Heinz-Günter Weber

Medien Quer Denker, Autor
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RE: Er ist doch nur entwischt | 31.01.2016 | 12:44

Danke für den schön geschrieben Text! Bowie könnte ein wiedergeborener Goethe sein...

"Die Gegenwart steht in Spannung zur Utopie, obwohl sie Anteil an ihr hat, und das erfordert Geduld, und die zugehörige Haltung heißt Schönheit".

Gelesen in einem schönen Artikel über Goethe's Faust von Freitag-Autor Michael Jäger: http://www.oeko-net.de/kommune/kommune-2012/kommune-2012-06/167-178-Faust%20online.htm

RE: Soziale Medien sind Humanmedien | 04.03.2014 | 12:20

Danke, das ist ein gern und oft vernachlässigter Gesichtspunkt zu den Sozialen Medien. Ich würde ergänzen, sie dienen nicht nur dem "Austausch sozialer Normen", sondern auch deren Ausformung und der Selbstverortung innerhalb dieser. Da wir nur noch wenige fixen Normen und Ethiken haben, läuft ein Teil der Regelbildung - deren Affirmation wie deren Infragestellung - über soziale Medien. Wobei man nicht nur an Facebook, Twitter oder WhatsApp denken darf - die "Straße", der "Platz" (Tahir, Taksim, Maidan ...) und die "Aktion" sind durch die netzmediale Rückbindung und Spiegelung ein wichtiger Teil der sozialen Medien.

RE: Was wir wollen | 22.09.2013 | 16:37

Partei gründen, hartnäckig dranbleiben. Würde Euch wählen!

RE: Neue soziale Gerechtigkeit? | 24.05.2013 | 18:09

Fundamentalkritik ist praktisch: Sie stellt den Kritisierenden auf's Fundament. Ist diese Podest-Position verdient?

Hm. Ich wage z.B. zu bezweifeln, dass mit den Mitteln der Logik eine Beziehung zwischen Demokratie und Kapitalismus herzustellen ist.

Ich meine, wir können an der bisherigen Geschichte erkennen, dass es einen revolutionären Bruch zwischen alten und möglichen neuen Herrschafts- und Wirtschaftsformen noch nie gab. Politische Macht und Marktmacht konzentriert sich schon nach kurzer Zeit wieder bei Eliten. Der Unterschied liegt in ihrer Legitimierung. Für die Nicht-Eliten ist der Effekt der gleiche, nämlich Ohnmacht.

Was ändert hat ist vielleicht: Die Meinungskontrolle war nur in totalitären Staaten als Mittel legitimiert. In demokratischen Verfassungen wurde bislang noch das Prinzip Meinungs- und Gedankenfreiheit hochgehalten. Aber seit G.W. Bushs Spruch "Wer nicht für mich ist, ist gegen mich" laufen auch die Demokratien Gefahr, jede Kontrollmöglichkeit der Eliten durch die Öffentlichkeit zu unterbinden - und die Technik zur totalen Überwachung und Kontrolle scheint, knapp 25 Jahre nach dem Ende der Stasi, .dazu vorhanden zu sein. Oppositionelle, Journalisten, Querdenker werden zu Staatsfeinden.

Hier liegt für mich der konstruktivere Ansatz zum Handeln: Kritische, freie Kommunikationswege nicht komplett zu verlieren. Die Möglichkeit von Debatten über Legitoimität und Legalität aufrecht zu erhalten. Und von Protest wo nötig.

Fundamentalkritik ist doch Wirklichkeitsverweigerung. Sie spielt nur den Mächtigen in die Hände ...

RE: Marketing-Chef - Das war ihm zu wenig | 18.02.2013 | 08:51

Wieso frommes Herbeiwünschen? Ich will nicht kühl über ein persönliches Drama hinweggehen. Die Kluft zwischen dem Unternehmen Kirche und seinem Spiritualismus geht ihm sicher nicht erst jetzt auf, aber sie wird jetzt deutlich: er scheitert dran. Und auch alle verlinkten Experten spekulieren momentan, was bleibt sonst?

RE: Natürlich zahl' ich | 17.02.2013 | 21:53

"Keinen Pfennig fürs national-mediale Lügenpack und ihre unterirdische PR-Maschinerie."

"national-mediales Lügenpack" würde ich vielleicht über Göbbels Verblendungsmaschinerie urteilen. Wo sind die Unterschiede, Differenzen? Hast Du mal Fernsehen in den USA oder in Ägypten gesehen? Und absolute Wahrheiten gibt es nicht, also bist Du auch Teil des Systems ... außer Du gehst auf die einsame Insel.

RE: Natürlich zahl' ich | 17.02.2013 | 21:45

Immerhin kann ich mir ja aussuchen was ich ansehe...

RE: PeerBlöd – Scheitern auf sozialdemokratisch | 17.02.2013 | 21:43

@Götz Godowski

Noch was: Danke, endlich hat einer meine Hauptthese hier bemerkt :-)

RE: PeerBlöd – Scheitern auf sozialdemokratisch | 17.02.2013 | 21:40

Ich stimme Dir voll zu, dass das Internet ein Subsystem der Gesellschaft ist, und Teil der "Kulturindustrie", wenn Du so willst. Aber es ist auch mehr, es ist ein Medium zum Beispiel, das wie alle Medien Subversion und Gegenströmungen zulässt. Jedenfalls halte ich pauschalen Kulturpessimismus für falsch, genauso wie pauschale Technikfaszination. Aber das ist ein großes Thema.

RE: Natürlich zahl' ich | 14.02.2013 | 14:01

... eine Autonomie der öffentlich-rechtlichen Anstalten von der Politik vormachen, die es real nicht gibt.

Diese Autonomie ist tatsächlich nicht gegeben, wie z.B. der Artikel Journalismusforschung:"Ganz auf Linie mit den Eliten" bei Telepolis auch darlegt.

Trotzdem sind mir - bei aller berechtigten Kritik - ARD, ZDF, die Dritten und Arte immern noch lieber als ein rein privates Fernsehen, das in der Regel an der wesentlich kürzeren Leine der Markt- und Meinungshoheit der Wirtschaft läuft - "Aufklärung als Massenbetrug" kommt da schon hin.

Wer allerdings gar nicht die ÖRM nutzt, sollte sich vom Beitrag befreien lassen können.

Und dass das ÖR TV noch viel Luft nach oben hat, auch im Internet - auch z.B. am Maßstab BBC - ist unbestritten. Genauso, dass eine kritische Medienerziehung in die Schulen gehört.