RE: Before they came to Guernica | 30.04.2013 | 06:11

Nunja in einem Artikel über die 30er Jahre ist die Erfüllung von Godwins Gesetz auch weniger bemerkenswert, als in anderen Fällen ;-)

RE: Before they came to Guernica | 30.04.2013 | 06:11

Nunja in einem Artikel über die 30er Jahre ist die Erfüllung von Godwins Gesetz auch weniger bemerkenswert, als in anderen Fällen ;-)

RE: Before they came to Guernica | 27.04.2013 | 13:15

In der Stadt waren sogenannten Freiwillige der Roten Armee der Sowjetunion.

Es ist mittlerweile historisch unstrittig, dass in Gernika keinerlei militärische oder paramilitärische Verbände waren. Selbst die Nationalsozialisten haben diese erste Ausrede rasch aufgeben müssen und die strategisch angeblich notwendige Zerstörung einer Brücke vorgeschoben. Nein, in Gernika wurden keine Soldaten getötet, sondern explizit Zivilisten. Mal ganz davon abgesehen, dass die Zerstörung völlig unverhältnismäßig gewesen wäre, um einzelne Verbände "unschädlich" zu machen. Von der Frente Popular sind keine solche Angriffe belegt. Offenbar gab es also auch andere Wege den Krieg zu führen.

Woher wissen Sie, was Hitler gedacht hat?

Es sei denn, im Krieg sei es gar nicht um Franco gegangen, sondern um die "Deutsche Sache" an sich. Und vieles spricht dafür, dass Hitler genauso gedacht hat. Göring zumindest sagte bei den Nürnberger Prozessen, Gernika wäre "die Gelegenheit, im scharfen Schuss zu erproben, ob das Material zweckentsprechend entwickelt wurde".

RE: Before they came to Guernica | 27.04.2013 | 13:04

Jene Kräfte, die Sie "Demokraten" nennen, wurden Wesentlichen von der Sowjetunion unterstützt, exakt während Stalins großem Terror... Es überrascht nicht wirklich, dass die beiden großen Demokratien der Zeit in Europa, Frankreich und Großbritannien, sich neutral verhielten. Es ging in Spanien nicht um Demokratie und Diktatur, sondern eher um die Farbe der Letzteren.

Ich würde insoweit zustimmen, dass meine Darstellung nicht die vielen Schattierungen der linken und republikanischen Gruppierungen abbildet. Dennoch lässt sich die Frente Popular meines Erachtens nicht als spanischer Arm der Sowjetunion darstellen. Er umfasste zahlreiche politische Strömungen von Sozialdemokraten bis zu Anarchisten. Richtig ist, dass ein Sieg der Frente Popular nicht zwangsläufig den Sieg der Demokratie bedeutet hätte. Wenn die Demokratie eine Chance hatte, dann aber nur mit der Frente Popular.

Die Neutralität der Franzosen war keine Furcht vor einem roten Spanien. Frankreich war zu diesem Zeitpunkt selbst von einer Front Populaire regiert. Bei den Briten mag die Angst vor den Kommunisten, neben anderem, eine Rolle gespielt haben. Wichtiger war in beiden Ländern aber die angespannte innenpolitische Lage.

RE: Die populistische Versuchung | 18.04.2013 | 06:51

Ich stimme da grundsätzlich zu: Eine Währung braucht einen weitestgehend einheitlichen politischen und rechtlichen Raum (ob das dann "Staat" genannt werden muss, sei mal an dieser Stelle ausgeklammert).

Ich sehe hier auch genau die "Alternative", die die AfD anbietet: Die AfD wirbt für nationale Währungen in souveränen Nationalstaaten als Alternative zur europäischen Währung in einem souveränen Europa.

Nun ist die AfD nur wenige Tage alt und daher schwer zu bewerten. Daher wird in den meisten Kommentaren nur geschrieben, welche Assoziationen diese neue Partei weckt. Meine Assoziation mit der AfD ist, wie ich erläutere, dass hier eine Partei entstanden ist, die viel grundsätzlicher – nicht nur in der Währungsfrage – die Europäische Union in Frage stellt.

Ich nenne das Nationalliberalismus. National im Organisationsprinzip, liberal im Wirtschaftsprinzip. In der Tradition des bereits bestehenden Nationalliberalismus.

Mein Artikel ist dabei – um auf andere Kommentare einzugehen – sicherlich polemisch, wohl mehr als populistisch. Wie weiter oben bereits verdeutlicht: Ich bin kein professioneller, bezahlter Journalist, der mit der Meinungsbildung beauftragt ist. Ich bin nur Teil dieser Community, in der sich Menschen finden, die gerne ihre persönliche Meinung zur Diskussion stellen.

RE: Die populistische Versuchung | 17.04.2013 | 07:06

Was mich bei der Begeisterung für Nord-Süd-Euro-Szenarien oder der Rückkehr zu nationalen Währungen weiterhin verwundert, ist das uns das deutsche Beispiel doch eigentlich lehrt, dass es durchaus möglich ist gesellschaftlich und ökonomisch durchaus unterschiedliche Länder in einer Währung zu haben. Warum können so verschiedene Bundesländer wie Bayern und Baden-Württemberg mit der selben Währung wirtschaften wie Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt, aber Deutschland und Griechenland nicht? Müsste man als Verfechter von Nord-Süd-Euros oder nationalen Währungen nicht konsequenter Weise die (Wieder-)Einführung einer Ost-Mark verlangen oder wünschen? Damit dann die neuen Bundesländer kräftig abwerten können, um konkurrenzfähig zu werden?

RE: Die populistische Versuchung | 16.04.2013 | 22:10

Wie bereits weiter oben verdeutlicht, geht es mir bei den Profiteuren der Krise nicht um die Verhältnisse innerhalb Deutschlands, sondern um den Vergleich zwischen Deutschland und anderen europäischen Staaten. Die Selbst- und Fremdwahrnehmung ist dabei durchaus, dass Deutschland unter der Krise selbst wenig leidet. Und sogar bei vielen Faktoren gegen den EU-Trend positive Zahlen vorweisen kann. Der Wohlstand ist weiterhin zu ungleich verteilt. Und die prekären Beschäftigungsverhältnisse sind durch die Krise sicher nicht besser geworden. Aber sie sind ein Produkt der politischen Entscheidungen vor einem Jahrzehnt und nicht der Euro-Krise selbst. Im Vergleich zu vielen anderen Ländern in Europa und der Welt ist Deutschland nicht so tief gestürzt. Das meine ich mit den Profiteuren der Krise. Das ändert nichts daran, dass man vor der Euro-Krise, in der Euro-Krise und auch nach der Euro-Krise die Fehler der Agenda 2010 dringend korrigieren muss. Aber versuchen sie mal einer arbeitslosen Griechin zu erklären, dass es uns in Deutschland auch nicht besser ginge – mir käme dies beim besten Willen nicht über die Lippen.

Was die tatsächliche Wirkung des Euros auf die europäische Integration angeht, so kann auch ich nur traurig lächeln. Dennoch war die geäußerte Absicht vieler Politiker eben diese. Nun könnten Sie mir natürlich entgegnen, Politiker hätten halt immer schöne Worte für Missetaten parat, aber gegen solche Totschlagargumente könnte ich dann auch nicht weiter argumentieren.

RE: Die populistische Versuchung | 16.04.2013 | 18:46

Ja, das ist ein Meinungsartikel, wie sie in der Community eben nicht unüblich sind. Im gedruckten Freitag kommt ja mein Beitrag gar nicht vor und für diesen ist er auch gar nicht gedacht. Er soll im Idealfall zur Diskussion anregen (das scheint auch zu funktionieren). Ich habe ihn geschrieben, weil ich Spaß am Schreiben habe. Mehr nicht. Die Informations- und Faktenvermittlung überlasse ich den professionellen Journalisten.

Zugegebenermaßen krankt die Diskussion ein wenig daran, dass man über eine neue Partei zunächst einmal nur Eindrücke und erste Meinungen haben kann. Meinungsartikel wie dieser geben nur wieder, welche Assoziationen – positive oder negative – die neu gegründete AfD bei Einzelpersonen weckt. Bis wir sie wirklich bewerten können, wird es noch einige Zeit brauchen. Ganz wie bei den Piraten, bei denen die Berichterstattung auch nur langsam vom relativ ungebundenen Philosophieren über das, was die Piraten sind oder sein könnten, hin zum Analysieren ihrer politischen Arbeit ging. Ich befinde mich bei der AfD in jedem Fall noch bei Schritt 1.

RE: Die populistische Versuchung | 16.04.2013 | 13:46

Lieber Ruppert Rauch,

ich möchte nur einige Dinge kommentieren:

Es ist meines Erachtens ein Trugbild zu glauben, wir könnten das Rad zurückdrehen und die Globalisierung ungeschehen machen. Wir leben in einer international eng vernetzten Welt, mit Flugplänen, Wirtschaftskreisläufen, Internet und vielem mehr. Das sind vollendete Tatsachen. Ich glaube nicht daran, dass wir die Globalisierung rückgängig machen können. Mir bleibt daher nur zu hoffen, dass wir sie zum Besseren gestalten können. Dazu gehört meines Erachtens auch eine enge internationale Zusammenarbeit. Insbesondere in Europa, wo dieser Prozess weit fortgeschritten ist bzw. zumindest weit fortgeschritten war.

Wir leben desweiteren nicht in einem Märchenland. Natürlich haben wir vor einigen Jahren derart heftige soziale Einschnitte vollzogen, dass dadurch in Deutschland ein großer Anteil der Menschen kaum Anteil am Wohlstand hat. Dies hat aber zunächst einmal wenig mit der Euro-Krise und dem Euro selbst zu tun, sondern ist das Ergebnis der Arbeitsmarktpolitik unter Gerhard Schröder vor fast einem Jahrzehnt. In der Euro-Krise hat Deutschland bisher im Gegensatz zu vielen anderen Ländern Europas eher eine Verbesserung, als eine Verschlechterung der Situation erlebt. Das nenne ich Krisengewinner. Was nicht bedeutet, dass Deutschland dadurch keine Probleme hätte.

Die Rhetorik der AfD ist vereinfachend, weil sie die möglichen negativen Folgen ihres hypothetischen Szenarios auslässt. Hier haben einige Wissenschaftler ein Modell der Abwicklung der Euro-Zone enwickelt. Dieses Modell ist eine zunächst einmal eine Hypothese. Die Folgen sind unklar. Wir haben in den letzten Jahren oft genug sehen dürfen, wie groß die Weisheit manch eines Wirtschaftsweisen wirklich ist. Kurzum: Das von der AfD gezeichnete Szenario wird zwar von Wirtschaftswissenschaftlern propagiert, bleibt aber dennoch bislang Spekulation. Die AfD kann nicht wissen, welche Folgen die Umsetzung ihres Modells haben würde. Es dennoch als der Weisheit letzter Schluss zu verkaufen, ist das was die Rhetorik und den Populismus der Afd von den anderen Parteien unterscheidet.

RE: Die populistische Versuchung | 16.04.2013 | 11:30

Froh bin ich im übrigen auch zum ersten Mal über die hohen Popularitätswerte von Angela Merkel. Ihre Politik ist in vielerlei Hinsicht falsch. Aber ihrer Beliebtheit ist es immerhin zu verdanken, dass sie kein rechtspopulistischer Parteikollege stürzen konnte, um auf der Anti-Euro-Welle selbst in Richtung Macht zu reiten. Und dort eine noch viel schlimmere Politik zu betreiben.

Es wird sich zeigen, ob die AfD die konservativ-liberale Koalition wirklich entscheidend Schwächen kann, unter Umständen gar der FDP den Einzug in den Bundestag kosten kann. Verlieren werden vielleicht auch Parteien, die auf Protest- und Nichtwähler setzen können: DIE LINKE und PIRATEN. Gewinnen können SPD und GRÜNE ohnehin nur durch starke eigene Werte. Sonst gibt es wohl eher die Große Koalition, unabhängig von der AfD.