Szymanskis getroffener Stolz

Arbeit - Bildung Miguel Szymanski scheint frustriert über eine Nicht-Veröffentlichung seines Artikels für das Goethe-Institut e.V. zu sein und bezichtigt den Verein des Menschenhandels.
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Beim Lesen des Artikel "Hansel y Gretel" in der 48. Ausgabe des Freitag, zieht es einem glatt die Schuhe aus.

Der Autor Miguel Szymanski scheint frustrier über eine Nicht-Veröffentlichung seines Artikels für das Goethe-Institut e.V. zu sein und bezichtigt den Verein glatt des Menschenhandels.

Hier der kurze Hintergrund: Der deutsche Arbeitsmarkt boomt wie seit Ewigkeiten nicht mehr. Die Gründe hierfür sind unterschiedlicher Natur. Fakt aber ist, wir brauchen Arbeitskräfte. Dringend gesucht werden Erzieher, Krankenschwestern, Mediziner usw. Hierfür werden teilweise zugewanderte Menschen ohne Bildungsabschluss ausgebildet und lernen die deutsche Sprache. Ich persönlich nenne das einen elementaren Teil der Integration! Da die Ausbildungsprozesse einige Jahre dauern können und der Fachkräftemangel bereits heute in vielen Regionen zu Engpässen in der Versorgung führt, sucht man im Ausland händeringend nach Hilfe. Nun gibt es in der EU Regionen, die schwächer aufgestellt sind. Portugal, Spanien, Griechenland, Frankreich und einige mehr, leiden unter mangelnder Wirtschaftsleistung. Portugal hat eine der höchsten Jugendarbeitslosenquoten der EU. Da es dort aber genügend gut ausgebildete (und leider arbeitslose!) Fachkräfte gibt, werben deutsche Unternehmen um genau diese Bewohner der EU. Da Fachkräfte aber nur dann integrierbar sind, wenn sie die Sprache des Landes beherrschen, ist es elementar dass Sprachstipendien in diesem Kontext für genügend Unterstützung sorgen. Wie soll eine Krankenschwester mit einem Patienten kommunizieren, wenn sie die Sprache der Patientin nicht beherrscht?

Miguel Szymanski hat genau dies nicht verstanden. Genauso wenig wie er die Europäische-Idee vom grenzübergreifenden Austausch absolut nicht verstanden hat. Wenn ich mich entscheide, morgen in Frankreich arbeiten zu gehen, und die Alliance Francais (das französische Pendant zum Goethe-Institut) mich bei Sprachkursen unterstützt, dann bin ich unseren Nachbarn für diese Hilfe absolut dankbar und bezichtige sie nicht des Menschenhandels. Der Autor hat sich außerdem nicht annähernd mit der Arbeit der Kultur- und Sprachinstitute befasst. Das Goethe-Institut unterrichtet weltweit in knapp 170 Instituten deutsch, unterstützt lokale Bildungsinstitutionen und vernetzt Lehrer, Künstler und Bildungseinrichtungen miteinander. Was ist hier das Problem? Das Goethe vergibt jedes Jahr viele hundert Sprachkursstipendien an Studenten in aller Welt. Diese kommen für einige Monate nach Deutschland und lernen hier die Sprache und das Land kennen. Ist das auch Menschenhandel? Netzwerke zu bilden und aufzubauen, Austausch zu fördern ist (mit Verlaub) nur für einen absolut Ahnungslosen Menschenhandel.

Das British Council hat übrigens ein ähnliches Programm mit arbeitslosen Jugendlichen in Griechenland. Ist das auch Menschenhandel? Oder legt der Autor hier andere Maßstäbe an, weil das Goethe seinen wahrscheinlich ähnlich sinnlosen und fundamentlosen Artikel schlicht nicht veröffentlichen wollte? Peinlich hier nur, dass der Freitag ihm genau diese Plattform bietet.

10:47 06.12.2014
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Martinus Oktobre

Moral, Moral ist wer moralisch ist, versteht er?
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Martinus Oktobre

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