Angela jodelt in Suedtirol. Erregen Sie sich!

NSA - Eurokrise Von Australien aus gesehen ist die deutsche Aufregung um den NSA-Spionage Skandal verwunderlich. Die Amis hoeren mit. Bei uns auch. Koennen wir die Amis daran hindern?
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Die deutsche Innenpolitik wird gegenwaertig vom Abhoerskandal beherrscht. Aber ist das mehr als Sommertheater (hier waers Wintertheater)?

Natuerlich nicht, meinte gerade der lustige Herr Fleischhauer SPON im Spiegel. (Wir merken uns: Wenn ein Konservativer mal n Witz macht, muss man genau hinhoeren.) Er schreibt, dass alle die oppositionellen Aufreger ueber die Affaere seit Jahren Bescheid wussten. Allen voran die ex-Regierenden der SPD. Der grosse (1.96) gruene Herr Trittin sicher auch. (Steinbrueck vermutlich nicht, weil der den Rand nicht halten kann, meint Fleischi. Wie auch immer.)
Wenn der Skandal fuer die Aufregungspolitiker gar kein Skandal ist, sondern nur unangenehmes Wissen, dann ist die Aufregung auch nur Schadenfreude, weil die CDU die NSA-Connection jetzt oeffentlich vertreten muss. Soweit Fleischi SPON.

Erstaunlich ist dennoch das miserable Agieren von Merkel, Friedrich & Co., die die Spaehaffaere durch alle moeglichen Widersprueche selbst am kochen halten. Und "Bild" bringt mit eigenen Erkenntnissen die Bundesregierung auch noch weiter in Schwierigkeiten. (Wenn Das Haus Springer auf der "falschen" Seite agiert, ist immer Vorsicht geboten. Das kann man sich auch merken.)

Des Raetsels Loesung: fuer Merkel&Co ist die NSA-Erregung eine willkommne Ablenkung vom eigentlich brisanten Thema: Eurokrise und vor allem Griechenland.
Die dortige Regierung kann die von Deutschland geforderten Entlassung von Lehrern, Kommunalbeamten und Polizisten nicht mehr durchsetzen, das haben die Streiks der vergangenen Woche gezeigt. Die Griechen lassen sich nicht weiter vorfuehren. In Portugal und Spanien ist die Situation aehnlich. Das Ende der Fahnenstange ist ueberall erreicht. Damit wird ein neuerlicher haircut unvermeidlich, d.h.die europaeischen Steuerzahler werden zur Kasse gebeten. Haircut heisst, dass die Deutschen, auf schlappe dreissig bis vierzig Milliarden Kredite verzichten muessen. (Nicht Millionen, 1000 mal soviel Milliarden. Keine Buergschaft sondern richtiges Geld.)
Kurz es geht um viel Kohle, die die Deutschen fuer ihre prima Konjunktur in den letzten drei Jahren jetzt blechen muessen. Unangenehm.

Vor der Wahl will keine der staatstragenden Parteien darueber reden. Schliesslich haben alle gemeinsam fuer Merkels Krisen"bewaeltigung" im Interesse der Konzerne und Banken gestimmt.

Darum ist jetzt Schaeuble nach in Athen geblitzt, geschuetzt von 4000 Mann Buergerkriegspolizei, die alle Demonstranten zuvor von den Strassen gereinigt hatten. Und der Deutsche hat der Regierung dann in aller Oeffentlichkeit das Maul gestopft. "Kein Wort mehr ueber den haircut. Schluss damit. Verstanden?" Alle nickten "Jawoll!" Die Journalisten schreiben brav mit, am naechsten Tag steht nichts von haircut in der Zeitung und Herr Schaeuble ist durch Athens menschenleere Strassen laengst wieder zum Flugplatz gefahren.
Jetzt kann weiter demonstriert werden.

Zu Hause in Deutschland, freut sich der Rueckkehrer ueber neue Einzelheiten der aufregende PRISM Spionage Story. Ablenkung, die nichts kostet, genau das richtige fuer einen Bundesminister der Finanzen. Eben Sommertheater.

So macht man das Meine Damen und Herren. Erregen Sie sich nur, jodelt Angela in Suedtirol.

02:49 19.07.2013
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Aussie42

Mauerberliner(West) bis 1996, 10 Jahre meditieren in Indien bis 2010, jetzt in Australien. Deutschland weit weg.
Aussie42

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