Ichda

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RE: Sarrazin oder der schwarze Schwan | 27.05.2012 | 17:10

Nee, Ihren Fleiß find ich gut, wenn auch so Punkt-für-Punkt, 'bißchen kleinlich. Aber, wie Sie ja schrieben: Hakan "lebt in seiner eigenen Welt, die niemand erschüttern kann, schon gar nicht durch harte Fakten!"
Da haben Sie nicht ganz unrecht;-)

Kurz: Sie schreiben toll, aber nicht ehrlich. Dass Sie im einen Fall den an den genannten Fakten orientierten historischen Einwänden mit dem Hinweis auf den gewollten "humorvollen abschluß/ abrundung meines textes" ausweichen, wirkt selbsfixiert und realitätsverweigernd; genauso wie: "mir persönlich bringt diese diskussion nichts. ich beschäftige mich mit anderen themen, wie der naturwissenschaft(!)" Reine Egozentrik. Und wenn Sie schreiben, ich bräuchte "doch ein eigenes blog zu Ihrem(!) thema" muß ich entgegnen, dass das keinesfalls MEIN Thema ist, denn Sie schreiben ja, dass "Sarrazin behauptet, dass die muslimische Kultur dumm mache", was so nicht mal stimmt, und treten dann zur Widerlegung dieser These an. Sie haben die Diskussion eröffnet, und weichen aus wann immer Sie inhaltlich "geprüft" werden. In meinem Proseminar wären Sie durchgefallen.
Ich schrieb in meinem ersten Post: "Ich hätte gern ein wenig mehr Offenheit, Ehrlichkeit und gegenseitiges Zuhören in dieser vergifteten Thematik." Offenheit und Ehrlichkeit sieht anders aus als: "Welch glücklicher Zufall also, dass ich Türke bin, dazu den richtigen Glauben und kulturellen Hintergrund habe." Sie sind Alevit, ihr kultureller Hintergrund ist zu einem großen Teil aus der Erkenntnis, "dass die muslimische Kultur dumm mache" (o.s.ä.) entstanden. Salafisten betrachten Sie als vom Glauben abgefallen. Ihr 1 Fall (n = 1(Alevit)), trägt nichts zum von Ihnen selbst angesprochenen Diskurs bei.

So, ausgekotzt. Im Übrigen finde ich alles gut, was sie machen.

RE: Sarrazin oder der schwarze Schwan | 27.05.2012 | 15:50

Bist du derselbe, der den tollen Kommentar oben geschrieben hast? Oder hat sich dein beknackter WG-Mitbewohner jetzt in deine Posts eingehackt? Also ehrlich: DER Schoß ist ja wirklich fruchtbar...

RE: Sarrazin oder der schwarze Schwan | 25.05.2012 | 10:39

Ich sag ja, das Thema macht Menschen hässlich, zueinander eh (Ich bin nicht islamophob!) und selbst und argumentativ auch.

Im übrigen bleibe ich dabei: Es ist unerträglich, wenn Menschen herabgesetzt, ausgegrenzt und bedroht werden. Das tun die Islamophoben und das tun die Islamisten und beide sind sich absolut einig darin, dass das den Vorschriften des Korans entspräche. Also Proseminararbeit 1. Semester textkritischer Diskurs Koran... Wenn es heißt "Keine Toleranz den Intoleranten", dann sollte das jeder von uns zunächst einmal auf sich selbst beziehen.

Dass sie auf jeden meiner Punkte ausweichend und unwillig reagiert haben, ist mir durchaus aufgefallen. Trotzdem kann ich nicht umhin, Ihren Fleiss im Beantworten mittelmäßiger Posts wie den meinen zu bewundern. Vielen Dank!

RE: Sarrazin oder der schwarze Schwan | 24.05.2012 | 21:13

Vielen Dank, ich bin sehr froh, dass wir alle die selbe Sprache sprechen. Allerdings reizt es mich angesichts der großen Einigkeit in diesem Forum schon, als Advocatus Diaboli, gegen den Stachel zu löcken. Mir fehlt hier die Gegenposition!

So finde ich es dann schon interessant, wenn Islamophobe auf die 9 islamischen Nobelpreise im Vergleich zu den 137 jüdischen verweisen. Und die würden Ihre Abschlussbemerkung zur ehemaligen muslimischen Gelehrsamkeit wahrscheinlich nicht gelten lassen, denn nicht allein das zugrundeliegende antike Wissen sei nach deren Darstellung Beute sondern auch die Mehrzahl der Gelehrten. Und das in einer Situation, in der trotz nominell islamischer Herrschaft die Mehrzahl der Untertanen noch keine Moslems waren. Damit sei der Islam noch nicht aktiviert gewesen, es hätten noch die mekkanischen Suren der relativen Toleranz gegolten und nicht die endgültigen, medinischen. Am Ende dieser Zwischenzeit sei es zu Bücherverbrennungen und breit angelegter Vernichtung der Gelehrten gekommen, eine wissensverachtende Zeit sei angebrochen, die im islamischen Kernbereich bis heute anhielte, und, so aber nur bei Hardcore-Islamophoben, auch unsere Zukunft bei islamischer Majorität etwa ab der Mitte des angebrochenen Jahrhunderts bestimmen würde.

Soweit die islamophobe Theorie in ungefährer Kurzform. Politisch, als Antifaschist, ist das unerträglich, da derlei Gedankengut Vorurteile schürt und Menschen ausgrenzt. Zugleich darf Wissenschaft sich natürlich keinesfalls um derlei Implikationen scheren, sondern muß zunächst einmal Realität menschenmöglichst exakt abbilden. Tut sie das?

RE: Sarrazin oder der schwarze Schwan | 24.05.2012 | 14:37

Oups, pardon, ich hör mich ein wenig aggressiv an. Geht mich natürlich gar nichts an... Trotzdem verweise ich mal in aller wissenschaftlichen Demut auf die Existenz der Aleviten, auf ihre Präsenz in der deutschen Politik und Gesellschaft und auf ihre in der Türkei heute leider fast vollständig unterdrückten Rolle als -eben- "Intelligentia".

RE: Sarrazin oder der schwarze Schwan | 24.05.2012 | 13:46

Herr Civelek, sie sind vermutlich Alevit, oder? Ich kenne nur intelligente Aleviten, was natürlich auch nur ein Vorurteil ist. Zumal dieses positive Vorurteil die sarrazinchen Vorurteile gegen nichtalevitische Moslems nur verstärkt. Das ist vertrackt.

Hatte die Entwicklung der Aleviten im 19.Jhd. zu der bildungsorientierten und staatstragenden Schicht der Türkei nicht etwas mit den massiven Problemen des osmanischen Reichs im Vergleich zum Westen und dessen Wissenschaften zu tun? Das zumindest würde Sarrazin hier einwenden. Und ich hätte gern ein wenig mehr Offenheit, Ehrlichkeit und gegenseitiges Zuhören in dieser vergifteten Thematik.