I.D.A. Liszt

Kanalarbeiter
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RE: F**** euch! | 24.03.2019 | 22:48

Ein Blick auf die vermeintliche Wirkkraft der Sprache auf die politische oder gesellschaftliche Realität:

Farsi kennt keine grammatischen Geschlechter. Gemäß der Argumentation der Genderisten dürfte es also im Iran oder in Afghanistan kaum Diskriminierung der Frauen geben.

Und die Realität im weitestgehend vom grammatischen Geschlecht befreiten Englisch? "Spider" hat zwar kein Genus, doch von den meisten Muttersprachlern (auch solchen, die den Kampf der Feministinnen für die Gleichstellung der Frauen und sogar feministisches "Gendern" verstehen und unterstützen) wird dieses haarige und aggressive Lebewesen gern als "he" bezeichnet, ein zutrauliches, puscheliges Kätzchen oder Hündchen dagegen lieber als "she".

Da zeigt die genderneutrale Sprache so richtig, was in ihr steckt, wie sie das diskriminierende Denken und die Benachteiligung der Frauen abschaffen kann.

RE: Eine Sprachzensur findet nicht statt | 10.06.2018 | 00:13

Droht uns die Sprachzensur?

Das ist natürlich Unsinn. Es soll dagegen vielmehr die Schere im Kopf implementiert werden.

1. Nur das bisherige Deutsch ist für alle verständlich

Das ist richtig, denn tatsächlich ist ALLEN nur das bis zu gegenwärtigen Zeitpunkt gesprochene Deutsch verständlich. Neuerungen setzen sich erst in der Zukunft durch, und sie entstehen u.a. durch den Einfluß von Jargons - Jugendliche nutzen z.B. Jargon, um sich bewußt vom Sprechen der Altvorderen abzugrenzen und er ist letzteren nicht vollkommen zugänglich, also teilweise unverständlich.

2. Die Genera des Deutschen machen seinen besonderen Reichtum aus

So verkürzt ist das natürlich Unfug. Die deutsche Sprache zeigt - wie jede natürliche Sprache - auf vielen Feldern Reichtum. Unbestreitbar dürfte dennoch sein, daß Sprachen, die über ein grammatisches Geschlecht verfügen, Sprachspiele mit dem Genus nicht von vornherein ausschließen.

3. Wenn man „zum Bäcker“ oder „zum Friseur“ geht, sind Frauen mitgemeint

Ich persönlich gehe zur Bäckerei, wo mich Verkäuferinnen und seltener einmal ein Verkäufer bedienen. Und eigentlich habe ich seit Jahrzehnten keine richtige Bäckerei mit richtigem Bäcker oder richtigeer Bäckerin mehr gesehen. Es handelt sich eher um eine Backwarenverkaufsstelle, wo Backwaren feilgeboten werden, die von Menschen mir unbekannten Geschlechts wahrscheinlich an Maschinen produziert worden sind.

Der Frisiersalon, den ich frequentiere, heißt "Silke* & Team" und ich gehe zum Haareschneiden zu Silke*.

(* Name vom Verfasser geändert)

4. Wo sollen wir mit allen anderen hin? Müssen wir nun auch Tiere gendern?

Wozu? Tiere sind bereits gegendert.

Man denke nur beispielsweise an Hahn und Henne, Sau und Eber, Hengst und Stute, Kuh und Bulle und dergleichen. Meinetwegen könnte man aber als geschlechtsneutrale Gattungsbezeichnung das Mensch einführen. Dann verlöre das Wort auch seinen Frauen gegenüber despektierlichen Ton.

5. Gendergerechte Texte sind nicht lesbar

Wie wahr, wie wahr! Der Satz könnte von mir stammen. Mir gelingt es nämlcih nicht, einen gendergerechten Text über die ersten drei Zeilen hinaus zu lesen, ohne mich an den Kopf zu fassen. Das Schriftbild sieht katastrophal unleserlich aus, und der Sprach- und somit der Lesefluß wird empfindlich gestört.

6. Würden Frauen höher geachtet, besser bezahlt und seltener misshandelt, wenn wir eine gendergerechte Sprache hätten?

Nein, mit Sicherheit nicht. Es müßte hingegen einfach politisch und gesellschaftlich wirkliche Gleichberechtigung durchgesetzt werden, damit Frauen genauso geachtet, gleich bezahlt und genauso selten (oder oft?) mißhandelt werden wie Männer.

Dann könnten auch solche unsäglichen Diskussionen um der Kaiserin Damenbart unterbleiben wie die um die gegenderte Sprache.

RE: Helder Yuren | 23.02.2018 | 19:15

Ein großer Geist hat uns verlassen.

Das ist sehr traurig.

RE: Moderne Zeiten | 13.07.2015 | 20:52

Nein, auf den Aphorismus hat das natürlich keinen Einfluß. Mir ging es jedoch nicht um Rechner im allgemeinen, so wie der , an dem ich gerade jetzt sitze und den ich nach einer Weile ausschalten werde, womit dann bei mir Schluß mit Bildschirmleuchten ist.

So viele Menschen haben aber dauernd ihre Smartphones etc. vor der Nase - so wie Lee Berthine oben geschrieben hat, sogar auf Konzerten.

RE: Moderne Zeiten | 13.07.2015 | 20:48

Jau.

So wie viele die Fähigkeit verloren zu haben scheinen, simple Gegenstände oder Vorgänge zu beschreiben. "Warte, ich schicke dir 'n Foto." oder "Ich mach mal eben 'n Video. Das kannste dir dann ansehen."

Die Welt wird sozusagen auf einen kleinen Monitor reduziert.

RE: Moderne Zeiten | 13.07.2015 | 17:57

In der Stadt zu Fuß und in öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs, will mir das meistens so scheinen.

RE: Moderne Zeiten | 13.07.2015 | 17:56

Du hast recht: So ist's kürzer und darum auch aphoristischer.

Ich hatte allerdings nicht den Rechner als Desk-Top-Tower (oder so ähnlich) im Sinn, sondern in der Tat die kleinen mobilen Rechner (Smartphone, Tablette, Laptop ...).

RE: Moderne Zeiten | 13.07.2015 | 17:53

Stimmt, damals gab es zwar keine Grafik-, dafür aber Lochkarten - für die stationäen Rechengeräte

RE: das blog. | 11.07.2015 | 16:35

Also, ich hatte ja schon vor (vier?) Jahren (und vor geraumer Zeit gelöscht) hier ein anderes Geschlecht als der oder das vorgeschlagen.
Denn das Log ist ein Holzstamm, der an eine Leine mit in regelmäßigen Abständen angebrachten Knoten gebunden war und hinter einem Schiff ins Meer geworfen wurde, um durch Abzählen der Knoten eine Vorstellung von der Geschwindigkeit des Schiffes zu bekommen.
Das Log hat im Deutschen noch eine Variante: die Logge.

Also könnte man Netznotizen auch die Blogge nennen.

RE: Der totale Journalismus | 10.07.2015 | 00:04

Ja, wenn sie zB. ihr Wasser dort abschlagen und der Pegelstand dadurch steigt.

Und Fotokameras konnten früher auch nicht mit dir reden oder dir den Weg weisen.