iDog

Wem nützt eigentlich die Staatsgewalt ?
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RE: „Ein Selbstbild der Verachtung“ | 15.02.2019 | 18:32

***** guter Artikel ... und absurder Thread.

RE: Cicero und die Medienkrise | 14.02.2019 | 21:38

"Es ist die Öffentlichkeit selbst, die propagandisiert werden will"

Logisch, es ist ja auch der Unterdrückte der unterdrückt werden will, und die Unterdrückten nehmen - in ihrer Mitte - die mehr oder weniger skandalöse Unterdrückung auch gar nicht so schwer.

RE: Verklärte Sicht | 14.02.2019 | 18:12

ich denke , da irren sie sich. Ihr Kommentar ist vielmehr eine sehr konservative Herangehensweise. Einmal sind die besagten"unkuratierten Medien" bereits über 20 Jahre alt und zum anderen werden , wie sie sie nennen , " tagespolitische Aufgabenstellungen" schon immer übertreiben dargestllet, und zwar nicht in ermangelung echer Probleme, sondern um diese zu kaschieren oder von ihnen abzulenken. Demgegenüber sind gerade "kuratierte" Medien seit mindestens 30 Jahren Neoliberalismus ganz offensichlich nur noch Kommunikationskanäle für die so genannte "herrschende Meinung" als Meinung der Herrschenden.

Sie irren sich wahrscheinlich vorallem in der Annahme , dass Medien wie Facebook und andere social media "unkuratiert" seien.

RE: Kommando Community | 13.02.2019 | 23:40

Diese Antwort ist leider nicht sehr aussagekräftig, u.A. weil ich ja schon zugestimmt hatte, dass der Freitag keine linke Zeitung ist. Nur den Unterschied zwischen den Oligarchen sehe ich halt nicht. Kapital ist Kapital und Oligarch ist Oligarch.

Und übrigens: Ich lasse mich von keinem missbrauchen, von keiner Zeitung und auch nicht als Zeitung.

Was war aber jetzt mit dem "Sturmgeschütz der russsischen Oligarchen" , wie erkennt man das?

RE: Kommando Community | 13.02.2019 | 23:34

"Nun, und gerade wenn investigativ, international [...] gearbeitet werden soll, braucht es schon etwas mehr als Ehrenamt und reine Materialkosten

nicht umbedingt : hier mal schauen : Nafeez Ahmed ist ein bekannter, ehemaliger Journalist des Gardian , der sich selbsttändig gemacht hat, bzw wurde , weil er zu investigativ war . Die Plattfoerm lebt nur von Spenden und ist 1A investigativer Journalismus von Weltklasse. Lies mal rein oder schau Dir nur mal die Themen an

RE: Kommando Community | 12.02.2019 | 21:47

"Der Freitag ist keine linke Zeitung. Das ist das Problem."

Das ist wohl so .

Nur "das Sturmgeschütz der russischen Oligarchie" ist etwas, das ich nun nicht so klar erkennen kann wie Sie. Worin äußert sich das genau?

Zur fehlenden Kritik am deutschen "Exportnationalimus" müsste ja ein Sturmgeschütz der deutschen Oligarchie viel besser passen, oder ? Denn die und die russsiche nehmen sich ja nicht viel ... und die US-amerkanische und europäische oder französische oder luxemburgische usw. usf. ... ist doch alles dasselbe, oder?

RE: Kommando Community | 12.02.2019 | 21:35

Stimmt - auch ich war mal Jahre lang Hilfsbademeister für die Schulklassen, weil die Kommune sich keinen leisten konnte . :-), aber Spass muss es machen , oder? Der Kampf ist hart, da hast du recht, aber mit der Zeit ist zu bemerken, dass das Sein, um es mal klischeehaft zu abstrahieren, wichtiger wird als das Haben.

Es werden mit der Zeit mehr Leute, die merken , dass es keine Zurück mehr gibt, sondern nur die Flucht nach vorne . Und an sich sind das auch alle schon aus dem Kaputalismus gewohnt, nur brauchten sie da meist nicht selbst die Verantwortung übernehmen, und die Initiative schon gar nicht. Ist diese Schwelle erst mal überschritten, dann gehts. Und 'ne "Garantie"gab's ja ganz offensichtlich noch nie.

RE: Kommando Community | 12.02.2019 | 21:19

Es geht nicht um ein "alternatives Produktionsmodell" , es geht um ein anderes Leben, das man führen will und auch kann, wenn man will. Mein Leben zumindest ist kein "Produktionsmodell" ! Das ist nämlich das, was ich schon alles selbst "durchgemacht" und hinter mir habe. Genau davon habe ich die Schnauze gestrichen voll. Denn es bringt rein gar nichts ...

... und bis jetzt, zumindest nach 3 Jahren, sehe ich, dass diese Art eine Zeitung zu machen mir immer noch Freude macht und den anderen offensichtlich auch und den Leser, die eben keine Konsumenten im üblichen Sinn sein müssen, anscheinend auch, denn das feedback ist positiv. Glücklicherweise keine Spur von Haifischfond oder Chefneurose. Hier ist alles ganz gelassen, denn es geht um nichts als genau darum : Ein gelassenes Leben und den Spass an der Sache. Da ist Leben und Arbeiten eben mal dasselbe, so wie es sein sollte. Und das sind die Fakten. Ideologie und Mythos, oder meinetwegen schlecht kaschierte Profilneurosen, sind das, was wir hauptsächlich bekämpfen, oder? Immerhin will hier keiner irgend einen "erziehen" oder "belehren" ... Dieser Vorwurf kommt doch höchstens aus der erzkonservativen Ecke, die gerne Sachliches und Persönliches verwechseln will.

Es geht also auch nicht darum ein Modell zu "propagieren". Vielmehr bin ich ganz einfach davon überzeugt , dass "wir" es anders machen können und auch müssen, denn so wie es jetzt läuft, kann es nicht weitergehen. Und so ein Mikroversuch wie eine Zeitung ist ja nur einer unter vielen. Die Brisanz der Lage wird einem hier in FR durch ganz andere Phänomene klar, die die Intabilität der Situation verdeutlichen. Der Konflikt liegt in der Luft, und das nicht erst seit November. Es ist aber der Konflikt mit dem sich entwickelnden "anderen". Nur aus dieser Reibung ensteht eine andere Welt , eine Dynamik.

Wir machen übrigens nicht nur eine Zeitung. Wir betreiben auch eine Schule und haben seit neustem ein kolektives und unabhängiges Bio-Landwirtschaftsprojekt in den Startlöchern. Nebenbei bekämpfen wir mit Erfolg auf regionaler Ebene den Missbrauch der verbleibenden "Natur"flächen und die zunehmende Privatisierung kommunalen Eigentums durch sinnlose Bau- und Großprojekte. Ja, auf dem Land ist es etwas einfacher, schon weil alles viel persönlicher ist.

RE: Verklärte Sicht | 12.02.2019 | 20:25

"Menschen schätzen die Lage der Welt schlechter ein, als sie ist"

Das ist eine sehr steile These, zumal die Beispiele dazu eher banal sind und sich auf politische Polemik und deren steroetype "Angstthemen" beziehen.

Erst müsste man mal klären, was denn bitteschön mit "die Lage der Welt" überhaupt gemeint sein könnte. Denn hier, wie meistens in dieser Art von Journalismus, wird von einer inhaltsleeren Begriffshülse ausgegangen, wenn nicht von einem nichts sagenden Allegemeinplatz wie etwa besagter "Lage der Welt", von der nun wirklich keiner alles weiß, wissen kann, allenfalls phänomenologische Ausschnitte zB. als wissenschaftliche Analysen herangezogen werden könnten. Dass zB. die Zahl der lokalen Arbeitslosen nun mal gar nichts über "die Lage der Welt" ausagen, sollte klar sein, denn die ist ungleich komplexer, hyperkomplex.

Wenn man dann "kurz" von ein paar der weltbekanntesten Analysen ausgeht, dei wirklich "die Lage der Welt" betreffen, kommt man allerdings zu einem ganz anderen Eindruck als der Autor hier. Denn man müsste wohl konstatieren, dass die Allermeisten keinen Schimmer von der "Lage der Welt" haben und schon gar nichts davon wissen wollen wie schlecht diese wirklich ist, sondern ein Wissen dazu, falls zumindest intuitiv vorhanden, eher verleugnen, sich in irrationale Illusion und Wunschvorstellungen verlieren, anstatt sich dieser Wirklichkeit zu stellen. Will heißen: Das Risiko "selbst ein Idiot zu sein" gehen die meisten ohne Rücksicht auf Verluste ein und das ist "in einer grundtief wettbewerbsgeprägten Gesellschaft" wohl die Voraussetztzung für deren Konsolidierung. Genau das nennt man ein autopoietisches System. Und das kann und darf natürlich nicht wissen wie schlecht es um es selbst bestellt ist.

RE: Kommando Community | 12.02.2019 | 19:20

Lieber Herr Zietz, das mag unter den übliche pragmatischen wie kaputalistischen "Spieleregeln" so sein wie Sie schreiben. Aber wir hier zumindest gehen eben gar nicht von "Konsumenten" in dem Sinne aus, sondern von Teilnehmern, Nachbarn und Freunden. Und so ist es dann auch so wie sie schreiben, der Arbeitsanteil steht tatsächlich im Vordergrund, denn der wird von einem offenen Kollektiv freiwillig und umsonst geleistet. Die "Bürger" machen sozusagen ihre Zeitung selber, weil das kommerzielle "Konsum"-Angebot auf regionaler Ebene so grottenschlecht und politisch abhängig ist, dass es eh nur noch von "Rentnern" aus schlechter Gewohnheit gelesen wird und längst pleite wär, wenn es nicht von der Regionalregierung mit riesigen Summen subeventioniert würde - und das obwohl es dort eine Paywall gibt, eine teure Printversion und massenhaft Werbung. Wir machen daher unsere Zeitung selbst - haben immerhin schon über 5000 Leser und der Drucker ist vor Ort und einer von uns, und trägt seinen Teil bei. Effektiv finnzieren wir also nur die reinen Materialkosten. Der ordinäre Vertrieb, denn den können wir nicht selber leisten, alleine erfordert den Preis am Kiosk. Dazu kommt noch, dass Autorenschaft keine Rolle spielt. Jeder kann einen Artikel einreichen und sich aussuchen ob der unter dem eigenen Namen firmiert (passiert seletener) oder unter der Anonymität des Kollektivs. Alle die an einer Ausgabe mitgearbeitet haben werden im Impressum geführt. Die Zeitung ist also kein kapitalistisches Projekt, sondern im besten Sinne Selbsthilfe. Sie dient strategisch zur Manifestierung der Meinungen der Bevölkerung im Gegesatz zur top down Kommunikation der "herrschenden Meinung", die die Regel ist und die man dann auch noch bezahlen soll, obwohl man mit Werbung, Lügen und Brainwash zugeballert wird. Und ganz in Gegenteil zu ihrer Befürchtung ist gerade weil es eine Projekt der "Bewegung" ist der Inhalt sehr anspruchsvoll und detailiert. Die alltäglichen Themen werden hingegen in einer parallelen Website behandelt.

Nun könnte man hingehen und sagen, dass könne aber nur funktionieren , weil ringsum noch der Kaputalismus herrscht. Mag sein , auch ich verdiene natürlich irgendwie Geld ohne das ich mir nicht leisten könnte, umsonst für die Zeitnung zu arbeiten. Aber irgendwo muss man ja anfangen mit der anderen Welt und das, denken wir zumindest, am besten bei der kollektiven Kommunikation von unten, um sich schon mal vor dem alltäglichen, ideologischen Brainwash abzusetzen und besser noch dagegen zu halten. Warum sollte Autoren, die bezahlt werden, besseren Inhalt generieren können? Sind die nicht viel anfälliger für Konformismus oder Opportunismus, Selbstzensur .... ähnlich wie Berufspolitiker?

Daher ist auch am Freitag die "Bürgerbeteiligung" ja das Interessanteste. Daher sind Sie hier und ich und viele andere ... und alles ganz freiwillig und umsonst. Den redaktionellen Teil hingegen lese ich eher selten.