Idefix
15.04.2013 | 18:44 128

Die populistische Versuchung

AfD Die Alternative für Deutschland ist mehr als eine Anti-Euro-Partei. Sie betreibt intellektuellen Nationalismus und verführerischen Populismus. Das macht sie gefährlich

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied Idefix

Die populistische Versuchung

Foto: Johannes Eiseler/ AFP/ Getty Images

Am Ende wird sie vielleicht nicht so heiß gegessen werden, wie sie gekocht wurde, die selbst ernannte Alternative für Deutschland. Doch am Wochenende dominierte ihr Gründungsparteitag sämtliche Medienkanäle. Die Kommentatoren bedachten sie mit zahlreichen Meinungsartikeln, die von heftiger Kritik bis zu vorsichtiger Bewunderung reichten. Immer im Fokus war dabei der Euro, den die AfD zur Wurzel allen Übels auserkoren hat und daher lieber heute als morgen beseitigen möchte. Kein Euro, keine Euro-Krise, verblüffend einfach, erstaunlich logisch – oder?

Doch die Gründung der AfD war weitaus mehr als eine monetäre Veranstaltung und es ging in Berlin nur vordergründig um Währungsfragen. Tatsächlich hat die AfD, anders als viele Kommentatoren glauben, kein „schmales“ Parteiprogramm, das sich auf den Euro-Ausstieg beschränken würde. Denn was mit dem Euro-Ausstieg und der Rückkehr zur Deutschen Mark symbolhaft zum Ausdruck gebracht wird, ist der Wunsch nach einer Renationalisierung auf allen Ebenen: Für die AfD sind es die nationalen Interessen, die in Zukunft die Politik leiten sollen, von der Währung bis zur Einwanderung. Die AfD ist keine Anti-Euro-Bewegung, mit ihr ist eine nationalliberale Partei in Deutschland entstanden.

Die Alternative für Deutschland verspricht mit der Rückkehr zur Deutschen Mark weitaus mehr als eine Lösung der Euro-Krise, sie verspricht eine Rückbesinnung auf das überschaubare Kleine in dieser so undurchsichtig gewordenen Welt. Mit einfachen Antworten auf die großen Probleme: Die Energiewende soll nicht dem Stromkunden zu Lasten fallen, das berüchtigt-bürokratische Finanzamt mit Hilfe eines neuen Steuerrechts rationalisiert werden und einwandern sollen nicht länger die, die es nötig haben, sondern die, die „wir“ nötig haben. So weit, so einfach, so verlogen.

Seit Union und FDP die innerparteilichen Euro-Skeptiker einigermaßen ruhig gestellt haben, suchen die Befürworter eines Europas der starken Nationalstaaten eine Heimat. Denn hinter der Euro-Frage steckt die Europa-Frage. Die als Finanzdiskussion verkleidete Analyse, dass die „schwachen“ Südstaaten ohne eine Abwertung ihrer Währung nicht mit den „starken“ Nordländern mithalten könnten, diskutiert kein Wirtschaftssystem, sondern eine politisch-gesellschaftliche Ordnung für Europa: Jeder zum Denken befähigte Mensch muss doch schließlich erkennen, dass Griechenland für uns nur noch ein Klotz am Bein ist – also weg damit! Dann kann Griechenland wieder faul in der Sonne liegen und die Fleißigen aus dem Norden werden in ihrem Wachstum nicht länger gehemmt. Das wird man doch wohl noch sagen dürfen!

Dass wir objektiv die größten Profiteure der Einheitswährung, aber vor allem der derzeitigen Krise(!), sind, wird dabei wohlwissend verschwiegen. Dass der Euro von Beginn an auch ein Schritt zu mehr Integration sein sollte, der ein Wiedererstarken nationalistischer Tendenzen – insbesondere im wiedervereinten Deutschland – vermeiden sollte, erklärt, warum nicht wenige der AfD-Mitglieder sich schon länger gegen den Euro aussprachen. Sie sprachen und sprechen nicht gegen die Währung, sie sprechen gegen den Souveränitätsverlust der Nation.

Die Alternative für Deutschland wirbt kaum versteckt für die Losung, die wir von regionalen Unabhängigkeitsbewegungen – von Katalonien bis Bayern – längst kennen: „Wir können es alleine besser. Oder mindestens genauso gut.“ Damit wären wir wieder bei der komplexen, globalisierten Welt und der Sehnsucht nach dem Einfachen. Die populistischen Versprechen der AfD sind für alle Wahlberechtigten eine süße Versuchung. Ginge es uns ohne Griechenland, ohne den Euro, ja vielleicht gar ohne „diese“ EU nicht viel besser? Sind „die“ Griechen nicht auch ein bisschen selber Schuld? Was können „wir“ dafür, wenn die „es“ nicht gebacken bekommen?

Dass die AfD genau diese Fragen bedient und auf komplexe Probleme mit scheinbar einfachen Antworten aufwartet, macht sie so attraktiv. Dass sie diese vereinfachende Rhetorik im Gewand von Wirtschaftskompetenz und Doktortiteln kleidet, macht sie höchst gefährlich. Der intellektuelle Nationalliberalismus ist in Deutschland angekommen.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare (128)

ed2murrow 15.04.2013 | 20:04

Das Europa der "zwei Geschwindigkeiten" ist immer schon ein konservatives Projekt gewesen, lieber Idefix. Mit der Parole von der "Wettbewerbsfähigkeit" und den Konsequenzen für die Länder, die dem Kriterium nicht entsprechen, ist es Wirklichkeit geworden. Das reicht den radikalen Kräften am rechten Rand nicht aus, und sie machen sich die Spannungen, die sich aus den zwei Geschwindigkeiten ergeben, zunutze. Das ist, leider, keineswegs ein deutsches Phänomen. Aber sie haben es schön beschrieben.

Lukasz Szopa 16.04.2013 | 09:43

Ich frage mich, wieviele Wähler, die nicht "national" denken, dennoch der AfD auf den Leim gehen werden - wegen einer kritischen Einstellung zu EU oder zum Euro. Denn "kritisch" zu diesen Themen sind oft viele auch hier in der "FC" - mal "kritisch konstruktiv", mal "kritisch ablehnend". Doch viele Wähler könnten die AfD als eine vermeindliche systemkritische Partei wählen - nicht von ungefährt haben die den Namen "ALTERNATIVE" und nicht z.B. "Plan B"...

Ein anderer Aspekt: Die SPD und Grünen müssten sich eigentlich über den AfD-Erfolg freuen - so lange dieser genau 4,99% an Wählerstimmen erreicht, und der CDU, CSU und FDP Stimmen wegnimmt. Genauso wie sich CDU/CSU über die Piraten gefreut hatten - so lange diese zwar unter 5% fielen, aber dennoch den Grünen & Linken Wähler abgeworben hatten.

Idefix 16.04.2013 | 11:30

Froh bin ich im übrigen auch zum ersten Mal über die hohen Popularitätswerte von Angela Merkel. Ihre Politik ist in vielerlei Hinsicht falsch. Aber ihrer Beliebtheit ist es immerhin zu verdanken, dass sie kein rechtspopulistischer Parteikollege stürzen konnte, um auf der Anti-Euro-Welle selbst in Richtung Macht zu reiten. Und dort eine noch viel schlimmere Politik zu betreiben.

Es wird sich zeigen, ob die AfD die konservativ-liberale Koalition wirklich entscheidend Schwächen kann, unter Umständen gar der FDP den Einzug in den Bundestag kosten kann. Verlieren werden vielleicht auch Parteien, die auf Protest- und Nichtwähler setzen können: DIE LINKE und PIRATEN. Gewinnen können SPD und GRÜNE ohnehin nur durch starke eigene Werte. Sonst gibt es wohl eher die Große Koalition, unabhängig von der AfD.

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Ehemaliger Nutzer 16.04.2013 | 12:05

Ich finde es schon mal positiv, dass in dieser doch so fest-strukturierten Partein-Demokratie es offenbar möglich ist, zumindest für große Unruhe unter den Etablierten zu sorgen.

Das große Medieninteresse und die parall dazu stattfindende erhebliche Unruhe/Ablehnung innerhalb der CDU und FDP zeigen doch, wie groß das Bedürfnis an Alternativen zur Merkelschen Alternativlosigkeit ist.

Auch der Zeitpunkt der Konstituierung ist günstiger, als es der für die Piraten war: Die Welle der Neugierde und des Protestes vieler Wähler kann schon 5 Monate tragen. Das kann also ganz schnell 5%+ bedeuten. Wer weiß, was in Italien, Spanien, Zypern, Portugal usw. noch alles geschieht? Die Negativ-News werden bestimmt nicht abreißen.

Und Inkompetenz kann man den Herrn Lucke bestimmt nicht vorwerfen, auch wenn man nicht alle seine Auffassungen teilt.

Ich finde es jedenfalls gut, das unter den schwarz-gelben-rot-grünen Hintern jetzt ein bißchen Feuer gemacht wird.

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Ehemaliger Nutzer 16.04.2013 | 12:50

Gääähnnn. Jetzt arbeiten sich echt alle daran ab. Böse Partei will ganz anderes als sie sagt und sowieso alles verlogen und populistisch. Blabla, ihr müsstes euch mal selber lesen.

"Die populistische Versuchung"

Lasst doch das P-Wort mal weg, ALLE Parteien sind populistisch, denn sie wollen gewählt werden. Ursprünglich war das Wort übrigens positiv besetzt:

http://www.heise.de/tp/artikel/37/37609/1.html

"Rückbesinnung auf das überschaubare Kleine"

Durchaus richtig analysiert. Und auch durchaus sinnvoll. Oder lieber Idefix, wieviele durchschlagende internationale, soziale oder Umwelt-regulierungen gab es in den letzten Jahrzehnten? International heißt: langwierig, kompromissbehaftet und oft wirkungslos. Vollkommen naiv anzunehmen, das würde sich demnächst plötzlich ändern.

Die Politik hat sich mit Kapitalfreizügigkeit und Freihandel selbst entmachtet und Leute wie du fordern dann in der Logik verbleibend eine Ausdehnung des Politischen. Klappt aber nicht, was Banken und Unternehmen eint, ist die Profitsucht, bei den Bürgern sind die Interessen viel komplizierter gelagert...

"sollen nicht länger die, die es nötig haben"

Haben wir hier unzulässig verkürzt und folgendes überlesen?:

"Ernsthaft politisch Verfolgte müssen in Deutschland Asyl finden können. Zu einer menschenwürdigen Behandlung gehört auch, dass Asylbewerber hier arbeiten können"

"Dass wir objektiv die größten Profiteure der Einheitswährung, aber vor allem der derzeitigen Krise(!), sind, wird dabei wohlwissend verschwiegen."

Wir? Du solltest nicht von dir auf andere schlußfolgern. Seit dem Euro-Beitritt sind die sozialen Verhältnisse in D auf der schiefen Ebene. Unter anderem Dank AN-Freizügigkeit, Kapitalabfluß und Verlagerungen nach Osteuropa. Aber wir ignorieren wieder alles, was uns nicht ins Weltbild passt, gelle?

"sie sprechen gegen den Souveränitätsverlust der Nation"

Vollkommen zu Recht.

"Dass sie diese vereinfachende Rhetorik im Gewand von Wirtschaftskompetenz und Doktortiteln kleidet, macht sie höchst gefährlich."

Du meinst die vereinfachende Rhetorik von Merkel und Schäuble sind besser, ein Festhalten am, nachweislich volkswirtschaftlich schädlichen (und damit Nationalismus offenbar anfachenden), Euro besser?

Nicht im ernst lieber Idefix. Schön das möchtegern-Linke jetzt einen neues Feindbild haben, ernst nehmen kann ich das Gekreische nicht.

Kompetente linke Antworten auf die Krise suche ich vergebens, da herrscht genauso verzweifeltes weinerliches Festhalten am Status Quo vor, zusammen mit massiver Realitätsverweigerung. Selbst die von mir hochgeschätzten Vorstellungen einer Frau Wagenknecht zur Krisenbekämpfung sind kaum mehr als Symptombekämpfung.

Andreas Kemper 16.04.2013 | 13:03

Ich hatte ja bereits darauf hingewiesen, dass Konrad Adam mit der Idee sympathisierte, Arbeitslosen das Wahlrecht abzusprechen. Er ist kein Einzelfall. Roland Vaubel, der zum "wissenschaftlichen Beirat" der Alternative für Deutschland zählt(e), hatte vorgeschlagen, den "unteren Schichten" das passive Wahlrecht zu entziehen. Die "Leistungseliten" müssten vor der "Tyrannei der Mehrheit" geschützt werden. http://andreaskemper.wordpress.com/2013/04/15/afd-wahlrecht-fur-arbeitslose-abschaffen/

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Ehemaliger Nutzer 16.04.2013 | 13:16

Sind sie doch längst und die EU setzt dem ganzen ohnehin die Krone auf. Ein relativ machtloses Parlament mit zig Parteien und eine intransparente und selbstherrliche "Kommission".

Die "Eliten" von AfD und Europa zerfleischen sich gegenseitig und Leute wie ich übernehmen temporär die Unterstützung für die EU-Feinde.

Um das Wahlrecht zu beschränken, müssten die wahrscheinlich sowieso das GG ändern, was ihnen kaum gelingen dürfte. Auch ist die Einzelmeinung eines Mitgliedes nicht stellvertretend für die Partei. Im Wahlprogramm steht nichts davon...

Idefix 16.04.2013 | 13:46

Lieber Ruppert Rauch,

ich möchte nur einige Dinge kommentieren:

Es ist meines Erachtens ein Trugbild zu glauben, wir könnten das Rad zurückdrehen und die Globalisierung ungeschehen machen. Wir leben in einer international eng vernetzten Welt, mit Flugplänen, Wirtschaftskreisläufen, Internet und vielem mehr. Das sind vollendete Tatsachen. Ich glaube nicht daran, dass wir die Globalisierung rückgängig machen können. Mir bleibt daher nur zu hoffen, dass wir sie zum Besseren gestalten können. Dazu gehört meines Erachtens auch eine enge internationale Zusammenarbeit. Insbesondere in Europa, wo dieser Prozess weit fortgeschritten ist bzw. zumindest weit fortgeschritten war.

Wir leben desweiteren nicht in einem Märchenland. Natürlich haben wir vor einigen Jahren derart heftige soziale Einschnitte vollzogen, dass dadurch in Deutschland ein großer Anteil der Menschen kaum Anteil am Wohlstand hat. Dies hat aber zunächst einmal wenig mit der Euro-Krise und dem Euro selbst zu tun, sondern ist das Ergebnis der Arbeitsmarktpolitik unter Gerhard Schröder vor fast einem Jahrzehnt. In der Euro-Krise hat Deutschland bisher im Gegensatz zu vielen anderen Ländern Europas eher eine Verbesserung, als eine Verschlechterung der Situation erlebt. Das nenne ich Krisengewinner. Was nicht bedeutet, dass Deutschland dadurch keine Probleme hätte.

Die Rhetorik der AfD ist vereinfachend, weil sie die möglichen negativen Folgen ihres hypothetischen Szenarios auslässt. Hier haben einige Wissenschaftler ein Modell der Abwicklung der Euro-Zone enwickelt. Dieses Modell ist eine zunächst einmal eine Hypothese. Die Folgen sind unklar. Wir haben in den letzten Jahren oft genug sehen dürfen, wie groß die Weisheit manch eines Wirtschaftsweisen wirklich ist. Kurzum: Das von der AfD gezeichnete Szenario wird zwar von Wirtschaftswissenschaftlern propagiert, bleibt aber dennoch bislang Spekulation. Die AfD kann nicht wissen, welche Folgen die Umsetzung ihres Modells haben würde. Es dennoch als der Weisheit letzter Schluss zu verkaufen, ist das was die Rhetorik und den Populismus der Afd von den anderen Parteien unterscheidet.

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Ehemaliger Nutzer 16.04.2013 | 14:19

"Es ist meines Erachtens ein Trugbild zu glauben, wir könnten das Rad zurückdrehen und die Globalisierung ungeschehen machen."

Die "Globalisiserung" ist ein ideologisches Wort, genutzt von denen, die konkrete Politik als evolutionäre Entwicklung erscheinen lassen wollen.

Fakt ist: hinter "Globalisierung" versteckt sich nichts weiter als Freihandelsabkommen und Kapitalfreizügigkeit. Die EU ist in diesem Sinne auch ein Globalisierungsprojekt. Erst diese Politik hat es ermöglicht, dass Firmen irgendwo (niedrige Steuern, Löhne und Auflagen) produzieren und irgendwo anders verkaufen (hohe Gewinne) und das ganze dann in Steueroasen versteuern.

Es wäre ein leichtes Kapitalverkehrskontrollen einzuführen (macht man in Zypern gerade um den Euro zu retten), es wäre ebenso ein leichtes Mechanismen zu erdenken, die weltweites Lohndumping per Freihandel unterbinden UND ZWAR von der nationalen Ebene aus. Ich skizziere dir bei Bedarf gerne eine Lösung.

Wenn du glaubst, das könnte man von der EU aus tun, dann verkennst du den Charakter, die Triebkräfte und die unterschiedlichen Interessen dieses Vereins. Davon abgesehen: um die Globalisierung global zu "managen" bräuchtest du eine Weltregierung. In demokratischer und so ziemlich jeder anderen Hinsicht ein absoluter Horror und auch erst in Jahrzehnten (wenn überhaupt) machbar.

"Wir leben in einer international eng vernetzten Welt, mit Flugplänen, Wirtschaftskreisläufen, Internet und vielem mehr."

Ja, und alles unglaublich flexibel. Du würdest dich wundern wie schnell Wirtschaft auf eine Änderung der Rahmenbedingungen reagieren kann.

"Ich glaube nicht daran, dass wir die Globalisierung rückgängig machen können. Mir bleibt daher nur zu hoffen"

Ja, glauben und hoffen ;-) Ein bisschen dünn, meinst du nicht?

"eine enge internationale Zusammenarbeit"

Ja, aber sie sollte niemals Voraussetzung sein.

"Dies hat aber zunächst einmal wenig mit der Euro-Krise und dem Euro selbst zu tun, sondern ist das Ergebnis der Arbeitsmarktpolitik unter Gerhard Schröder vor fast einem Jahrzehnt."

Nochmal Europa ist ein Globalisierungsprojekt und dieses hat den AG den Erpressungshebel quasi in die Hand gegeben, mach mal die Augen auf:

http://www.oberpfalznetz.de/zeitung/3281659-126-lohnverzicht_rettet_rund_80_arbeitsplaetze,1,0.html

http://www.zdnet.de/39125987/burda-lohnverzicht-oder-offshoring/

http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/wirtschaft/arbeitswelt-im-ernstfall-rettet-lohnverzicht-standort-nicht-1228157.html

Usw. usw. Dass der Euro Abwertungen lokaler Währungen verunmöglicht und daher ganze Volkswirtschaften in die (Auslands-)Verschuldung getrieben hat, ist auch keine neue Erkenntnis.

"eher eine Verbesserung, als eine Verschlechterung der Situation erlebt."

Nur wenn man die Relaität ausblendet: die (letztlich nicht einlösbaren) Forderungen ans Ausland sind gestiegen, der Exportüberschuß ist gestiegen (entsprechend weniger wird bei uns konsumiert) und von den "neuen" Jobs sind viele prekär und unterbezahlt.

"Die Rhetorik der AfD ist vereinfachend, weil sie die möglichen negativen Folgen ihres hypothetischen Szenarios auslässt."

Auch das tun alle anderen Parteien, nichts Neues. Sie deshalb derart zum Feindbild aufzublasen, ist ungerechtfertigt.

"Die Folgen sind unklar."

Ebenso wie die Folgen des "weiter so", nicht? Dafür kann man bei denen schon deutlich erkennen, wohin die sehr wahrscheinlich führen.

"Weisheit letzter Schluss zu verkaufen, ist das was die Rhetorik und den Populismus der Afd von den anderen Parteien unterscheidet."

Gääähhhn. Wenn das alles ist?

Und lass doch bitte das P-Wort weg, ein Autor disqualifiziert sich, wenn er es benutzt. Alle Parteien sind "populistisch", das liegt in ihrer Natur.

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Ehemaliger Nutzer 16.04.2013 | 15:41

Im Programm der AfD findet sich folgende Forderung:

"Wir fordern bundesweit einheitliche Bildungsstandards orientiert an den besten Schulsystemen Deutschlands."

Ich möchte von Ihnen wissen, was man sich konkret darunter vorzustellen hat.

Was heißt genau "beste Schulsysteme Deutschlands"? Und warum orientiertt man sich an den besten Schulsystemen Deutschlands und nicht an den besten Schulsystemen Europas oder der Welt?

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Ehemaliger Nutzer 16.04.2013 | 15:55

Im Programm der AfD wird des Weiteren gefordert:

"Deutschland hat zu wenige Kinder. Renten- und Krankenversicherung stehen deshalb auf tönernen Füßen. Deutschland muss kinder- und familienfreundlicher werden."

Dazu folgende Fragen:

1. Inwieweit, meinen Sie, haben die Stabilität von Renten- und Krankenversicherung mit einem Mangel an Arbeitsplätzen bzw. hoher/steigender Arbeitslosigkeit zu tun?

2. Glauben Sie, dass das Rentenproblem gelöst werden könnte, wenn es in D. mehr Kinder, aber nicht genügend Arbeitsplätze(für dieses mehr an Kindern) gäbe?

3. Was halten Sie davon, wenn man bevorzugt kinderreiche Arbeitskräfte aus dem Ausland nach Deutschland holte und ihnen die deutsche Staatsbürgerschaft gäbe.

4. Was genau habe ich mir unter "kinder- und familienfreundlich" vorzustellen. Können Sie das bitte an konkreten Beispielen veranschaulichen?

Ich bin gespannt auf Ihre - wie ich hoffe - sachkundigen Antworten.

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Ehemaliger Nutzer 16.04.2013 | 16:06

Unabhängig von dem Parteiprogramm (das ich auch nur überflogen habe, ich bin auch kein Parteimitglied):

" Inwieweit, meinen Sie, haben die Stabilität von Renten- und Krankenversicherung mit einem Mangel an Arbeitsplätzen bzw. hoher/steigender Arbeitslosigkeit zu tun?"

Da besteht zumindest teilweise ein ursächlicher Zusammenhang, wobei ich schon den Mangel an Arbeitsplätzen für eine verfehlte Politik halte. Vollbeschäftigung ist nur eine Frage des politischen Willens bzw. der wirtschaftlichen Ideologie.

"2. Glauben Sie, dass das Rentenproblem gelöst werden könnte, wenn es in D. mehr Kinder, aber nicht genügend Arbeitsplätze(für dieses mehr an Kindern) gäbe?"

Nein, wobei es nicht nur um die Arbeitsplätze geht, sondern auch um die Höhe der Entlohnung. Ein Problem haben wir in der Zukunft auf jeden Fall damit, fragt sich auf wessen Kosten es gelöst wird (zZ. auf Kosten der jungen Nicht-Erben-Generation)

"3. Was halten Sie davon, wenn man bevorzugt kinderreiche Arbeitskräfte aus dem Ausland nach Deutschland holte und ihnen die deutsche Staatsbürgerschaft gäbe."

Nicht viel. Wir sollten erstmal die bestehende Zuwanderung händeln können und Integration sicherstellen. Außerdem halte ich D ohnehin für überbesiedelt (was uns übrigens zusätzlich wieder von Agrar/Rohstoff-Importen abhängig macht).

"4. Was genau habe ich mir unter "kinder- und familienfreundlich" vorzustellen. Können Sie das bitte an konkreten Beispielen veranschaulichen?"

Nein, kann ich nicht, da ich nicht weiß, was die AfD damit gemeint hat. Es ist eine Phrase, wie sie in allen Wahlprogrammen aller Parteien zu jeder Zeit stehen...

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Ehemaliger Nutzer 16.04.2013 | 16:14

Gähn, immer derselbe Quark von Leuten die keine Ahnung haben.

1) Eine Überbewertung kann man verhindern, wenn man eine eigene Währung hat. Die Schweizer tun es, die Japaner tun es, die Amis tun es, die Chinesen auch.

2) Der EU-Export ist schon weitgehend weggebrochen, dank Sparprogrammen. Abgesehen davon, dass wir ohnehin zuviel exportieren.

3) substanzlose Euro-Forderungen haben wir AUCH JETZT schon, einen Haircut wird es SO ODER SO geben, im Euro bauen sich diese Forderungen aber weiter auf, insbesondere wenn wir mit Spardiktaten gleichzeitig die Wirtschaft abwürgen.

4) Die Binnennachfrage ist, ebenso wie die Frage nach der Abschaffung des Euros, eine politische und absolut lösbar. Ob mit dem momentanen Personal oder dem von AfD, kann ich leider nicht beantworten. So oder so wird uns Inkompetenz ruinieren, bzw. tut es schon.

mklingma 16.04.2013 | 17:02

Das ist - pardon - so ein typischer Meinungsmedium-Artikel, wie sie mich bewogen haben, mein langjähriges Freitag-Abo zu kündigen. Was ich mir derzeit von einem Artikel zum Thema AfD erwarte sind Informationen. Bewerten kann ich dann schon selbst. Zitate ohne nachvollziehbaren Bezug, einseitige Polemik finde ich da eher lästig.

Grundsätzlich stehe ich dieser Partei kritisch gegenüber, ich sehe eine neue konservative Partei im Entstehen und ich habe noch nie konservativ gewählt, aber ob es sich um eine nationalliberale Partei handelt und was wir genau darunter verstehen wollen, das wüsste ich dann schon gerne. Nb: Wenn ich an die Gründungsphase der GRÜNEN denke, lange bevor sie sich dafür einspannen ließen, Deutschland am Hindukusch zu vertreidigen, was es da für Einlassungen einzelner gab, von links bis rechtsaußen und wie sie von den Medien ausgeschlachtet wurden...

Eine Aufsplitterung im konservativen Spektrum, eine konservative Partei, die der heutigen Form der Globalisierung widerspricht, eine konservative Partei, die Bürgerbeteiligung - nicht nur bei EU-Fragen einfordert - ich weiß nicht, ob das die AfD ist, aber der Artikel gibt mir auch keinerlei Aufschluss darüber. Der einzige, der immerhin ein paar Informationen und noch dazu ein paar sachliche Argumente liefert ist der Blogger Rupert Rauch, herzlichen Dank dafür.

mklingma 16.04.2013 | 17:40

@Andreas Kemper

Mag sein, aber woher weiß ich das. Ich weiß ungefähr aus welchen Gruppierungen die Grünen sich zusammengefunden haben. Ich weiß auch, was nach der Europawahl 1979 passiert ist. Ich weiß nicht im Einzelnen, wie die AfD installiert wurde, weiß aber, dass es auch da eine längere Vorgeschichte gibt. Warum die Vorgeschichte der AfD diese disqualifiziert, kann ich nicht erraten, wäre aber interessant.

Was die Demokratiefeindlichkeit betrifft. Ich sehe in der Tat wachsende demokratiefeindliche Bestrebungen aus der Mitte des Parteienspektrums, ob es nun ein Wesenszug etwa der CDU oder vielleicht von Angela Merkel ist, vermag ich nicht zu beurteilen, aber, um mit H.K. zu sprechen. Entscheidend finde ich in diesem Fall, was hinten rauskommt.

Popkontext 16.04.2013 | 17:59

Aber bei den AfG-Gründern ist im Gegensatz zu den Gründen damals meines Wissens nach niemand dabei, der nicht aus der recht(er)en, sehr konservativen bzw. marktliberalen Ecke kommt. Selbst die der AfD nahestehende neurechte Junge Freiheit siedelt die AfG rechts der CDU an (ich würde noch rechts der FDP hinzufügen).

Der zweite Punkt, der gegen diesen Vergleich spricht ist, dass man sich - rein theoretisch - bei Umweltpolitik auch über Lagergrenzen einigen kann, ohne substantielle Inhalte bezüglich des Kernthemas aufgeben zu müssen. Wenn es um das Thema Korrektur der Euro-Politik geht schon. Nicht dass ich trotzdem froh bin, dass auch eine bestimmte Sorte Grüne ihre eigene Partei gegründet hat - was auch absehbar war, nachdem die sich auch jenseits des Monothematischen profiliert haben.

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Ehemaliger Nutzer 16.04.2013 | 18:04

Wenn das zu deren Wesenszug gehört, dann würden sich kaum Passagen wie die Folgenden im Wahlprogramm befinden:

- Wir fordern eine Stärkung der Demokratie und der demokratischen Bürgerrechte. Wir wollen Volksabstimmungen und initiativen nach Schweizer Vorbild einführen. Das gilt insbesondere für die Abtretung wichtiger Befugnisse an die EU.

- Parteien sollen am politischen System mitwirken, es aber nicht beherrschen.

- Wir fordern mehr direkte Demokratie auch in den Parteien. Das Volk soll den Willen der Parteien bestimmen, nicht umgekehrt.

- Wir fordern, dass Bundestagsabgeordnete ihre volle Arbeitskraft der parlamentarischen Arbeit widmen. Das Mandat darf nicht unter bezahlten Nebentätigkeiten leiden.

- Wir setzen uns dafür ein, dass auch unkonventionelle Meinungen im öffentlichen Diskurs ergebnisoffen diskutiert werden, solange die Meinungen nicht gegen die Werte des Grundgesetzes verstoßen.

Sondern die hätten die entsprechenden Punkte einfach weggelassen (es gibt z.B. keinen Punkt "Soziales").

Könnte natürlich auch alles erlogen sein, aber wenn wir damit anfangen, kann man gar keine Partei mehr wählen. Und alles was ein Quentchen vom konformen Mainstream abweicht wäre ganz unwählbar. Tatsächlich treffen derartige unbeweisbare Pauschalvorwürfe z.B. auch die Linke ständig, die angeblich in Wirklichkeit wieder Kommunismus, Diktatur und Planwirtschaft will, auch wenn in ihren Programmen was ganz anderes steht...

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Ehemaliger Nutzer 16.04.2013 | 18:10

Es ist bei der Alternative meines Wissens nirgends die Rede davon, "die D-Mark wiedereinzuführen", sondern vielmehr die südeuropäischen Krisenstaaten freundschaftlich und zu deren wie Deutschlands Nutzen ihre (abwertbaren) Währungen zurückzugeben, um - innerhalb Europas, innerhalb der EU, innerhalb des reisefreundlichen Schengenraums, und selbstverständlich auch innerhalb der Nato, das Problem nicht auf deren Kosten zu lösen. Der andere Weg ist die Merkelsche Abrißbirne für Südeuropa, die sie hier über den grünen Klee loben.

Es grenzt an politische Debilität, wenn man sich gleichzeitig für Beppe Grillo begeistert, aber hierzulande die Wahlalternative fürchtet.

Wer diese fürchten muss, sind die Profiteure der heftig durch (gegenwärtig Süd-) Europa schlingenden Abrißbirne. Gehören Sie zu denen?

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Ehemaliger Nutzer 16.04.2013 | 18:18

Sehr richtig, da vielen offenbar der Klick zum (recht kurzen) Wahlprogramm schon zuviel Arbeit ist, hier die Punkte zur Währungspolitik:

-Wir fordern eine geordnete Auflösung des EuroWährungsgebietes. Deutschland braucht den Euro nicht. Anderen Ländern schadet der Euro.

- Wir fordern die Wiedereinführung nationaler Währungen oder die Schaffung kleinerer und stabilerer Währungsverbünde. Die Wiedereinführung der DM darf kein Tabu sein.

- Wir fordern eine Änderung der Europäischen Verträge, um jedem Staat ein Ausscheiden aus dem Euro zu ermöglichen. Jedes Volk muss demokratisch über seine Währung entscheiden dürfen.

- Wir fordern, dass Deutschland dieses Austrittsrecht aus dem Euro erzwingt, indem es weitere Hilfskredite des ESM mit seinem Veto blockiert.

- Wir fordern, dass die Kosten der sogenannten Rettungspolitik nicht vom Steuerzahler getragen werden. Banken, HedgeFonds und private Großanleger sind die Nutznießer dieser Politik. Sie müssen zuerst dafür geradestehen.

- Wir fordern, dass hoffnungslos überschuldete Staaten durch einen Schuldenschnitt entschuldet werden.

- In der Schuldenkrise müssen Banken ihre Verluste selbst tragen oder zu Lasten ihrer privaten Großgläubiger stabilisiert werden.

- Wir fordern ein sofortiges Verbot des Ankaufs von Schrottpapieren durch die Europäische Zentralbank. Inflation darf nicht die Ersparnisse der Bürger aufzehren.

Alles Punkte die ich sofort unterschreiben würde...

Warmduscher 16.04.2013 | 18:25

"Dass wir objektiv die größten Profiteure der Einheitswährung, aber vor allem der derzeitigen Krise(!), sind, wird dabei wohlwissend verschwiegen."

Ich mag das 'wir' an dieser Stelle überhaupt nicht.

Die kosten der Kriese werden von unserem Staat getragen, die Gewinne von den Konzernen eingesackt. Ich glaube nicht, dass 'wir' profitieren. Besser formuliert gewesen wäre: "Viele der wenigen Profiteure der Kriese leben in Deutschland."

Der klaine Mann hat nichts von Währungsspekulationen und Aktienkursschwankungen.

sven kyek 16.04.2013 | 18:27

Ich habe Heute nach 2 Monaten mal wieder meine Mutter besucht . Sie lebt alleine und bezieht eine auskömmliche Rente . Bis auf Kaffe-Fahrten mit der AWO oder dem Rentner-Hilfswerk hat sie noch nie über gesellschaftliche, gar politische Themen gesprochen .

Da fragt sie mich Heute doch aus heiterem Himmel, was ich von dieser neuen Partei hielte .

Dann erzählte sie mir ganz andächtig , wie wenn sie den neuen Gemeinde-Pfarrer zu bewerten hätte, welch guten Eindruck der Herr Henkel nach einer Fernseh-Gesprächsrunde hinterlassen hat . Sie meinte, er habe sehr gut gesprochen . Und die anderen Partei-Leute wären ja auch so gebildet und auch noch nicht so alt . Dann sagte sie wörtlich ,, Diesmal nehme ich die, glaube ich "

Oh , Oh , Oh...

Idefix 16.04.2013 | 18:46

Ja, das ist ein Meinungsartikel, wie sie in der Community eben nicht unüblich sind. Im gedruckten Freitag kommt ja mein Beitrag gar nicht vor und für diesen ist er auch gar nicht gedacht. Er soll im Idealfall zur Diskussion anregen (das scheint auch zu funktionieren). Ich habe ihn geschrieben, weil ich Spaß am Schreiben habe. Mehr nicht. Die Informations- und Faktenvermittlung überlasse ich den professionellen Journalisten.

Zugegebenermaßen krankt die Diskussion ein wenig daran, dass man über eine neue Partei zunächst einmal nur Eindrücke und erste Meinungen haben kann. Meinungsartikel wie dieser geben nur wieder, welche Assoziationen – positive oder negative – die neu gegründete AfD bei Einzelpersonen weckt. Bis wir sie wirklich bewerten können, wird es noch einige Zeit brauchen. Ganz wie bei den Piraten, bei denen die Berichterstattung auch nur langsam vom relativ ungebundenen Philosophieren über das, was die Piraten sind oder sein könnten, hin zum Analysieren ihrer politischen Arbeit ging. Ich befinde mich bei der AfD in jedem Fall noch bei Schritt 1.

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Ehemaliger Nutzer 16.04.2013 | 18:52

Würde die Wahlalternative kategorisch mit der Wiedereinführung der D-Mark hausieren gehen, wäre der Vorwurf des dümmlichen Populismus richtig. Das tut sie aber nicht.

Wie kann es denn sein, dass man auf der einen Seite einem Spekulanten und Milliardär Soros zujubelt (wie Spiegel Online das bspw. regelmäßig tut), wenn dieser erklärt, Deutschland sei das Problem, weil zu stark für den Euro und es würde besser austreten, dann aber über die Wahlalternative herfällt, wenn diese es - da passt doch der Schlüssel ins Schloss, ebenfalls in Erwägung zieht.

Der Nordeuro ist besser, klar. (Für uns :) Aber auch der Austritt der starken Länder (neben uns Finnland, die Niederlande, Österreich etc.) und das Bestehenbleiben eines dann kräftig abzuwertenden Euro würde dem Süden helfen Griechenland. Leute, die das eine wie das andere offen durchdenken (und damit ganz Europa paßgenauer helfen wollen, dass das die ideologischen Eurokraten vermögen) pauschal des Nationalismus zu zichtigen, ist vollkommen unangebracht. Ich glaube auch nicht, dass es verfängt.

Wer im Anblick der Alternative anfängt, von Merkel und Rösler zu schwärmen, dem ist wirklich nicht zu helfen.

Popkontext 16.04.2013 | 19:56

Der geht nur leider in die komplett entgegengestzte Richtung. Manche AfD-Fans sagen ja ganz offen, dass sie einfach wolen, dass es knallt, um den Stillstand zu beenden. Ich bin aber zu alt, um wer weiß was für viele Jahre finstere Zeiten durchzumachen, in der Hoffnung, es gibt einen positiven Neuanfang danach. Ich wähle dann lieber gleich eine Partei, von der ich mir eine konstruktuve Veränderung verspreche.

AndyC 16.04.2013 | 20:42

Sie schreiben, nur um mal einen Punkt herauszugreifen, im 5. Absatz: "Dass wir objektiv die größten Profiteure der Einheitswährung, aber vor allem der derzeitigen Krise(!), sind, wird dabei wohlwissend verschwiegen."

Wen meinen Sie mit "wir "? Sie meinen doch nicht etwa die 4 Millionen Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen? Sie meinen doch nicht etwa die hunderttausende, die - ob in Hartz IV oder in Sozialhilfe - von einem "Existenzminimum" zu leben haben, welches durch eklatante Steigerung der Stromkosten und Wohn-Nebenkosten etc. etc. usw. längst unter dem Existenzminimum liegt!

Den ökonomischen Vorsprung dieser Republik gegenüber seinen Nachbarn wurde auf die unteren Schultern dieser Gesellschaft durch Lohndrückerei gepackt. Die Gewinne sprudelten nicht nur ungekürzt weiter, sondern sie nahmen nicht unerheblich zu.

Die Bezieher dieser Gewinne sind die Profiteure. Aber zu "Uns" gehören diese Profiteure schon länger nicht mehr!

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Ehemaliger Nutzer 16.04.2013 | 21:06

Und welche Partei macht das jetzt nochmal anders? Meint ihr nicht, es reicht langsam mit der ewig selben unsachlichen Stimmungsmache? Das schadet eurer Argumentation und Glaubwürdigkeit eher, als dass es nützt.

Sachliche Argumente habe ich bisher noch keine gehört, wollt ihr den Euro behalten und seit deshalb gegen die Partei? Dann wüsste ich gerne, was zur Hölle für diese Währung spricht, ich meine faktisch, jenseits ideologischer Verklärung und "wir glauben nicht, dass man das Rad zurückdrehen kann"-Gesülze.

Wenn ihr gegen den Euro seid, dann ist jedenfalls nicht so richtig erklärlich, wieso ihr die einzige Partei angreift, die seine Auflösung fordert. Noch dazu auf wenig sachlicher Ebene, indem irgendwelche alten Sprüche irgendwelcher Vorstandsmitglieder aufgebauscht werden. Wenn man so urteilt, kann man die Linke mit ihren Ex-Kommunisten und Ex-Stasis auch nicht wählen...

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Ehemaliger Nutzer 16.04.2013 | 21:15

Da steht was von Bürger und Volk. Und du glaubst nicht ernsthaft, dass die es schaffen, dass GG zu ändern (mal angenommen die wöllten das, so rein verschwörungsmässig)?

Und selbst wenn sie es schaffen, könnten wir es mit Schweizer Initiativrecht leicht wieder rückgängig machen.

Wenn du aber ohnehin annimmst, dass sie lügen, dann brauchen wir nicht zu diskutieren. Das kann ich nicht wiederlegen, da ohnehin alle Parteien uns anlügn. So ist das in diesem pseudodemokratischen Schweinesystem halt. Ein bisschen Risiko bleibt immer, vielleicht planen die auch einen Völkermord und den vierten Weltkrieg? Wer weiß?

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Ehemaliger Nutzer 16.04.2013 | 21:17

"Die Alternative für Deutschland ist mehr als eine Anti-Euro-Partei. Sie betreibt intellektuellen Nationalismus und verführerischen Populismus. Das macht sie gefährlich"

was ist "intellektueller" nationalismus, was ist "verführerischer"populismus? diese partei ist nicht gefährlich. will sie den kapitalismus abschaffen, was du doch auch möchtest? und populistisch sind wir doch alle oder etwa nicht?

Popkontext 16.04.2013 | 21:29

Die "alten Sprüche" dieser Herren sind sechs, sieben Jahre her und das System hat sie nicht unter Druck gesetzt, sich entsprechend zu verhalten (das soll kein Freibrief für alle Stasi-Verbrechen sein, aber in der DDR stand man halt unter einem gewissen Druck).

Wenn Sie bisher keine sachlichen Argumente gehört haben, dann haben Sie wohl keine hören wollen. Ich kann Ihnen gern kompakt erklären, was ich gegen die AfD habe:

- es handelt sich entgegen der eigenen Behauptung nicht um eine Partei der Mitte, sondern sie ist in ihrer politischen Ausrichtung rechts von CDU und FDP einzuordnen. Die Gründer kommen aus einem erzkonservativen bis extrem marktliberalen Spektrum, sie sind ein Scharnier zur extremen Rechten. Das sind alles Sachen, die ich ablehne.

- ich finde die derzeitige Europolitik auch verfehlt, sehe aber nicht, was die Rückkehr zu einer Nationalwährung da jetzt besser machen soll und sehe auch keinen durchdachten Plan bei den AfDlern, den ich auch nur ansatzweise übereugend finde. Ich bin für ein einiges Europa jenseits von Nationalstaaten - das kann man auch anders gestalten.

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Ehemaliger Nutzer 16.04.2013 | 21:34

Zur Zeit herrscht aber kein Stillstand, sondern eine aktive Verelendungspolitik, von der man in D leider (oder zum Glück?) kaum was mitbekommt. Griechenland, Italien, Spanien, Frankreich, Portugal, alle in der Rezession, teilweise Depression.

Gekürzte Renten, gekürzte Löhne, hochschnellende Arbeitslosigkeit, zusammenbrechende Gesundheits- und Sozialsysteme, Kürzungen in der Bildung. Bei gleich hoher privater Verschuldung und steigenden Zinsen. Obdachlosigkeit und Zwangsräumungen. In G kommt noch ein massives Flüchtlingsproblem dazu, während in Osteuropa die Aggressivität gegen Zigeuner zunimmt.

Das Fass wird explodieren, nicht von Bankenseite (die sind gut abgesichert), sondern von politischer. Mit etwas Pech haben wir bald wieder Militärputsche in Europa. WEGEN dem EURO und der dämlichen und asozialen Politik von Merkel-Schäuble, die diesen um jeden Preis erhalten wollen. Und wegen merkbefreiten Euro-Anhängern allerorten, die lieber den Blick vor der Realität verschliessen und von der naiven großen europäischen Idee träumen, die gerade stirbt.

Nein, die AfD bietet ein Druckmittel gegen Merkel, vielleicht auch einen Hebel für sie, wie hier gut analysiert:

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/04/13/plan-b-wie-angela-merkel-den-ausstieg-aus-dem-euro-plant/

Wer sich von dem Namen nicht abschrecken lässt, erfährt übrigens sehr interessante Sachen auf der Seite, ganz aktuell:

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/04/16/eu-kampf-gegen-die-pressefreiheit-wird-aus-steuergeldern-finanziert/

ähnliches hatte auch TP schon berichtet:

http://www.heise.de/tp/blogs/8/153684

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Ehemaliger Nutzer 16.04.2013 | 21:43

"Dass wir objektiv die größten Profiteure der Einheitswährung, aber vor allem der derzeitigen Krise(!), sind, wird dabei wohlwissend verschwiegen." "Dass der Euro von Beginn an auch ein Schritt zu mehr Integration sein sollte..."

Wer, bitte schön, ist denn hier "WIR"? Sollte der Autor vom Euro profitiert haben und ich, meine Familie, meine Freude und Bekannten nicht? Wie das denn? Ist mir da was entgangen?

Ich kann bisher nur sehen, dass es nicht nur Deutschland sondern im Grunde GANZ EUROPA seit der Euroeinführung NICHT EBEN wirklich besser geht. Oder um es einmal etwas konkreter zu sagen:

Griechenland wird faktisch nicht mehr vom eigenen Volk sondern von großen Unbekannten, sprich einer Troika aus Euro-bürokraten regiert, in Zypern wird einfach mal das Geld von Sparern gepfändet, Portugal verarmt, man fahre dort mal hin, in Spanien ist die (Jugend-) Arbeitslosigkeit SKANDALÖS hoch, man werfe mal einen Blick nach Italien - nicht wirklich super bei denjenigen, die Arbeit suchen - allerorten dasselbe:

Der Herr, sprich die EU, gibt dem, der viel hat (den Gläubigern, Banken und Spekulanten) und nimmt von den anderen.

Die paar Milliard-chen Schulden, die Deutschland so mal eben auf seine Schultern geladen hat, wer darf die denn irgendwann zahlen? Vielleicht ja auch dieses dubiose "WIR", von dem der Autor (offenbar ein strammer Steinbrück und Merkelfreund) redet?

Es ist ein Skandal, dass sich links gerierende Autoren den massiven Demokratieverlust der EU, den Umstand, dass die Idee Europas zu einem Europa der Banken und Bänker degradiert wurde, nicht nur NICHT beklagen sondern bloß denjenigen anklagen, der etwas dagegen sagt.

Und zu dem Satz "der Euro sei ein Beitrag zur Integration" kann ich nur noch müde lächeln. O sancta simplicitas!

Was heißt denn hier Integration anderes als, NOCH WEITER WEG vom Bürger und seiner Entscheidungsgewalt. (Mal Urlaub in der Schweiz verbracht und mit uns verglichen???) In Deutschland haben die Mächtigen eine solche Heiden-Angst vor den Bürgern, dass sie am liebsten ALLES von Europa entscheiden lassen, was von RELEVANZ ist (man sehe sich einmal unsere tollen Reformen bei den Unis an. Frau Schavan hatte da echtes Verständnis für die Studenden, ansonsten wusch sie sich die Hände in Unschuld, war ja alles Bologna!).

Solange man nicht selbst denken muss, muss man dieses neue Europa ja echt irgendwie gut finden!

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Ehemaliger Nutzer 16.04.2013 | 21:47

"Die "alten Sprüche" dieser Herren sind sechs, sieben Jahre her und das System hat sie nicht unter Druck gesetzt, sich entsprechend zu verhalten "

Wagenknecht war auch mal Kommunistin, NACH der Wende.

"es handelt sich entgegen der eigenen Behauptung nicht um eine Partei der Mitte, sondern sie ist in ihrer politischen Ausrichtung rechts von CDU und FDP einzuordnen."

Was du woran festmachst? An den Personen und ihren alten Sprüchen? Oder an konkreten Punkten aus dem Wahlprogramm?

"Die Gründer kommen aus einem erzkonservativen bis extrem marktliberalen Spektrum, sie sind ein Scharnier zur extremen Rechten. Das sind alles Sachen, die ich ablehne."

Das ist dein gutes Recht, ich mag einen Henkel auch nicht, ändert aber nichts an deren relativ gutem Programm und der Tatsache, dass die Linke nichts vergleichbares zu bieten hat.

"ich finde die derzeitige Europolitik auch verfehlt, sehe aber nicht, was die Rückkehr zu einer Nationalwährung da jetzt besser machen soll"

Sie soll das Abwerten von Währungen und damit die Herstellung der Wettbewerbsfähigkeit der südlichen Volkswirtschaften ermöglichen. Du hast dich aber schonmal ansatzweise mit der volkswirtschaftlichen Argumentation zum Thema befasst?

"Europa jenseits von Nationalstaaten - das kann man auch anders gestalten."

Zum Beispiel? Wie du aus diesem misslungenen, heterogenen und multisprachlichen Moloch ein lebens- und liebenswertes DEMOKRATISCHES und BÜRGERNAHES Staatsgebilde formen willst, würde mich schon brennend interessieren. Meistens werdet ihr EUphoriker bei dem Thema sehr diffus.

Idefix 16.04.2013 | 22:10

Wie bereits weiter oben verdeutlicht, geht es mir bei den Profiteuren der Krise nicht um die Verhältnisse innerhalb Deutschlands, sondern um den Vergleich zwischen Deutschland und anderen europäischen Staaten. Die Selbst- und Fremdwahrnehmung ist dabei durchaus, dass Deutschland unter der Krise selbst wenig leidet. Und sogar bei vielen Faktoren gegen den EU-Trend positive Zahlen vorweisen kann. Der Wohlstand ist weiterhin zu ungleich verteilt. Und die prekären Beschäftigungsverhältnisse sind durch die Krise sicher nicht besser geworden. Aber sie sind ein Produkt der politischen Entscheidungen vor einem Jahrzehnt und nicht der Euro-Krise selbst. Im Vergleich zu vielen anderen Ländern in Europa und der Welt ist Deutschland nicht so tief gestürzt. Das meine ich mit den Profiteuren der Krise. Das ändert nichts daran, dass man vor der Euro-Krise, in der Euro-Krise und auch nach der Euro-Krise die Fehler der Agenda 2010 dringend korrigieren muss. Aber versuchen sie mal einer arbeitslosen Griechin zu erklären, dass es uns in Deutschland auch nicht besser ginge – mir käme dies beim besten Willen nicht über die Lippen.

Was die tatsächliche Wirkung des Euros auf die europäische Integration angeht, so kann auch ich nur traurig lächeln. Dennoch war die geäußerte Absicht vieler Politiker eben diese. Nun könnten Sie mir natürlich entgegnen, Politiker hätten halt immer schöne Worte für Missetaten parat, aber gegen solche Totschlagargumente könnte ich dann auch nicht weiter argumentieren.

Popkontext 16.04.2013 | 22:36

Kommunist zu sein ist ja auch nichts Schlimmes – sondern sogar etwas zutiefst Menschliches, wenn man die Grundidee des Kommunismus betrachtet. Schlimm ist eine Verherrlichung totalitärer Systeme und Machthaber, auf die „Kommunismus“ gern reduziert wird. Aber das lehnen die meisten Kommunisten ja auch ab, nach den schrecklichen Erfahrungen, die in der Sowjetunion unter Stalin, China unter Mao und Kampuchea unter Pol-Pot gemacht worden sind.

Die politische Ausrichtung – die außer der Partei selbst und einiger ihrer Anhänger auch niemand bestreitet, der sich mit Politik auskennt – mache ich u.a. an den Personen fest – nicht nur die beiden genannten, sondern mindestens ein Duzend, die ich mir angeschaut habe, und die sich eben ausnahmslos in solchen Kreisen bewegen, und teilweise auch am Wahlprogramm (die marktliberale Einstellung z.B. - dass Soziales fehlt ist da kaum Zufall. Mit dem Bezug auf David Cameron ist z.B. da schon sehr viel gesagt).

relativ gutes Programm“ ist sehr subjektiv – es gibt zwei, drei Punkte, die ich unterstützen würde, aber eben nicht in dem Gesamtkontext. Dass die Linke nichts vergleichbares zu bieten hat stimmt so nicht, aber das ginge sicher noch besser und sollte ein Ansporn sein.

Ich habe mich am Rande mit Ökonomie befasst und kenne mich damit wahrscheinlich deutlich besser aus als der gemeine AfD-Wähler, nehme ich mal an. Ein endgültiges Urteil, was da richtig oder falsch ist bezüglich einer Rückkehr zu Nationalwährungen überlasse ich lieber Experten. Da gibt die Linke einiges vor, was für mich plausibel und meinen politischen Vorstellungen entsprechend klingt – und deutlich durchdachter als der populistische Wahlspruch raus aus dem Euro und zurück zum Nationalstaat. Letzteres für mich ein Rückschritt, den ich auch ohne weitergehende Ökonomische Kenntnisse beuteilen kann.

Nein, ich habe kein fertiges Konzept, wie man EU-Politik besser gestalten kann, weil es eben nicht mit einfachen Slogans geht. Ich bin Soziologin und wenn mir jemand ein Jahr einen Projektauftrag gibt, lege ich ganz sicher eine lesenswerte und praktikabel Arbeit dazu vor.

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Ehemaliger Nutzer 16.04.2013 | 22:47

IDEFIX: "Im Vergleich zu vielen anderen Ländern in Europa und der Welt ist Deutschland nicht so tief gestürzt. Das meine ich mit den Profiteuren der Krise."

Deutschland profitiert also vom Euro, weil wir Deutschen nicht so tief gestürzt sind wie die Bewohner der anderen Euro-Länder?

Ach so, na klar.

Hauptsache, das Merkel-Schäuble-Steinbrück Mantra eines Deutschlands, in dem dank des Euros haufenweise glückliche, satte und zufriedene Menschen leben, wird auch dann noch gebetet, wenn man selbst in der Wirklichkeit dafür keine Anhaltspunkte mehr findet.

Gratuliere, bei dieser gedanklichen Flexibilität werden Sie es weit bringen.

Vielleicht sollten Sie einmal in der Politik versuchen. So vielleicht als Parteisoldat der SPD - die verlangen ihren Genossen ja bekanntlich einiges ab. Bei Ihnen sehe ich da allerdings keine Probleme...

Popkontext 16.04.2013 | 23:10

Ja, da habe ich mich vielleicht unklar ausgedrückt. Ich meinte, dass in Deutschland der Stiefel mit der neoliberalen „Eurorettung“ einfach weiter durchgezogen wird, trotz wachsender Unzufriedenheit hier, der eben Bauernfängern Tür und Tor öffnet, und, wie du richtig sagst, einer Verelendung in den betroffenen Staaten.

Vielleicht wird es Militärputsche geben, vielleicht werden auch nur Rechtspopulisten an Macht gewinnen, siehe Ungarn. in Europa. Es ist aber die Politik, die verfehlt ist – da hat mit der Währung nur bedingt zu tun. Einfach zurück zur D-Mark ist auch nicht die Lösung für diese ganze verkorkste Politik.

Der von dir zitierte Artike aus den Deutsche Wirtschaft Nachrichten liegt übrigens falsch: Nicht die Rentner, sondern die Jungen wollen die DM zurück. Zumindest ist ihre Zustimmung zur AfD deutlich höher als bei den Alten, und da sind es vor allem Haupsschüler. Und bei den Armen ist die Zustimmung zur DM höher als bei den Reicheren. Überhaupt scheint mir das Blatt etwas merkwürdig – der Artikel über die vermeintliche steuerfinanzierte Unterdrückung der Pressefreiheit ist aus journalistischer Sicht unter aller Sau. Der Heise- und der Daily Telegraph sehen da schon anders aus. Ich kann das vom kurzen Lesen nicht einschätzen. Aber eins ist sicher – die andere Seite ist ganz sicher auch aktiv. AfD-Freunde tauchen in so mancher Diskussion oder so manchem Forum auch mal rein zufällig gehäuft auf. Das ist der neue Propagandakrieg – von allen Seiten, die nicht völlig schlafen.



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Ehemaliger Nutzer 16.04.2013 | 23:48

"Das ist der neue Propagandakrieg –"

Geht´s nicht vielleicht auch ein bisschen weniger RTL2-mäßig (i.e. un-dramatischer)?

Immer wird in Deutschland gleich "Der Untergang des Abendlandes, der Demokratie, des Wohlstandes, des Glücks, kurz, der-Welt-wie-wir-sie-kennen..." beschworen, wenn ein paar Leutchen mal die die Idee haben, eine andere Meinung zu haben.

Ja, es ist schon ein konformistisches Völkchen, das deutsche.(Widerspruch führt da leicht zu hysterischen Reaktionen.)

Wie wär´s mit einem kleinen Urlaub z.B. in Schweden, Dänemark oder auch England, das kühlt das Gemüt und lehrt Gelassenheit. Echt jetzt.

Popkontext 17.04.2013 | 00:03

??? RTL 2 ist nicht so meins - da ist einfach nachweislich so, dass Lobbygruppen gezielt auf Foren gehen, um ihre Meinung als Massenmeinung darzustellen oder sonstwie zu versuchen, die Meinung in eine Richtung zu lenken, die ihnen genehm ist. Noch nie gehört?

Und auch mit "typisch deutsch" bist du bei mir an der völlig falschen Adresse. Ich habe doch nun konkret meine Punkte aufgeführt - bitte vor dem Urteilen mal lesen.

Popkontext 17.04.2013 | 00:23

Es ist ein Skandal, dass sich links gerierende Autoren den massiven Demokratieverlust der EU, den Umstand, dass die Idee Europas zu einem Europa der Banken und Bänker degradiert wurde, nicht nur NICHT beklagen sondern bloß denjenigen anklagen, der etwas dagegen sagt.

Ihnen ist klar, dass es nicht um irgeneine Kritk an der gegenwäertigen Europapolitik geht, sondern die einer konkreten Gruppierung. Sie wollen jetzt nicht sagen, dass eine aus erzkonservativen und marktliberalen älteren etablierten Herren aus der Wirtschaft, die mit der Losung, dass das Zurück zum Nationalstaat und zur Nationalwährung die Heilsbringung sei (O sancta simplicitas!) für Sie die Lösung darstellt...oder auch nur die "Alternative"?

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Ehemaliger Nutzer 17.04.2013 | 01:01

siehe was ich dazu, 16.04 18h52 an Rupert Rauch schreibe.


Die AfD anerkennt doch offensichtlich, dass der Euro nicht funktioniert und denkt jedenfalls währungspolitisch in Alternativkategorien. Ich kann darin beim besten Willen keinen "gefährlichen Nationalismus" erkennen.

Alternative (1): Deutschland (und gewiss auch Finnland, die Niederlande, Österreich) treten aus dem Euro aus. Das hieße der Erhalt eines "Südeuro", den man ordentlich abwerten könnte. Südeuropa braucht eine Weichwärung. Und es hieße die Wiedereinführung der D-Mark (und des niederländischen Gulden etc.pp.) Nichts anderes fordert George Soros. Man mag von ihm halten was man will, aber von Währungen versteht er etwas.

(b) Die Südländer raus aus dem Euro. Heißt: Wiedereinführung der Lira, der Drachme, mit denen dann eine vernünftige Weichwährungspolitik betrieben werden kann, anstatt Wirtschaftsprüfer zu schicken und den Sozialstaat abzureißen. Ist Beppe Grillo für Sie auch ein "gefährlicher Nationalist"? Wenn nein, warum nicht? Weil er knuffiger daherkommt?

Variante (b) heißt zugleich Erhalt eines "Nordeuro".

Was natürlich auch denkbar ist, ist erst ein deutscher Austritt aus dem Euro und evtl. später ein "Nordeuro".

Hierüber nachzudenken ist nicht "gefährlich", sondern "Diskurs".

Und Leute wie die von der AfD, die über diese VERSCHIEDENEN MÖGLICHKEITEN nachdenken (die Wiedereinführung von D-Mark, Gulden usw. ist nur EINE) zwecks doch wohl offenkundig gebotener Problemlösung (und damit den Italienern und Griechen helfen wollen anstatt nur deren Infrastruktur, politische Kultur und Sozialstaatlichkeit bei inzwischen 60% Jugendarbeitslosigkeit abzureißen, wie Merkel das tut), diese Leute allen Ernstes als "gefährliche Nationalisten" zu bezeichnen ist derart grotesk, dass es nicht unwidersprochen stehenbleiben kann.

Man hält Angela Merkel nicht völlig zu Unrecht Nazifahnen entgegen in Südeuropa. Es ist zwar übertrieben, aber nicht ganz unverständlich.

Die Leute vom AfD dürften von unseren Freunden eher Beifall erhalten.

Auch hier: Eine vollkommene Umkehrung von Tatsachen. Wenn irgendwer eine sture, ideologische, falsche und dem Stil nach germanozentrische Politik - betreibt, dann doch wohl die jetzige Regierung in Berlin, die unser Autor da oben feiert.

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Ehemaliger Nutzer 17.04.2013 | 01:12

Keine Angst, ich sehe in der AfD keinesfalls eine Lösung. Beruhigt??

Und wenn´s Sie schon fragen, ich glaube im übrigen, dass es überhaupt keine wirklich praktikable Lösung mehr für die Demokratie und den Wohlstand (für alle) in Europa gibt.

Durch den ESM sind bereits unumkehrbare Fakten geschaffen worden (nicht eben sehr demokratische, doch das stört Sie persönlich ja vielleicht nicht so.)

Keine Angst, die Lobbys werden außerdem schon dafür sorgen, dass die wirklich relevanten Entscheidungen auf der Ebene der Troikas und der Kommission in Brüssel getroffen werden, d.h. ganz ganz weit weg von Leuten wie Ihnen und mir.

Also bitte, keine Bange und noch mal zum Mitschreiben:

Entscheidungen, die von zentraler Bedeutung für unser Leben sind (Wasserrecht, mal so als Bsp.), werden schon nicht zurück auf die Ebene der bösen, bösen Nationalstaaten zurückkommen!

Sowas gibt´s allenfalls in der hoffnungslos veralteten Schweiz. Wir Deutschen sind da ja anders. Wir sind es gewohnt, dass man uns nicht zu fragen geruht und wir finden das auch toll so. So un-nationalistisch und internationalistisch, irgendwie.

Gestatteten Sie mir, dass ich den einen oder anderen Vorbehalt hege gegen dieses Europa der Banken, der Öttingers und Martin Schulzes (wahlweise: das der Koch-Mehrins und Chatzimarkakis), so lasse ich Ihnen dafür gerne Ihr Europa-Fähnchen und das Gefühl auf der richtigen Seite zu stehen. In Ordnung?!

Popkontext 17.04.2013 | 01:16

Sie machen wie viele den Fehler, Ablehnung der AfD mit Zustimmung zum gegenwärtigen Merkelkurs gleichzusetzen. Das ist mitnichten der Fall. Dass dieser nicht so weiter geht ist wohl vielen und auch schon länger klar. Da das Thema komplexer ist und es keine Patenlösung gibt sind die ernsthaften Lösungsansätze nur nicht ganz so griffig und simpel formuliert wie der von den marketingerfahrenen Herren von der AfD.

Andreas Kemper 17.04.2013 | 02:48

AfD verzeichnet erste anti-emanzipatorische Erfolge: Von der Leyen will nicht mehr die Frauenquote. http://www.berliner-zeitung.de/politik/cdu-frauen-lenken-ein---keine-frauenquote-ab-2018,10808018,22381284.html

Heute nennt der konservative Berliner Kreis seine Forderungen an Merkel.

Und heute findet auch die WELT-Konferenz (Zeitung Die WELT und Stiftung Familienunternehmen) statt. Mit dabei: der "Stoppt-den-Links-Trend" Millionär Thomas Hoyer und Thilo Sarrazin (dürfte inzwischen auch ein Rechts-Außen-Millionär sein). http://www.berliner-zeitung.de/politik/cdu-frauen-lenken-ein---keine-frauenquote-ab-2018,10808018,22381284.html

Mal sehen, welcher Multimillionär aus dem Umfeld der Familienunternehmer dann seine Millionen für den AfD-Wahlkampf locker macht: Reinhold Würth, Thomas Hoyer oder wieder mal August von Finck? Oder Theobald Müller? Die AfD sollte eine interne Versteigerung anbieten. 3,9 Millionen zum Ersten, zum Zweiten... 4,5 Millionen? 4,5 Millionen zum Ersten... 6 Millionen ...

Fro 17.04.2013 | 03:08

Niemand wird gegen die AfD etwas bewegen können, der die berechtigte Kritik am 'Euro-System' ignoriert...

...und im Blog nebenan schrieb ich gerade:

"… die Linke ist einfach zu schlaff, ihr bleibt nur noch: mit dem dicken Zeigefinger auf die Rechtsextremen zu zeigen... – was soweit ok ist - aber der eigentliche traurige Skandal ist doch der, dass die Linken – besser: die ECHTEN sozialen ökologischen (Schlau-)Demokraten – bisher nicht in der Lage waren, eine echte Alternative (die ALLEN Menschen nützt) für Deutschland, Europa und die Welt zu formulieren...

„...Deutschland, Europa und die Welt...“ meint natürlich: die Menschen, die dort leben."

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Ehemaliger Nutzer 17.04.2013 | 04:43

"aber der eigentliche traurige Skandal ist doch der, dass die Linken – besser: die ECHTEN sozialen ökologischen (Schlau-)Demokraten – bisher nicht in der Lage waren, eine echte Alternative (die ALLEN Menschen nützt) für Deutschland, Europa und die Welt zu formulieren..."

was dir ein "skandal" scheint, ist mir keiner, nicht nur,weil ich die Bedeutung jenes wortes "skandal" anders zu verstehen meine als du.

ein alternative , die ALLEN nützt, kann es nicht geben.jeder linke kann auf der stelle alternativen formulieren, so viele du willst. frage nur nach, statt dumm etwas zu behaupten. ist es möglich, dass du ein ECHTER schwätzer bist?

Idefix 17.04.2013 | 07:06

Was mich bei der Begeisterung für Nord-Süd-Euro-Szenarien oder der Rückkehr zu nationalen Währungen weiterhin verwundert, ist das uns das deutsche Beispiel doch eigentlich lehrt, dass es durchaus möglich ist gesellschaftlich und ökonomisch durchaus unterschiedliche Länder in einer Währung zu haben. Warum können so verschiedene Bundesländer wie Bayern und Baden-Württemberg mit der selben Währung wirtschaften wie Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt, aber Deutschland und Griechenland nicht? Müsste man als Verfechter von Nord-Süd-Euros oder nationalen Währungen nicht konsequenter Weise die (Wieder-)Einführung einer Ost-Mark verlangen oder wünschen? Damit dann die neuen Bundesländer kräftig abwerten können, um konkurrenzfähig zu werden?

Tollschock 17.04.2013 | 08:21

Ohne gehts nicht wenn man denn mal westlich und östlich schaut...

Das Problem ist doch eher das hier in Europa schlicht vergessen wurde das Nord-Süd-Gefälle in den Euro mit einzubauen. Die gemeinschaftliche Währung an und für sich ist richtig und wichtig. Viele dieser Kasperle-Truppe waren selbst dabei als Kanzler Kohl den Euro einführte. Die haben gejubelt! Und nun die Ernüchterung weil es einen Fehler im System gibt. Schulden machen war und ist zu leicht. Die Immo-Blase im Süden und die riesigen Exportüberschüsse hier im Norden verzerren die europäische Währung. Nur Kleinstaaterei und Nationalismus läuten das Ende eines möglichen wirtschaftl. starken Europas ein. Das würde Tür und Tor für neue, meines Erachtens dann mittlerweile auch wieder extremistische Regierungsformen ermöglichen und die kann man nicht wollen. Die Leute die hier ein solches Programm willkommen heißen möchte ich dann gern mal sehen wenn diese Truppe und dem neoliberalen Wirtschaftsbereich wirklich am Drücker sitzt. Die haben mehr als nur ihre Schafe im Trockenen. Nur wenn sich keiner mehr unsere Produkte kaufen kann weil Deutschland dann eine sehr harte Währung hat und es beginnt dann wie in der Schweiz die Währung künstlich schwächen muß, wo soll da der Zugewinn sein?

Wie sollen denn mehr Kinder kommen? Diese Gesellen leben doch die ICH-Ellenbogengesellschaft geradezu vor. Nein wirklich das sind alles nur populistische Ansätze und diesem Versprechern werfe ich gern den Handschuh hin. Sogar für den Preis die Mitte-Parteien wählen zu müssen.

flosyforever 17.04.2013 | 09:18

Unsere Politiker reden verquarstes Zeug und reiten die Menschen zu Schanden unter Zuhilfenahme der Privatsender, psychologischer Tricks u.v.a.m. Sie tun alles dafür, um nolens volens einer großen Rechtswelle Platz zu machen. Ich habe das ja lange nicht für möglich gehalten, aber die Langzeitinfusion an "Kampf-der-Kulturen"-Rhetorik zeigt Wirkung.

Da kommt eine Partei aus dem Nichts daher, mit einem Hauptthema, das die Emotionen (des Kleinbürges) anspricht. Bald kommt noch die ein oder andere dazu und dann sieht´s ein bißchen aus wie Weimarer Republik.

Wenn auch Schland entsetzt ist über die NSU-Morde, so sind doch die Gefühle schon jetzt nahezu flächendeckend Xerophob, geschürt durch die Politiker, die glauben, den rechten Hund an der Kette zu haben. Hat als Ablenkungsmanöver schon immer gut funktioniert. Man denke nur an die zahlreichen Stern- und SpiegelTitel, die von Asylantenflut und ähnlichen Begriffen strotzten, die den Untergang des Abendlandes beschworen. wir sind immer wieder brav darauf hereingefallen.

Und heute: keiner will die Linken wählen. Ich werfe der Linken zwar vor, daß sie zu blöd ist, den herrlichen Boden , den ihr die "Etablierten" bereiten, zu bestellen, aber ich frage mich auch, was daran so schlimm sein soll, die mal vier Jahre (mit-) machen zu lassen. Mir scheint, daß die Leute glauben, die Linke könnte in einer Wahlperiode eine "Machtergreifung" vornehmen und die Demokratie abschaffen. Lieber gehen die Leute gar nicht wählen, als links zu wählen. Warum nur? Und was soll eine neue Splitterpartei bringen? Ich meine, muß sie denn schon in diesem Jahr im Bundestag sein?

Ich bin kein Freund von Lafontaine. Aber: ER kann mehrfach von sich behaupten: "Das habe ich gleich gesagt!" Er ist zwar auch ein Alphatier, aber er war es in seiner Funktion als FINANZMINISTER, der uns offen sagte, was uns die blühenden Landschaften kosten würden. Das konnten zwei ander Alpha-Rüden unmöglich zulassen.

Und Schäuble? Der kann das niemals behaupten, er habe etwas vorher gewußt oder auch nur gewollt. Jetzt ist er plötzlich für das Ausheben von Steueroasen. Was, Schäuble, möchte ich schreien, WAS, du alter Sack, hast du denn in all den Jahren als Spitzenpolitiker dafür GETAN?

Das Wahlvolk kann dem CDUSPDGrünenFDP- Gesocks nur dann einen Denkzettel verpassen, wenn es die Linke so stark macht, daß sie mindestens ein gleichberechtigter Koalitionspartner ist. Das wäre ein demokratischer Knall.

Sonst kriegen wir irgendwann nur noch Jamaica-Wischi-Waschi in allen möglichen Farben. Und danach? So ungebildet, wie die Menschen gehalten werden, wird sich die Geschichte DOCH wiederholen. Wer genau hinschaut, sieht, wie mit dem Bild des Muslim Schindluder gertrieben wird. Daß damit bei manchen die religiös-muslimische Identität erst geweckt wird, dürfte klar sein.

Dieses allgemeine Unbehagen und die Übertreibungen, die ich in meiner Umwelt bemerke ("die meisten sind so-und-so",usw.), wenn von unseren Mitmenschen mit sog. Migrationshintergrund die Rede ist, dürfte auch die braven Bürger in den 30er Jahren ergriffen haben, wenn sie hungrig mit dem Schild "suche Arbeit jeder Art" an einem von Juden geführten Juwelierladen standen. Die hätten sich auch frei von Vorurteilen gewähnt ("Das hat in der Zeitung gestanden ."). Genau wie die Beamten, die frei gewordene Pöstchen kriegen konnten.

Und die Linke hat das Talent, zur Freude ihrer Gegner, sich stets gegenseitig zu zerhacken. Man stelle sich vor, die SPD würde sich koalitionsbereit mit der Linken zeigen! Natürlich mit einem anderen Kandidaten und einem nach sozialen und demokrtischen Gessichtspunkten veränderten Programm und Auftreten. Ich könnte mir vorstellen, daß sie machen Wähler zurückgewinnen würde. Die hat ihre treuen Stammkunden vergrault, das wird so leicht nicht wieder gutzumachen sein.

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Ehemaliger Nutzer 17.04.2013 | 13:10

"AfD verzeichnet erste anti-emanzipatorische Erfolge: Von der Leyen will nicht mehr die Frauenquote..."

Noch bevor sich eine neue Partei gegründet hat, er-geifert man sich schon, verteilt Noten, gerät leicht ins Hysterische, geriert sich bereits zu antifaschistischen Online-Widerstandskämpfer im Kampf gegen digitale Rohbau-Windmühlen, schart die Truppen der ewig Vorab-Entrüsteten um sich ("großes Hipsterschulterklopf") und streitet stolzgeschwellt und tapfer mit dem neusten Apple-Tablet gegen - was wohl weniger als - den Untergang des Abendlandes....

Was, so fragt man sich erschrocken, ist geschehen? Ist es wirklich ein nie-wieder-gutzumachender Fehler gewesen, ein paar Tage offline zu sein?

Was??? Die AfD stoppt das Projekt der Moderne? Die AfD wirft uns zurück ins finstere Mittelalter? War sie es doch bewiesenermaßen, die die Albrecht-Tochter davon überzeugen konnte, die Quotenregelung ein bisschen nach hinten zu verschieben.

Ich bin ja ganz fassungslos!

"Tittenbonus" sagt übrigens mein Kicker-Kumpel zur Quote. Ich fragte ihn mal, woher er das Wort habe und er meinte, ein Pirat hätte es geprägt.

Was, ein Pirat? Vielleicht sollte ich ja die wählen. Könnte immerhin sein, dass die nicht so mainstream, ZEIT-ABO-mäßig drauf sind wie der Rest...

WünscheBessereWelt 17.04.2013 | 18:19

Idefix kommentiert das Auftreten der AfD in akademischen Wortgewand, was jedoch bleibt, ist nur Stereotypie von Vorurteilen gegenüber einer politischen Strömung mit konservativem Vorzeichen.

Ich schließe mich den Ausführungen von Herrn Rupert Rauch an, wenn er das plumpe Abqualifizieren der AfD als populistisch völlig zu Recht kritisiert.

Möglicherweise wird die AfD populär - ganz im Gegensatz zu den etablierten Parteien, die sich Machtgefüge der "parlamentarischen Demokratie" sonnen, einer Herrschaft, in welcher das Parlament als Vormund das Volk (demos) entmündigt.

Auch ich teile nicht alle Ansichten dieser neuen Partei, nicht einmal in vollem Maße die Euro-Kritik. Auch das Parteiprogramm lässt noch viele Fragen offen und hört sich zu einfach an.

Was mir jedoch an der AfD gefällt, ist der Wille, nicht konform zu gehen mit der BüroKRATIE von EU und 'globalen Partialinteressen', nicht in die Knie zu gehen vor Großwirtschaft und bequem-dümmlichen Meinungskonsens, und vor all diesen Schranken das Wohl des eigenen Volkes nicht aus den Augen zu verlieren.

Das klingt in manchen Ohren altmodisch oder gar nationalistisch, ist es aber nicht. Es ist Recht jedes Volkes, auch des deutschen, von seinen Regenten respektiert zu werden.

In einer globalen Welt wird jedes Volk (mit Ausnahme der Chinesen vielleicht) zur kleinen Nummer.

Unsere Regierungen in Deutschland haben keine echten Perspektiven vermitteln können, sie entwickelten sich zunehmend zu Administrationen, die nur noch im Sinne 'globaler Harmonie' handelten - Nutzen hatten davon nur wenige.

Ich wünsche der AfD genügend Popularität, genügend Umsicht und Weitsicht bei ihren Vorhaben ... und Erfolg beim Umsetzen der Maßnahmen, die sich wirklich als notwendig erweisen werden.

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Ehemaliger Nutzer 17.04.2013 | 19:13

"Deutschland hat zu wenige Kinder".

dieser völkische dauerbrenner belegt im gegenteil, wie zahlreich hitlers kinder sind.

die renten können in jedem fall finanziert werden, die produktivkraft des dicht bevölkerten und täglich - trotz geringer kinderzahl - nach kapitalistischem gesetz und unvernunft weiter zersiedelten landes reicht aus, ohne dass man auf einen panzer verzichten müsste, alle politiker, manager oder grösstparasiten könnten dabei den heiligen "besitzstand wahren". eine verteilung des volksvermögens nach sozialistischem entwurf bedenkt selbstverständlich auch die rentner, aber ganz so weit werden es hitlers kinder nicht kommen lassen.

pervers und obszön, dass man zur selben zeit in verstärktem masse kinderreiche familien aus duisburg oder anderswo vertreiben oder wegekeln will. vor 70 Jahren hätte man gesagt, deutschland braucht deutschblütige kinder, das darf man heute nicht mehr.

WünscheBessereWelt 17.04.2013 | 19:45

"Dieser völkische Dauerbrenner belegt im Gegenteil, wie zahlreich Hitlers Kinder sind"

Ein wenig glaubwürdiger wäre Ihre Bemerkung, wenn die Rede nur von deutschen Kindern ist. Und selbst dann gäbe es zu bedenken, dass jede Regierung den Bestand ihres Volkes regulieren sollte.

Dahinter stehen wohl eher wirtschaftliche Interessen und mit der Rentenregelung der sogenannte Generationenvertrag (den ich persönlich nie zu unterzeichnen gedacht habe).

Einmal davon abgesehen, dass ich dieses Prinzip angesichts verheerender Umweltschädigung durch Überbevölkerung (und Deutschland ist überbevölkert) auch nicht unterstütze und auch darin nicht mit den Zielen der AfD übereinstimme, halte ich Ihre Bemerkung von "Hitlers Kindern" als hitzig-paranoide Hetze gegen Andersdenkende, die den unverzeihlichen Fehler haben, in irgendeiner Überzeugung gegen ihren scheinprogressiven Standpunkt (Die echten Kinder Hitlers rühren sich nicht von der Stelle) zu verstoßen.

Somit ist jeder, der zu einem Thema eine konservative Einstellung hat gleich ein Nazi und jeder, der links von Ihrem Standpunkt strammsteht ... findet sich vermutlich nicht.

Ich denke, diese Nazikeule können Sie gegen die NPD schwingen, aber bei einer Diskussion über eine nicht eindeutig einzustufende politische Formierung droht diese Keule auch ihren Schwinger in Richtung ihres Zieles zu ziehen.

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Ehemaliger Nutzer 17.04.2013 | 23:03

Warum können so verschiedene Bundesländer wie Bayern und Baden-Württemberg mit der selben Währung wirtschaften wie Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt, aber Deutschland und Griechenland nicht?

Ganz einfach: Weil eine Währung einen einheitlichen Staat voraussetzt, einen Rechtsraum, einen Wirtschaftsraum. Das ist zwischen Bayern und Uckermark der Fall, zwischen Deutschland und Griechenland nicht.

Beim Euro findet man allenfalls den einheitlichen Wirtschaftsraum der Fall, und auch dort nur mit viel gutem Willen und Vertrauen in politische Floskeln.

Allerdings schafft sich die Euro-Währung ja gerade ihren Staat. :D Griechenland ist als organisch selbstbestimmte politische Einheit bereits verschwunden. Es ist jetzt ein rechtlos Finanzprovinz. Das Land wird aus Athen vielleicht noch verwaltet. Aber regiert wird es irgendwo zwischen Paris, Berlin und Brüssel. und Frankfurt.

Aus einem selbstbestimmten Gemeinwesen ist ein Objekt geworden. Selbstverschuldet freilich. Die Griechen hat ja niemand gezwungen, derart wahnwitzig auf Pump über ihre Verhältnisse zu leben und sich dann in den Euro zu mogeln.

Die "Hebel", den einheitlichen (und vollendet nichtdemokratischen Eurostaat) zu schaffen, sind ESM und EFSF. Im vergangenen Jahr habe ich anlässlich der Abstimmung im Bundestag zu den Wahnsinnsprojekten dazu hier etwas geschrieben und skizziere darin auch, warum die Merkelsche Art der Europapolitik Rechtsbewegungen in ganz Europa erstarken lassen muss. Die AfD mit ihren biederen VWL-Professoren ist da noch ein vergleichsweise seriöses Exemplar jener politischer Kräfte, die da kommen und welche die Europäer beauftragen werden, den Finanzsowjet wieder zu entflechten.

Johannes Renault 17.04.2013 | 23:19

Das ist schon viel arg nicht wahr von dem was da oben im Beitrag steht!

Ironischer weise wirkt der ganze Beitrag selbst wie ein populistischer Auszug aus einer möchte-gern antifa Schülerzeitung. Pubertär populistisch.

Gott sei dank ist er kurz, so platzt unser Browser nicht vor noch mehr "Machtergreifungs Warnungen" vor den " intellektuelle(n)Nationalliberalen", der nun vor Deutschlands Türen stehe.

Kein Argument dieser neuen Partei ist sachlich betrachtet worden, sondern nur alte Laiern a la "die größten Profiteure der Einheitswährung" sind wir - was objektiv nicht stimmt, es sind manche Industriebereiche, oder die Phrasen von 'dem armen Griechen auf der Strasse, arbeitslos, weiblich und alleinerziehend, werden fast satirisch an einander geklebt.

"Sie betreibt intellektuellen Nationalismus"

Völliger Quatsch. Der sieht anders aus, und tarnt sich ja hoffentlich hier nicht so doof. Sie sagen aber "einfach" es sei so.

"verführerischen Populismus"

Idefix, to be im Glashaus, in the summertime, close to the edge.

"Wunsch nach einer Renationalisierung auf allen Ebenen"

Lässt sich nirgens feststellen. Das sagen Sie

"Für die AfD sind es die nationalen Interessen, die in Zukunft die Politik leiten sollen, von der Währung bis zur Einwanderung"

Und noch ein paar mehr Bereiche einer nationalen Regierung. So weit so gut, aber nicht von A bis Z.

"Mit einfachen Antworten auf die großen Probleme"

Wo steht das bei dieser AfD?

"Die Energiewende soll nicht dem Stromkunden zu Lasten fallen, das berüchtigt-bürokratische Finanzamt mit Hilfe eines neuen Steuerrechts rationalisiert werden"

Der Speiseplan meiner Tannte Mia für nächste Woche klingt schrecklicher.

"einwandern sollen nicht länger die, die es nötig haben, sondern die, die „wir“ nötig haben"

Kann man drüber streiten, und auch darüber ob Sie es nicht so herausgehört haben wollen. Quasi "einfach".

"So weit, so einfach, so verlogen"

Die drei Fragezeichen..

"Die als Finanzdiskussion verkleidete Analyse, dass die „schwachen“ Südstaaten ohne eine Abwertung ihrer Währung nicht mit den „starken“ Nordländern mithalten könnten, diskutiert kein Wirtschaftssystem, sondern eine politisch-gesellschaftliche Ordnung für Europa"

Doch, es diskutiert eben doch ein Wirtschaftssystem. Eines, das bis heute zu Efekten in den Südstaaten geführt hat: eigener Profit, entgegen dem sozialen und finanziellen Interesse breiter Schichten der Bevölkerung in den Südstaaten (nationales Interesse).

"Jeder zum Denken befähigte Mensch muss doch schließlich erkennen, dass Griechenland für uns nur noch ein Klotz am Bein ist – also weg damit! Dann kann Griechenland wieder faul in der Sonne liegen und die Fleißigen aus dem Norden werden in ihrem Wachstum nicht länger gehemmt. Das wird man doch wohl noch sagen dürfen"

Sollen das die AfD'ler Ihrer Implementierung nach nur denken, oder sagen die das irgendwo?

"Dass wir objektiv die größten Profiteure der Einheitswährung, aber vor allem der derzeitigen Krise(!), sind, wird dabei wohlwissend verschwiegen."

Hust, hust. "Wir" profitieren unter unseren Möglichkeiten, die Industrie und Shareholder über Gebühr, und die Südländer "kacken ab" sagt die AfD. Sagt jeder.

Steuergelder zu transferieren ist für den hiesigen Profiteur und seine Politik immer noch besser (weil billiger). Das wird nicht mehr verschwiegen.

"Dass der Euro von Beginn an auch ein Schritt zu mehr Integration sein sollte, der ein Wiedererstarken nationalistischer Tendenzen – insbesondere im wiedervereinten Deutschland – vermeiden sollte.."

Ja, sollte! Das ging schief, schon technisch.

".. erklärt, warum nicht wenige der AfD-Mitglieder sich schon länger gegen den Euro aussprachen."

Dann wäre das nur mangelnde Urteilskraft, sprächen sie schon länger so.

"Sie sprachen und sprechen nicht gegen die Währung, sie sprechen gegen den Souveränitätsverlust der Nation"

Sie sprechen aber so: Das gegenwärtige Währungssystem UND der Souveränitätsverlust der nationalen Parlamente UND mögliche unkonrollierbare Geldforderungen (ESM) UND der demokratische Zustand der EU-Organe sind alles andere als Zukunftssicher.

"Die Alternative für Deutschland wirbt kaum versteckt für die Losung, die wir von regionalen Unabhängigkeitsbewegungen – von Katalonien bis Bayern – längst kennen: „Wir können es alleine besser. Oder mindestens genauso gut.“ Damit wären wir wieder bei der komplexen, globalisierten Welt und der Sehnsucht nach dem Einfachen. Die populistischen Versprechen der AfD sind für alle Wahlberechtigten eine süße Versuchung. Ginge es uns ohne Griechenland, ohne den Euro, ja vielleicht gar ohne „diese“ EU nicht viel besser? Sind „die“ Griechen nicht auch ein bisschen selber Schuld? Was können „wir“ dafür, wenn die „es“ nicht gebacken bekommen?"

..ohne Worte. Zu viel Sachlichkeit und bezug auf die Fakten und Zahlen..

"Dass die AfD genau diese Fragen bedient und auf komplexe Probleme mit scheinbar einfachen Antworten aufwartet, macht sie so attraktiv. Dass sie diese vereinfachende Rhetorik im Gewand von Wirtschaftskompetenz und Doktortiteln kleidet, macht sie höchst gefährlich. Der intellektuelle Nationalliberalismus ist in Deutschland angekommen."

.. haben mich am Ende doch von der witschaftskompetenz und den Doktortiteln unserer Regierung, ja selbst von der Opposition, überzeugt.

Danke für Ihre nicht "Einfache", aber sachliche Rhetorik. Wo wäre ich nur reingeschlittert, hätte ich einfach nur zugehöhrt, gelesen und nachgedacht.

Anfangs dachte ich über die Argumente der deutschen Parteienlandschaften nach, über für und wider und warum, heute an Verbote gar.

Danke idefix

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Ehemaliger Nutzer 17.04.2013 | 23:53

@IDEFIX: Für mich bist du selber ein furchtbarer und recht niveauloser Populist. Den Thesen von AfD muss man nicht zustimmen, aber wer den jahrelangen Euro-Populismus von Merkel/Schäuble und Co. dabei völlig ausblendet, der ist nur einer von diesen vielen "Ich-möchte-gern-auch-mal-ein-Artikel-schreiben"-Schreiberlingen. Nicht mehr. Eine EG der starken europäischen Nationalstaaten von 1957-1992 bedeutet kein schlechteres Europa als heute. Ein Europa mit nur einer Währung ist vor allem ein Europa der Wirtschaft, der Konzerne. Wer das "alternativlos" will.... Ich käme auch mit den verschiedenen nationalen Währungen gut klar. Ich bin froh, dass es mit einer neuen AfD jemanden gibt, der Frau Merkel etwas Feuer unter dem A... macht. Nix ist alernativlos, v.a. nicht in einer lebendigen Demokratie!

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Ehemaliger Nutzer 18.04.2013 | 00:01

"Ironischer weise wirkt der ganze Beitrag selbst wie ein populistischer Auszug aus einer möchte-gern antifa Schülerzeitung. Pubertär populistisch."

Zustimmung. Leider leider scheint sich diese Zeitung immer mehr in diese Richtung zu entwickeln.

Man schreibt und schreibt über alles und jeden.

Man polemisiert, tritt nach "bösen" Feinden aus, hält sich für mutig, ist verschwätzt und meinungsstark und ist doch am Ende nichts weiter als faktenarm und gedankenleer -

- hat man doch weder viel Ahnung von von den Dingen, über die man da schreibt, noch ist man bereit oder auch fähig ist, eigenständig (geschweige denn originell) zu denken.

Ein möglicher Grund: Zu viele Beiträge zielen lediglich darauf ab, dass der Autor sich von den "richtigen-wichtigen" Leuten gerne gebauchpinselt sehen will.

"Pubertär-polulistisch". Ja, so kann man das nennen.

Popkontext 18.04.2013 | 01:05

Kann das sein, dass Sie der AfD voll auf den Leim gegangen sind? Und den Artikel, auf dessen Autor Sie so schimpfen, gar nicht gelesen haben?

"Die AfD ist keine Anti-Euro-Bewegung, mit ihr ist eine nationalliberale Partei in Deutschland entstanden. Die Alternative für Deutschland verspricht mit der Rückkehr zur Deutschen Mark weitaus mehr als eine Lösung der Euro-Krise, sie verspricht eine Rückbesinnung auf das überschaubare Kleine in dieser so undurchsichtig gewordenen Welt. Mit einfachen Antworten auf die großen Probleme:..."

Popkontext 18.04.2013 | 01:21

Und damit belegen Sie mal ganz nebenbei auch den Populismus der AfD - wie viele Andere gehen Sie nur auf die Anti-Euro-Sache ab (von wegen nur die Feinde wollen die AfD als monothematische Partei darstellen). Und selbst da interessieren Sie die Details nicht - Hauptsache raus aus dem Euro und alles wird gut. Kein Wunder, dass sich manche Fan-Kommentare für die AfD lesen wie Bekenntnisse zu Jesus. Und andere Alternativen zur neoliberalen Schäuble-Merkel-Linie, wie sie z.B. die Linke anbietet, blenden Sie auch völlig aus. Deren Lösungsansätze sind auch etwas komplexer und keine einfachen Heilsversprechen.

Was die AfD sonst noch so will und was für Leute hinter diesem Verein stehen interessiert nicht die Bohne. Auch Ökonomie ist nie unpolitisch.

Idefix 18.04.2013 | 06:51

Ich stimme da grundsätzlich zu: Eine Währung braucht einen weitestgehend einheitlichen politischen und rechtlichen Raum (ob das dann "Staat" genannt werden muss, sei mal an dieser Stelle ausgeklammert).

Ich sehe hier auch genau die "Alternative", die die AfD anbietet: Die AfD wirbt für nationale Währungen in souveränen Nationalstaaten als Alternative zur europäischen Währung in einem souveränen Europa.

Nun ist die AfD nur wenige Tage alt und daher schwer zu bewerten. Daher wird in den meisten Kommentaren nur geschrieben, welche Assoziationen diese neue Partei weckt. Meine Assoziation mit der AfD ist, wie ich erläutere, dass hier eine Partei entstanden ist, die viel grundsätzlicher – nicht nur in der Währungsfrage – die Europäische Union in Frage stellt.

Ich nenne das Nationalliberalismus. National im Organisationsprinzip, liberal im Wirtschaftsprinzip. In der Tradition des bereits bestehenden Nationalliberalismus.

Mein Artikel ist dabei – um auf andere Kommentare einzugehen – sicherlich polemisch, wohl mehr als populistisch. Wie weiter oben bereits verdeutlicht: Ich bin kein professioneller, bezahlter Journalist, der mit der Meinungsbildung beauftragt ist. Ich bin nur Teil dieser Community, in der sich Menschen finden, die gerne ihre persönliche Meinung zur Diskussion stellen.

karamasoff 18.04.2013 | 10:18

Das Grundproblem ist, daß viele dem Heilsversprechen, wenn die EU/der Euro weg ist, alles besser wird/ist.

So wie damals alle dachten, daß wenn der Jude weg ist alles besser wird.

Das Problem ist nicht die EU, ist nichtmal die zentral gesteuerte EU (wobie ich voraussetze, daß die wenigsten überhaupt wissen, WAS da denn nun "zentral" ist und WIE "zentral" sich zusammensetzt).

Reicht, wenn man ein paar Schlagworte (Scheiss-"Euro" und "familienfreundlich") pausenlos wiederholt (hat bei den Faschos auch schon immer funktioniert), pausenlos wiederholt von denen, die in den etablierten Parteien keinen Fuß in die Tür bekamen und nun ne eigene aufmachen.

Das zentrale Problem ist und bleibt die Umverteilung des Reichtums und die Verflechtungen des Reichtums mit der Politik (die selbsternannten Eliten des Kapitals), deren lachhaft geringer Beitrag in die Sozialysteme.

Die Schieflagen der deutschen Wirtschaft werden gar nicht thematisiert (Waffenexporte als Wirtschaftsboomer, ansonsten sähe es nämlich auch eher finster aus)

Fehlt eigentlich nur noch das ewige Argument, daß es unter Hitler jedem besser ging.

Wenn die gewählt werden wird sich rein GARNICHTS ändern...

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Ehemaliger Nutzer 18.04.2013 | 11:04

Oh Karamasoff!

wenn man das liest, was Sie hier absondern, versteht man die Kritik an unserem Bildungssystem! Wo macht die AfD Heilsversprechen? Sie zeigt nur Alternativen zu der jetzigen Politik der Abnicker und Ja Sager auf, die den Banken, Hedgefonds und Sorrosapologeten mit Steuergeldern die Taschen füllen und den Völkern der Südperipherie die Existenzgrundlage entziehen. Ihre billige unfundierte mit reinen Phrasen geführte Kapitalismusskritik, gepaart mit Unkenntnis der Geschichte verrät Sie als typischen , linksgewirkten Nörgler, der die Eurokritik der AfD überhaupt nicht verstanden hat. Der Versuch, die Anhänger der AfD - ganz überwiegend sehr viel steuerzahlende Mittelständler, die mit ihrer Leistungsfähigkeit Ihr sozialistisches Traumreich im wesentlichen finanzieren, in eine rechte Ecke zu drängen, wird scheitern. Die Nazikeule ist abgenutzt, darauf fallen nur noch Leute wie Sie herein.

Popkontext 18.04.2013 | 11:06

Wenn die wirklich eine Mehrheit bekämen - was nun ganz sicher nicht der Fall sein wird - dann würde sich ganz sicher etwas ändern, in dem Sinne, dass das, was heute noch eher versteckt gemacht wird und nicht offen gesagt wird, ganz offen noch viel extremer gemacht würde und zur offiziellen staatliche Doktrin würde: Nationalismus, Sozialabbau, Rassismus, Umverteilung von Oben nach Unten - man schaue sich nur die Entwicklung in Ungarn an.

Da den Herrschaften trotz aller Euphorie klar ist, dass sie nur als Protestpartei und rechtes "Korrektiv" Einfluss nehmen werden können, geht es ihnen wohl aber eher darum, Merkels Kurs wieder mehr nach rechts zu drängen und in der Bevölkerung Stimmung gegen den ungeliebten Euro zu machen, anstatt die verfehlte Europolitik zu kritisieren.

Leider positionieren sich da momentan die Linken, die ja durchaus Alternativvorschläge haben, da nicht öffentlichkeitswirksam genug. Die Komplexität der Lösungsansätze übersteig aber auch den Horizont vieler Eurokritiker - jedenfalls muss ich das vielen Kommentaren zum Thema entnehmen.

Popkontext 18.04.2013 | 11:20

Was ist es bitte anders als ein Heilsversprechen, als den Leuten zu erzählen: Raus aus dem Euro, zurück zum Nationalstaat und damit wird alles gut? Banken und Hedgefonds kann man auch anders einschränken, das hat nichts mit dem Euro an sich zu tun, sondern mit der gegenwärtigen Politik. Dass das nur über die Abschaffung des Euro funktioniere ist schlichtweg eine irrationale Lüge.

Und Sie zeigen ja ganz klar das Weltbild der AfD: Nur der (gehobene) Mittelständler ist ein wertvoller Mensch, der Rest der Gesellschaft der Almosenempfänger, der möglichst ruhig zu sein hat. Dummerweise sind die Leute, die jetzt den Parolen der AfD auf den Leim gehen oft bildungsfern und arm – genau die Leute, die eben am wenigsten von dieser Neugestaltung profitieren würden, oder besser, durch sie verlieren würden.

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Ehemaliger Nutzer 18.04.2013 | 13:02

Das Gegenteil ist der Fall: der Mittelstand trägt im wesentlichen den relativen deutschen Wohlstand. Durch die ungehemmte Aufhäufung ungeheuerlicher Verbindlichkeiten im Rahmen der sog. Eurorettung ist das Volksvermögen der Deutschen unmittelbar bedroht. Da Deutschland den Pleitestaaten keine Vorschriften hinsichtlich deren Wirtschafts - und Sozialpolitik machen kann und will, ist es als Gläubiger/Bürge dieser Länder auf den Erfolg dortiger Sanierungsmaßnahmen angewiesen un damit von einem solchen Erfolg abhängig. Tritt dieeser nicht ein - und rein gar nichts spricht gegenwärtig für einen Aufschwung dort - kommt der Zahltag für Deutschland und seine besitzenden Schichten: gestern meldete der Focus, dass fertige Pläne beim Finanzministerium liegen, die deutschen Bankguthaben einfrieren und Zwangshypotheken auf Privatgrundstücken eintragen zu können; beides bereits 1924 und 1949 in Deutschland so geschehen. Wenn das passiert, werden die Steuerquellen versiegen, dass das im Weltvergleich komfortable Leben der Transferempfänger hierzulande zu Ende geht, ebenso wie der Erfolg des Mittelstandes. Beide von Ihnen aufgemachten Lager haben also ein Interesse, dass dieses Zenario nicht eintritt. Die AfD will zumindest die weitere Verschuldung Deutschlands stoppen und durch die Entlassung der schwachen Volkswirtschaften aus dem starren Euroverbund diesen durch Abwertung die Möglichkeit eröffnen, einen Teil der Wettbewerbsfähigkeit zurück zu gewinnen. Andernfalls geht Europa vor die Hunde, Deutschland wird zur Hassfigur, wie in Ansätzen ja bereits jetzt feststellbar. Mit der AfD gibt es jetzt wenigstens eine Alternative zu der so schlechte Ergebnisse produzierenden Politik von CDUSPDGRÜNENFDP.

Popkontext 18.04.2013 | 13:20

Das Gegenteil ist der Fall: der Mittelstand trägt im wesentlichen den relativen deutschen Wohlstand.

Naja, das ist ja genau der Punkt, den ich meine: Dass andere Gesellschaftsschichten und Gruppen als weniger relevant für die Gesellschaft betrachtet werden. Arbeiter, Geistes- und Sozialwissenschaftler, Hausfrauen, Ehrenamtliche etc. Nur wer Profit macht und Vermögen hat hat Anteil am Erfolg Deutschlands. Vor Leuten, die keine Arbeit finden und Kranken, und Rentnern reden wir gar nicht. Nur mal zur Erinnerung: Ausgerechnet Ayn Rand hat zum Ende ihres Lebens Sozialhilfe kassiert und war auf staatliche Gesundheitsfürsorge angewiesen.

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Ehemaliger Nutzer 18.04.2013 | 15:02

Populismus heißt auf Deutsch Volkstümlichkeit. Daran herrscht bei uns Mangel und keine Gefahr für ein Zuviel. Insbesondere wurde der Euro gegen den Volkswillen in Deutschland durchgesetzt. Stichproben sprachen für eine Dreiviertel-Mehrheit für die Beibehaltung der D-Mark. Deshalb gab hierzulande auch keine Volksbefragung zum Euro wie in allen anderen Ländern, die der Eurozone beigetreten sind.

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Ehemaliger Nutzer 18.04.2013 | 15:27

Ich stimme da grundsätzlich zu: Eine Währung braucht einen weitestgehend einheitlichen politischen und rechtlichen Raum (ob das dann "Staat" genannt werden muss, sei mal an dieser Stelle ausgeklammert).

Das Etikett, das Sie da draufkleben, ist sachlich vollkommen egal. Typischerweise nennt man einen politischen und rechtlichen (und in der Folge! ...) wirtschaftlichen Raum eben Staat. Es bietet sich insofern an, wenn Sie verstanden werden woll. Wobei damit die Birne noch nicht geschält ist. Es gibt ja auch "failed states" und das Scheitern geht seltenst von Gründen aus, die man primär volkswirtschaftlich beschreiben würde.

Ich sehe hier auch genau die "Alternative", die die AfD anbietet: Die AfD wirbt für nationale Währungen in souveränen Nationalstaaten als Alternative zur europäischen Währung in einem souveränen Europa.

Vielleicht weil es sachlich geboten ist? Sie können entweder Südeuropa "einnorden" (durch Abriß jeglicher Sozialstaatlichkeit und Fremdregierung), oder den Ländern die Möglichkeit geben (mehr will die Alternative gar nicht), ihre - ogottogott - nationale Währungen wieder einzuführen. Wenn Sie sich an Buchstabenfolgen stören, schreiben Sie Landeswährungen. Die Annahme Dass man damit die europäische Union abschafft, ist schlechthin Unsinn. Man reißt nicht ein Haus ab, wenn man ein offensichtlich fehlgeplantes Obergeschoss zurückbaut, welches statisch so verbaut ist, dass alles einzustürzen droht. Wobei nicht einmal der "Vorwurf", "Währungsnationalist" zu sein, richtig ist. Wenn morgen darüber geredet würde, einen Nord- und einen Südeuro einzuführen, wäre die Alternative durchaus dafür.

Nun ist die AfD nur wenige Tage alt und daher schwer zu bewerten. Daher wird in den meisten Kommentaren nur geschrieben, welche Assoziationen diese neue Partei weckt. Meine Assoziation mit der AfD ist, wie ich erläutere, dass hier eine Partei entstanden ist, die viel grundsätzlicher – nicht nur in der Währungsfrage – die Europäische Union in Frage stellt.

Ich will jetzt nicht so weit gehen wie der Kommentator oben, ihnen den Stil und Intellekt eines Antifa-Schülerzeitungsniveaus zu unterstellen, allerdings ist, was Sie schreiben mitunter scharf unsachlich und auch unfair.

Die Alternative denkt ungefähr so wie Union und FDP im Jahr 1985. Das muss man nicht mögen, aber dann könnte man doch sinngemäß schreiben:

Angela Merkel hat die CDU modernisiert und betreibt nun linke Gesellschaftspolitik a la Gender Mainstreaming. Das ist ganz toll. Aber europa- und währungspolitisch liegt die Kanzlerin katastrophal und arretiert falsch, während die Wahlalternative zumindest Lösungsansätze diskutiert, auch wenn sie ansonsten an die bürgerlichen Parteien von vor 30 Jahren erinnert.

Die Wahlalternative steht auch gewiss weiter "rechts" als Union und FDP das heute tun. Und? Wo ist das Problem? Kein Grund den Leuten nicht zuzuhören (außer natürlich Schaum im Hirn und vorm Mund) Mit einem Flügel wird der Adler abstürzen. Der halbe Monarchist Stauffenberg stand auch weiter "rechts" als Hitler mit seiner dreckigen plebejischen Massenbewegung. Man hat bei Ihnen den Eindruck, dass Sie lieber 100% Jugendarbeitslosigkeit in Spanien in Kauf nehmen würden, weil Ihnen Merkel mit ihrer falschen Politik vergleichsweise "näher" steht als Leuten zuzugestehen, auch wenn diese ihnen "fernen" stehen, dass sie ein Thema auf die Agenda setzen, das besprochen gehört. Und das ist dann tatsächlich entweder Kindergarten und vorsätzlicher Zynismus.

Ich nenne das Nationalliberalismus. National im Organisationsprinzip, liberal im Wirtschaftsprinzip. In der Tradition des bereits bestehenden Nationalliberalismus.

Und? Das müssen Sie ja nicht mögen. Aber den Damen und Herren zugestehen, dass sie weiter gehen als die Kanzlerin kann man doch.
Ich bin bekennender Kommunistenfresser, habe aber kein Problem damit, einzugestehen, dass Sarah Wagenknecht in einigen Sozial- und Europapolitischen Fragen sachlich sauber denkt, auch wenn ich die gleiche Person dafür verachte, dass sie beim Rosa-Luxemburg-Aufmarsch vorsätzlich nicht an der Stalinismus-Gedenkstätte stehen bleibt. Es gibt schon zwei Ebenen des Politischen. Eine weltanschauliche und eine sachliche. Wehe, man verwechselt sie.

Mein Artikel ist dabei – um auf andere Kommentare einzugehen – sicherlich polemisch, wohl mehr als populistisch.

Hört, hört. ;)

Wie weiter oben bereits verdeutlicht: Ich bin kein professioneller, bezahlter Journalist, der mit der Meinungsbildung beauftragt ist.

Muss man ja nicht sein. Inzwischen ist die Blogosphäre sehr viel interessanter und lesenswerter als die online-Ausgaben großer Mainstreammedien.

Ich bin nur Teil dieser Community, in der sich Menschen finden, die gerne ihre persönliche Meinung zur Diskussion stellen.

Passt schon! Man verbinde Stallgeruch und Sachlichkeit und es passt.

Gruß, AK

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Ehemaliger Nutzer 18.04.2013 | 15:27

"Kein Argument dieser neuen Partei ist sachlich betrachtet worden, ..."

(...)

"Völliger Quatsch. Der sieht anders aus, und tarnt sich ja hoffentlich hier nicht so doof. ..."

(...)

"Idefix, to be im Glashaus, in the summertime, close to the edge."

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["Wunsch nach einer Renationalisierung auf allen Ebenen"]

"Lässt sich nirgens feststellen. Das sagen Sie"

Idefix begründet seine Behauptung aus dem Programm der AfD:

"Für die AfD sind es die nationalen Interessen, die in Zukunft die Politik leiten sollen, von der Währung bis zur Einwanderung"

Ihre Antwort:

"Und noch ein paar mehr Bereiche einer nationalen Regierung. So weit so gut, aber nicht von A bis Z."

Womit Sie die Aussage von Idefix von A-X (für die große Unbekannte) bestätigen. :-)

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["Mit einfachen Antworten auf die großen Probleme"]

"Wo steht das bei dieser AfD?"

Die Frage ist berechtigt. Antworten werden nicht gegeben, weder einfache noch komplexe. Es werden einfach gutklingende Forderungen gestellt, ohne konkret zu erläutern, was genau damit gemeint ist und ohne sich auch nur ansatzweise dazu zu äußern, wie diese Forderungen realisiert werden sollen/könnten.

Haben Sie diesbezüglich verlässliche und genauere Informationen, die Sie vielleicht verlinken könnten?

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Ehemaliger Nutzer 18.04.2013 | 16:02

Leider leider scheint sich diese Zeitung immer mehr in diese Richtung zu entwickeln.

Man schreibt und schreibt über alles und jeden.“

Meinen Sie mit „diese Zeitung" den Online-Freitag oder die Druckversion?

Im Online-Freitag kann tatsächlich jeder über „alles und jedes“ schreiben. Auch Sie. Aber auch in der Druckversion?

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Man polemisiert, tritt nach "bösen" Feinden aus, hält sich für mutig, ist verschwätzt und meinungsstark und ist doch am Ende nichts weiter als faktenarm und gedankenleer -

- hat man doch weder viel Ahnung von von den Dingen, über die man da schreibt, noch ist man bereit oder auch fähig ist, eigenständig (geschweige denn originell) zu denken.““
Ich weiß nicht, welche Sie von den 3-Billionen Artikeln der FC Sie im Online-Freitag gelesen haben, dass Sie zu diesem Urteil kommen konnten.

Schreiben Sie doch mal einen sachkundigen Artikel, z.B. zur AfD und zeigen Sie, wie man es besser machen kann.

Vielleicht können Sie darin (zur Not gerne auch hier in einem Kommentar) auch erklären, was "Deutschland hat zu wenige Kinder....“ zu tun hat mit: „Renten- und Krankenversicherung stehen deshalb auf tönernen Füßen.“ Und was gemeint ist mit : „Deutschland muss kinder- und familienfreundlicher werden."

Ich habe versucht mich diesbezüglich hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Demografie_Deutschlands

sachkundig zu machen, konnte aber keine Erklärung für einen zwingenden Zusammenhang zwischen zu „wenig Kindern in Deutschland“ und „tönernen Füßen der Renten- und Krankenversicherung“ finden. Habe ich wichtige Fakten übersehen?

jojocw 18.04.2013 | 18:55

Die meisten Staaten wollen keine große EU

Wenn wir ehrlich sind, dass müssen wir sehen, dass die meisten Staaten (vor allem der Südschiene, italien, Spanien, Frankreich, Griechenland) eigentlich niemals Souveränität abgeben werden.

Sie sind nur in der EU, weil sie letztlich Geld bekommen. Und das einzige Zugeständnis, das einige gemacht haben ist, etwas Sparen anzudeuten, um weiter an Geld zu kommen. Wobei dies erlicherweise keine Kredite sein werden, sondern verlorene Zuschüsse.

Italien oder Frankreich würden niemals echte Souveränität abgeben.

Nur userer politiker glauben das, und wollen das dem Volk weismachen.

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Ehemaliger Nutzer 18.04.2013 | 21:24

"Nun ist die AfD nur wenige Tage alt und daher schwer zu bewerten. Daher wird in den meisten Kommentaren nur geschrieben, welche Assoziationen diese neue Partei weckt. Meine Assoziation mit der AfD ist, wie ich erläutere, dass hier eine Partei entstanden ist..."

Aha, es geht also um "Assoziationen".

Das soll dann wohl heißen, dass man das Gesagte nicht ernst nehmen soll. Wenn dem so ist, wäre ich froh, wenn man dann den Mund nicht so voll nehmen würde. Liest man den Artikel und einige der Kommentare, so glaubt man, der Leibhaftige stehe bereits vor der Tür. Dabei geht es ja bloß um - man lasse sich das auf der Zunge zergehen - "Assoziationen".

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Ehemaliger Nutzer 18.04.2013 | 22:15

"Schreiben Sie doch mal einen sachkundigen Artikel, z.B. zur AfD und zeigen Sie, wie man es besser machen kann."

Ihre Aufforderung gibt mir Anlaß, einmal etwas zu meinem Grundverständnis von Journalismus zu sagen. Sie benutzen das Adjektiv "sachkundig" vor dem Wort "Artikel" und das ist gar nicht mal so dumm:

Ich kann über die AfD eben nichts Sachkundiges schreiben, weil diese Partei noch gar nicht in Erscheinung getreten ist!

Früher hatte man mal von den berühmten 100 Tagen gesprochen, die man jemandem geben muss, der neu auf der Bildfläche erschienen ist. Dass es heute keine 100 Sekunden mehr sind, die den "Journalisten" und Bloggern zur "Meinungs"-Bildung reichen, mag ich, ehrlich gesagt, nicht einsehen.

Vielleicht bin ich ja auch ein bisschen langsam.

Immerhin hat das Vorteile: Ich werde nicht so oft für dumm verkauft, habe bei bestimmten Theman tatsächlich irgendwann sowas wie eine begründete "eigene" Meinung, die eben nicht auf "ASSOZIATIONEN" beruht - und dazu habe ich Spaß am Zuhören: Ich muss gar nicht immer reden, bzw. schreiben, glauben Sie mir.

Hätte ich einen Artikel über diese Partei schreiben müssen, so wäre ich eben zu ihrer Gründungsversammlung gegangen und hätte mich unter die Mitglieder gemischt. Mein Artikel wäre dann eben über die Anhänger der Partei gegangen - denn davon hätte ich vielleicht etwas begriffen. Vielleicht.

So aber lese ich mal was hier und mal was da und sehe das immer gleiche gruselige Bild von alten Männern, darunter einer mit Deutschlandfahne um die Schultern - deswegen springe ich aber doch noch nicht aus dem Fenster....

An dem Beispiel AfD lässt sich immerhin aber begreifen, wie es um unsere moderne Ruckie-Zuckie-Medienwelt und ihre Erregungsbereitschaft bestellt ist.

Und da gibt der Freitag (die online Ausgabe), was Medienhysterie angeht, nicht gerade ein besonders rühmliches Bild ab. (Ein anderes Stichwort wäre Brüderle.)

Dass gerade heute vom Bundestag mal so eben 10 Milliarden für mafiöse Banken des EU-Steuerparadieses Zypern lockergemacht wurden, stört seltsamerweise ABSOLUT niemand hier. Ist irgendwie unsexy.

Ist die AfD da wirklich sexier? Also ich habe meine Zweifel...

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Ehemaliger Nutzer 18.04.2013 | 22:27

"...konnte aber keine Erklärung für einen zwingenden Zusammenhang zwischen zu „wenig Kindern in Deutschland“ und „tönernen Füßen der Renten- und Krankenversicherung“ finden. Habe ich wichtige Fakten übersehen?"

Es gibt sehr vieles, was in Deutschland sicher ist, die Renten gehören mit Sicherheit nicht dazu - so mal 30 Jahre in die Zukunft gedacht. Sollte Sie das beunruhigen, so täte mir das leid.

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Ehemaliger Nutzer 18.04.2013 | 22:53

Wenn Sie sich derzeit nicht in der Lage sehen, etwas über eine Partei zu sagen, die nationalLIBERAL genannt wird, könnten Sie sich eventuell zu deren Programminhalten äußern, die, wie ich annehme, in einem gewissen Zusammenhang mit in den nächsten 100 Tagen zu erwartenden Aktivitäten stehen.

Zum Beispiel zu der von mir aufgeworfenen Frage, was

"Deutschland hat zu wenige Kinder....“

zu tun hat mit:

„Renten- und Krankenversicherung stehen deshalb auf

tönernen Füßen.“

Warum stehen Ihrer Meinung nach Renten- und Krankenversicherung auf tönernen Füßen? Oder stimmt diese Behauptung nicht?

Ich würde mich freuen, wenn Sie - nicht in 100 Sekunden, so doch - in 100 Minuten darauf antworten würden.

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Ehemaliger Nutzer 19.04.2013 | 00:39

Ich verstehe Ihr Problem nicht.

Halten Sie es jetzt mit den Kindern in diesen grauen und trostloen Land oder eher mit den Rentnern?

Frank Schirrmacher hat vor ein paar Jahren ein Buch herausgebracht, das von der Vergreisung der Republik handelt. Ich weiß nicht, vielleicht lesen Sie ja da mal rein?

Echt jetzt:

Ich kapier einfach nicht, was Ihr Problem ist. Diese neue Partei ist ja vielleicht Scheiße....und weiter?

Ok, Sie können mit Ihrem Urteil nicht abwarten, nicht mal ein paar Tage. Sie haben da was gelesen, das Sie stört - und das muss jetzt ganz schnell raus. Na denn.

Ich bin aber leider nicht so von der flinken Sorte. VIelleicht bin ich ja einfach auch ein wenig aus der Zeit gefallen.

Ich sag´s trotzdem gerne nochmal, zum Mitschreiben:

Bevor ich irgendwas Fundiertes über die sage, würde ich noch gerne ein bisschen warten, sammeln, vergleichen und nachdenken.... Geht das in Ihren Schädel? Nein?

Dann machen wir halt einen Deal:

Wie wär´s mit 2-3 Wochen statt 100 Tage.

Nur, halten Sie das solange aus?

Lethe 19.04.2013 | 14:08

Das Problem scheint mir darin zu liegen, dass immer noch viel zu viele Menschen mit der Wahl einer Partei offenbar eine Art "Erlösung" von politischen und/oder sozialen Problemen verbinden oder zumindest erhoffen. Das führt dann zu Aufregungen der Art "wenn die doofe neue Partei xy in das Parlament gewählt wird, dann schadet das der tollen alten Partei yx". Der Einsicht, dass alle Parteien und alle machtafinen Gruppen Teil des Problems sind, ist aus meiner Sicht eine wesentlich größere Verbreitung zu wünschen, auch wenn das von dieser Einsicht ausgehende Paradoxon die ein oder anderen ratlos zurück lassen dürfte.

Der Vorwurf des "Populismus" greift auch weit daneben. Er impliziert die Existenz von Menschen oder Gruppen, die wissen, wie es geht, und nur aufgrund unlauterer Vorstellungen anderer Menschen oder Gruppen, die nicht wissen, wie es geht, in der Gefahr schweben, nicht zum Zuge kommen. Im Grunde impliziert der Vorwurf des Populismus seitens der Vorwerfenden eine Form von Autoritätshörigkeit, die die bevorzugten Autoritäten als berechtigt sieht, unwillkommene Einwände zu übergehen, sofern diese Einwände nicht den Vorstellungen dieser Autoritäten entsprechen. Das entspricht zwar einer Apologetik realer Machtpolitik, wird aber doch meist mit einer anderen Absicht verknüpft^^

gweberbv 20.04.2013 | 18:03

Was mich bei der Begeisterung für Nord-Süd-Euro-Szenarien oder der Rückkehr zu nationalen Währungen weiterhin verwundert, ist das uns das deutsche Beispiel doch eigentlich lehrt, dass es durchaus möglich ist gesellschaftlich und ökonomisch durchaus unterschiedliche Länder in einer Währung zu haben. Warum können so verschiedene Bundesländer wie Bayern und Baden-Württemberg mit der selben Währung wirtschaften wie Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt, aber Deutschland und Griechenland nicht?

Sehr gute Frage. Hier die Antwort: Innerhalb der BRD finden gewaltige Finanztransfers von wirtschaftstarken zu -schwachen Bundesländern bzw. Regionen statt. Der oft diskutierte Länderfanzausgleich ist dabei nur die Spitze des Eisberges. Ein viel größerer Transfer findet im Rahmen des Sozialversicherungssystems statt. On top dann noch die Ausgaben des Bundes, die halbwegs gleichmäßig gestreut über das Land verteilt werden.

Auf EU-Ebene steht dieser innerstatlichen Umverteilung ein Gemeinschaftshaushalt gegenüber, der nichtmal 1% der Wirtschaftsleistung entspricht und bei dessen Verteilung die reichen Länder einen Gutteil für sich beansprachung (also der Umverteilung entziehen). Es gibt also innerhalb der EU/Eurozone keinen wirkungsvollen Mechanismus, um Geld von den "Gewinnern" zu den "Verlierern" zu schaufeln.

Solange die Mitgliedsstaaten die Souveränitität über ihre Haushalte behalten, wird so ein Mechanismus auch nie installiert werden. Damit kann man nämlich keine Wählerstimmen gewinne. Auch in Bayern oder Baden-Württemberg würden die Landesparlamente den stattfindenden Transfers nach Sachsen-Anhalt & Co niemals zustimmen. Das einzige, was die "Währungszone BRD" stabil hält, ist der Umstand, dass die Bundesländer in diesen Fragen nix zu melden haben sondern die Bundesregierung (weitgehend) entscheidet.

nimzowisch 20.04.2013 | 19:05

Solange die Mitgliedsstaaten die Souveränitität über ihre Haushalte behalten, wird so ein Mechanismus auch nie installiert werden.

Und genau deswegen kann es ein einiges Europa gar nicht geben, denn kein Staat wird freiwillig auf sein Haushaltsrecht verzichten. Staaten wie Griechenland, Portugal oder gar Zypern wären dann nur noch fremdbestimmte Protektorate. Nicht daß es jetzt viel anders wäre, aber aktuell gibt es immerhin wenigstens noch die Illusion von Selbstbestimmung. Es existiert schlicht kein Plan zur Schaffung eines wirklich einigen Europas. Letzteres ist von der Mehrheit der Europäer auch gar nicht gewollt, denn dieses hätte einen Verzicht auf Souveränität zur Bedingung.

Und von "Nazi-Deutschland" will sich ohnehin niemand etwas sagen lassen.

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Ehemaliger Nutzer 20.04.2013 | 22:07

"Innerhalb der BRD finden gewaltige Finanztransfers von wirtschaftstarken zu -schwachen Bundesländern bzw. Regionen statt."

Und nicht zu vergessen ein BrainDrain in die umgekehrte Richtung. Ich habe drei Brüder, keiner davon lebt noch im Osten. Und wir sind alle im besten Familienalter, gut gebildet und drei von uns haben auch ihre Frauen aus dem Osten mitgenommen.

So schafft man überbesiedelte und teure Boom-Moloche auf der einen Seite und strukturschwache Regionen auf der anderen... und das TROTZ der rieseigen Transfers...

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Ehemaliger Nutzer 20.04.2013 | 22:24

Ja, die Ziele der Linken wären sogar machbar. Allein: es dürfte schwer sein, die Menschen, insbesondere in D, davon zu überzeugen, dass (vor allem) im Süden massive Investitionsprogramme gefahren werden müssten.

So sinnvoll das volkswirtschaftlich ist, hat es mehrere Ebenen, die der Korruption etwa (man traut dem Süden nicht mehr), die der Gerechtigkeit (die haben doch schon so viel bekommen...), die der dauerhaften Tragfähigkeit (D müsste letztlich von seinen LB-Überschüssen runter).

Und eine Vermögenssteuer mag Sinn machen, deutschen Rentnern die Angst davor zu nehmen dürfte eine Herkulesaufgabe sein, insbesondere wenn die Linke es versucht. Genauso ist es mit der Geldpresse oder Euro-Bonds, die eigentlich eine viel unkompliziertere Möglichkeit wären. Die Mentalitäten in Europa sind, trotz vieler Gemeinsamkeiten, eben doch sehr unterschiedlich...

Popkontext 21.04.2013 | 12:13

Naja, wie Sie - aus meiner Sicht richtig - sagen, ist es ein Vermittlungsproblem, und eins von kurzsichtigem Egoismus. Allerdings kommt der AfD wider Erwarten bei Jugendlichen besser an als bei den Alten - und da bei Hauptschülern. Also Leuten, die das nicht nur ökonomisch Null beurteilen können, sondern auch die Verlierer der angestrebten Politik wären. Sie fallen auf die billige Parole: "Zurück zur D-Mark und zum Nationalismus und alles wird gut" rein. Soweit zum Thema Populismus.

gweberbv 21.04.2013 | 14:27

Naja, wie Sie - aus meiner Sicht richtig - sagen, ist es ein Vermittlungsproblem, und eins von kurzsichtigem Egoismus.

Die aktuellen Probleme bei einigen europäischen Partnerländern lassen sich auch wirklich schwer vermitteln - zumindest in dem Sinne, dass eine vertiefte Partnerschaft mit diesen Staaten als sinnvoll anzusehen sei.

Z. B. ist bei Italien und Griechenland überhaupt nicht absehbar, welche Politik deren Regierungen in ein paar Jahren verfolgen werden. Und auch in Frankreich scheint - zumindest aus der Binnenperspektive - die politische Stabilität gefährdet.

gweberbv 21.04.2013 | 14:36

Und nicht zu vergessen ein BrainDrain in die umgekehrte Richtung. Ich habe drei Brüder, keiner davon lebt noch im Osten. Und wir sind alle im besten Familienalter, gut gebildet und drei von uns haben auch ihre Frauen aus dem Osten mitgenommen.

Das ist zwar für die betroffenen Regionen im Osten nicht schön (bin selbst von West nach Ost "rübergemacht" und war zum Teil geschockt über die verblühten Landschaften hier), aber für die Menschen letztlich ein Segen. Es gibt kaum kulturelle, sprachliche oder rechtliche Barrieren.

Für Griechen und Spanier, die in Deutschland arbeiten wollen/müssen, sind die Hürden dagegen viel höher. Umgekehrt ist es dank Euro ein risikoloses Kinderspiel, riesige Vermögen aus den wirtschaftlich schwachen Staaten nach Deutschland zu transferieren. Das Kapital, welches dort drinend gebraucht würde, kann also schnell abfließen. Die freigesetzten Arbeitskräfte dagegen sind mehrheitlich "an die Scholle" ihrer Nation gebunden.

Hätte man die europäische Integration bewußt von innen heraus zerstören wollen, man wäre auch nach langer Grübelei auf nichts wirkungsvolleres als diesen Euro (in seiner jetzigen Konstruktion) gekommen.

weinsztein 22.04.2013 | 02:54

Mich amüsieren manche dieser hier stets frisch eingeflogenen Kommentatoren.

Auch solche, die sich zuvor schon als "Linke" hier eingebuddelt hatten und denen es diesmal drauf ankommt: irgendwie Flagge zeigen für die neuartige Rechte, etwa für die AFD.

Ich halte die so genannte AFD für ein rechtsliberales Becken, in dem sich geschasste FDPler, CDUler und ein paar Seeheimer tummeln. Einige ihrer ins Netz Gesandten sollen sich um den Freitag kümmern.