hierundjetzt

Studiert in Berlin Soziologie, Politikwissenschaft und Philosophie.
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RE: Finale (1) | 19.02.2014 | 14:01

Fand den Pressetext auch nicht sonderlich interessant. Alleine wäre ich nach der Filmbeschreibung auch nicht auf die Idee gekommen, den Film gucken zu gehen. Hab mich aber von einer italienischen Freundin dazu überreden lassen und war letztlich ziemlich froh drum.

52 Tuesdays kann man sich auf jeden Fall auch anschauen. Das Hauptthema, des Lebens mit der Mutter, die vor einer Geschlechtsumwandlung steht, ist echt interessant und auch gut umgesetzt. Weniger spannend ist dagegen meiner Meinung nach der "Teenie-Plot", der leider im Laufe des Films zunehmend an Bedeutung gewinnt.

RE: Finale (1) | 18.02.2014 | 17:59

Habe aus ähnlichen Gründen wie die Autorin keinen Wettbewerbsfilm gesehen. Die Andersons und von Triers, etc. kann man sich ja wirklich getrost noch zu späterem Zeitpunkt im Kino anschauen. Stattdessen habe ich selbst nur zwei Filme aus der Sektion Generation 14plus gesehen (52 Tuesdays und Il sud è niente).

Nett fand ich 52 Tuesdays, großartig hingegen Il sud è niente, der wirklich eindrucksvoll die Situation in Süditalien schildert. Er schafft es dabei, die Perspektivlosigkeit der Jugend, genauso wie die allgegenwärtige Bedrohung durch das Damoklesschwert Mafia zu schildern, ohne letztere jemals offen anzusprechen. Ein wirklich toller Film. Bedrückend, aber gut.

RE: Wie offen ist Neukölln? | 19.11.2013 | 12:29

„Flüchtlingsheim“ ist ein grauenvolles Wort, da haben Sie recht. Und diese Unterkünfte sind alles andere als optimal aus den von Ihnen angesprochenen Gründen. Natürlich müsste von Seiten der Stadt mehr getan werden, eine integrativere Unterbringung in Wohnungen zu ermöglichen. Willen, aber auch Möglichkeiten dazu scheinen derzeit aber ziemlich begrenzt. Da denke ich, dass es letztlich gerade mit Blick auf den kommenden Winter erstmal wichtiger ist, dass ein Dach über dem Kopf und eine etwas angenehmere Wohnsituation zugesichert wird, als wie gerade in vollkommen überbelegten Unterkünften leben zu müssen – so suboptimal das ganze wirklich ist.

@UWEOH

Dass das Gebäude in Neukölln kommt, wird im Text beschrieben. Neukölln hat bisher mit Abstand am wenigsten Flüchtlinge aufgenommen. Und aus Rumänien kommen die Flüchtlinge auch nicht, da Rumänen als EU-Bürger das Recht haben, in Deutschland zu leben, wofür die hier angesprochenen Flüchtlinge erst lange (und viel zu oft erfolglos) kämpfen müssen.

@Amanda Donata

Ich kann nicht folgen...

RE: "Pfeffi hält die Straßen rein" | 28.05.2013 | 11:06

Den Faustschlag und die Festsetzung gibt es hier im zweiten Video zu sehen.

Da ist es ja kein Wunder, dass es jetzt ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung gibt - gegen die Demonstrantin.

RE: Wann ist der Mann ein Mann? | 18.03.2013 | 19:46

Jein. Einem modernen Männerbild steht es nicht zwingend entgegen. Aber es ging ja in dem Zusammenhang auch um Väter und deren neue Rollen jenseits des Allein- oder Haupternährers.

Diese wird jedoch auf jeden Fall durch das Ehegattensplitting gestützt, da es, wie Sie auch trefend beschrieben haben, Ehen, in denen nur einer verdient oder der zweite maximal einen Nebenjob hat, steuerlich klar bevorzugt. In den meisten fällen bedeutet das aber, dass der Mann weiterhin voll arbeitet, es jedoch wenig anreizt gibt, dass dies auch die Frau tut. Natürlich könnte die Verteilung genauso gut umgekehrt sein, nur ist sie das bisher in de seltensten Fällen, da sich diese Konstrukte als äußerst hartnäckig erwiesen haben. Vor allem wenn diese Aufteilung einmal vorgenommen wurde, ist es zudem sehr schwer, diese einfach umzukehren, da es sowohl in vielen Fällen für den Mann nicht so leicht ist, mal eben auf einen Halbtagsjob umzusteigen, wie für die Frau ihre Stelle zu einer vollen Stelle auszubauen.

RE: Wann ist der Mann ein Mann? | 18.03.2013 | 19:33

Wollte ich wirklich einer bestimmten Form des Auslebens der eigenen Männlichkeit das Wort reden? ..., ich hätte dann ziemlich an meinen eigenen Absichten vorbei formuliert;

Ich muss zugeben, dass ich Sie da wohl falsch gelesen habe. Entschuldigung.

Mit vielem was Sie sagen, haben Sie durchaus recht. Die alte (Haupt-)Rolle abzulegen, nur um an deren Stelle einfach eine neue zu setzen, ist wirklich fragwürdig. Vielmehr denke ich ist eine wahre Vielfalt an Rollen und Lebensentwürfen wünschenswert, zeigen sie doch gleichsam den konstruierten Charakter von dem Mann. Auch haben Sie hier recht, feste Zuschreibungen in den Kategorien weiblich und männlich sind wirklich ziemlicher Müll.

Trotzdem würde ich persönlich engere Grenzen ziehen dabei, was an sog. freier Auslebung seiner selbst gut geheißen werden kann. Letztlich sind wir da vielleicht auch gar nicht soweit auseinander, aber ich persönlich glaube schon, dass man auf Rollen wie die des alle möglichen Menschen unterdrückenden, gewaltbereiten Machos gut verzichten könnte. (Auch der ist ein Stereotyp, na klar, trotzdem trifft man verschiedene damit verbundene Eigenschaften noch ziemlich häufig an).

Und gerade in dem Zusammenhang finde ich auch eine kritische Auseinandersetzung mit klassischen Geschlechterrollen und neueren Alternativen gut, da sie helfen kann, die schlechten Eigenschaften, die dem „echten Mann“ zugeschrieben werden, hinter sich zu lassen, die sich bisher aber immer noch ganz gut mit „Männer sind halt so“ legitimieren lassen.

RE: Wann ist der Mann ein Mann? | 18.03.2013 | 14:29

Die Frage "Wie kann ich ein mir angemessenes Leben führen?" ist praktisch immer die wesentlich fruchtbarere.

Sie sollten nicht vergessen, dass dieses Ihnen angemessene Leben immer noch in einer Gesellschaft/Beziehung stattfindet, in der es mehr Menschen als nur Sie selbst gibt. Und so, auch wenn das vielen meist nicht bewusst ist, können mit dem eigenen Verhalten auf dieser Basis eben auch ziemlich leicht andere unterdrückt werden.

Gleichzeitig wirkt es ein wenig, als wollen Sie die Rollen vertauschen. Noch sind es ganz gewiss nicht derartige Männer oder Väter, die den Mainstream abbilden und den armen "echten Männern" das Leben schwerer machen. Stattdessen müssen sich in der Mehrheit jene immer noch, ob beruflich oder im Privaten dafür rechtfertigen, nicht dem so lange etablierten Modell des Ernährers und Herrn im Haus entsprechen zu wollen und werden ansonsten einfach als "nicht männlich" und so ähnlich abgetan. Glauben Sie mir, auch unter jungen Menschen passiert das oft genug. Die bewusste Wahl eines solchen Lebensmodells hat noch lange nicht die Stellung erreicht, die Sie ihm hier zuschreiben wollen.

Aber ist da nicht in gewisser Weise schon wieder die Ursache und Art des beschriebenen Krisendiskurses des weißen Mannes zu finden?

@Popkontext:

Von einer diesbezüglichen Publikation weiß ich leider nichts.

RE: Wann ist der Mann ein Mann? | 18.03.2013 | 13:33

Ja, das stimmt auf jeden Fall. In der Hinsicht war ich auch ziemlich überrascht, als ich von der Tagung und ihrem Veranstalter erfahren habe. Geschadet sollte es auf jeden Fall nicht haben, was die Problematisierung angeht. Andererseits finden sich zu solchen Veranstaltungen leider ja meist auch nur die Leute ein, die sich eh schon für das Thema interessieren und um die verschiedenen Problematiken wissen.

RE: Wann ist der Mann ein Mann? | 18.03.2013 | 13:06

Danke für den Kommentar.

Es soll kein falscher Eindruck entstehen. Die Tagung war wirklich interessant. Doch bei allen drei Vorträgen und Diskussionsrunden, die ich im Tagesverlauf mitbekommen habe, ging es fast ausschließlich um Väter. Ab und zu hätte ich mir da schon mal auch ein Paar Worte zu "anderen" Männern gewünscht. Wobei ich natürlich nicht sagen kann, was in der Hinsicht in den parallel laufenden Runden Thema war.