iDog

Wem nützt eigentlich die Staatsgewalt ?
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RE: Wurzel allen Übels | 02.08.2020 | 23:46

Eine Revolution ist sogar nie verfühererisch, würde ich sagen. Sie ist allenfalls einer Eskalation der strukturellen Rigidität geschuldet und damit einer Unfähigkeit auf gegebene Umstände humaner oder, ich sag mal lax, mit gesundem Menschenverstand zu reagieren, anstatt zB. mit Gewalt ...

Was den Blickwinkel der Besitzlosen und dessen Einklang mit meinen anfänglichen Sätzen angeht, kann ich nur den Fakten entsprechend feststellen, dass wegen der besagten, herrschenden Ideologie und deren verrechtlichten Konsequenzen eine Wirklichkeit entsteht und entstanden ist, in der die Mehrheit der Besitzlosen eben nicht (mehr) links und daher auch nicht emanzipatorisch ambitioniert ist. Nur in diesem Kontext kann ein Artikel wie dieser seine Wirkung entfalten. Er bedient eine leider nur imaginäre linke Position in einem vulgarisierten Schauspiel des historischen devide et impera, gegen das keine Revolution je etwas ausrichtete.

Das offensichtliche Scheitern der Leitideologie, des Liberalismus und seiner Fortschrittsgläubigkeit "verführt" viel mehr zu alterantivem Denken und Handeln als jede revolutionäre Vision vom Ende der Geschichte oder gar von der Vervollkommnung des Menschen, bzw. seines Bewusstseins. So ist in der mit seiner Ideologie untergehenden Gesellschaft schon die nächste im enstehen. Die Frage, welche das sein könnte, ist allerdings unbeantwortbar. Es gibt wider jede Erwartung keine Möglichkeit zu erahnen oder zu berechnen was aus dem zunehmend instabilen Chaos eines solchen Untergangs hervorgehen wird. Der einzige rote Faden, den ich sehen kann, ist die soziale Basis jeder Gesellschaft, die sich anhand persönlicher Bindungen durch die Geschichte zieht. Ein starkes Indiz der akuten Dekadenz ist gerade die Negation und Destruktion dieser sozialen Bindungen und Symbiosen des Lebens ... was quasi darauf hinausliefe, dass der "Parasit" seinen "Wirt" töten würde.

Die "Geschmeidigkeit" wäre in diesem Sinne, anstatt Teil einer ohnmächtigen Verfügungsmasse zu werden, eine intuitive Bereitschaft die instabile Schwäche zur Subjektivierung zu nutzen. Der Traum von der Freiheit, an den man nur glauben kann, wenn Mut die letzte Instanz in der Not wird. Es gibt immer eine Avantgarde.

RE: Wurzel allen Übels | 02.08.2020 | 10:02

"Blickwinkel" sind Wahrnehmungen, bzw. Deutungen des Realen. Im besten Fall sind sie subjektiv belegbar, im schlechtesten ideologisch nachgeplappert, also geglaubt. Und da haben wir die sprichwörtlichen Äpefel und Birnen. Die einen sind real, die anderen imaginiert. Daher ist von Verwechslung abzuraten. Und einen ganz realen "Geist" aus einer Mischung von beidem zu "destillieren", schafft eher keine Abhilfe. Im Gegenteil vernebelt der wohlmöglich die Unterschiede noch mehr. Der Obstler taugt hier so wenig wie die Störche und Frösche, wenn Sie mich fragen würden. Die letzten beiden gehören, um präziese zu sein, verschiedenen Arten an. Daher sind sie nicht tauglich als Gesellschaftsanalogie für Besitzende und Besitzlose in der oben beschrieben Ökonomie, die real derselben Art angehören. Wollte man die "Blickwinkel" damit illustrieren, kommt man nicht umhin die Imagination der "Störche" von sich selbst und den Fröschen als märchenhaft zu entsorgen. Dies, zumindest ausgehend von einer kritischen Wahrnehmung des Realen, sozusagen aus der perspektive der Frösche, welche damit als "links" oder emanzipatorisch gelten würde...

Der Witz ist doch ganz einfach: Der Blickwinkel der Besitzlosen ist immer realitätsnäher als der notwendigerweise beschönigende, heuchlerische oder schlicht falsche der Besitzenden, die ihre Willkür, Gewalt, ihren Machtmissbrauch, ihre Empathie- und Verantwortungslosigkeit,etc., schlicht ihre Anmaßung ideologisch zu rechtfertigen oder zu vertuschen suchen, selbst noch wenn der Untergang dieser ihrer Ideologie und Ökonomie schon ausgemachte Sache ist. ... Davon , dass die "Frösche" dem Unsinn der "Störche" dennoch auf den Leim gehen sollen, handelt der Artikel hier.

RE: Wurzel allen Übels | 01.08.2020 | 22:38

Glauben kann man an vieles. Ich glaube aber zB. nicht an Märchen von Fröschen und Störchen. Wer will schon Äpfel mit Birnen vergleichen?

RE: Wurzel allen Übels | 01.08.2020 | 18:35

Wie wärs mit : Wer linke Ethik vertritt schwadroniert nicht darüber, dass Arbeitszeit ungleich verteilt ist.

Wer neoliberalen Pseudolinken das Wort redet, der bringt diese Art des irrelaen Reformismus als falsche Debatte, damit sich nichts ändert.

Wer etwas ändern will, thematisiert die Eigentumsverhältnisse, den strukturbedingten Rasissmus als systematisches Ausgrenzungsprinzip in einer konkurrenzbaisierten ökonomischen Hierarchie, in der verrechtlichter Profitmonopolismus demokratische Politik unmöglich macht.

Linke haben also andere Theman parat als die Umverteilung von Sklavenarbeit. Letzendlich hieße diese nämlich nur, dass das Geld, das die Lohnabhängigen aus dem Produktionsprozess ihrer eignen Versorgungs für ihre eigene Versorgung abbekommen sollen durch mehr dieser Lohnabhängigen geteilt werden soll. Damit werden allenfalls eine paar falsche Argumente bedient, wie man im Artikel deutlich sieht. Für die Eigentümer der Produktion- oder Servicindustrie ändert sich indes nichts. Das nennt man auch: Lampedusa Effekt .... und den ganzen Vorgang ganz einfach: Pseudolinke Aufbocke.

Wer redet hingegen darüber, dass das bedingungslose Grundeinkommen der besitzenden Klasse anders aufgeteilt werden müsse ?? Niemand. Hosen voll? Mir scheint eher als habe "die Politik" nicht mal Hosen an.

Der Parallelartikel zum Thema von Lutz Herder trifft es schon weit besser.

RE: Wurzel allen Übels | 31.07.2020 | 19:40

... sind sie natürlich nicht .... und auflösen tun sie sich in allgemeinen auch nicht - leider - und schon lange nicht in Wohlgefallen. Aber man kann ja mal was grundsätztliches beisteueren, das gerne übersehen wird. Wobei dann Artikel wie dieser sozusagen als falsche Deabatte entlarvt werden, die vom Wesentlichen ablenken (sollen), zumindest dann, wenn man die Pseudoporfilierung von Politikerdarstellern sowieso nicht als das Wesentliche anerkennt.

RE: Wir sind zu viele | 31.07.2020 | 16:15

ok, aber nicht vor 70 Tausemd Jahren. Sagen wir seit den letzen 500 Jahren. Dann hört sich das nicht so absolutistisch an, aber trotzdem noch gefährlich genug.

Ansonsten, es ging ja nur um sabbernde Kinderlose und eben nicht um sabbererde Eltern. Also bleiben wir beim Thema ...

RE: Quell allen Reichtums | 31.07.2020 | 16:11

ausser dass es "demokratischen Kapitalismus" nicht gibt und nicht geben kann, denn es ist ein Oxymeron, weitgehende Zustimmung hier. In diesem Artikel wird wenigstens klar, dass es sich bei "Arbeit" um abhängige und entfremdete "Beschäftigung", also Lohnsklaverei - als Bullshitjob? - handelt, welche die kapitalitischen Eigentumverhältnisse betoniert.

Selbstbestimmte Arbeit ist Teil der menschlichen Kultur, aber sicher nicht alles ... Da hat Engels ein paar Aspekte ausgelassen, weil es dem "proletarischen" Produktivismus und einem industriellen Fortschrittsglauben zu Gute kam, der auch den Marx-Engelschen Kommunismus beseelte. Das, wovon Marx schrieb, wenn er meinte, der nicht entfremdete Arbeiter würde morgens aufs Feld (oder andere Poduktion) gehen, nachmittags eine Symfonie komponieren (oder ander kreative Tätigkeiten wahrnehmen) und abends zB. mit Freunden philosophieren oder sich den Kinderen widmen etc. pp. ,war eine postrevolutionäre Vision, also nach der Emanzipation von der politischen Ökonomie und ihrer abhängigen Lohnarbeit. Ergo man bekämpfe die Lohnarbeit an sich. Arbeitszeitverkürzung ist in dem Sinne nur dann gut, wenn diese sich auf Null verkürzt hat und man beschäftigt sich mit etwas Sinnvollem, will heißen : Humanem,sozialem Zusammenleben ... können "wir" das noch ? Man hat nicht den Eindruck ...

RE: Wurzel allen Übels | 31.07.2020 | 15:48

Wer nicht gegen die (Lohn) Arbeit kämpft ist nicht links. Emanzipation ist nur ohne abhängige Arbeitsverhältnisse möglich. Wer nicht für Emanzipation ist, ist auch nicht links.