Ukrainer haben nen wahnsinnigen Patriotismus

Australische Loesung Der Mauerbau in der Ukraine wabert durch die Medien. Die Bundesregierung hat nichts dagegen. Die Journallie ist skeptisch. Niemand weiss: die Idee stammt aus Australien!
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Die Vorgeschichte, ganz kurz.

Ein paar Onkels aus Amerika wollten mit dem Gospodin P. aus Russia mal ausgiebig Schlittenfahren. Mitten in Kiew, mitten im letzten Winter. Damit der Gospodin wieder kalte Fuesse kriegt.

Die Germans hatten einen veritablen Boxer a.D. als Hilfswilligen fuer die Onkels angeheuert. War ein Fehler wie sich spaeter rausstellte.

Anfangs lief's aber prima. Demonstrationen, Sprechchoere. Demokratie, Freiheit, CocaCola. Deutsche Prominenz badet in der freiheitsduerstenden Menge. "Jawohl, stimmt, ihr sind auch das Volk. Nieder mit der Diktatur."
Ok, denken die Onkels. Plan A klapptwieder. X-mal erprobt. Great.

Jetzt einen schoenen Vertrag schreiben, damit alles nach Recht und Gesetz zugeht. Ha, ha. Der Diktator allerdings, aus den Erfahrungen seiner Kollegen klug geworden, will sich auf pacta sunt servanda nicht verlassen, unterschreibt und reist mit dem naechsten Zug zu Gospodin P.

Grosse Freude unter den Zurueckgebliebenen. Sieg der Revolution! Jauchzen trotz der Kaelte. Der Boxer macht sich warm, denn jetzt muss es ganz schnell gehen. Anschluss, Anschluss, schreien die Massen. Wieder ein schoenes Geschenk der Demokratie, denken die Onkels und schiessen froehlich in die Luft.

Ploetzlich faellt ein Flugzeuge vom Himmel mit Australiern an Bord. Toni laesst sofort 500 Polizisten von den Antipoden zur Ukraine fliegen.

So kommt man zufaellig ins Gespraeche. Netter Burschen dieser Toni, der Aussi-PM.

Dann geht bei den Onkels aus Amerika alles schief. Der Ami-Schlitten bleibt erst auf der Krim im Lehm stecken und dann nochmal im Donbass. Fuck, schreien die Onkels, fucking EU, fucking Gospodin, sanctions, sanctions, sanctions. Dann lassen sie Ihre Schrottkarre wo sie ist und reisen ins warme Arabien.

Die deutsche Mutter muss den Kladderadatsch der Onkels mal wieder aufraeumen. Erstmal guckt sie nur zu. Ziemlich lange. Dann, seufzend (Frau wird ja auch nicht juenger) haengt sie sich mal son bisschen aus dem ukrainischen Fenster. "Im Sommer duerft ihr noch draussen Cowboy und Indianer spielen", ruft die Mutter. "Ab September werden wieder Hausaufgaben gemacht."

Doch welches Kind denkt waehrend der endlosen Sommerferien schon daran, dass irgendwann die Schule wieder anfaengt? Trotzdem ist es so.

Vor allem der dicke Knabe mit dem Schokoladenmund ist sicher, dass er im Herbst mit seiner Cowboy-Bande der Mutter unter den warmen Rock kriechen kann.

Doch Ende August kommt Mutter vorbei und sagt: "Nitschewo, Schokomuendchen. Freiheit gibt's fuer umsonst. Soviel Du willst. Geld fuer Revoluzzer ham wer nicht."

Jetzt ist das Heulen gross. Die Onkels aus Amerika schiessen laengst wo anders.


Der Boxer ist wieder in Adenauer's Box-Stall und der Gospodin aus Russia lacht sich eins. "Dumm gelaufen, Schokoschnauze", schreit er ueber die Grenze.

Von aller Welt verlassen, ruft Schoko-Poro seinen Kumpel Toni an, der sofort einen seiner beruehmten "direct-action" Plaene vorschlaegt. "Die klappen in Australien auch immer", versichert Toni.

Poro ist begeistert und faehrt sofort nach Berlin, um mit dem Boxer ueber den Plan zu reden.

Der versteht fast nichts informiert aber umgehend die Presse. "Ukrainische Patrioten werden eine 2300 km Mauer gegen die Russen bauen", sagt der Boxer und dass Experten und Bauplaene aus Deutschland fuer das Projekt gebraucht werden. Sensation. Sensation.

Wenig spaeter sitzt Schokomuendchen bei der Mutter auf dem harten Besucher-Stuhl. Die Mutter guckt neutral, laesst sich erstmal nichts anmerken.

Poro entschuldigt sich gleich fuer den Boxer, dann erklaert er den australischen Plan. "Kost nix", sagt er gleich zu Anfang. "Deutschland kann sogar sparen."

Die Mutter entspannt sich etwas.

Die da unten schaffen naemlich ihre Fluechtlinge nach PNG, haette ihm der Toni erzaehlt, und die duerfen sich dort an den Strand legen, jahrelang. Is ne Insel. Kommt keiner weg.

Die Mutter runzelt die Stirn.

"Alles legal", sagt Poro. "Papua Neu Guinea ist der Weltfluechtlingsdingsda beigetreten. An dem Aussi-Projekt koennen die von der UN nicht klingeln."

Die Mutter scheint immer noch skeptisch.

"Wir haben das Weltdingsdadingsda auch unterschrieben", sagt SchokoPoro. "Wir wuerden aus humanitaeren Gruenden auch ein paar Leute aufnehmen. Nur 2000 Euro pro Nase, das zahlen die Australiern auch an PNG."

"1500", sagt die Mutter und verdreht etwas die Augen. Kurze Nachdenk-Pause.

"Ach, und darum will ihr Boxer die Mauer bauen!" sagt sie schmunzelnd. Poro-Schokomuendchen grinst.


15:04 15.09.2014
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Aussie42

Mauerberliner(West) bis 1996, 10 Jahre meditieren in Indien bis 2010, jetzt in Australien. Deutschland weit weg.
Aussie42

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