Politikfehler zu Gunsten von AfD und Pegida

Pegida, AfD, Flüchtlinge Warum nur machen es die "etablierten" Parteien den rechts tendierenden Parteien und Gruppierungen so leicht?
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Warum nur machen es die "etablierten" Parteien den rechts tendierenden Parteien und Gruppierungen so leicht? Nehmen wir die aktuelle Flüchtlingsthematik. Angela Merkel steht zu der Aussage, dass Deutschland jedem Asylsuchenden Schutz bietet, und das ohne Obergrenze. Diese Aussage gilt es meiner Meinung nach ohne Wenn und Aber zu unterstützen. Es ist ein Gebot der Humanität. Auch die zuversichtliche Aussage dass wir das schaffen, ist angesichts der Leistungsfähigkeit unseres Landes nicht einmal annähernd in Zweifel zu ziehen. Und dennoch gibt es an der Umsetzung dieses hehren Zieles durchaus berechtigte Kritik. Und es ist doch alles andere als clever, diese berechtigte Kritik ausgerechnet Rechten Parteien wie der AfD, oder Rechten Modegruppierungen wie der Pegida und ihren Ablegern, zu überlassen. Es ist doch offensichtlich, dass das momentane Prozedere tatsächlich in Teilen nicht gut durchdacht wurde. Brauchen wir nicht wirklich eine Begrenzung der Flüchtlingszahlen, aber eben nicht in ihrer Gesamtheit, sondern vielleicht nur in ihrer Aufnahmegeschwindigkeit und in der Aufnahmegrundsystematik? Und ist es nicht wirklich eine latent problembehaftete Herausforderung, dass in größerer Zahl Menschen zu uns kommen die mit unserer "Kultur" der Rechtsstaatlichkeit, der Gleichberechtigung und der Religionsfreiheit, so ihre Probleme haben? Niemand hat diese Entwicklung in ihrer jetzigen Form vorhergesehen, und so ist es auch nicht weiter verwunderlich dass es bei der Umsetzung zu lokalen Überforderungen kommen kann. Diese sind aber i.d.R. immer lösbar, sobald man sich ihnen kritisch stellt.
Die Regierung verpasst es, diese Umstände in ihre Überlegungen und Planungen angemessen mit einzubeziehen und diese auch offen zu kommunizieren. Es kann doch in der Tat zwischen Asylgründen und Einwanderungswillen unterschieden werden, sodass alle Ressourcen möglichst effektiv im Sinne aller genutzt werden können. Man darf diese Fragestellungen aber eben nicht dem rechten Lager aus NPD, AfD und dem Pegidavolk überlassen. AfD und Pegida leben in erster Linie von Bevölkerungsanteilen mit intellektuellen Defiziten. Diese stehen dann gerne vor den rechts hetzenden Menschenfischern und brüllen ohne Sinn und Verstand, "Wir sind das Volk, Lügenpresse, Volksverräter" und vieles Andere mehr.
Das Abendland geht nicht unter, und wir werden auch nicht islamisiert, ganz im Gegenteil. Der Grad an Christianisierung stellt in vielen Fragen ein viel größeres Problem da.
Wir brauchen für einen kritische Würdigung der Fragen rund um das Flüchtlings- und Einwanderungsthema keine rechten Kräfte, warum aber werden sie genau diesen Kräften nahezu wehrlos wirkend überlassen?

Mit einer funktionierenden Verteilungssystematik ist die Anzahl an Flüchtlingen in Deutschland mit Leichtigkeit zu bewältigen. Es ist die Aufgabe der Regierung, auf Defizite in der Flüchtlingsthematik korrigierend hinzuwirken, auch, oder vielleicht gerade wenn, diese Defizite aus den Reihen der Opposition benannt werden sollten. Das gilt selbst, wenn eine rechtstendierende Opposition annehmbare Kritik äußern sollte.
Würde man angebrachte kritische Punkte in Überlegungen, und vor allem in daraus resultierende Handlungen mit einbeziehen, würde aus dem Rechten Aufwind schnell wieder eine Flaute.

H.Frank

13:41 17.10.2015
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