iDog

Wem nützt eigentlich die Staatsgewalt ?
iDog
RE: Vorzeichen der Erhöhung | 20.11.2018 | 19:03

"Verhilft die Technik den Menschen zur Überschreitung ihrer selbst, Wiederholung von Irrtümern oder Vermittlung von Widersprüchen?"

Diese Frage wird natürlich nicht beantwortet. Es wird nur ein Sampling von mehr oder weniger bekannten Ansätzen dazu angeboten. Hat die Autorin auch eine eigene Position, gar eine eigene Antwort auf die Frage?

Es scheint nicht so. Warum nicht?

Es mag an ihrer "Technik" liegen, wie immer einen recht wahllos erscheinenden, weil unmöglich kompletten Haufen von scheinbar Sujetverwandtem aus im weitesten Sinne Wissenschaft, Philosophie, Ökonomie und Kunst miteinander in eine ebenso scheinbare allenfalls historische eher aber gewollt subjektive oder bewusst manipulative oder bedeutungsschwangere Kausalität zu verweben.

Das ergibt die Illusion einer Konklusion. Es ist aber keine.

Zuerst müsste an sich geklärt werden, was in der obenstehenden Frage überhaupt mit "Technik" gemeint ist. Auch Perlen auffädeln ist eine Technik. Ist Wissenschaft gemeint, praktische und angewandte Wissenschaft? Wenn ja, von welchem Wissenschaftsverständnis geht die Autorin aus. Sind "wir" schon in der modernen Wissenschaft der Irreversibiltät, der dissipativen Prozesse, der instabilen komplexen Systeme, der nachweisbaren Ungewissheit, der Nichthomogenität angekommen oder sind "wir" noch bei Newtons statischer Weltordnung, bei den wissenschaftlichen Nachfahren der neolithischen Revolution? Sind "wir" noch bei Darwin und Lamark oder sind "wir" bei Margulis, Progogine, Wallerstein ... ?

Es ist zwar niedlich ein paar historische Utopisten und deren Kreaturen zusammenzuwürfeln, um wieder beim Transhumanismus zu landen, was diesen an sich auf das richtige Niveau reduziert, was aber weniger niedlich ist es Nietzsches "Wille zu Macht" in der Fehlinterpretation der zitierten Autorin unwidersprochen stehen zu lassen, nur weil es sonst vielleicht der allgemeinen Oberflächlichkeit des Vulgates schaden könnte.

Will man nun alle Neune grade sein lassen, dann kann man mit viel good will natürlich im Metatext dieser Ausführung eine gewisse kritische Tendenz, sogar (unfreiwillige?) Ironie erkennen. Es ist ja nicht unbedingt als oberflächlich zu werten, wenn Superman, ein Sinnbild des ethischen Imperativs, gleich gestellt wird mit Nietzsches "Übermensch", der für den naiven "Philosophen" schwer zu greifen ist. (Siehe die irrtümliche Vereinnahmung durch die Naziideologie trotz ausdrücklicher Ablehnung durch den Göfaz, der auf Fichte und Schopenhauer stand.) Da kann man durchaus populistisches Potential erkennen, wenn man denn will. Aber ob "Am Ende steht der Sieg der Zivilisation gegenüber dem primitiven Leben" als Präambel für den Rest und damit dann der ganze Rest was taugt, bezweifele ich. Nicht etwa weil ich nicht sehe was der religiöse Wahnsinn auf wissenschaftlich-technischem, ökonomischen, ideologischem Niveau und in den entsprechenden Crossovers so hervorbringt, sondern weil die anfängliche Frage gerade damit augenscheinlich nicht zu klären ist; genauso wenig übrigens wie die Frage nach den individuellen Motiven der behandelten Autoren und den monistischen Ursachen, die diese als "Phänomene" hervorbringen. Nicht zuletzt stellt sich also die Frage warum hier , wenn es sich nicht sowieso um (tiefdeutige ?) Fiction handelt, nur Aussagen vorkommen, die mehr oder weniger Glauben erfordern, um wahr sein zu können, bzw. den mehr oder in dieser Form eher weniger begründeten Glauben der Kolportierten und Zitierten. Was "uns" aber tatsächlich dazu veranlassen könnte diese, unsere "Zivilisation" als Sieg über was auch immer zu deuten, steht dabei nackt im Raum, weil nicht hinterfragt.

RE: Frauen als minderwertige Geschöpfe | 18.11.2018 | 12:53

... es sind die patriarchalischen Strukturen der Eigentumsökonomie, in der das Privateigentum in väterlichen Linie vererbt wird. Wenn sie Genaueres wissen wollen zB. Fridrich Engels lesen : "Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staates". Engels ist zwar in einigen Punkten ( zB. beim Geld) heute überhohlt , aber das Wesentliche gibt einen sehr leicht lesbaren Überblick.

RE: Keine Freiheit im Patriarchat | 17.11.2018 | 20:34

Gute Güte! Hier zum mitschreiben: Es handelt sich um unsere globalisierte kapitalistische Gesellschaft. Es gibt nur noch diese eine, selbst wenn immer wieder versucht wird Polaritäten oder Feindschaften herbeizurhetorisieren. Diese Pseudo-Polaritäten aber sind nichts als Symptome des systeminternen Konkurrenz- und Ausgrenzungsprinzips. usw. Polarisierungen und Distinktionen gibt es nur auf 2 globalen Ebenen: Zwischen den Eliten und den ökonomisch abhängigen Unterworfenen und unter den Eliten selbst. Die gesellschaftlichen Dogmen, Prinzipien und Hebel (des Kapitals) aber sind überall die selben und unterscheiden sich nur oberflächlich in der lokalen Ausprägung und der jeweiligen ideologischen Deutung...

Also : Es gibt nur noch eine Gesellschafts! Daher ist Ihre Frage Slapstik. Ich hoffe zur Klarheit beigetragen zu haben.

RE: Keine Freiheit im Patriarchat | 17.11.2018 | 14:10

"von welcher gesellschaft reden Sie? in der menschen ware sind? sklaverei?"

Soll das jetzt ein Witz sein oder ist es wohlmöglich unfreiwilliger "Slapstick"?

RE: Noch weit entfernt von Gleichstellung | 16.11.2018 | 22:30

Die Gleichheit der Geschlechter wird es erst dann wieder geben, wenn es nichts mehr zu vererben gibt.

Solange behalten Yoko Ono und John Lennon recht: "Woman is the nigger of the world". Gemeint ist die Welt des patriarchalischen Eigentumskapitalismus. Die kann nur mit "Niggern" existieren, denn sie ist ein strukturell verankertes Ausschlussprinzip.

Wer Gleichiert der Geschlechter fordert, ist Antikapitalist und sollte sich auch so verhalten.

Im Kapitalismus kann diese Gleichstellung eben nicht stattfinden - nicht mit Gesetzen oder noch sogut gemeinten Charta, die meist nicht mehr wert sind als das Papier, nicht mit Hoffnung, naivem Glauben oder ideologischem Brainwasch.

Genausowenig wie der Rassismus oder Nationalismus eingegrenzt werden können, denen das selbe Ausschlussprinzip zu Grunde liegt. Wo es Gewiner geben soll, müssen vor allem Verlierer her.

Na, ihr wisst das ja alles schon , und der Autor des Artikel sicher auch. Was soll also der Scheiß hier? Ist das jetzt schon das Altersheimprogramm?

RE: Keine Freiheit im Patriarchat | 16.11.2018 | 21:10

klar : Idioten kaufen einfach alles und das Fliegenargument hat Hochsaison.

Nee, Tragik bei Seite, aber was erwarten Sie in einer entfremdeten Gesellschsaft, in der die Erotik zunehmend "wegrationalisiert" wird, quasi schon nicht mehr existiert und fast alle als dressierte Konsumjunkies rumlaufen?

Konsum ist grundsätzlich existenziell und natürlich, ja, und darüber hinaus ist er Substitution und Kompensation von Defiziten, Ersatzbefriedigung nannte man das früher. Ergo: Wo keine Erotik ist, wird Pornographie als soche missverstanden?

Kein Wunder in einer Gesellschaft, in der der Mensch selber Ware ist, und dann auch noch seine eigene ... und das nicht mal gewusst haben will. Da braucht man sich über total irrationalen Wahrnehmungsmuster und Weltanschauungen wirklich keinen Kopf mehr machen, oder? O-ton: "Sklave ? Ich doch nicht!" ... und wenn, dann bitte im Porno.

RE: Keine Freiheit im Patriarchat | 16.11.2018 | 12:36

"Dennoch wird Porno uns wohl kaum ins sexuelle Verderben stürzen."

Nein, das wohl nicht. Die Kapitallogik stürtzt die Pornograpie ins entfremdete Verderben. Industriealisierter, leistungsorientierter, quantifizierter, persönlichkeitsoptimierter, virtualisierter, anonymisierter, asozialer ... "Hochfrequenz" - Sex ist doch ungefähr das letzte was man braucht, bzw. das genaue Gegenteil von Erotik, oder?

RE: Keine Freiheit im Patriarchat | 16.11.2018 | 12:29

Kein Mensch braucht mMn über "vor gesellschaftlicher herrschaft liegende" zustände in streit zu geraten." Wozu? Die aktuelle Forschungs- bzw. wissenschaftlich-historische Erkenntnislage dazu ist leicht zu verstehen und ausreichend klar, wenn auch nie endgültig.

Es ist also ein Fakt, dass Herrschaft das Geschlechterverhältnis reguliert. Punkt. Von "ursprünglichen","naturgemäßen" Zuständen sprechen Sie allenfalls. Ich bezieh mich auf die Wissenslage zur vorpatriarchalischen Zeit, in der keine Herrschaft im heutigen Sinne existierte, nur um zu belegen, dass Herrschaft die besagte und noch akute restriktive Regulierung hervorgebracht hat und dieser wiederum einer seiner wichtigsten Hebel bis heute ist.

Was dann die Kritik des status Quo angeht : entfremdetes Individuum und Gesellschaft, restriktive Sexualität, Kapitallogik, etc. geht es eben nicht um "kommende, paradiesische verhältnisse", das ist Ihre ganz eigene Projektion, sondern es geht um simple politische Kritik an der den aktuellen Zuständen, die man eben mögen kann oder nicht, als das was sie sind erkenne kann oder eben nicht. Kritik ist immer eine Reaktion auf offensichtliche Defizite, ganz egal ob diese nun aus einer konservativen Position wahrgenommen werden oder aus einer oppositionellen.

Ich frag mich also nach wie vor warum Sie meinen mir "formelhafte" Falschheiten vorzuwerfen zu müssen. Kritik an sich kann nie falsch sein. Man kann sie nur teilen oder nicht, je nach Position relativ zum wahrnehmbaren, bzw. impliziten Defizit.

Wollten Sie vielmehr sagen, dass Sie keinen Sinn in systemkritischen Ansätzen sehen oder dass Sie wohlmöglich meinen, dass die akuten, historischen Umstände (auch in Bezug auf die entfremndete Sexualität) der letzen 3500 Jahre das endgültige Ergebnis der Menscheihtsgeschicht darstellen sollen ... so wie es Fukoyama vor 25 Jahren versuchte (und sich damit lächerlich machte) oder Hegel vor 200 Jahren (und sich damit lächerlich machte) .... ?

Sie sehen also wofür im allgemeinen Kritik steht. Sie steht für die Dynamik der Menschheitsgeschichte und nicht etwa für "kommende, paradiesische verhältnisse".

Die kommenden Verhältnisse sind aufgrund der besagten Dynamik eines komplexen Systems allenfalls sehr vage und abstrakt als Möglichkeitsraum erkennbar.

Es geht also darum diese Dynamik zu aktzeptieren oder nicht. Das aber tun konservative Konformisten nur sehr eingeschränkt , basierend auf einer ihrer ideologisch bedingten, reduktionistischen Wahrnehmung. Man schwärmt also zB. von der Dynamik der Märkte, aber nicht von der der Systeme. Kritische Menschen sehen aber auch die historisch klaren Linien, und wie diese Dynamik irreversibel die Systeme verändert und auswechselt...

Niemand weiß also, ob die "kommenden Verhältnisse" paradisisch sein werden. Aber man kann nicht umhin festzustellen, dass sie kommen werden.

Und was ist oder wäre Ihnen dann lieber ? Paradisische Verhältnisse , oder zumindest ein kleine Annäherung daran oder doch lieber noch restriktiverer Blödsinn, weil ja abgeblich alles schon immer restriktiv war? -- Sehen Sie?

RE: Keine Freiheit im Patriarchat | 15.11.2018 | 21:54

ach so, und noch was: Was bedeutet Ihrer Meinung nach eigentlich die Überschrift des Artikels im Zusammenhang? Warum hat man die wohl so offensichtlich entfernt vom Artikelinhalt ausgewählt?

RE: Keine Freiheit im Patriarchat | 15.11.2018 | 21:49

"reguliert wird in jeder erziehung. vor jeder instiutionalisierten herrschaft"

anstatt Ihnen nun zu widersprechen und dann meine Kritik zu belegen (ist mir zu zeitaufwendig) , bitte ich lieber Sie mir doch zu beweisen, was Sie da behaupten. Ich bin gespannt. Nur soviel. Erziehung ist Herrschaftinstrument. Es gibt aber auch Freiheit. Und die ist nicht etwa ein hohles Abstraktum oder eine "Ballonfahrt", sondern das simple Fehlen von Herrschaft, als Freiheit von ... Das vergessen die meisten bequemer Weise umd warum nur so gerne. Sie auch?

"und weniger-restriktive."

und nein, es gibt, bzw. gab auch nichtristriktive "Geschlechter-verhältnisse". Was jedoch nicht einer im positiven Sinne Regelmäßigkeit widerspricht, wie zB. bei freier sexueller Entfaltung vor der Partnerschaft, wie sie u. A. aus polinesischen Kulturen bekannt ist.

Ich frag mich indes, um was es Ihnen hier geht? Darf es keine nichtrestriktive Sexualität und Erotik gegeben haben, diese nicht maltheoretisch denkbarsein, damit sie sich keine weiteren Fragen stellen, Gedanken machen brauchen? ...damit keine Kritik an der akuten Situation, der "entfremdeten" und wohlmöglich deren Ursachen nötigt wird dun angemssen ist?