Rolands Kochbuch

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Der leckere Hartzbraten ist eine echte Spezialtät aus Hessen-Süd. Das dort ansässige Rotwild wurde bereits im Februar 1999 zum Abschuss freigegeben und nahezu ausgerottet. Kurz erholten sich die Bestände durch Neubesatz im Jahre 2008, bei dem eine Kreuzung auf saftigen Grünflächen mit roten Hirschkühen aus Hessen und Hirschen aus dem Osten versucht wurde.

Doch bereits 2009 wurde der Versuch gestoppt und alle Arten von Rotwild erneut zum Abschuss freigegeben. Hier entstand der Hartzbraten, der eine spezielle Variation des überall bekannten "Hackbratens" ist..

Man nehme:

Hartzwild, das durch die Lage seiner Gehege auf dürren und fast ausgetrockneten Weiden leicht zu erlegen ist. Besonders gut ist das Wild, wenn es vorher zu jeder, auch minterwertigster Tagelöhnerarbeit herangezogen worden ist und das Rückgrat weich und nach vorne tief gebogen ist.

Pfeffer, der in der rechten Ecke der Republik angebaut wird.
Salz , das auf die Wunden des Hartzwilds gestreut wird.
Heiße Kartoffeln, die Roland besonders gerne anfasst, um sie schnell fallen lassen zu können.
Versemmelbrösel ( aus dem Millarden-Fiasko der Banken)
Bauchspeck, den man sich aus den Gewinnen der Banken zuvor angefressen hat.
Dazu noch Wodka Gorbatschow aus den Weiten des sibirschen Stammlandes des Rotwilds.

Man füge hinzu:
Allererste Sahne, gewonnen aus dem ständigen Herumrühren in Vorurteilssuppen aller Art.
Dünne Hirnsuppe aus Zicklein, wie sie beispielsweise im Heidi-Klum-TV massenhaft zu bewundern sind.

Man breche dazu außerdem: Viele Herzen.
Man füge einen Lorbeerkranz aus dem Wahlsieg von 2003 hinzu.

Das frisch geschlachtete Hartzfleisch lasse man vorher aus Hygienegründen durch einen Nacktscanner laufen, um jedes auch noch so kleine Rückgrat jederzeit erkennen und vorbeugend brechen zu können.

Man drehe nun die Hartzer durch den Fleischwolf.

Den Fleischteig wie bei Bull-etten vorbereiten. Mit Oregano oder Majoran würzen. Außerdem kommen zwei Bund gewiegte Petersilie hinzu. Semmelbrösel dazugeben. Aus der gut durchgearbeiteten Masse einen Laib formen, eine Raine gut fetten, mit Speckscheiben belegen und den Teig darauf setzen. In der Röhre bei 200 Grad 40 Minuten durchbacken. Er muss eine tiefbraune Kruste bekommen. Drauf achten, daß er tiefbraun, aber nicht schwarz wird. Kurz vor dem Ende mit Bier begießen, dann den knusprigen Braten herausnehmen.http://data6.blog.de/media/823/4287823_de8dbf75cd_t.jpeg

Anschließend unter Hinzuziehen der wohlgesonnen Presse verspeisen.

Reste am nächsten Tag wiederaufbereiten und durchköcheln.

P.S.
Hackbraten wird auch "Falscher Hase" genannt.
Hartzbraten wird - in Würdigung seiner Erfinders, Roland Koch, auch "falscher Fünfziger" genannt.

Wohl bekomms! http://www.blog.de/image/smileys/icon_wave.gif

10:22 17.01.2010
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Geschrieben von

Hermanitou

Der Erleuchtung ist es egal, wie Du sie erlangst.
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