Die Brücke zwischen Kunst und Marketing

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Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entdeckten zahlreiche Künstler die Methode, sich in Künstlervereinigungen zum Zweck der Imageprofilierung zu organisieren. Dabei bildete die "Brücke" eine ausgeprägtere homogene Einheit als beispielsweise die Kubisten oder der "Blaue Reiter". Die "Brücke" wurde im Jahr 1905 gegründet, und zu den Gründungsmitgliedern zählten Ernst Ludwig Kirchner, Fritz Bleyl, Erich Heckel und Karl Schmidt, der sich später Schmidt-Rottluff nennen wird. Ausgangspunkt der Namensgebung dürfte Nietzsches Buch "Also sprach Zarathustra" bilden, mit dessen Lektüre Kirchner und Heckel vertraut waren. Demnach solle der Mensch ein Seher, ein Wollender, ein Schaffender, eine Zukunft selber und eine Brücke zur Zukunft sein. Nietzsche galt vielen deutschen Künstlern um die Jahrhundertwende als Synonym für die Befreiung aus autoritären Zwängen und von der bürgerlichen Spießigkeit des Wilhelminischen Kaiserreiches. Eine intellektuelle Vertiefung ihrer Arbeiten strebten die Künstler der "Brücke" dennoch nicht an, vielmehr ging es um den expressiven und spontanen Ausdruck der Kunstdarstellung. 1906 traten Max Pechstein und Emil Nolde der Künstlergemeinschaft bei. Dabei wurde Nolde im Februar 1906 in einem Brief von Schmidt-Rottluff extra zum Beitritt aufgefordert: "...die hiesige Künstlergruppe Brücke würde es sich zur hohen Ehre anrechnen, Sie als Mitglied begrüßen zu können...". Nolde fühlte sich geschmeichelt und kam dieser Aufforderung nach. Er verließ die Gruppe jedoch ein Jahr später wieder, da sein Individualismus nicht mit dem kollektiven Kunststil der "Brücke" vereinbar zu sein schien.

19:19 12.09.2010
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Geschrieben von

Herr Kunze

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