Ein ökonomischer Rund-um-Schlag

Mon(k)ey-Business Neoklassik, Neoliberalismus, Austrian Economics und Anarcho-Kapitalismus sind keine unterschiedlichen Ökonomie-Schulen.
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Das behaupten die jeweiligen Anhänger zwar gerne, es ist aber unzutreffend, da hinsichtlich der zentralen Kernprämissen und dem propagierten Kernergebnis (Mehr Markt, weniger/kein Staat) keine wesentlichen Unterschiede existieren. Im Gegenteil. Bei genauerer Betrachtung lässt sich konstatieren, dass man das eine (Neoklassik/Neoliberalismus) an der Mehrzahl der Universitäten dieser Welt lehrt und das andere (Austrian Economics/Anarcho-Kapitalismus) lediglich die populäre Variante für die Straße darstellt. Oder einfacher formuliert: Es ist ein- und derselbe Mist, nur in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen.

Letztlich dienen die behaupteten Unterschiede und der vermeintliche Kampf zwischen ihnen nur einer bewusst erzeugten Dualität (These – Antithese – Synthese). Ganz nach dem Motto: Wir sind doch alle für freie Märkte und freien Wettbewerb, für Kapitalismus und Marktwirtschaft. Schließlich ist der Kommunismus ja gescheitert und Keynesianismus bedeute ja nur staatliche Schuldenmacherei, sozialistische Umverteilung und schädliche Eingriffe des Staates in die Segnungen freier Märkte und freien Wettbewerbs, um einen überbordenden Sozialstaat und Steuerverschwendung des Staates zu finanzieren. Die SYNTHESE, die gewollte Lösung bzw. das gewünschte Ergebnis dieser erzeugten Dualität ist, dass die Menschen, so sie denn für Markt und Wettbewerb sind (und das sind wir doch alle!), im Grunde nur zwischen Neoklassik/Neoliberalismus und Austrians/Anarcho-Kapitalismus wählen können. Es handelt sich hierbei also letztlich um nichts anderes als das übliche „Teile- und Herrsche-Spiel“.

Wie man aber leider immer wieder eindrucksvoll erleben kann, fallen immer noch genügend Menschen darauf rein, weil sie sich nicht grundlegend mit den Kernprämissen der jeweiligen Ökonomie-Schulen befassen und auseinandersetzen. Würden sie es (genau das versuchte mein Buch „Mon(k)ey-Business“ zu leisten), würden sie unschwer erkennen, dass zwischen den genannten Ökonomie-Schulen keine nennenswerten Unterschiede existieren und man sie in Wahrheit vielmehr gezielt für dumm verkauft. Noch etwas könnte dann deutlich werden. Sämtliche wirtschaftsliberalen Ökonomieschulen sind im Grunde nichts anderes als Rechtfertigungskonzepte der herrschenden ökonomischen Zustände. Und zwar zum Wohle der Herrschenden, also einer kleinen herrschenden Elite. Das ist aber auch schon alles! Um genau das zu verschleiern, hat die sog. orthodoxe Mainstream-Ökonomie (Klassik/Neoklassik/Neoliberalismus und ÖS/Austrians/Anacaps) haltlose Ökonomie-Märchen in die Welt gesetzt, die man uns über die verschiedensten Kanäle wieder und wieder in die Köpfe hämmert, damit wir den Schwindel nicht erkennen, geschweige denn hinterfragen oder gar dagegen aufbegehren. Nicht erkennen wie sehr wir vom System belogen und betrogen werden.

Das fängt bei so einfachen Dingen an, dass alle genannten Ökonomie-Schulen das Geld, die Geldschöpfung nicht bzw. nur unzureichend betrachten und beachten. Geld ist einfach irgendwie da. Und wenn man dieses Geld inflationiert, sich also auf wundersame Weise mehr davon in den Geldbeuteln der Menschen befindet, dann habe das nur Einfluss auf das Preisniveau, sonst ändere sich aber nichts. Realwirtschaftliche Größen wie Konjunktur, Wachstum und Beschäftigung blieben hiervon also unberührt. Geld sei neutral. Geld wäre nur ein neutrales Tauschmittel. Das muss man folglich nicht weiter beachten, sondern kann sich nun – unter Ausblendung des Geldes – der ökonomischen Analyse widmen, die – und hier kommt eben der nächste zentrale Schwindel ins Spiel – eine Tauschwirtschaft wäre!

Geld ist aber Kredit. Geld entsteht durch Kredit. Und wir leben auch nicht in einer Tauschwirtschaft, in der autarke Selbstversorger Überschüsse auf einem Markt tauschen, sondern in einer hocharbeitsteiligen Vorfinanzierungswirtschaft, in der Kredite bzw. die Kreditversorgung der Wirtschaft von existenzieller Bedeutung sind. Die zentrale Rolle des Geldes und der Geldpolitik (Kreditversorgung der Wirtschaft) werden also – offenbar keineswegs zufällig – gezielt ausgeblendet. Ganz zu schweigen davon dass das, was man zum Geld bzw. Geldsystem sagt, wiederum vornehmlich aus Schwindel besteht, da der tatsächliche Geldschöpfungsprozess nicht korrekt betrachtet wird. Stattdessen schimpfen gerade Anhänger der Austrian Economics und des Anarcho-Kapitalismus ständig über ein angeblich vorhandenes staatliches Geldmonopol, welches es dem Staat ermögliche würde, eigentlich wertloses Geld (bedruckte Papierzettel) beliebig zu inflationieren. Nichts davon hält einer Überprüfung stand. Im Gegenteil.

Aber damit hört der Unfug ja nicht auf. Der haltlose Mist wird mit weiterem theoretischen Unfug wie der Quantitätstheorie, dem Sayschen Theorem und der Behauptung, wonach I = S gelte, man also nur das investieren könne, was vorher gespart wurde, garniert und aufgeblasen, um den Blick des Publikums zu vernebeln und gleichzeitig die propagierten Theorien in ihrer vermeintlichen Richtigkeit zu überhöhen. Das gelingt letztlich aber nur, weil man eben die Geldschöpfung ausblendet und Geld für neutral erklärt. Würde man das nicht, würde die kolportierte Theorie augenblicklich in sich zusammenbrechen. Ich rate jedem dazu, bei Veröffentlichungen der wirtschaftsliberalen Mainstream-Ökonomie einfach mal die Worte „Geld bzw. Geldmenge“ durch „Kredit und Kreditmenge“ zu ersetzen! Schon allein dadurch sollte der Schwindel offenkundig werden.

Damit hört der Schwindel aber immer noch nicht auf. Preismechanismus, das Gesetz von Angebot und Nachfrage, die sog. Selbstheilungskräfte der Märkte. Nichts als Schwindel. Freiwillige Arbeitslosigkeit, die durch zu hohe Löhne verursacht werde, Schwindel. Dass der Arbeitsmarkt ein Markt wie jeder andere wäre, Schwindel. Und dieser Schwindel ist beileibe keine Kleinigkeit, ist er doch die Basis dafür, stets einen Abbau des Sozialstaates zu fordern, da dieser es den freiwillig Arbeitslosen ja nur ermöglichen würde sich weigern zu können, zu „marktgerechten“ Löhnen arbeiten gehen zu müssen. Man bedenke einmal. Man rechtfertigt damit de facto die Ausbeutung von Menschen. Also Sklaventum! Gleichzeitig faselt man immer über die aus dem Naturrecht folgenden Menschenrechte, um damit aber lediglich immer ein Recht auf Eigentum zu begründen.

Gesetz von Walras, Theorie der Unternehmung, Konsumentensouveränität … nichts als Schwindel. Die angeblichen Segnungen freier Märkte, freien Wettbewerbs und freien Handels (David Ricardo), nichts als Schwindel. Allein schon die Tatsache, dass zwischen den Marktteilnehmern immer Informations- und Machtasymmetrien, unterschiedliche Technologie-, Produktivitäts- und Kapitalausstattungen existieren, führen notwendiger Weise dazu, dass sich eben nicht der Wohlstand aller hebt, sondern immer nur der Wohlstand einiger weniger. Und was diese gewinnen, müssen andere notgedrungen verlieren. Deswegen sind ja auch die Prämissen „Vollständiger Wettbewerb, vollständige Information, vollkommener Markt mit vollständig flexiblen Preisen und Löhnen, homogene Güter, gegebene und konstante Präferenzen“ so bedeutsam. Nur über diese vollständig realitätsfernen Prämissen kann man überhaupt zu den realitätsfernen Ergebnissen kommen. Wollte man wirklich den Wohlstand aller heben, müsste man erst einmal für weitestgehende Chancengleichheit sorgen. Also umverteilen. Und das kommt für Marktliberale ja überhaupt nicht in die Tüte!

Die Folgen daraus sind durchaus eklatant, denn nicht nur das Unternehmen trotz Wettbewerbs sehr wohl über Preissetzungsmacht verfügen, es lässt sich damit auch nicht länger begründen, dass Monopole grundsätzlich schlecht und Polypole grundsätzlich gut seien. Dies gilt, wenn überhaupt, nur für private Monopole. Das Gute, das Bessere, das Effizientere setzt sich eben auch auf sog. „freien Märkten“ nicht automatisch durch, da in der Realität immer Markteintrittsbarrieren, unterschiedliche Markt- und Kapitalmacht, unterschiedliche Finanzausstattungen und Kreditmöglichkeiten sowie Informations- und Machtasymmetrien existieren. Das übersieht man aber lieber. Stattdessen ist, wenn der Markt dann eben doch scheitert bzw. Unzulänglichkeiten aufweist, grundsätzlich der Staat daran schuld. Freier Wettbewerb bedeutet aber vor allem eines: Chancengleichheit. Und die existiert in der Realität nicht einfach so. Und sie stellt sich auch nicht auf wundersame Weise einfach so von selbst ein. Wer das meint, leugnet und verkennt ganz offensichtlich die menschliche Natur, erst Recht in einem System, das prinzipiell Egoismus fordert und befördert.

Mindestens ebenso bemerkenswert. Wenn es um das Thema „Schutz und Garantie des Privateigentums“ geht, dann sind der Staat und eine entsprechende staatliche Rechtsordnung, die dieses sichert und garantiert durchaus willkommen. Logisch. Ohne Staat müsste ja jeder selbst für den Schutz seines Privateigentums sorgen. Und das könnte logischerweise derjenige umso besser, der über mehr (finanzielle) Mittel verfügt. Mal ganz abgesehen von der Tatsache, dass die Freiheit die Eigentum prinzipiell ermöglicht, automatisch die Unfreiheit derjenigen bedingt, die nicht über Eigentum verfügen. Erst Recht, wenn das Eigentum überaus ungleich verteilt ist und die Verteilung auch immer ungleicher wird. Warum kümmern sich Wirtschaftsliberale immer nur um die Freiheit der Eigentümer, nie aber um die damit notwendigerweise auch verbundene Unfreiheit der Nicht-Eigentümer? Weil es Ihnen nur um den Schutz der Interessen der Reichen und Mächtigen geht. Der Rest ist Pöbel. Abschaum. Sozialschmarotzer. Untertanen. Bildungsferne Unterschicht. Lohnsklaven, die Sklavendienste verrichten dürfen und sich dabei sogar noch in Freiheit wähnen sollen.

Warum lassen sich die Sklaven das gefallen? Weil man ihnen ein anderes, wichtiges Dogma in die Köpfe gepflanzt hat: Leistung muss sich lohnen! Je mehr man leistet, desto mehr verdient man auch. Schließlich ist ja auch der Arbeitsmarkt ein Markt wie jeder andere. Und der Lohn lediglich Ausdruck der jeweiligen Grenzproduktivität. Also der individuellen Leistungsfähigkeit. Und so schaut der Sklave nun auf seine Gehaltsabrechnung und denkt sich: „Tja, dumm gelaufen für mich. Hätte ich mal was Anständiges gelernt!“ Umgekehrt blickt der kontrollierende, verwaltende und aufsichtsführende Sklavenaufseher auf seine Gehaltsabrechnung und verwechselt Leistung mit Nützlichkeit.

Dabei müsste man, was man laut dem angeblichen „Top-Ökonomen“ Friedrich August von Hayek aber nicht tun sollte, nur mal eine dumme Frage stellen: Was leistet denn der Vorstand eines großen Konzerns so viel mehr als ein Rettungssanitäter, eine Krankenschwester, eine Altenpflegerin, dass er ein Millionengehalt verdient, während man Erstgenannte mit einem Bruchteil davon abspeist? Was leistet Frau K. (Quandt Erbin, BMW AG), was es rechtfertigt, dass sie jedes Jahr mehrere hundert Millionen Euro an Dividende erhält? Was leisten die 500 reichsten Deutschen, wenn man bedenkt, dass diese größtenteils ihr Vermögen nicht erarbeitet, sondern geerbt haben? Was ist deren Leistung, außer dass Wirtschaftsliberale diese Herrschaften (das Wort passt hier bestens) gerne zu Unternehmern und Investoren hochstilisieren, die etwas riskieren und denen man, ganz im Sinne einer sozialistischen Neiddebatte, nun die Früchte ihres Investments, die Früchte ihrer Risikobereitschaft neiden würde? Zumal die Reichen (= Elite, Leistungsträger) ja ohnehin bereits 80% des Einkommenssteueraufkommens aufbringen würden. Wieso verschweigt man hier aber immer das sehr viel höhere Lohnsteueraufkommen? Weil dies offenbaren würde, wer unseren Staat wirklich finanziert? Weil dies offenbaren würde, dass vor allem die normalen Arbeitnehmer und Angestellten den Staat finanzieren und nicht die Reichen?

Was hierbei überaus geschickt und raffiniert ist. Die Propheten der Freiheit, die Verfechter des Marktes und des freien Wettbewerbs, solidarisieren sich scheinbar mit den Untertanen, der unterdrückten Masse, in dem sie ständig und behände auf den bösen, bösen Staat zeigen und permanent von Freiheit faseln. Nicht wir, die Kapitalbesitzer, unterdrücken und berauben euch. Nein, der böse, böse Staat ist es. Wir geben Euch Lohn und Arbeit, Nahrung und Unterkunft. Und es würde euch sehr viel besser gehen, wenn der böse Staat euch nicht ständig über Steuern und Abgaben um den Großteil eures Geldes berauben würde. Was dabei aber immer verschwiegen wird, was passiert eigentlich mit den ganzen Steuergeldern? Behält der Staat das ganze Geld für sich? Wandert es in einen ominösen Geldspeicher unterhalb des Finanzministeriums? Nein, der Staat gibt dieses Geld wieder in der Volkswirtschaft aus. Sei es als direkte Staatsausgabe (Kauf von Gütern und Dienstleistungen), sei es als Sozialtransfer an die Armen, die davon dann Güter und Dienstleistungen kaufen, sei es als Rentenzahlung an Alte, die damit wiederum Güter und Dienstleistungen bezahlen. Im Ergebnis landet das Geld wieder bei den Kapitalisten (Unternehmer und Kapitalbesitzer/Rentiers).

Der sog. Staat ist nicht der große, böse Räuber. Er ist lediglich der Eintreiber, was wiederum verdeutlicht, dass der sog. Staat nichts anderes ist als ein Macht- und Herrschaftsinstrument der Reichen und Mächtigen. Und die sind die wahren Räuber in diesem Spiel. Das liberal-libertäre Ideologen ständig auf den bösen Staat schimpfen und ihn für alles verantwortlich machen, ist lediglich ein Ablenkungsmanöver, damit das Volk nicht auf die Idee kommt, sich mal näher mit den wahren Räubern zu beschäftigen, denn das könnte für die Räuber böse enden. Und damit das erst gar nicht passiert, wettert man - gerade jetzt im Rahmen der sog. Finanz-, Schulden- und Euro-Krise - gerne auf den Staat und das angeblich vorhandene staatliche Geldmonopol. Zeigt und verortet hier die Ursache allen Übels, um eine Rückkehr zu einer edelmetallgedeckten Währung und/oder gar einem Währungswettbewerb von angeblich „Freiem Marktgeld“ zu fordern. Was würde das aber in Wahrheit bedeuten?

Mal ganz abgesehen davon, dass ein edelmetallgedecktes Geld ohnehin völlig unsinnig ist und wiederum nur zeigt, dass die Befürworter solchen Geldes, Geld entweder nicht verstanden haben oder, und das halte ich wahrscheinlicher, die Leute bewusst für dumm verkaufen wollen, denn wer würde dieses freie Marktgeld wohl emittieren? Diejenigen, die bereits über viel Geld und Kapital verfügen! Also vornehmlich große und kapitalkräftige Konzerne und private Großbanken. Und wem gehören die? Den Reichen und Mächtigen dieser Welt. Also den Räubern. Und die würden das Geld selbstverständlich weiterhin knapp halten, denn das sichert nicht nur weiterhin die Macht über die Menschen, sondern sorgt auch für ordentliche Profite.

Zudem, die tatsächlichen Transaktionskosten eines solchen „freien“ Währungswettbewerbs wären immens. Man stelle sich mal ein Unternehmen mit tausenden von Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern vor, die alle frei wählen könnten, ob und welches Geld sie verwenden möchten. Das verharmlost man aber stets mit dem Hinweis, langfristig würden sich ja das Beste bzw. die besten Gelder durchsetzen. Ergo, das angeblich vorhandene staatliche Geldmonopol würde in Wahrheit durch ein privates Geldmonopol bzw. Geldoligopol ersetzt werden. Wo soll da der Vorteil liegen? Private Unternehmen müssen einen Gewinn erwirtschaften, staatliche Unternehmen müssen das nicht. Meines Erachtens liegt dem Marktgeld nach Hayek nur eine Idee zugrunde. Das, was schon immer der Fall war und ist. Nämlich, dass unser Geldsystem schon immer nahezu vollständig privatisiert war und ist, das will man mit dem Marktgeld nun offiziell machen. Dann müsste man es nämlich nicht mehr länger verschweigen und behände vertuschen.

Thema Staat, Bürokratie, Staatsverschuldung und Steuerverschwendung: Das, was der Bürokratie, den Staatsdienern etc. an Einkommen zufließt, fließt – bis auf Gespartes – wieder zurück in die Volkswirtschaft. Es gibt hier i.e.S. keine Verschwendung. Jede Staatsausgabe, so unsinnig sie auch ist und erscheinen mag, führt an anderer Stelle der Volkswirtschaft zu einer Einnahme. Und die Ausgaben einer Ökonomie bestimmen nun mal die Einnahmen der Ökonomie. Und nur durch höhere Ausgaben (also einen kreditfinanzierten Ausgabeüberschuss) können die Einnahmen der Ökonomie steigen. Wir sollten also unbedingt einen anderen Blick auf die Staatsverschuldung entwickeln (siehe auch: Volkswirtschaftlichen Finanzierungsrechnung und Entwicklung der 5 Konten). Die ist nämlich nicht so sehr mangelnder Haushaltsdisziplin etc. geschuldet (das spielt auch eine Rolle), sie ist angesichts der Tatsache, dass andere (insbesondere die Unternehmen) sich nicht mehr entsprechend verschulden, zwingend notwendig, um weiterhin die Vermehrung der Geldvermögen zu ermöglichen und eine deflatorische Krise mit hoher Arbeitslosigkeit und Massenverelendung zu verhindern. Es nützt überhaupt nichts, immer über die Staatsverschuldung zu schimpfen, ihr Pendant und Ursache aber stets zu leugnen. Das heißt nicht, dass ich für eine fortgeführte weitere Staatsverschuldung plädiere, sondern dafür, dass endlich die wahren Zusammenhänge thematisiert werden, damit wir zu wirklich sinnvollen Lösungen kommen.





13:44 26.01.2016
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Geschrieben von

Holger Lang

Holger Lang, Publizist und Autor, Handlungsreisender in Sachen Wissen.
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