henZ

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RE: Die Hürde muss weg! | 05.11.2013 | 15:45

Ganz schön gewagte, aber interessante Vorschläge!

Gewagt, weil in Sachen Veränderung von Wahlgesetzen, insbesondere der Infragestellung der One Man, One Vote Praxis, immer mit der steifen "keine Experimente!" Haltung vieler Deutscher gerechnet werden muss.

Interessant, weil diese Vorschläge praktische Lösungen für die angesprochenen Probleme in unseren Wahlprozessen sind. Sehr interessant finde ich die Idee mit dem Wahlgeld! Dann wären Inhalte wichtiger als Köpfe und Parteien.

Repräsentative Demokratie hat wohl langsam ausgedient... siehe Colin Crouch: Postdemokratie, Bonn, 2008, ISBN 978-3-89331-922-0. http://www.bpb.de/apuz/33562/postdemokratie

RE: Lasst die Bürger wählen! | 05.11.2013 | 14:53

Das sehe ich auch so, leider. An sich ist an einer Wahl ja nichts auszusetzen. Theoretisch zumindest. Praktisch allerdings sehe ich viele problematische Faktoren.

So habe ich den Eindruck, dass die meisten Deutschen gar nicht wissen, was das Aufsichtsgremium ist, was dessen Aufgabe ist, wer in diesem Gremium sitzt und inwiefern diese Personen qua ihrer Parteizugehörigkeit Einfluss auf die Programme haben. Einfach eine Wahl zu veranstalten würde meiner Meinung nach nicht ausreichen. Eine groß angelegte Informations-/Aufklärungskampagne hierzu wäre wohl nötig.

Die größte Herausforderung wäre dann aber, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, inwiefern neue und andere Mitglieder im Gremium etwas verändern würden. Ich selbst finde es schwierig mir vorzustellen, wie es wäre, wenn statt CDU- und SPD-Mitgliedern, Einzelpersonen und Listen mit bestimmten (medien)politischen Vorstellungen im Gremium säßen. Wie sollen sich dann erst Mitbürger fühlen, die sich mal so gar nicht für dieses Thema interessieren.

Ich vermute, da wird dann, wenn man überhaupt wählt, die Person oder die Liste gewählt, die den 'lautesten' Wahlkampf fährt. Und lauter Wahlkampf geht wiederum nur mit viel Geld. Da sehe ich das nächste Problem, denn wenn die Person/Liste mit dem meisten Geld die Wahl gewinnt, ist es ja nicht so weit hergeholt zu vermuten, dass man sich den Platz im Gremium erkaufen kann.

Ein anderes, praktisches Problem wäre, dass bei einer solchen Wahl auch Vertreter privater Medienkonzerne wie dem Springerverlag oder Berstelsmann gewählt werden könnten (oder nicht?). Diese Vertreter könnten auch sehr einfach (ohne viel Mühe und Kostenaufwand) Wahlkampf betreiben qua ihrer Zugehörigkeit der privaten Medienkonzerne.

Ein Mittelweg wäre ja interessant: Wenn jede im Bundestag vertretene Partei einen Vertreter ins Gremuim schickt, der allerdings nicht Parteimitglied ist. Also Personen, von denen die Parteien finden, sie sollten im Gremuim sitzen. Dann evt. noch Platz lassen für 2-3 weitere Mitglieder, die, wiederum von den Parteien als Kandidat ins Rennen geschickt, aber dann demokratisch von den Bürgern gewählt werden.