RE: Offener Brief an die Bundesumweltministerin | 02.09.2018 | 22:06

Ihre Quelle kurz zusammengefasst: Ersatz durch Gaskraftwerke. Deshalb nochmal meine Frage: Trump oder Putin –(Nachfolger)? Nebenbei, die Aktionäre von Siemens würden Beifall klatschen, eben Kapitalismus.

RE: Offener Brief an die Bundesumweltministerin | 02.09.2018 | 22:04

Also ich kann Feinstaub nicht riechen, da haben Sie mir was voraus. Ich kenne mich zwar mit den rheinischen Braunkohlekraftwerken nicht so aus, mehr mit denen in der Lausitz. Die emittieren keinen Schwefel sondern eher Schwefeldioxid. Falls man Schwefeldioxid wirklich riechen kann, überschreiten „Ihre“ Kraftwerke deutlich die Emissionsgrenzwerte. Das wäre ein Fall für die Immissionsschutzbehörde des Landes NRW.

Ihr Punkt zu den zumutbaren 40 ct/kWh ist interessant. Unter bestimmten Randbedingungen (an wen fließt das Geld) könnte ich mitgehen. Es reicht allerdings nicht, wenn wir beide zustimmen. Wer schenkt der Bevölkerung hier reinen Wein ein? Die Abschaltung der Braunkohlekraftwerke wird Euch deutliche Strompreiserhöhungen bringen? Seid Ihr zu diesem Opfer für den Klimaschutz bereit?

Können Sie sich den shitstorm vorstellen? Derzeit läuft die Diskussion doch nach dem Motto: Wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass.“

RE: Offener Brief an die Bundesumweltministerin | 02.09.2018 | 20:51

„Von Verarmung kann nicht wirklich die Rede sein. Sie sollten sich aber wegen der Atemluft der Bevölkerung Sorgen machen.“

Googlen Sie doch bitte mal zum Schlagwort Energiearmut. Vielleicht verkraften Sie und ich den Anstieg des Strompreises von ca. 30 auf 40 ct/kWh noch, anderen Teilen der Bevölkerung geht das aber an die Substanz.

Was hat die CO2 Emission der Braunkohlenkraftwerke mit der Atem(!)luft zu tun?

„In Spanien ist der Anteil der erneuerbaren Energien bereits größer als bei uns.“

Richtig, weil sie einen deutlich höheren Anteil erneuerbarer Energie aus Wasserkraft haben. Woran scheitert deren Ausbau in Deutschland?

RE: Offener Brief an die Bundesumweltministerin | 02.09.2018 | 20:50

Wo kann ich denn das technisch machbare, bezahlbare und gesellschaftlich akzeptierte (meinetwegen unter Ausschluss der Kohlelobby) Konzept nachlesen? Ich bilde mir ein, mich in dem Thema etwas auszukennen. Ich kenne nur sich ggf. widersprechende Einzelansätze, die meistens die Kosten noch vollkommen ignorieren.

RE: Offener Brief an die Bundesumweltministerin | 02.09.2018 | 18:04

Wie schon oben betont, bin ich nicht glücklich über die Braunkohleverstromung. Sie ist aber nun einmal einer der Pfeiler der deutschen Elektroenergieversorgung. Bevor man sie fast zeitgleich mit den letzten Kernkraftwerken abschaltet, sollte man sich schon überlegen, wo man den Strom dann herbekommt.

Da ist Ihr Vorschlag mit den Gaskraftwerken sicherlich eine zu bedenkende Variante. Da solche Entscheidungen aber auf Jahrzehnte wirken, sollte man sich schon überlegen, ob man das Gas dann lieber von den Nachfolgern von Trump oder Putin beziehen möchte. Beides enthält Erpressungspotenzial und die Stromkosten werden weiter deutlich steigen.

Was ich vermisse, ist die breite gesellschaftliche Debatte über die technischen, wirtschaftlichen und sozialen Möglichkeiten eines Ausstieges aus der Kohleverstromung. Nur mal als ein Punkt: soll es weiter zentrale Großversorgungsanlagen geben (z.B. Windparks in Ost- und Nordsee) mit den notwendigen Höchstspannungstrassen oder eher eine dezentrale Erzeugung (Photovoltaik und BHKWs) mit einer netzförmigen Struktur der Stromleitungen?

Das ist natürlich etwas schwieriger als nur platt Abschaltdaten in den Raum zu werfen.

Eine Vorreiterrolle Deutschlands im Sinne von wie schädige ich die eigene Wirtschaft und verarme die Bevölkerung, wird in den aufstrebenden Volkswirtschaften garantiert keine Nachahmer finden.

RE: "Schön, wie Sie reagieren" | 02.09.2018 | 14:42

Ein schöner Vergleich: „Wenn die Ampel ausfällt, gilt rechts vor links“ Deshalb wurde ja 2015 die Rechtsstaatsampel ausgeschaltet. Um im Bilde zu bleiben liebe Linken, dass Problem löst man nicht, indem man die Regel umdefiniert und jetzt links vor rechts gelten soll, sondern nur, wenn man die Ampel wieder in Betrieb nimmt.

RE: Eine Macht, kein reiner Mob | 02.09.2018 | 11:03

Vorab, ob hier ein Chemnitzer spricht, wage ich zu bezweifeln. Der Autor hat vermutlich gegenwärtig seine Meldeadresse in Chemnitz, aber vor der Habilitation und danach bis heute hat er außerhalb von Chemnitz und Sachsen gearbeitet. https://wolframette1966.wordpress.com/lebenslauf/

Wenn ich den Beitrag richtig lese, sehnt sich also ein Salonlinker nach der Polizei. Es läuft doch super für die Neoliberalen, die Linken selber befürworten den Polizeistaat. Merkt Ihr Linken überhaupt noch, wie Ihr mit der Flüchtlingspolitik hinter die Fichte geführt werdet?

RE: Business as usual | 01.09.2018 | 11:00

„Im September 2008 erlebte der globale Kapitalismus so etwas wie eine Nahtoderfahrung.“

Leider trifft das nicht zu. Ganz im Gegenteil war „der Kapitalismus“, d.h. führende Vertreter so lebendig und handlungsfähig wie selten. Lästige Konkurrenz wurde von heute auf morgen beseitigt; über viele Jahre aufgelaufene Verluste wurden sozialisiert und zwar so geschickt, dass die Mehrheit der Bevölkerung dagegen nicht protestierte. Die meisten Staaten sind heute von Großkonzernen abhängiger als vor der Finanzkrise.

Sicherlich kann man den damals mitregierenden Sozialdemokraten in Europa den Vorwurf machen, die Chance für die Beseitigung einiger Übel (z.B. Hochfrequenzhandel) nicht genutzt zu haben, aber Anlass für eine Revolution gab es nicht. Keine Revolution ohne revolutionäre Situation und dass die nicht eintrat, ist ein weiterer Beleg für die nach wie vor vorhandene Lebensfähigkeit des Kapitalismus.

Wie auch richtig bemerkt, muss man vor der Krise ein Konzept haben, denn in der Krise muss schnell gehandelt werden. Dass diese Konzepte nun allerdings an staatlich (teilweise sogar privat) finanzierten Universitäten erarbeitet werden sollen, ist schon praktisch die Kapitulation. Wenn ich richtig informiert bin, hatte Karl Marx nie einen Lehrauftrag.

RE: Deutsche Standards | 31.08.2018 | 21:37

Wenn es nicht so furchtbar ernst wäre, könnte man lachen. Große Teile der Bevölkerung werden mit den Flüchtlingen beschäftigt. Auf die konzentrieren sich die Rechten und die Linken arbeiten sich an den Rechten ab. Keiner bekommt dabei mit, wie unter dieser Erregungswolke die Bürgerrechte und der Sozialstaat Stück für Stück demontiert werden. Die Neocons werden Merkel noch Denkmäler errichten.

Mich erschreckt, dass auch hier im Forum die selbsternannten Linken dieses Spiel willig mitspielen und sich mit dem falschen Hasen „Nazi“ von den eigentlichen Problemen ablenken lassen.

RE: Deutsche Standards | 30.08.2018 | 21:26

Es freut mich, dass Sie inzwischen verbal soweit abgerüstet haben, dass Sie nicht mehr von „Pogrom“ sondern nur noch von „Hetzjagd“ sprechen.

Aber zum Artikel:

Vollkommen richtig; das System muss auf den Prüfstand. Da ist die Prüfung des Kapitalismus sicherlich nicht schlecht, aber wie hier schon betont zumindest kurzfristig nicht sonderlich erfolgreich.

Ich wäre allerdings schon froh, wenn der Rechtsstatt wieder gegen alle hier lebenden Menschen im Interesse aller hier lebenden Menschen durchgesetzt würde. Wie ich heute lesen musste, sollte Yousif A. nach den rechtsstaatlichen Regeln schon zwei Jahre in Bulgarien sein.

Nicht nur ich frage mich inzwischen, ob die massive und andauernde Verletzung des Rechtsstaates im Umgang mit den Flüchtlingen durch die Politik, die Behörden und ihre willigen Helfer in den Medien nur Überforderung oder Absicht ist. Wem nutzt das?