hokan

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RE: Aufmarsch der Illusionisten | 18.05.2013 | 16:57

Wie wir alle durch die Lexion unserer Kanzlerin nun nachhaltig gelernt haben, ist die Propagierung von Alternativlosigkeit bei der Lösung von gesellschaftlichen Problemen kein besonders kluges Konzept . Diese Lexion sollte sich jeder zu Gemüte führen, bevor daran geht, einen längeren Artikel über ein derart komplexes Thema aufs Papier zu bringen wie es die mittlerweile nicht nur ökonomische sondern schon gesamtgesellschaftliche Krise des Euroraums darstellt.

Wenn man das begriffen hat, dann verbieten sich von vorn herein zwei Dinge. Erstens die Argument und Lösungsansätze, die nicht den meinen ensprechen, als unausweichlich dumm und epochemachend katastrophal darzustellen - vielleicht habe ich auf dem Schachbrett der Probleme ja eine oder mehrere Kleinigkeiten übersehen - und zweitens denen, die ich von meinen besseren Einsichten überzeugen will, auf alle möglichen Arten zu erniedrigen.

Wer Beispiele sucht, wie man es tunlichst nicht machen sollte, der wird in diesem Freitag-Artikel reiches Anschauungsmaterial finden.

RE: Piratin für den Wahlkampf | 18.05.2013 | 15:48

Lasset uns beten.

Btw, wie war denn der Titel der Doktorarbeit? Würde da gerne mal drin stöbern.

RE: Abschied von gestern | 03.01.2013 | 13:23

Warum es nicht aussprechen? Ja, der gesamte Vorgang ist zeitgemäß. Wandel allenthalben. Ein Text, heran- und fortgewischt, ist nicht der Text, der er auf weißem Papier ist. Text und Material sind nicht mehr eins. Hand und Herz leben agieren und fühlen abstrakter. Und ebenso abstakter gestaltet sich unser Wirtschaften. Erfolg wird immer weniger am Gegenstand unseres Handelns fest gemacht. Die Bilanz nährt Bewustsein und Glücksgefühle. Wie soll eine Institution wie Suhrkamp diesen Kulturwandel überleben, zumal Charakter und Persönlichkeit seines/r Gründer(s) fehlen, die schon damals sich gegen den "Zeitgeist" stemmten? Institutionen sterben ähnlich wie ihre Gründer und Träger manchmal langsam und unter Schmerzen. Oder es überlebt ihr Name als leere Hülle.

RE: Sollten alte Menschen wählen dürfen? | 18.12.2012 | 19:11

Lese ich hier noch den FREITAG? Oder bin ich schon Opfer meiner Demenz? Kann es sein, dass hier so wenig aus der deutschen Geschichte gelernt wurde? Kaum zu glauben - ich sollte mir Sorgen machen. Frage ist nur, um wen?

RE: Getrennte Wege | 16.12.2012 | 15:11

Das sat3 Wissenschaftmagazin nano hat sich mehrfach mit diesem Thema befasst. Hier einige links aus jüngeren Tagen:

http://www.3sat.de/page/?source=/nano/bstuecke/16139/index.html

http://www.3sat.de/mediathek/index.php?display=1&mode=play&obj=31863

RE: Kein sozialer Friedensstifter | 11.12.2012 | 17:59

Sorry, der "Dummkopf" war nicht gemeint. Die verschiedene Gewichtung von Werten und Hoffnungen in bezug auf Europa war 's. Denn ich sehe mich nicht sehr weit von Ihrer Position. Meine Kritik sähe niedergeschrieben ähnlich aus und meine Distanz zum Moloch Brüssel samt seiner konservativen & marktradikalen Vasallen ist heute größer denn je. Mehr EU bedeutet unter den gegebenen Verhältnissen mehr Zentralismus, weniger demokratische Konrolle. Das Gewicht von Euronoten wiegt schwerer als das von Bürgervoten. Krieg im Äußern ist gesellschaftsfähig. "Europäische Interessen" werden militärisch durchgesetzt. Und und und.

Doch ist das alles Europa? Ist deswegen unser altes Vorhaben endgültig gescheitert? Sind deswegen die Hoffnungen und Erfolge der Anfangsjahre hinfällig? Ich denke nein. "Die Europäische Idee" und "das vereinte Europa" war und kann immer noch mehr sein als die vertragliche und reale Ausgestaltung dieser heutigen Europäischen Union.

RE: Kein sozialer Friedensstifter | 11.12.2012 | 16:45

Denke, uns unterscheiden sowohl Alter als auch die dem entsprechende (historische) Erfahrung. Ich wünschte, ich könnte mit der gleichen Gleichgültigkeit und Kosteneffizienz meine Erfahrung aus der Nachkriegszeit aufgeben, wie Sie es nicht für nötig halten, einen Blick darauf zu verschwenden. Es ist ein mühsames Geschäft, dem Gefängnis unserer selbst zu entkommen.

RE: Kein sozialer Friedensstifter | 11.12.2012 | 16:12

Dem Osloer Komitee darf man unterstellen, dass es die realen gesellschaftlichen Befindlichkeiten der EU und seiner Mitgliedsländer bei seiner Entscheidung völlig ausgeblendet hatte. Alter und Herkunft seiner Mitglieder sprechen für eine bürgerliche, konservativ sozial-liberale Sicht auf die europäische Geschichte in Folge einer traumatisierenden ersten Jahrhunderthälfte. Eine Auszeichnung für eine wohl unbestrittene historische Leistung. Abwesenheit von Krieg und kriegerischen Spannungen an nationalen Grenzen im Europa der EU. Stattdessen dauerhafte Kommunikantion und Interessenausgleich nationaler Regierungen am runden Tisch.

Ich denke, es ist fair, diesen Blick auf den Preis dem Ihren, Lutz Herden, zur Seite zu stellen - nicht "entgegen" zu stellen. Beide Aspekte bestimmen gemeinsam europäische Realität. Und fraglos ist der Blick auf die innere Beschaffenheit dieser europäischen Gesellschaft dringender als das historische Erinnern. So sehr sich die europäische Bruchlinien entlang der nationalen Grenzen geschlossen haben, so sehr haben sich tiefe Risse in der innergesellschaftlichen Tektonik länderübergreifend aufgetan. Der Artikel liefert da gerade einmal den Beginn einer Aufzählung.

Die Frage bleibt, ob angesichts ihres heutigen Zustandes ein Friedenspreis an die EU nur auf Grund ihrer historischer Verdienste zu rechtfertigen ist. Ich persönlich meine ja, wenn klar gesagt wird, welches Europa hier gemeint ist. Und wenn der Preis nicht dazu missbraucht wird, den Blick auf das desaströse Auseinderklaffen von Anspuch und Beschaffenheit der heutigen europäischen Gesellschaft zu verstellen.

RE: Linker Reinigungsprozess | 03.06.2012 | 21:51

"Linker Reinigungsprozess" ? Man sollte sich seine Wortwahl schon ein wenig überlegen. Was hier gereinigt werden soll, ist ja noch halbwegs klar. Doch von Was oder Wem? Vom Wie garnicht zu reden. Zu den unseeligen Assoziationen passt die beruhigende Feststellung des ergrauten Biskys, dass zur Lösung der Krise in der Linken Verbannung heutzutage nicht mehr infrage käme.

RE: Kein Royal Flush | 03.06.2012 | 18:00

"Kein Royal Flush" gibt wohl der Hoffnung Ausdruck, dass die beiden - in der Außenansicht - wenigstens ein mittleres Paar werden. Mein Hoffnung ist da deutlich geringer. Die kommende Bundestagswahl wird über die gesammtdeutsche Zukunft der LINKEn entscheiden. Nach Ernst wird es auch mit Riexinger weiterhin keine Wählerorientierung geben. Aus dem Wählerpotential werden sich weitere Protestwähler so wie die verabschieden, deren Resthoffnung eine linke Regierungsmehrheit war.

Aus innerparteilicher Sicht stehen die Dinge nicht besser. "Die Gräben in der Partei haben sich vertieft" schreibt der Autor. Dass sich auch Bernd Riexinger heute am Göttinger Schlusstag zu einer "moderaten Position" bekennt, ist wohl keine Überraschung. Eine faustdicke Überraschung wäre es, wenn sich dies später in seinen Handlungen beweisen würde. Die Art und Weise, wie Lafontaine seinen Mann mit massivem Druck hinter den Kullissen lancierte, lässt da wenig Interpretationsmöglichkeiten. Und auch an der parteiinternen Sprachkultur wird sich wohl nichts ändern. Links ist da, wo die Linken stehen, rechts ist da, wo die Angepassten leben.