Neue Seidenstrasse am ewigen Eis

Arctic Security Chinas Ambitionen sind groß. Selbst der Nordpol ist nun ein Ziel der Asiaten.
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Ist die Regierungsführung in der Arktis bald in chinesischer Hand? Nach den Prognosen des “ Blue Papers” einer wissenschaftlichen Studie der chinesischen Social Sciences Academic Press und der in Qingdao ansässigen Ocean University of China, sieht es wohl sehr bald danach aus.


So sei Peking nicht mehr nur ein “Regelverfolger” sondern vor allem ein “Regelmacher“ im arktischen Raum und somit könne die Rolle Chinas bei der Weltordnungspolitik dieser Region nicht mehr ignoriert werden. China hat die diese “Führungsphilosophie” deutlich angeführt und ergreife die Initiative zur Gestaltung der Agenda für die globale Governance in der Arktis.


Laut der Studie ist China geografisch eins der “Arktis nahes Land". Folglich haben die natürlichen Bedingungen und Veränderungen in der Arktis einen direkten Einfluss auf das chinesische Klimasystem, die Ökologie und die Umwelt, was wiederum die wirtschaftlichen Interessen Chinas in den Bereichen Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Fischerei und Schifffahrt beeinträchtigt.

Sicherheit und Frieden

Peking ist sich durchaus dessen bewusst, dass gerade die an den Nordpol angrenzenden Länder große Bedenken an der aktiven Initiative Chinas haben, allerdings sei es vor allem im chinesischen Interesse den Erhalt der regionalen Sicherheit und die Förderung des Weltfriedens zu gewährleisten.


Der Chefredakteur des Blue Papers, Dong Yue, der stellvertretende Leiter der Law School of Ocean University in China, sagte der Global Times, dass die Forderung nach Ruhe im “ Blue Paper” bedeutet, dass China keine "radikalen" Aktion durchführen wird.

In dem Papier heißt es, China akzeptiere das Prinzip der Souveränität der arktischen Staaten und nicht vorhabe deren Grundrechte zu verletzen oder gar Entscheidungsbefugnisse des Arktischen Rates einzugrenzen. China ist seit 2013 Beobachter im Rat.

Die "Bedrohungstheorie Chinas " könnte nur andeuten, dass andere Länder zu Unrecht die Schwelle für chinesische Unternehmen erhöhen werden, um alleine an der Entwicklung der Arktis beteiligt zu sein, sagte Zhang Xia, Direktor des in Shanghai ansässigen Polar Strategy Center am Polar Research Institute of China Global Times.

Zhang betonte, Chinas Ressourcenentwicklung in der Arktis werde ausschließlich über Handel und Zusammenarbeit mit den anderen arktischen Ländern abgewickelt.

Die Sicherheit in der Region hängt eng mit Chinas, ökologischer, militärischer , wissenschaftlicher und besonders Energiesicherheit zusammen, so das Blue Paper.

Die Landgebiete in der Arktis umfassen eine Fläche von etwa 8 Millionen Quadratkilometern, deren Souveränität von Kanada, Dänemark, Finnland, Island, Norwegen, Russland, Schweden und den USA gehalten wird. Der Arktische Ozean hat eine Fläche von mehr als 12 Millionen Quadratkilometern, in der Küsten- und andere Länder gemäß internationalem Recht maritime Rechte und Interessen teilen.

Polare Seidenstrasse

Die sog. polare Seidenstrasse wird ein neuer Wachstumspunkt für China sein und ihre Beteiligung an regionalen Angelegenheiten wird die Integration der eurasischen Volkswirtschaften vorantreiben, hebt das Blue Paper ebenso hervor. Chinas Expeditionen in die Arktis begannen in den 1990er Jahren, neun waren bis 2018 durchgeführt worden.

Diese arktische Handelsroute ist nicht nur eine neue Schifffahrtsstraße, die den Polarkreis durchquert sondern auch drei große Wirtschaftszentren - Nordamerika, Ostasien und Westeuropa - miteinander verbindet. China will dabei helfen, Transportkosten von bis zu 127 Milliarden Dollar pro Jahr einzusparen, wenn die Route voll funktionsfähig ist.

Chinesische Unternehmen werden ermutigt, an der Infrastrukturentwicklung entlang dieser Strecken teilzunehmen und gesetzeskonforme Handelsreisen durchzuführen, sagte ein Weißbuch mit dem Titel "Chinas arktische Politik", das im Januar vom Informationsbüro des Staatsrates veröffentlicht wurde. Auch wenn die gegenwärtigen Schifffahrtsrouten in der Arktis aufgrund der extremen Klimabedingungen in der Region und der Eisbrecheranforderungen von Schiffen derzeit nur begrenzt genutzt werden.

Die polare Seidenstraße wird China einen Kanal zur Erkundung von neuen Energieressourcen bieten und somit "Energiestation im Ausland" sprich in der Arktisregion erleichtern.


Mit 13 Prozent des weltweit unentdeckten Erdöls und 30 Prozent seiner unentdeckten Erdgasreserven könnten die potenziellen Reserven der Arktis die Region zu einer Grenze für die schnelle wirtschaftliche Entwicklung im 21. Jahrhundert machen.





18:38 12.05.2019
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