Die Toten, die Spekulierer, die Schweiger

MH370: ein deja-vu. Ein Passagierflugzeug fliegt am 8.Maerz von KL nach Beijing. Ploetzlich: verschwunden. Eben sagte der Pilot: "Alles normal. Gute Nacht." Dann Stille. Absturz, was sonst?
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Sofort wird losgesucht. Natuerlich dort, wo der letzte Kontakt war.
Am Tag darauf Meldungen und Bilder ueber Malaysian Airlines MH370, eine Boeing Triple Seven, ueber diese technische aber vor allem menschliche Katastrophe. 239 Menschen, meist Chinesen, waren an Bord. Die Bilder der weinende Menschen, verzweifelnde Menschen, von Journalisten gefilmt und geknipst rasen in Lichtgeschwindigkeit um die Welt. Dazu die getragenen Stimmen der Repraesentanten in Malaysia. Verwirrung, Dementis, Unklarheiten. Zwei Tage lang hat das Ereignis einen vorderen Platz in den Medien, bis die Ukraine wieder wichtiger ist.

Dann ist das Thema wieder "da" und es beginnen eine ganz grosse Inszenierung. Gut 10 Tage lang.
Auf einem chinesischem Satellitenbild ist etwas zu sehen, was ein Wrackteil der 777 sein koennte. Nahe der Absturzstelle.
Sofort wird wieder eifriger gesucht und nichts gefunden. Die Chinesen werden um technische Einzelheiten des Photos gebeten. Machen die nicht. Nichts.

Am naechsten Tag "wird bekannt", ein malaysisches Militaerradar habe festgestellt, dass Flugzeug haette kurz nach Kommunikationsabbruch, den Kurs geaendert und sei in Gegenrichtung weitergeflogen. Im indischen Ozean verliere sich die Spur.

http://www.heartofmeditation.com/image-files/flug-1.jpg

Mal kurz nachdenken.

Die Gegend, wo das Flugzeug verschwand, Suedostasien, ist militaerisch und politisch wichtig. Der Luftraum wird ganz sicher 24/7 praezise ueberwacht.

Wenn das zivile Kontrollsysteme den Kontakt zu einem Flugzeug verliert, ok, kann mal sein. Die militaerischen Radarschirme und Satellitenbildern diverser Staaten in der Region sollten die Maschine aber zeigen. Die militaerische Ueberwachung soll schliesslich verhindern, dass irgendein Flugzeug unbeobachtet herumfliegen kann. Darf nicht sein. Logisch.

Wie das gemacht wird, welche militaerischen Ueberwachungs-Systeme eingesetzt werden, wie gut die "Aufloesung" der Bilder ist, was, wie genau und wie schnell erfasst werden kann etc., ist natuerlich geheim. Muss geheim bleiben, sonst koennte der "Feind" diese Infos benutzen, um Luecken in der Ueberwachung zu finden. Logisch.

Keine weltfremde Ueberlegung und sie koennten das folgende Des-Informations"theater" erklaeren

Das beginnt zwei Tage spaeter mit einer Meldung des Wallstreet Journal.

"US Authorities" haetten herausgefunden, dass alle Boeing Maschinen mit Rolls Royce Triebwerken kontinuierlich per Satellite vom Hersteller ueberwacht werden. Diese Ueberwachung habe ergeben, dass das Flugzug noch 4 Stunden weitergeflogen sei, ohne dass jemand sagen koenne in welche Richtung. Rollce Roys bestreitet die Information.

Zwischenbemerkungen:

Wer haette gedacht, dass RR so gut auf seine Flugzeug-Motoren aufpasst. Machen die das, trotz aller dementis, auch fuer ihre Autos?

Spass beiseite, jetzt wird auch mitgeteilt, dass den USA wie auch China Daten des Malaysischen Militaer-Luftraum-Ueberwachung zur weiteren Analyse bekommen haetten.
4 Stunden weiterfliegen? Wie weit kann so ne Maschine kommen in 4 Stunden? Ueber welche Laender muss sie fliegen? Und niemand hat was gemerkt, ausser Thailand, aber die warten mit ihren Infos ersteinmal 2 Tage.

Reuters erklaert, es sei zu teuer fuer asiatische Staaten, ihren Luftraum dauernd militaerisch zu ueberwachen. Unfreundliche Bemerkung.
Die Amerikaner sagen nichts. Die Chinesen schweigen auch, schicken aber Spezialisten nach Malaysia.

Weiter im Text.

Wenn die Kiste weitergeflogen ist, was war dann los an Bord? Entfuehrung, Pilotenselbstmord, Terroristen, sollte das Flugzeug moeglicherweise verkauft werden? Ist es irgendwo gelandet?
Irgendjemand an Bord hat an den Kommunikationssystemen rumgefummelt. Jemand der sich auskannte?

Die Journalisten entwickeln Theorien, konstruieren moegliche Ablaeufe.
Das Flugzeug wurde geklaut und soll verkauft werden, ist einige Tage lang eine beliebte Theorie.
Nord-Korea wird verdaechtigt und sagt nichts. Usbekistan und Khasachstan bestreiten, auch nur das geringste von dem Flugzeug zu wissen.

Ploetzlich tauchen neue Satelliten Bilder mit "Wrackteilen" auf, jetzt sind sie im Indischen Ozean, ganz im Sueden. 1000 km von jeder Kueste entfernt.

http://www.heartofmeditation.com/image-files/flug-2-400.jpg

Kein Staat muss jetzt mehr dementieren, dass die eignen Radarbildschirme nichts gezeigt haben, niemand muss seine Unschuld nachweisen.
Die Gegend zwischen Kapstadt und der australischen Westkueste, ist strategisch unbedeutend. Niemand hat dort Interessen. Wasser nix als Wasser, und weitere 5000 km nach Sueden ist man in der Antarktis.
Und jetzt tauchen auch schnell neue Bilder auf. Wieder eins von den Chinesen und chinesische Suchflugzeuge landen in Westaustralien, um mitzusuchen.

Gleichzeitig gibts auch eine neue Theorie. Nix mit Klauen, nix Entfuehrung, nix Test der Luftueberwachung. Alles war nur ein technischer Fehler.

Ploetzlich wurde ein Fenster undicht oder jemand hat zufaellig die duenne Aussenhaut der Tripple Seven durchloechert. Der Luftdruck sinkt, der Pilot will retten was zu retten ist, wird aber vorher bewusstlos. Der Sauerstoff in den Masken fuer die Passagiere reicht fuer 4 Minuten. Danach gibts keine Luft mehr in der Kabine. Das Flugzeug saust als Fliegender Hollaender ein bischen rauf und runter am Himmel aber immer nach Sueden und nachdem der Sprit alle ist, 4 Stunden spaeter, faellts ins Wasser. Finish.

Prima Theorie. Ursache ein undichtes Fenster. Das kann ja immer mal passieren, weiss jeder. Und ab gehts in die Wasserwueste. Niemand Schuld. Niemand hat irgendwas gesehen. Der Test der Luftueberwachung in Asien und Suedostasien wurde erfolgreich abgeschlossen.

Was aufgefallen? Irgendeine Erinnerung? Deja-vu-Erlebnis? Ach komm!
1983? Korean Airline? Flug 007? Kamtschtka?
Wer mehr Stichworte brauchtfuer den mueden Geist: hier!

Im kalten Krieg wurde das militaerischen Luftueberwachungssysteme der SU von den USA mehrfach mit zivilen Verkehrsmaschinen getestet. Bekannt sind nur zwei Faelle. Zuerst 1978, mit einer 707 der Korean Airlines. Da gings gerade noch gut. Notlandung in Murmansk. Dann '83 ein Test mit vollem Risiko ueber Kamtschatka mit einer 747. Dabei funktionierte, wie auch jetzt, die automatische Flugsteuerung der Maschine nicht. Sorry, menschliches Fehlverhalten. Niemand weiss warum.

Damals mussten noch US-Militaermaschinen, die in der Naehe herumfliegen, den Test aufzeichnen. Am Ende wurde die 007 abgeschossen. 269 Tote. Flugschreiber etc. wurden von der SU nicht ausgeliefert, weil sie auch ein Versagen ihrer eigenen Luftabwehr dokumentiert haetten. Erst der Herr Jelzin hat die Unterlagen den USA uebergeben. Tja.

Diesmal, 31 Jahre spaeter, war der Test viel eleganter arrangiert. Viele Vermutungen und kleine verwirrende leaks der US Authoritaeten. Viele Unklarheiten. Kein Wrack. Keine Zeugen, nur tote Chinesen.


13:14 23.03.2014
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Geschrieben von

Aussie42

Mauerberliner(West) bis 1996, 10 Jahre meditieren in Indien bis 2010, jetzt in Australien. Deutschland weit weg.
Aussie42

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