RE: Umarmt die Fehler! | 30.09.2018 | 23:46

Die Frage ist für mich, ob das überhaupt als Entschuldigung zählen, oder - bitte - den Wortklaubern zufolge, "Vergebung" bringen kann, wenn die Merkel'sche freizügig vor- oder auch zugibt, dabei einfach nicht an ihre Bevölkerung gedacht zu haben.

Außer, dass dieses in gerade dieser Situation, bei dieser aufgeheizten Debatte einfach nicht nachzuvollziehen ist, wollten wir doch von ihr wissen, an was hat sie denn gedacht? Was genau waren denn ihre Überlegungen für eine solche Entscheidung gewesen?

RE: Gerichtlicher Gruß aus dem Gestern | 14.03.2018 | 14:39

Jetzt bin ich ganz durcheinander. Darf ich denn nun "Frollein Krankenschwesterin" sagen, oder nicht?

Dachte, die Gerichte sind so überlastet ..

RE: Andere Wende | 03.09.2017 | 00:30

Die Beschreibung der DDR wird erst objektiv, wenn man realisiert und erinnert, dass die Menschen in der DDR nicht alle gleich waren – nicht so unterschiedlich wie in einem freien Land, dazu waren die Möglichkeiten einfach nicht gegeben - aber doch verschieden genug. Es gibt nicht d e n DDR-Bürger.

Auch ich habe noch keine realistische, oder nur sehr, sehr wenige Darstellungen gelesen, die sich mit meinen Empfindungen dort decken, aber dass zwischen dem, was propagiert worden war und dem, was Realität war, ein krasser Unterschied bestand, sollte damals jedem aufgefallen sein und wurde sogar hin und wieder öffentlich diskutiert.

Nur gab es in der DDR, wie übrigens auch im faschistischen Deutschland, bei vielen diese religiöse Gläubigkeit ans System, die trotz Kenntnis von politischen Strafverfolgungen, der Stasi und den übrigen Unterdrückern jeder anderen Meinung, sowie den haarsträubenden Entscheidungen in der Wirtschaft, an der Treue zum Staat, dem sog. „sozialistischen Bewußtsein“ festhalten ließ.

Und so ist es ganz natürllich, dass das Leben innerhab der DDR damals verschieden bewertet wurde.

Ob das zu verurteilen ist, sollen andere einschätzen, aber dies heute noch zu tun, ist grotesk. Denn dann wären die Leute ( aber eben nicht die Mehrheit ) nicht auf die Straße gegangen und hätten in einer beispiellos mutigen, wie vernünftigen Art und Weise dem ganzen Spuk ein Ende gesetzt.

RE: Demokratie in Bewegung | 30.04.2017 | 23:50

Da schließ ich mich „wort-wörtlich“ an. Bin auch sehr gespannt, wie's weitergeht.

( Man kann ja auch mitmachen. ) Vom Liedermacher Gerhard Schöne gab es einmal das Lied: „Alles muss klein beginnen“ - Genau. Nach all dem Rechtspopulismus grünet Hoffnungsglück! Ein Blick aus dem Fenster und in den Blätterwald sagt mir: Der Zeitpunkt ist gut.

RE: Gleichgewicht des Schreckens | 23.04.2017 | 14:50

Besser noch, wenn man das, worüber man spricht, nicht so nebulös ausdrückt, dass kaum noch jemand damit etwas anfangen kann.

Das erfordert allerdings auch die semantisch korrekte Verwendung der Sprache: Beim Lostreten der beiden Weltkriege - nicht zu vergessen auch die Napoleonischen Kriege mit unsäglichen Toten oder auch der 30jährige Krieg, in den fast ganz Europa involviert war, und die Bevölkerung um 2/3 dezimiert wurde - ging es wohl nicht um nichtige „Gründe“, sondern eher um nichtige „Anlässe“.

Gründe für diese entsetzlichen Schlachten gab es genügend, auch historisch erwiesene, wenn auch die Beteiligten immer, wie das auch heute bei kriegerischen Auseinandersetzungen wieder der Fall ist, in höchstem Maße verantwortungslos handelten und heute dafür für den internationalen Kriegsgerichtshof in Den Haag gezehrt werden müßten. Passiert aber wie immer nicht.

Hier in dem Artikel geht es allerdings um die atomare Drohgebärde Nordkoreas, der die Welt ziemlich machtlos gegenüber steht, zumal sich Nordkorea ( in den 50ern durch Stalin gesteuert ) selbst in diese Isolation gedrängt hat und nach dem blutigen Angriffskrieg mit fast 4 Mio Toten bei lediglich 100 km Landgewinn hier überhaupt keinen Grund hat, sich in der Opferrolle einzurichten.

Ein Drump allerdings, der schon im eigenen Land keine Erfolge aufzuweisen hat, ist doch damit völlig überfordert und hat hier gar nichts zu gewinnen. Dieses Kettengerassel ist doch nur das lächerliche Getue eines mittlerweile allen bewußten Losers. Gefährlich ist es, weil niemand einschätzen kann, ob er auch wirklich im richtigen Moment gebremst wird.

Busch wurde das nicht.

RE: Unfassbar | 23.01.2017 | 22:56

Aber genau das hat er doch in 951 Wörtern getan. Für mich eine Buchempfehlung per excellence. Danke schön!

Man muss sich auch nicht in jedem Genre zu Hause fühlen.

(Könnt ich jetzt auch anders formulieren.)

RE: Aber ... | 17.08.2016 | 01:19

Dass die Figur H. Kant eine solche Debatte Wert ist, war sicher zu erwarten.

Was ich in die Runde einwerfen möchte, ist der Aspekt , dass ein Schriftsteller, der politisch tätig wird, soll heißen: aktiv wird durch Verbandsarbeit oder gar politische Funktion immer ein anderer ist, als der, der das nicht tut und damit auch eine ganz andere Verantwortung auf sich nimmt, aus der er sich nicht einfach stehlen kann.

( Was gerade hier eine Trennung zwischen seinem Werk und seiner Tätigkeit schon nötig macht. Und das eine lässt sich nicht mit dem anderen beschönigen. )

Und – etwas persönliches – gibt es bei der Bewertung der DDR, auf alle Fälle einen Unterschied zwischen denen, die von Beginn an wegen einer angestrebten Perspektive zu Vergangenem „mitgestalteten“ und denen, die wie ich hineingeboren worden waren und unter ersteren zu leiden hatten.

Hier wird es wahrscheinlich nie eine „objektive“, gleichartige Einschätzung von beiden Seiten geben können.

RE: Gepfuscht, was das Zeug hält | 21.07.2016 | 16:02

Weiß Gott, ja! Das sollte man bei dem - im Moment noch durch nichts belegten - Parteinamen aber auch annehmen dürfen.

RE: Ins Abseits reformiert | 26.04.2016 | 23:36

Die Rentenproblematik ( weil ja schließlich ein existenzbedingender und auch -bedrohender Faktor ) ist sicherlich ein plausibler Grund die sinkende Akzeptanz der SPD in der Bevölkerung zu erklären. Aber mit Sicherheit nicht vollständig. Nicht allein der Verfall des einst sozialen Rentensystems, der eben nicht durch die SPD allein bewirkt wurde, scheint mir hierfür verantwortlich, und schon gar nicht die von Anfang an lächerliche Riesterrente mit anfangs ganzen 38 € jährlicher(!) staatlicher Unterstützung, sondern eher das mittlerweile ganz offenbar von jeglichem sozialen Tun weit entfernte Verhalten der SPD, das sich auch überhaupt jeglicher Einordnungsversuche zu entziehen scheint. Sie hätten die soziale Mitte versucht zu erreichen, sagte mir neulich ein Landtagsmitarbeiter dieser im Absturz befindlichen Partei. Die Mitte, „wo sich nichts mehr bewegt“, wie es Jakob Augstein in seinem Buch „Sabotage“ so trefflich formuliert.

Da wird’s dann schon eher verständlich. Die Frage ist nur warum? Warum sucht man sich die Mitte, wenn man doch an der linken Seite einen akzeptablen Platz gefunden hat.

Und vor allem einen , den man jetzt deutlich verloren hat. An eine Partei, die doch erst unlängst die einzige Hoffnung aller demokratisch denkenden Menschen in der Welt so gründlich geerdet hat, dass man noch in den nächsten Jahrhunderten nicht mehr an eine solche Alternative zu glauben im Stande sein wird. Dabei wäre sie doch nötiger denn je.

Hier noch etwas für die Sozialdemokratie zu retten braucht es wahrlich ganz andere Figuren als die Augenblicklichen.