idli

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RE: Graue Zellen für die Prosa | 26.05.2010 | 20:14

Diese Art der Gegenüberstellung von moderner Wissenschaftlichkeit und romantischer Vergeistigung ist schlichtweg irreführend. Eine Kritik dieser neuesten Erscheinung des Positivismus kann nur eine epistemologische sein und gerade dafür gibt es genügend Anlass. Die Akkumulation wissenschaftlicher Fakten, wie sie sich etwa Gottschall vorstellt, basiert auf hahnebüchenen Methoden: Beim Versuch zu widerlegen, dass weibliche Schönheit ein westlicher Mythos sei, hat er von seinen Studenten einen Attribut-Kanon erstellen lassen und damit wiederum eine Auswahl (sie soll sehr groß gewesen sein) folkloristischer "Welt-Literatur" (privilegierter epistemologischer Zugang garantiert) durchforsten lassen. Da überall von weiblicher Schönheit die Rede war, steht nun endgültig fest: Es handelt sich um keinen westlichen Mythos, nicht einmal um einen Mythos überhaupt, sondern kann als anthropologische Konstante verbucht werden, mit der zukünftig gerechnet werden kann(!). Wir wollten es ja nicht wahrhaben, aber es gibt sie doch: die Objektivität! Nur soviel zur gesteigerten Wissenschaftlichkeit des jüngsten "turns" und der um geförderte Aufmerksamkeit ringenden Forscher