Das Billionen Dollar Rätsel

Hybris Wasted opportunities? Where's all the money? The meaning of life? ...oder warum "Odysseus" nie mehr nach Hause finden wird. Ein Blick in die Schattenwelt des Geldes
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community
Das Billionen Dollar Rätsel
Unendlich reproduzierbar: die Dollarnpte

Foto: Alex Wong/ AFP/ Getty Images

Der globale Schuldenstand (private + public) wird sich um die 150 Billionen Dollar belaufen. Das sind natürlich andersherum betrachtet auch Außenstände, die nicht wirklich eingetrieben werden können, denn die globale Geldmenge liegt im Moment nur bei etwa 70 Billionen Dollar. Daher erklärt sich das ununterbrochene Rattern der Gelddruckereien (genannt: quantitative easing) der Fed und anderer nationaler Zentralbanken. Man will dieser unausgeglichenen Misere also mit der Anhebung der Geldmenge, mit herbeigezaubertem, schuldfreiem, daher bisweilen zinslosem Geld beikommen und so gleichzeitig auch eine Liquiditätskrise in Zeiten ökonomischer Depression möglichst vermeiden. Ich habe jedoch mein Zweifel, ob dieses Rennen gegen die systemeigene Logik noch gewonnen weren kann, ehe uns das System um die Ohren fliegt, ehe die offenen Forderungen eine Wirklichkeit erzeugt haben werden, die kein frohes Erwachen mehr hervorbringen kann - für niemanden, nicht mal für das ominöse eine Prozent der Profiteure und Gläubiger.

Wie konnte dieser ungeheuere Schuldenberg nur entstehen, fragt man sich naiv? Normalerweise wird in unserem partikulären Geldsystem doch Geld durch Kreditverträge erzeugt und bei Tilgung wieder vernichtet. Wie konnte es also zu diesem dramatischen Überhang kommen, den allen voran die Zentralbanken gern ungeschehen machen würden? Sind sie es doch, die zumindest angeblich zur Stabilisierung des Geldsystems berufen sind, dieser Berufung aber augenscheinlich nicht folgen können, denn mit zumindest annäherungsweise berechenbarer Regelmäßigkeit wird das Geldsystem zunehmend instabil, und gerade den Zentralbanken wird die Förderung dieser Instabilität sogar nicht nur ebenso regelmäßig unterstellt, sondern auch nachgewiesen. Sie scheinen also weder sehr effektiv noch Willens zu sein ihrer angeblichen Aufgabe nachzukommen. Sie drucken lieber im Notfall Geld bis der Arzt kommt, um was, welchen anderen Umstand auszugleichen, anstatt schon vorher Stabilität zu garantieren?

Es wird mit den vermaledeiten Zinsen zusammenhängen, welche bei kreditbasierter Geldschöpfung eben nicht als Geldwert sondern nur als Forderung entstehen, die immer auf der Schuldenseite logisch stehenbleiben müssen. Selbst die bisweilen ökonomisch verordnete Inflaftion kann daran wohl nur recht wenig ändern, denn sonst würde es ja nicht immer wieder zu dieser Situation kommen.

Wozu soll das gut sein fragt man sich noch naiver - nicht nur am ersten Weihnachtstag? Nun gut, die Beantwortung dieser einfachen Frage überlasse ich hiermit denen, die sich gerne an rhetorischen Fragen versuchen.

Einen Ausschnitt der Sachlage mit einigen interessanten Detailangaben kann man übrigens sehr schön dem "The Billion Dollar-o-Gram" bei "Information is Beautiful" entnehmen. Kennen Sie das?

Hier nur ein Foto als oberflächlicher Überblick, denn der Freitag erlaubt anscheinend (ausser Youtube) keine Einbindung von Fremdinhalten in iframes ... klicken Sie also auf das Foto, um zu der viel spannenderen, interaktiven Version dieser Grafik bei www.informationisbeautiful.net zu gelangen ...

(Zu beachten ist selbstverständlich , dass US-Billionen Milliarden sind.)

https://dl.dropboxusercontent.com/u/21944733/informationisbeautifull.jpg

Eine Eindrucksvolle Tabelle zum Thema gibt es zB. hier , bei wikipedia und nochmal bei wikipedia und natürlich gibt es die berüchtigte Schuldenuhr zur öffentlichen Verschuldung. Sie tickt ...

...und buck up: "Failure is only the opportunity to begin again more intelligently."

www.informationisbeautiful.net/visualizations/billion-dollar-o-gram-2013/

Grafik: www.informationisbeautiful.net
17:08 25.12.2013
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

iDog

Wem nützt eigentlich die Staatsgewalt ?
iDog

Kommentare 107

Avatar
Ehemaliger Nutzer | Community
Avatar
Avatar
Avatar
Avatar
Avatar
Ehemaliger Nutzer | Community
Avatar
Avatar
Avatar
Avatar
Ehemaliger Nutzer | Community
Avatar
Avatar
Avatar
Avatar
Avatar
Avatar
Avatar
Avatar
Ehemaliger Nutzer | Community
Avatar
Avatar
Avatar
Avatar
Avatar
Avatar
Avatar
Avatar
Avatar
Avatar
Avatar
Avatar
Avatar
Avatar
Avatar
Avatar
Avatar
Avatar
Ehemaliger Nutzer | Community
Avatar
Avatar
Avatar
Avatar
Avatar