viele wollen es auch gar nicht. Ich hoffe man kann das Bewusstsein der Bevölkerung verändern.

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Kimi Johnson 10.02.2017 | 08:26

ich bin immer wieder entsetzt. Und auch von Promis die für Wiesenhof Werbung machen. Gehts noch?

Wäre ich "Regierung" wären augenöffnende, tägliche Berichte, an der Tagesordnung. Bilder die schocken, nur so , massiv.

Der normale Bürger weiß immer noch nicht was abgeht, viele wollen es auch gar nicht. Ich hoffe man kann das Bewusstsein der Bevölkerung verändern.

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Wer bewegt wen? 18.02.2017 | 11:07

Wenn es um Fleisch geht, gibt es ja immernoch den Mythos Fleisch macht stark. Die Tierschutzpartei z.B. setzt sich für den Schutz der Tiere ein, das sind die Schwächsten, ganz im Sinne von Gandhi, die Stärke einer Gesellschaft erkennt man daran wie sie mit ihren schwächsten Mitgliedern umgeht. Ich denke Tiere sind Lebewesen wie wir, wer gibt uns das Recht sie nach belieben zu töten und oft noch zu quälen? Ich glaube Franz Alt, der auch sagte Jesus war Vegetarier und es gibt den Spruch, du sollst nicht töten. Überhaupt wer sich nur wirklich an die 10 Gebote halten würde, der würde sich und anderen viel Ärger ersparen.

Wer bewegt wen? 18.02.2017 | 11:30

es ist sehr vieles möglich, auch in der Wüste lassen sich Sachen kultivieren, man darf die Erde eben nicht einfach dem Vergessen überlassen. Auch Afrika wird ja oft als der vergessene Kontinent beschrieben. Es gibt Wege auch in der Wüste Nahrung anzubauen, in der Stadt Gottes habe ich mal über einen Mann gelesen, Yacouba Sawadoga, der hat es geschafft in der Sahel-Zone Getreide anzubauen: Im Alleingang begrünte er ein Gebiet in der Grösse von 20 Fussballfeldern im trockensten Teil von Burkina Faso. Wie? Indem er jedes Korn mit einem Mantel aus Blättern, Asche und Tierkot umwickelte. Um in der Regenzeit das Wasser im Boden zu halten, pflanzte er neben Getreide auch Bäume. Tiere siedelten sich an und der Boden verbesserte sich. Inzwischen wird dies auch in Nachbarländern kopiert. Die Vereinten Nationen empfehlen dies Kleinbauern: Climate smart agriculture genannt.

gelse 22.02.2017 | 09:47

>>Auch Afrika wird ja oft als der vergessene Kontinent beschrieben.<<
Für Profitjunkies ist Afrika alles Andere als vergessen: Es werden dort u. A. Coltan und Kupfererz geholt. Grosse Landstriche sind für Ölpalmen reserviert, das Öl ist in EU ein „wichtiger“ Industrierohstoff. Und: Ebenfalls viel fruchtbares Land ist vom Anbau von Futtermitteln für die europäische Milch- und Fleischindustrie besetzt. Dieses Land fehlt mittlerweile für den Anbau von Nahrungsmitteln, weswegen die Preise immer weiter steigen.