Holger Lang

Holger Lang, Publizist und Autor, Handlungsreisender in Sachen Wissen.
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Holger Lang
RE: Sozial ist, was Arbeit schafft bzw. sichert? | 15.06.2016 | 19:34

Dem kann ich mich auch nur anschließen. Ebenfalls liebend gerne!

RE: Sozial ist, was Arbeit schafft bzw. sichert? | 15.06.2016 | 19:32

Jens Berger sprach, bezugnehmend auf Rifkin, von der 80/20 Gesellschaft. Notwendig dazu wären Arbeitszeitverkürzungen und ggf. ein wie auch immer geartetes Grundeinkommen.

Prinzipiell kann man es ja auch so sehen. Die 80% werden zwar nicht mehr als Arbeitskraft gebraucht, dennoch aber als Konsument. Ergo müsste man sie, damit sie konsumieren können irgendwie alimentieren und/oder bisher unbezahlte Tätigkeiten entsprechend entlohnen.

Entscheiden werden das wohl die ... nennen wir sie einmal ... globale Machteliten. Und diesbezüglich beschleicht mich das ungute Gefühl, dass die eine Alimentierung nicht mehr notwendiger Arbeitskraft evtl. nicht wünschen, sondern vielmehr der Meinung sind, dass diese Menschen nicht nur als Arbeitskraft überflüssig sind, sondern auch "überflüssige Fresser" darstellen. Sprich, die können weg! (Stichwort: NWO, Georgia-Guidestones u.ä.). Evtl. nur VT, klar, aber was wenn nicht?

RE: Sozial ist, was Arbeit schafft bzw. sichert? | 15.06.2016 | 19:23

Ihren Ausführungen kann ich mich nur anschließen.

RE: Oh, Herr. Lass Hirn vom Himmel fallen ... | 04.04.2016 | 08:07

Ich meinte weniger die soziale Marktwirtschaft in ihrer theoretischen Konzeption (Müller-Armack), sondern in der tatsächlichen Praxis der 50-er und 60-er Jahre, die - insbesondere, was die soziale Komponente angeht, stark vom Verein für Socialpolitik, also letztlich der Historischen Schule der Nationalökonomie, geprägt war. Mit der Folge, dass bei der Verteilung des Volkseinkommens die Arbeitnehmer höher beteiligt, Reiche höher besteuert und eine ausgeglichene Außenbilanz, auch z.B. durch eine Exportsteuer, angestrebt wurde. Um nur einige markante Punkte zu nennen.

RE: Oh, Herr. Lass Hirn vom Himmel fallen ... | 03.04.2016 | 21:31

Wie ich schon mal sagte, die Mindestanforderung wäre eine Rückkehr zu einem sozialtemperierten Kapitalismus namens soziale Marktwirtschaft. Die beseitigt aber nicht die inhärente Wachstumslogik und den Wachstumszwang des Kapitalismus. Und damit den tendenziell steigenden Ressourcenverbrauch.
Nun könnte man den - statt z.B. die Arbeitseinkommen - besteuern. Ob´s was bringt? I don´t know.
Stellt sich die Frage, ob der Kapitalismus etws bringt, was wünschenswert bzw. notwendig ist? Zum Beispiel eine hohe Produktivität. Wie die britische Ökonomin Mazzucato m.E. eindrucksvoll herausarbeitete, leistet der Kapitalismus noch nicht mal diese ihm zugeschriebene Positivität.
Ergo muss wohl was Neues her. Eine Postwachstumsökonomie, ein Post-Kapitalismus wie immer man es nennen möchte.
Sara Wagenknecht soll dafür wohl in Ihrem neuem Buch ein paar interessante Vorschläge aufgezeigt haben. Kann ich aber nicht beurteilen, habs noch nicht gelesen.

RE: Mangelnde Verschuldung als Krisenmoment | 23.03.2016 | 22:22

Yep. Und wie "lösen" wir (Deutschland) es hauptsächlich? Verschuldung des Auslandes über unsere fortgesetzten Exportüberschüsse. Diese merkantilistische Beggar-thy-Neighbour Policy wird dauerhaft nicht gutgehen. Solche Dinge enden entweder in der Überschuldung des Auslandes und einem Abschreibung unserer Forderung oder - so war es zumindest in der Geschichte - in einem realen Krieg.

RE: Die Geldmenge und ihre Umlaufgeschwindigkeit | 15.03.2016 | 16:32

Inflation, aus dem lateinischen für Inflare (Aufblähen) bedeutet ja gemeinhin Ausweitung der Geldmenge.
Und Geld bekanntlich entsteht und durch Schuldtilgung wieder vergeht, kann man schließen, Inflation hat etwas mit Verschuldung, mit einem (ausreichenden) Anstieg der Neuverschuldung zu tun. Deflation demzufolge mit Entschuldung bzw. einer mangelnden Neuverschuldung.

Kann man mal drauf rumdenken, wenn man möchte ;-)

RE: Die Geldmenge und ihre Umlaufgeschwindigkeit | 13.03.2016 | 10:36

Tja, wie die EZB seit geraumer Zeit feststellt kann man die Tränke zwar ordentlich füllen (den Banken Liquidität bereitstellen, die Pferde (Realwirtschaft) aber nicht dazu zwingen auch zu saufen, sich also kreditär zu verschulden.

Bezogen auf den Euro-Raum, und natürlich auf indvidueller Unternehmens- und Bankenebene, gibt es da ein Sammelsurium unterschiedlicher Gründe (Bonitätsprobleme bei einzelnen Unternehmen, Eigenkapitalprobleme bei einzelnen Banken, mangelnder Investitionsbedarf auf Grund ohnehin mangelhaft ausgelasteter Kapazitäten bei einigen Unternehmen, Liquiditätsschwemme bei anderen u.v.m.).

Bezogen rein auf Deutschland können wir anhand der Entwicklung der 5 Konten (VFR) sehen, dass der Unternehmenssektor sich zunehmend entschuldet hat und mittlerweile selbst Netto-Sparer ist. (Prof. Koo bezeichnet diese Symptomatik und deren Gründe als Bilanzrezession).

In dieser Situation ist die Geldpolitik quasi machtlos. Hier bräuchte es ein Zusammenspiel aus Fiskalpolitik, Lohn- und Sozialpolitik und der Geldpolitik.

Dem steht aber ganz offensichtlich eine neoliberale Agenda entgegen, die Politik, Medien und Wissenschaft (und damit auch große Teile der Öffentlichkeit) längst umfassend durch- und verseucht hat.

Eine Änderung ist folglich aktuell nicht in Sicht. Leider. Offenbar müssen in Deutschland noch mehr, noch umfassender verarmen, damit sich etwas ändert. Obwohl, ich glaube, selbst das wird sich die Masse gefallen lassen, weil man meint, das wäre halt so, das müsse so sein, da könne man nix machen. Stupid!

RE: Die Geldmenge und ihre Umlaufgeschwindigkeit | 12.03.2016 | 20:25

"Da wäre noch die "Kleinigkeit" der Theoretiker zu leisten, was denn nun genau die Prozesse sind, die das Preisniveau anhand der Geldmenge bestimmen soll."

Nun ja, wenn man jetzt gehässig wäre, würde man vielleicht sagen, dazu müsste die Wissenschaft vielleicht mal ein paar Unternehmer auftreiben, die ihre Preise anhand der Geldmenge kalkulieren und die erklären, wie sie das machen. :-))))))

Ernsthaft, was jedem BWL-er klar ist und auch Ökonomen wie Klaecki auch längst volkswirtschaftlich herausgerarbeitet haben, werden Preise mittels Mark-Up kalkuliert (Kosten plus Gewinnauschlag). Und jetzt muss man ja nur mal herausarbeiten, inwieweit Geld, also Kredite und deren Finanzierungskosten Einfluss nehmen auf die Preiskalkulation. Das ist eigenlich schon alles.

"Denn abgesehen davon, dass die Industrie bereits ihre Kapazitäten voll ausgelastet haben müsste und die Vollbeschäftigung erreicht oder zumindest nahe wäre (...)"

Vollbeschäftigung und ausgelastete Kapazitäten kann es m.E. in einer VWL immer nur kurzfristig und sektoral geben. Stellt sich die Frage, wieso kommt hier mehr Geld, mehr Kredite ins Spiel, die dann die Preise nach oben treiben? Das Geld müsste ja ausschließlich in den Konsum, nicht aber in Investitionen geflossen sein. Ergo könnte es eigentlich nur die Haushalte gewesen sein, die Kredite aufgenommen und ausgeben haben. Dauerhafte Preiserhöhungen lassen sich damit aber auch nur schwer begründen, den was die HH jetzt mehr ausgeben, müssen sie in Folgeperioden wg. der Kredittilgung weniger ausgeben.

", ist die Dynamik der Kassenhaltung der Marktsubjekte zu bestimmen. Denn nur, wenn sich der Umsatz tatsächlich als realwirtschaftlicher Prozess abspielt, dürfte es auch Einfluss auf die Preisbildung der Anbieter haben."

Sämtliche Einkommen sind durch Vorfinanzierung der Produktion seitens der Unternehmer entstanden. Diese sind darauf angewiesen, dass dieses Geld möglichst vollständig wieder zu Ihnen zurückkehrt.
Was das System von daher nicht mag, sind tatsächlich gehortetes Bargeld, denn das fehlt als Kaufkraft, als Rücklauf zu den Unternehmen.
Gut, dass man die Lohntüte abgeschafft hat, alles über Banken läuft und Banken und Versicherer die Ersparnisse der Haushalte aufnehmen, um damit zu arbeiten, um mehr daraus zu machen. ALso leihen sie die Ersparnisse der HH insb. dem Staat und der gibt sie in der Wirtschaft aus.
I = S hat schon seine Richtigkeit. Bedeutet halt nur nicht, wenn mehr investiert werden soll, muss mehr gespart werden, sondern, das, was die einen sparen, muss ein anderer sich leihen und ausgeben. Sonst sinkt das Y. Und das will doch keiner :-))))