HerrTheobald
24.06.2013 | 14:21 27

Auslegware Freiheitsrechte

Internetüberwachung Tempora lässt die 1984-Vision von George Orwell Realität werden. Der Internetnutzer ist dabei willfähriger Gehilfe, denn er legt seine eigene Geheimdienstakte an

Auslegware Freiheitsrechte

Der Skandal um die staatliche Überwachung digitaler Daten ist wesentlich größer als gedacht

Foto: Alan Crowhurst/ AFP/ Getty Images

Proteste in Istanbul, Korruption in Prag, Hochwasser in Magdeburg, ein Geheimnisverräter in Hongkong. Während die ersten drei Städte mit ihren Ereignissen die Schlagzeilen beherrschen, scheint Edward Snowden nur eine Randnotiz im Weltgeschehen zu sein. So scheint es, seit vorvergangene Woche der PRISM-Skandal um die US-amerikanische National Security Agency (NSA) offenbar wurde. Die Gelassenheit, mit der in aller Welt die Ausspähung des Internets durch die amerikanische Regierungsbehörde hingenommen wird, zeugt einerseits von einer grenzenlosen Naivität, mit der private User das Internet nutzen.

Andererseits ist die NSA wohl nicht die einzige nationale Organisation, die sich das Internet untertan gemacht hat und sich dazu privatwirtschaftlicher Unternehmen bedient, die willfährig Auskunft über ihre Kunden geben. Dabei zeigt die Aufregung um PRISM wie wenig nationale Rechte und Gesetze im weltweiten Netz wert und das Freiheitsrechte nur Auslegware sind, die zwar die Geschäftsbedingungen schöner machen, aber bei den Geschäftspraktiken schnell mit den Füßen getreten werden. Kaum hat man sich die Augen darüber gerieben, wer oder was, wen oder wie die NSA ausspioniert, gescannt und abgespeichert hat, legt Snowden nach und offenbart, dass der britische Geheimdienst die US-Amerikaner noch überbieten kann.

Tempora übertrifft PRISM

Das Programm der Briten – Tempora – lässt nichts aus: Es überwacht den gesamten Internet-Datenverkehr, der ins Vereinigte Königreich hinein und hinaus führt. Dazu haben die Mitarbeitenden ihrer Majestät 200 Glasfaserverbindungen angezapft, um E-Mails, Einträge in soziale Netzwerke, Telefongespräche und persönliche Informationen von Internet-Nutzern auszuspähen und die so gewonnenen Daten für 30 Tage abzuspeichern und auszuwerten. Tempora übertrifft PRISM. Bei weitem. Die Ruhe bei den politisch Verantwortlichen überrascht indes. Die Ausrede – etwa der US-Amerikaner, man habe über PRISM etwa 50 mögliche Anschläge verhindern können, auch in Deutschland – bleibt unbelegt und unbewiesen.

Auch die Verhältnismäßigkeit scheint aus der Balance geraten zu sein, wenn zur Gefahrenabwehr von rund 50 Anschlägen einen solch hohen Mitteleinsatz braucht. Immerhin beschäftigt das britische Government Communications Headquarters (GCHQ), das Tempora verantwortet, 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in diesem „Programm“. Auch bleibt offen, welche Datenprofile „nebenbei“ anfallen und ob diese auch tatsächlich nach 30 Tagen gelöscht werden. Oder ob Internetnutzer sich mit Einträgen in sozialen Netzwerken, E-Mails und Telefonaten eine eigene Geheimdienstakte anlegen, die jederzeit gegen sie verwendet werden kann. Und darf?

Dabei ist das Internet für viele User das große Freiheitsversprechen an sich: Freier Zugang zu freien Informationen einer freien Welt mit freien Menschen und freien Gedanken in einem freien Netzwerk, das soziale, geografische politische und auch biografische Grenzen verschwinden lässt. Mehr Freiheit geht einfach nicht. Ein solch überbordendes Maß an Freiheit macht Regierenden aller Couleur Angst. Kontrolle muss her. Umfassende Kontrolle zum Schutze der Freiheit, heißt es dann.

Erstaunlich reines Gewissen

Es verwundert, mit welch reinem Gewissen Politikerinnen und Politiker der westlichen Welt von anderen, nicht-westlichen Regierungen verlangen, dass sie ihren Bürgerinnen und Bürgern ungehinderten und unzensierten Zugang zum Internet gewähren sollen. Dabei wird fein unterschieden: Beschränkt ein Staat das Internet, ist dies Beschneidung von Freiheit und Freiheitsrechten. Späht ein Staat seine Bürger aus, dann dient es dem Schutz vor Terrorismus und sonstigen Gefahren. Das ist gut so, befinden vier von zehn befragten Internetnutzern in Deutschland die Aktion, wie das Nachrichtenmagazin Der Spiegel schreibt. Was aber wiegt schwerer? 

Die deutsche Unbekümmertheit verwundert, denn in Europa war es das Land, das von der NSA am strengsten überwacht wurde. Es steht dabei auf einer Stufe mit Saudi-Arabien, China und dem Irak. Dafür gibt es zwei Gründe: Deutschland ist ein großer Rüstungsexporteur. Andererseits wurde eine Terrorzelle für die Anschläge des 11. September 2001 in Hamburg gegründet.  Das war Anlass genug für den deutschen Bundesnachrichtendienst (BND), eigene Programme aufzulegen, die nun sogar noch forciert werden sollen. 100 Millionen Euro soll in den Ausbau der Abteilung „Technische Aufklärung“ investiert werden, um bis zu 100 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einzustellen sowie neue Rechen- und Serverkapazität zu schaffen.

Berlin wiegelt ab und rechnet das Programm klein. Der britische Geheimdienst hat derweil ganz andere Probleme, als zu Wochenbeginn bekannt wurde, dass er die Delegationen des G20-Gipfels in Großbritannien ausspähen ließ, um sich Verhandlungsvorteile zu verschaffen.

Schönrederei

Private Internetnutzer reden sich PRISM schön. Aus dem ganzen Datenwust, der tagtäglich zusammengetragen wird, werde man als einziger persönlich nicht herausragen, lautet die gängige Abwehrreaktion vieler digitaler Surfer. Die internationalen Geheimdienste vertrauen auf diese Selbsteinschätzung der User, aber auch auf deren Eitelkeit wie auf die Macht der schieren Masse und moderne Technik. 

Doch mit den gesammelten Daten lässt sich eine Menge herausfinden. Wer die Fähigkeit besitzt, sich das Internet für seine Zwecke Untertan zu machen, der besitzt auch die technischen Möglichkeit, die gesammelten Daten zielgerichtet auszuwerten, Zusammenhänge herzustellen, Verbindungen zu knüpfen und Profile anzulegen, die wenig mit den selbstverwalteten Facebook-Seiten zu tun haben. Die Eitelkeit vieler User, die jedwede Information über sich im Internet teilen, liefert die Basis. Ganz freiwillig. 

Die Antworten der Politik auf PRISM sind hilflos, geradeso als hätte es Echolon nie gegeben. Dies war ein Vorläufer von PRISM, eine Zusammenarbeit der Geheimdienste der USA, Großbritanniens, Australien, Neuseelands und Kanadas. Sie hatte zum Ziel, unter anderem Internetdaten vollautomatisch abzugreifen.  Eine Untersuchung des Europaparlaments deckte Echolon 2001 auf. Damals und heute noch mehr zeigt sich, dass das globale Internet sich kaum mit nationalen Gesetzen oder Rechten zügeln lässt.

Nationale Regierungen sind gefordert, einen Diskurs zu führen über eine internationale Politik, internationale Rechte und Gesetze, aber auch über Mechanismen im weltweiten Netz, die dem berechtigten Schutzbedürfnis von Staaten und Gemeinschaften entsprechen. Es ist ebenso naiv, das Internet sich völlig und ganz sich selbst überlassen zu wollen und auf die regulierende Kraft der Masse und des Marktes zu vertrauen. Das Internet braucht seine Freiheiten, aber auch seine Grenzen, nicht nur in einem europäischen, sondern in einem globalen Kontext.

Kommentare (27)

balsamico 24.06.2013 | 14:38

Ich frage mich allen Ernstes, ob Leute, die aus beruflichen Gründen zur Verschwiegenheit verpflichtet sind, wie z.B. Ärzte, Rechtsanwälte, Steuerberater, Notare, Journalisten, Seelsorger usw. das Internet im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit noch nutzen können (dürfen), z.B. durch Versendung von E-Mails, die einen Bezug zu ihren Patienten, Mandanten, Informanten erkennen lassen. M.a.W.: Sollte generell verboten werden, personenbezogene Nachrichten per E-Mail zu versenden?

derde 24.06.2013 | 16:20

Für US-Behörden ist klar: Snowden muss gefasst und angeklagt werden. Aber, warum eigentlich..?

Geiheimnisverrat! Aah! Wenn jemand in einer Demokratie den Souverän über eigentlich demokratisch gesteuerte Prozesse informiert, die sich nach Beteuerrungen der Geheimdienste voll und ganz im Rahmen der Gesetze bewegen sollen, verrät er ein Staatsgeheimnis. Das entbehrt jeder Logik und ist eine Beleidigung für jeden freihändig Denkenden.

Aber wo bleibt der Aufschrei, wo die Armada der altbekannten Freiheitsretter, die Ihre Rechtsanwälte und Kanzleien in die Spur schicken, mit Klagen gegen die US-amerikanische Regierung?

Nichts ausser Piep und mal ein Pup.

Stattdessen Nachhilfestunden in US-amerikanischer Rechtsauffassung: man sei enttäuscht von Hong Kong. Hätten die doch die Chance verpasst, endlich guten Willen zu zeigen. Von Moskau ja sowieso.

Der Mut der Snowdens dieser Welt, die sich mit Ihrer Courage grösster Gefahr für Leib und Leben aussetzen, gehört unsere Hochachtung. Nur so erfahren wir überhaupt über die Ausbreitung des Sumpfes, auch wenn deren Tiefe in der Dimension noch völlig im Dunkeln liegt.

Damit sich aber genau das ändert, noch einmal: wir leben in einer Demokratie. Und dieser Begriff ist nicht nur eine Floskel, die für die Fusslahmen dieser Republik als politische Gehhilfe missbraucht werden darf.

blog1 24.06.2013 | 16:24

Snowden war ja beim Geheimdienst und wusste genau Bescheid, welche Anforderungen er zu erfüllen hat. Dort geht keiner hin, ohne sein Risiko vorher zu kennen.

Was waren also die Beweggründe von Snowden, zum Whistlerblower zu werden? Geltungssucht, schlechtes Gewissen, Frust, Nichtbeachtung, familiäre Probleme, Gewinnsucht, Abenteuerlust? Wir wissen es nicht und es scheint auch keinen zu interessieren.

Es liegt doch auf der Hand. Die größte Schwachstelle bei Geheimnisverrat ist immer der Mensch. Wie konnte der NSA annehmen, dass alle in das Prism-Programm eingeweihte Personen dicht halten? Hinzu kommen die Personen des britischen Geheimdienstes GCHQ. Und welche Reaktionen sind jetzt von staatlicher Seite zu erwarten? Wenn hier irgendjemand glaubt, dass der Geheimnisverrat Snowdens nicht bereits in allen Facetten von den betroffenen Geheimdiensten durchgespielt wurde, ist doch reichlich naiv.

Also, was steckt wirklich dahinter? Der Bevölkerung soll klar gemacht werden, dass fast nichts mehr im Verborgenen passieren kann. Es gibt keine Privatsphäre mehr. Allein die Vorstellung darüber, jederzeit überwacht werden zu können, reicht aus, um den mündigen Bürger zur Raison zu bringen.

luddisback 24.06.2013 | 17:03

schirrmacher war wohl vorher wieder auf party im bundeskanzleramt. zumindest aehneln sich die statements in ihrer wischiwaschihaftigkeit. ich will nicht 4 tage nach dem ereignis derart am eigentlichen thema vorbei eingelullt werden, wenn es gerade um nichts weniger geht als die erkenntnis (in steigerung zur verschwoerungstheorie), dass wir mitnichten demokratisch, als vielmehr totalitaer regiert werden.

schirrmacher dividiert die zivilgesellschaft (spaeter die oekonomisch genannte) und die militaerische auseinander, damit er sie dann (via intellektueller nebelkerze) wieder verschmelzen kann. ansonsten noch 3kg konjunktive. was das bringt? am ende des artikels ist man muede, will gar nichts mehr davon wissen. mission schirrmacher complete.

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Ehemaliger Nutzer 24.06.2013 | 18:29

Big Brother ist nun in der Tat ein Stück weit Realität. Zumindest was digitale Onlinekommunikation am Atlantik angeht.

Was zur Dystopie aus "1984" in der westlichen Welt noch fehlt und auch so leicht nicht geht, sind eine rigide soziale Zwangsjacke und vor allem auch das kollektive Auslöschen der geschichtlichen Erinnerung, die jedes Denken in Alternativen verunmöglicht. Orwell lässt seinen passenderweise 1945 geborenen Helden ein Geschichtsbuch finden - und auf die Vergangenheit anstoßen.

Der alles sehende große Bruder nimmt nun in seiner englischen Heimat langsam Kontur an. Der andere Baustein, die allgegenwärtige soziale Zwangsjacke und Auslöschung der Geschichte ist vermutlich in Nordkorea am weitesten gediehen, wo man sich nach 62 Jahren Propaganda hinter Stacheldraht in der Tat dem Punkt nähert (oder schon soweit ist?), dass es auf dem flachen Land kaum mehr jemanden geben dürfte, der über die Zeit vorher oder die Welt außerhalb irgendetwas auch nur halbwegs Stimmiges weiß.

Das wird die westliche Welt nicht so leicht hinbekommen und die Kontrolle der Köpf weniger durch räumliche Segregation, sondern eher über Neusprech und die "Umwertung aller Werte" anstreben.

Meyko 24.06.2013 | 19:19

" Wer die Fähigkeit besitzt, sich das Internet für seine Zwecke Untertan zu machen, der besitzt auch die technischen Möglichkeit, die gesammelten Daten zielgerichtet auszuwerten, Zusammenhänge herzustellen, Verbindungen zu knüpfen und Profile anzulegen, die wenig mit den selbstverwalteten Facebook-Seiten zu tun haben."

Gestern habe ich zufällig mit einigen bediensteten Juristen diskutiert. Allgemeine Annahme war immer noch: "na klar, Facebook - selber Schuld!".

Vielleicht tut sich jetzt ja langsam (besser wäre natürlich schnell) etwas...

Und zu:"Das Internet braucht seine Freiheiten, aber auch seine Grenzen, nicht nur in einem europäischen, sondern in einem globalen Kontext."

Frau Nocun meinte dazu kürzlich sinngemäß, wichtig ist allerdings, wer in wessen Interesse die neuen Grenzen festlegt...

JR's China Blog 24.06.2013 | 19:51

Private Internetnutzer reden sich PRISM schön.

Ich wüsste keine Institution - auch nicht die ITU -, die es besser machen könnte. Und ich glaube auch nicht, dass ich mir wünsche, dass die einflussreichsten Staaten sich in dieser Hinsicht auf irgend etwas "einigen".

Für mich ist en gros - nicht im technischen Detail - klar, dass das, was ich schreibe und surfe, nachlesbar und auswertbar ist. Und mit Facebook will ich nichts zu tun haben.

Wenn jemand meint, beruflich nicht darauf verzichten zu können, kann ich das nachvollziehen. Aber zum Spaß muss das keiner machen.

Templeton 24.06.2013 | 21:10

Die Aussage: Gestern habe ich zufällig mit einigen bediensteten Juristen diskutiert. Allgemeine Annahme war immer noch: "na klar, Facebook - selber Schuld!". ist wirklich nicht verkehrt.

Was ist denn die Konsequenz, wenn man nicht dieser Aussage folgt? Man kann hoffen das Merkel mit Obama redet... oder dass das deutsche Volk sich dagegen erhebt und auf die Straße geht... Schöne Aussichten?

Allerdings wenn der Aussage "Selber Schuld" gefolgt wird, könnte in der Konsequenz eigenes Handeln folgen. Sprich TOR, Verschlüsselungsprogramme oder sonstige Späße könnte jeder persönlich benutzen und damit gegen Datenleaks resistenter werden. Und auch die Freiheit des Netzes auf eine gewisse Weise fördern.

Meyko 24.06.2013 | 21:50

Da wird Ihre Ansicht ja in der ZEIT unterstützt:

"Wer nicht belauscht werden will, sollte nicht überall reden

Das Internet wird überwacht, politische Proteste allein werden dagegen wenig nutzen. Wer dem entgehen will, muss sich selber schützen..."

[...] und weiter:"Wer private Dinge privat halten will, sollte sie daher nur selten oder gar nicht preisgeben und gegebenenfalls auf Internet oder Telefon verzichten. Datensparsamkeit ist immer noch eines der besten Mittel des Datenschutzes – was nicht da ist, kann nicht gespeichert und durchsucht werden."

Tja, und gerade verschlüsselte Informationen werden von Überwachern besonders neugierig aufgezeichnet, in der Hoffnung, sie irgendwann entschlüsseln zu können. So werden die Menschen mit eigenen Gedanken dann wohl zukünftig notgedrungen und mit staatlich ausgeübtem Druck, mittels der angeblich "entfremdenden, distanzschaffenden Technik", wieder zum persönlichen menschlichen Kontakt animiert (und dann vermutlich heimlich fotografiert). Ich wäre ja insgeheim wesentlich lieber weiterhin dem "Post- und Fernmeldegeheimnis" treu geblieben. ;-)

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Zur Erinnerung etwas aus dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland:

"Artikel 10

(1) Das Briefgeheimnis sowie das Post- und Fernmeldegeheimnis sind unverletzlich."

ch.paffen 25.06.2013 | 01:43

danke für die "zusammenfassung" des themas internetüberwachung * dicken glückwunsch zum blogger (die roten) auf der startseite bei www.freitag.de !!!!!

da ist man (der verfasser) fast versucht ein thank´s PRISM abzusondern – nö, das wär dann irgendwie zufiel der ehre *

beim titel jedoch wird mein wiederspruchsgeist aufs heftigste angetriggert * freiheit ist mitnichten eine ausgelatschte und nun aber ruck zuck zu ersetzende/zu entsorgende auslegeware * freiheit ist NICHT verhandelbar NEVER * freiheit ist ein menschenrecht * “Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.“ siehe hier: Allgemeine Erklärung der Menschenrechte – Wikipedia * etwas konkreter und rechtsverbindlicher „ … das Recht auf persönliche Freiheit und Sicherheit … siehe hier: Internationaler Pakt über bürgerliche und politische Rechte – Wikipedia * nix auslegung – nix ware (nö klar sicherheit nur wenn keine freiheit …..) sondern RECHT * augstein hat bei spon Augstein-Kolumne: Gefährliche Geheimdienste - SPIEGEL ONLINE dazu geschrieben “ …Die Deutschen sollten genau beobachten, wie Angela Merkel sich jetzt verhält. Und wenn SPD und Grüne noch ein Thema für den Wahlkampf suchen: Hier wäre eins.“

wenn die informationen von wikipedia zutreffend sind “… Bedeutung im deutschen Recht - gemäß Art. 19 Abs. 4 GG steht jedem, der durch die öffentliche Gewalt (BND) in seinen Rechten verletzt wird, der Rechtsweg offen. Dies gilt nicht nur für Verletzungen der Grundrechte, sondern für alle in der deutschen Rechtsordnung geschützten Rechte. Somit erfasst die Rechtsweggarantie des Art. 19 Abs. 4 GG auch Fälle, in denen der Staat unmittelbar wirksame internationale Menschenrechtsnormen verletzt, die gemäß Art. 59 Abs. 2 GG bzw. Art. 25 GG (Völkerrechtsklausel) Bestandteil des innerstaatlichen Rechts sind. Der deutsche Rechtsanwender ist über Art. 20 Abs. 3 GG („die Rechtsprechung ist an Gesetz und Recht gebunden“) an die transformierten Vorschriften des Völkerrechts gebunden. Aus der Vorschrift folgt auch die Pflicht, sich mit Inhalt und Auslegung dieser Vorschriften vertraut zu machen. …“ oder über Europäische Menschenrechtskonvention – Wikipedia

klagen kann man ganz sicher also ein freundliches move your ass in richtung berlin ….. *

in diesem zusammenhang noch zwei links die so traurig es ist, voll fein zum themenbereich passen

3,sat.online.mediathek- der preis der freiheit

Precht im Gespräch mit Marina Weisband

feine restnacht noch cp

Spiessbuerger 25.06.2013 | 10:19

Wir sind alle Schuld. Warum akzeptieren wir einfach Meldegesetze, Personalausweise? Warum entbloessen uns vor den Bankern und anderen, die nur unser Bestes wollen: naemlich unser Geld? Facebook ist so was wie ein Badesee, wo sich eben einige Leute nakt sonnen. Aber heisst das, dass man den Staat als Voyeur mit fotografischen Gedaechtnis akzeptieren muss?

oi2503 25.06.2013 | 11:11

Oh tempora, oh mores.

Ich schlage vor, in möglichst jedem Telefonat, jeder Mail (als Disclaimer) "verdächtige" Wörter zu benutzen.

Anschlag

Bombe, Bombenbau,

Attentat

Putsch

Terror

Mord

Königsmord

Djihad

Osama

...

Auf dass die Schlapphüte Verstopfung in dem Abgehörtem bekommen. Aufhören werden sie eh nicht: Die technische Möglichkeit ist da, die gilt es zu nutzen ...

Best, Oi

beim Bombenbauen

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Ehemaliger Nutzer 25.06.2013 | 11:46

Welche Leute sind das die abhören? Es sind die Großaktionäre!! Leute die nichts tun, im geheimen leben, die Weltbürger für sich arbeiten lassen, die Erde zerstören wegen ihrer Gier und Dekadenz, Diktatoren in Länder installieren, den Terror finanzieren sowie auch Gewalt permanent sähen und Krieg weil sie vom Chaos wie die Götter leben außerhalb von Gesetz und Ordnung. Damit diese Leute das durchsetzten können haben sie ein Betrugssystem und Illusionssystem aufgebaut das sich Weltwirtschaftssystem nennt bei dem nur sie selbst und ihre willfährigen Politiker, Wissenschaftler, Medienleute usw. die in der Regel nichts darstellen denn echte Alphatiere also gute Menschen machen so was nicht profitieren. Im Übrigen die echten Alphatiere die Normalos haben ihre Welt immer wieder aufgebaut die von den Großaktionären durch Kriege immer wieder zerstört wurde. Glaubt wirklich jemand das son Typ wie Hitler alleine zum Machthaber wurde?? Der wurde zum Diktator gemacht das kann man leicht nachweisen und eine einzelne Person hat eh keine Macht das war schon immer so nur dieses Betrugs- und Gewaltsystem über Geld ermöglicht einzelnen Menschen sich zu Göttern emporzuschwingen. Diese Leute kennt niemand und damit das so bleibt wird abgehört und Gewalt geschürt.

Das System funktionierte schon immer durch, Druck, Gewalt, Manipulation, Propaganda den Menschen wird von klein auf per Gehirnwäsche durch Werbung, Schule usw. ein Wertesystem eingebläut an dem alle glauben indem die Existenzbedürfnisse der Menschen manipuliert und ihnen entzogen und zu Manipulationszwecke neu besetzt werden weil das macht die Menschen schwach und führt dazu das das System niemals in Frage gestellt wird denn die meisten Menschen sind paralysiert deshalb ändert sich nichts so einfach ist das. Selbst die Themen werden von diesen Leuten vorgegeben über den Mainstream!! Durch das Internet hat sich das ein wenig geändert daher wird es langsam gefährlich für diese Leute obwohl es schon immer als Abhörsystem gedacht war da die Router sich nicht in Länderbesitz befinden so einfach ist das. Wie funktioniert denn Prism und über welche Dienste? Darüber habe ich noch nichts gelesen bei all den Fachleuten die es angeblich so gibt!! Daran sieht man schon das es kaum echte Fachleute gibt sondern nur welche die dazu ernannt werden um an dem Wertesystem teilzunehmen das schafft Sicherheit das immer alles so bleibt wie es ist. Ich sage Akamai könnte abhören weil es ist ein Dienst ist der bei jedem Internetzugriff auf den Rechner zugreift weiterhin die Betriebssysteme müssen ihre Sourcecodes offen legen weil es könnten Abhörsysteme mit drin sein oder es muss über Linux gearbeitet werden!! Im Übrigen die Suse Linux Distribution wurde von der dahin dümpelnden Firma Novell aufgekauft als hier in Deutschland eine Diskussion entstand Linux als Behördensystem einzusetzen. Auch Dr. Dos wurde aufgekauft es war deutlich besser als MS DOS und verschwand in der Versenkung usw. usw.

Spooky 25.06.2013 | 14:52

Was mich persönlih stört ist Angela Merkel! Sie tut jetzt so als würde sie von nichts wissen. Deutschland und dern BND haben freien Datenaustausch mit der NSA und den Briten, der Bundestrojaner ist in verschiedensten Varianten auch auf ihrem Computer!
Mein Computer wurde im Dezember 2011 infiziert und mit fremder Hilfe konnte ich feststellen, dass alle zehn Sekunden ein Bild meines Desktops germacht wurde und in die USA, Deutschland, GB und zwei weitere nicht identifizierbare Länder gesendet worden ist. Nun, wie kommt es dazu? Der CCC war sich nicht ganz sicher, welches Ausmass das ganze hat, ich bin mir nicht mehr sicher ob Angela Merkel höchst persönlich ihre Hände im Spiel hat. Vor gut zwei Jahren war ich ein Verschwörungstheoretiker der nicht alle Tassen im Schrank hat, wie kann es denn sein das sie Bilder von deinem Desktop machen wenn du gar nichts zu verstecken hast. Die Merkel tut so, als wüsste sie nicht wie das Internet funktioniert. Die Ausmasse der Überwachung sind bei langem schon grossartig überschritten und weit weg jeglicher Kontrollfunktionen. Die deutsche Politik ist auf dem Niveau von Kazachstan und nichts gegen Kazachstan, die führen nämlich keinen Krieg in fremden Ländern!
Ahoi!

Templeton 25.06.2013 | 15:35

Ja, die User müssen auch selbst ihr eigenes Schicksal in die Hand nehmen und es den Geheimdiensten schwer und teuer machen ihre Daten abzugreifen. Es lässt auch kaum jemand sein Fahrrad unabgeschlossen in der Stadt stehen...

Das Problem ist einfach das es keine Debatte über persönliche Sicherheit gibt und Lösungen nur Geeks umsetzen können.

Das Hauptproblem an Verschlüsselungen übrigens ist, das sie meist aus Amerika kommen und deswegen die diesigen Geheimdienste kaum Kosten für die Entschlüsselung haben.

Staatlicher Datenschutz gerne... aber kaum machbar... heute schnüffeln die Amis und Briten, morgen die Chinesen, danach vielleicht Dubai?

Oberham 25.06.2013 | 16:34

... ich fürchte - gegen eine Monatsprämie von 100 Euro würden sich viele einen Chip implantieren lassen - schon heute- freiwillig!

Der Link oben zu dem 3sat - Philosophiebeitrag - zeigt es auf - so tickt unsere Gesellschaft heute - Eure Konsumneurosen sind die beste Überwachung ever - doch - man muss halt auch ein Auge auf die weniger angepassten haben, da braucht man den großen Überblick.

Wir lassen es geschehn, Hauptsache Kaufkraft!

HerrTheobald 25.06.2013 | 16:52

Meiner Meinung nach macht es sich Frank Schirrmacher doch sehr einfach, wenn er die Verantwortung für PRISM und Tempora auf den einzelnen Internet-User abwälzt. Oder: Wer einen Feldherren-Hügel besitzen möchte, muss in Kauf nehmen, dass ein Unternehmen seine WiFi-Daten abschöpft und diese eventuell an einen Geheimdienst zur weiteren Verwendung durchreicht. Es geht nicht um die Daten, die jeder Freiwillig im Netz hinterlässt – heutzutage in erster Linie auf Facebook. Da ist es an mir persönlich, ob ich ein Profil unterhalte, was ich darauf mitteile, welche Likes ich abgebe, welche Seiten ich betreue, mit wem ich chatte. Es geht um die Unmengen von Daten, die nebenbei erhoben werden. Bringt mich beispielsweise ein geschäftlicher Auftrag in die USA, dann buche ich mir einen Flug im Internet und schließe die Aufnahmeprozedur für die Vereinigten Staaten ab, die ich zwangsweise mit meiner Kreditkarte bezahlen muss. Ein anderer Bezahlweg steht mir nicht offen. Beim Abgleich meiner Kreditkarten mit dem gesammelt Datenwust fällt dann auf, dass ich bei einem Internet-Buchhändler eine Menge Literatur zu Extremismus bestellt habe. Aus welcher Motivation ich diese Bücher kaufte, kann ich jedoch nicht hinterlegen. Die Fluglinie übermittelt meine Flugdaten vorab an die Sicherheitsbehörden in den Vereinigten Staaten. Inklusive meiner Sitzplatz-Referenz: Fenster. Sitze ich dort, um meinen eigenen Feldherren-Hügel (sic!) ohne Google zu bekommen oder weil ich nicht von Mitreisenden gestört werden möchte? Den Grund für meine Sitzplatz-Wahl kann ich bei der Fluggesellschaft nicht angeben. Dann beginnt ein Algorithmus zu rechnen, addiert weitere Daten und Angaben hinzu, spuckt schließlich zum Ergebnis, dass (Zitat Schirrmacher: „Es interessiert nicht, was war oder was ist, sondern was sein wird“) ein 69-Prozent-Risiko im Landeanflug auf Houston ist. In dieser Risikoberechnung ohne Motivationsanalyse, in dieser Verknüpfung von Daten, die wissentlich und unwissentlich gesammelt wurden, in der rechnerischen und datenrelevanten Betrachtung liegt – neben der Sammel-, Späh- und Spionagewut – liegt eine weitere Gefahr von PRISM und Tempora. Um es mit Schirrmacher zu sagen: Nicht jeder Mensch, der Google-Earth anwirft, sehnt sich auf einen Feldherrenhügel.

Wie weit dann Orwell entfernt ist, ist diskussionswürdig. Gehen Ideologien in unserer Zeit, in der Menschen das Internet selbstverständlich nutzen, während Politiker es als Neuland betrachten, nur noch von der politischen Sphäre aus? Und gibt es nicht längst einen Markt-Totalitarismus? Das vor allem im Internet, in dem sich wenige Firmen den Markt teilen, ihn abschotten, ihn zensieren und kontrollieren?

HerrTheobald 25.06.2013 | 17:04

"was das bringt? am ende des artikels ist man muede, will gar nichts mehr davon wissen. mission schirrmacher complete."

Es ist interessant, wie sehr Schirrmacher die Verantwortung deligiert: Schuld ist nicht der Geheimdienst. Schuld ist jeder einzelne: "Die Implementierung militärischer Überwachungsrationalität in unser ziviles Leben ist nur die eine und durchaus akzeptierte Seite der Verschmelzung." Schirrmacher macht sich keine Gedanken daüber, ob er beim Kauf einer Bahnfahrkarte im Internet das Ausspionieren seiner Daten in Kauf nehmen muss, weil er im Gegengeschäft einen günstigen Preis bekommt und sich den Weg zum nächsten Bahnschalter spart. Darüber hinaus verhilft er der Deutschen Bahn Personal am Ticketschalter und Papier für die Fahrkarte einzusparen. Die Nutzen werden in die militärische und ökonomische Sphäre transferiert, der Schaden und das Risiko in die Sphäre des Individuums. Die Sekretärin (wir wollen ja bei allen konservativen Klischees bleiben) von Herrn Schirrmacher kauft stets die Tickets und bezahlt mit der Firmenkreditkarte. Oder gar nicht.

HerrTheobald 25.06.2013 | 17:23

Da bin ich bei Ihnen. Freiheitsrechte sind nicht verhandelbar. Aber sie sind auch nicht grenzenlos. Ganz im Luxemburgischen Sinne. Doch ich stelle mit Schrecken fest, dass die Freiheitsrechte zunehmend im ökonomischen Sinne interpretiert werden: "Ich bin frei, wenn ich mir alles kaufen kann. Ob ich es mir leisten kann, ist eine Frage, die zum späteren Zeitpunkt von anderen beantwortet werden soll."

Eine Freiheit an Gedanken, Meinungen, Visionen, Ansichten, Informationen, Menschen, Diskussionen verschwindet, löst sich in dieser sedierten Gesellschaft auf, wohl weil sie sich nicht im Einkaufswagen transportieren lassen.

ch.paffen 25.06.2013 | 21:51

danke für den kommentar zum kommentar * veto * meine freiheit auf meiner personal festplatte ist grenzenlos * freiheit im geist, fühlen, denken, empfinden ist unbeschränkt und wenn ich anfange freiheit lediglich im ökonomischen sinn zu denken dann klöppel ich mir diese grenze selbst ... warum nicht free flow spirit? ich lasse mir doch keine denkverbote erteilen (auch wenn, uiuiui "die dunkle seite der macht" dies gerne hätte) * nö, die gesellschaft ist nicht sediert @ denkt nicht * sie (die gesamtgesellschaft) hat einfach x dinge auf dem zettel und nein nicht only kosum, auch nicht kinder. küche. kirche - was die demographen wahnsinnig umtreibt - sorry anderes thema * freiheit ist menschenrecht, und auch menschenrechte sind NICHT verhandelbar * friedrich hat ein problem am BND ..... * steil es ist so eine spannende zeit * feinen restabend noch cp

RufusFfolkes 26.06.2013 | 12:44

Als ich noch meine Briefe und Postkarten klassisch über den Postweg versandt hatte, hätte vielleicht der Geheimdienst die Briefe auch öffnen können und so Artikel 10 GG - Briefgeheimnis - verletzen können. Eigentlich hätte der Postbote danach auch meine Urlaubspostkarten nicht lesen dürfen, obwohl Urlaubsgrüße und Adresse ja nebeneinander standen. Weiß ich ober sich daran gehalten hat?

Misstrauisch war ich auch damals schon, denn meine Liebesbriefe habe ich mit Siegellack und Stempel besonders gesichert.

Nun, was bringen mir diese Erfahrungen für die moderne Kommunikation:

1. Absolut sicher ist nur das persönliche, vertrauliche Gespräch, falls keine Abhöranlagen und versteckte Kameras da sind.

2. Auch mit noch so guten Verschlüsselungen und perfekter Software ist man vor keinen kriminellen Häckern - zu denen ich auch Geheimdienste zähle, die ohne gesetzliche Grundlage Daten einsehen, - geschützt.

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Ehemaliger Nutzer 26.06.2013 | 21:09

Es geht um Alles, um unsere Demokratie! Eine Partei ist kein Fehler man kann sie auch wählen, es ist nun deutlich zu hören, wie die Massenmedien in Sachen Snowden giftig werden.

Wichtiger ist jedoch, wir müssen uns alle bewußt sein, das wir den Kampf gegen diese Weltstaatdatenkrake aufnehmen müssen.

Diese Roboter wollen gefüttert werden, also füttern wie sie!

Wir können diese Filter verstopfen, wir können auch stärker verschlüsseln, dies alles kostet Rechenkraft.

Das Böse hat immer einen guten Grund für sein tun, die Begründung ist also irrelevant!