Mexiko - aeh... Tequila?

Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Warum?

Mh, typisch. Abi gemacht, auf Reisen gegangen. Das war vor mehr als einem Jahr. Und nun? Die meisten meiner Freunde, die es mir gleichgetan haben, sind wieder zu Hause, haben sich schon fuers Studium beworben, machen Praktika und so. Und ich? Schreibe immer noch Woerter statt Wörter. Wie ich mein Ami;Netbook umstellen kann, weiss ich leider nicht. Auch egal. Tut mir leid fuer die ganzen Aes und Ues und Oes und Sss, nur so im voraus.

Okay, jetzt sitze ich also, mehr oder weniger fest, in Guadalajara, Jalisco, Mexico. Was ich hier mache? Zunaechst das typische Leben einer NINI (Ni estudia, ni trabaja – junge Erwachsene, die weder studieren, noch arbeiten, ja dafuer gibt es hier den suessen Nickname NINI), mal ne Woche hier gewesen, dann wieder ne Woche rumgereist, wieder ne Woche hiergewesen... ok, jetzt hab ich schon mehr zu tun.

In einer meiner freien Stunden bewegte ich mich durchs Internet, auf der Suche nach schlechten Nachrichten. Muss man ja eigentlich nie lang suchen. Eurokrise, bliblablu, FDP, bliblablu, Banken, bliblablu... die Welt ist ja eigentlich voll davon. Auch hier gibt es oft schlechte Nachrichten, von Koepfen, die an Tankstellen gefunden werden, verschwundenen Menschen, toten Menschen, boesen Menschen. Irgendwie weiss man in Deutschland ja auch davon Bescheid, Drogenkrieg und so. Hast du keine Angst, haben mich alle gefragt, als ich losgezogen bin, und ja, es wurde mir dann doch etwas anders als ich beim Grenzuebergang USA-Mexico zum ersten Mal die vermummten Militaers und Polizisten auf ihren Riesentrucks sah.

Aber ich lebe ja noch. Trotz der schlechten Nachrichten. Die Mexikaner machen sich da naemlich auch Sorgen, und auch darueber, was wir denn eigentlich in Deutschland so ueber ihr Land denken. Die Frage kommt wirklich haeufig auf, besonders wenn sich das Gespraech darum dreht, wie wunderschoen und wunderbar Mexico ist – „aber in Deutschland hoerst du wahrscheinlich nur Schauermaerchen, oder?“

In den Berichterstattung der USA wirkte Mexico wirklich wie ein Land im Buergerkrieg, in dem man keine 200 Meter laufen kann, ohne in eine Schiesserei verwickelt, entfuehrt zu werden oder ueber einen (oder mehrere) Tote zu stolpern. Die Real life Scheisse vor der Haustuer sozusagen, guckt mal, das ist doch noch schlimmer als unsere Finanzkrise. Dabei wird gerne unterschlagen, dass die USA als Abnehmer der Drogen und Nachbar mit recht laschen Waffengesetzen bis hin zur Basuka ihren nicht kleinen Anteil an der Misere hat, in der Mexico steckt.

Aus Deutschland hingegen konnte ich mich an sowas nicht erinnern (Mexiko - ...aeh Tequila?), und so begab ich mich auf die Suche nach Infos zum Drogenkrieg im deutschen Internet. Ja, es gibt sie, die schlechten Nachrichten, aber weniger, als ich dachte. Drogen und Kultur scheint zu ueberwiegen. Drogen und Kultur vermengt. Maya. 2012. Mh. Ein bisschen einseitig. Vielleicht kann ich das ja ein bisschen aendern mit der Berichterstattung. Laienjournalismus ist ja im Internet nichts neues mehr. Werd mir alle Muehe geben. Und der Stoff wird mir erstmal nicht ausgehen- in weniger als einem Monat waehlen die 112 Millionen Mexikaner ihren neuen Praesidenten. Und es ist zwar kein Fruehling mehr, aber der Sommer verspricht heiss zu werden....


20:25 08.06.2012
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

hirnsturm

que pedo
Schreiber 0 Leser 0
Avatar

Kommentare 2