Das Ende der Illusion

Gelddrucken oder der materielle Vernichtungskrieg als dialektisches Pendant zum kapitalistischen Wohlstandsversprechen.
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

hier ein Zitat aus einem Interview mit Ernst Wolf auf DWN :

"Ernst Wolff: Der Euro lässt sich nicht in geordneter Weise „abwickeln“. Das ist weder ökonomisch machbar, noch politisch durchsetzbar. Der Euro wird ungeordnet zerfallen. Was wir gerade erleben, ist der Anfang vom Ende der EU und des Euro. Wie das alles im Einzelnen aussehen wird, kann niemand vorhersagen.

[….]

Ernst Wolff: Das globale Finanzsystem ist im Grunde seit 2008 tot und wird nur künstlich am Leben gehalten. Für die Verantwortlichen gibt es dabei drei Mittel, auf die sie zurückgreifen können: Das Drucken von Geld, das Senken von Zinsen und – im Fall eines Bankenzusammenbruches – das Bail-in. Da die Zinsen bereits fast überall nahe Null oder sogar schon darunter liegen, fällt dieses Mittel weitgehend weg. Die Lehre aus Italien ist: Das Bail-in hätte unbeherrschbare soziale Folgen, kann also auch im großen Stil nicht angewandt werden. Also bleibt nur das Gelddrucken…

[….]

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Ist ein Crash unausweichlich?

Ernst Wolff: Das Finanzsystem gleicht derzeit dem Motor eines Wagens mit Luftkühlung, dessen Fahrer ihn durch schnelles Fahren überhitzt hat. Um den Motor abzukühlen, muss der Fahrer immer mehr Gas geben – mit der Folge, dass der Motor am Ende explodiert.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Und es gibt keine Möglichkeit, die Explosion zu verhindern?

Ernst Wolff: Dazu müssten diejenigen, die derzeit über die größte Macht und das meiste Geld verfügen, nicht nur umdenken, sondern auch auf einige ihrer Privilegien verzichten. Betrachtet man die Geschichte, muss man nüchtern feststellen, dass das bisher noch nie geschehen ist.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Was bedeutet diese Entwicklung für unsere Demokratie?

Ernst Wolff: Unser Finanzsystem begünstigt eine immer kleinere Minderheit und baut den Lebensstandard und die Freiheiten der überwiegenden Mehrheit der arbeitenden Bevölkerung immer stärker ab. Es kann nur noch durch permanente Reanimation in Form von Geldspritzen und einen kontinuierlich fortschreitenden Abbau der uns verbliebenen demokratischen Rechte am Leben erhalten werden. Um es klar und unmissverständlich auszudrücken: Wenn es keinen Reset gibt, führt der Pfad, auf dem wir uns befinden, geradewegs in den Finanz-Faschismus."

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Das alles ist wie ich finde sehr treffend auf den Punkt gebracht … so sieht es also aus, das Ende der Illusionen … also schon mal warm anziehen …kommt vorher vielleicht noch der Helikopter (zum Geldabwurf) oder das BGE ? .... denn das wäre ja dann ”Gelddrucken” in letzter Konsequenz und die letzte Möglichkeit Zeit zu schinden in einer Situation, in der von "Reset", also drastischem Schuldenschnitt und Kapitalverlust für das eine Prozent nicht gerade die Rede ist …

Oder geht es gleich in die irrationale, materielle Zerstörungsphase eines tabula rasa Krieges? …die ja rein geldsystematisch eine philosophische Aufarbeitung verdient hätte in ihrer Eigenschaft als dialektisches Pendant zum Wohlstandsversprechen des Kapitalismus, bei dem sich irrtümlicherweise alle angesprochen fühlten.

Wie konnte es nur zu solch einem Missverständnis dessen kommen, was Demokratie genannt wird? Die angebliche Demokratisierung des Wohlstandes ist mit dem Kapitalismus eben nur als Prinzip Raubzug auf Kosten anderer zu haben, dessen Opfer am Ende der Rechnung der eingebildete, ideologisch "trickle down" gebrainwashte Klein - bzw. Pseudoprofiteur selber ist. Und so werden dann die Meisten zu dem Anderen, der an der Logik des Kapitals in einem Vernichtungskrieg zum Kollateralschaden sich erklären lassen muss und gleichzeitig sich selbst "demokratisch" dazu erklärt hat.

Dieser Krieg als dark side of the moon des Wohstandsversprechens, der sich ja mehr als deutlich in Vorbereitung und am Horrorzont befindet, entlarvt alle angeblichen ”Verpflichtungen” der Politik im Range der Staatsgewalt als das was sie immer war und ist: Menschenverachtender Irrsinn.

Denkt man das zu Ende, kommt man unweigerlich zu dem Schluss, dass der Widerstand dagegen begonnen hat, zu beginnen hat, jedermanns erste Pflicht ist. Zu retten gibt es da nur noch das nackte Leben. Alles andere ist bereits Asche im Ballkleid.

11:48 10.07.2016
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

iDog

Wem nützt eigentlich die Staatsgewalt ?
iDog

Kommentare 239

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